Monaco

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Principauté de Monaco (französisch)
Principatu de Múnegu (monegassisch)
Fürstentum Monaco
Flagge Monacos
Wappen Monacos
Flagge Wappen
Wahlspruch: Deo Juvante
(lateinisch für „Mit Gottes Hilfe“)
Amtssprache Französisch
Hauptstadt Monaco1
Staatsform Erbmonarchie
Regierungssystem konstitutionelle Monarchie
Staatsoberhaupt Fürst Albert II.
Regierungschef Staatsminister Michel Roger
Fläche 2,02 km²
Einwohnerzahl 36.136 (2012),[1]
davon 79 % ausländisch
Bevölkerungsdichte 17.889 Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung +0,85 % (2012)[2] pro Jahr
Bruttoinlandsprodukt 4,375 Mrd. Euro (2011)[1][3]
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 60.595 Euro
Währung Euro (EUR)
Unabhängigkeit 25. Februar 1489 (von Frankreich)
Nationalhymne Hymne Monégasque
Nationalfeiertag 19. November
Zeitzone UTC+1 MEZ
UTC+2 MESZ (März bis Oktober)
Kfz-Kennzeichen MC
Internet-TLD .mc
Telefonvorwahl +377
1 Monaco ist ein Stadtstaat. Monaco-Ville („Monaco-Stadt“) ist keine Stadt, sondern lediglich der Stadtbezirk, in dem sich der Palast befindet.
Monaco Frankreich Frankreich Italien Mittelmeer Österreich Belgien Bulgarien Republik Zypern Tschechien Deutschland Dänemark Dänemark Estland Spanien Finnland Frankreich Frankreich Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Griechenland Griechenland Ungarn Irland Italien Italien Italien Litauen Luxemburg Lettland Niederlande Polen Portugal Rumänien Schweden Slowenien Slowakei Island Montenegro Mazedonien Kroatien Türkei Türkei Malta Serbien Dänemark Dänemark Norwegen Norwegen Isle of Man Guernsey Jersey Andorra Monaco Schweiz Liechtenstein Vatikanstadt San Marino Albanien Kosovo Bosnien und Herzegowina Moldawien Weissrussland Russland Ukraine Kasachstan Abchasien Südossetien Georgien Aserbaidschan Aserbaidschan Armenien Iran Libanon Syrien Israel Jordanien Saudi-Arabien Irak Russland Tunesien Algerien MarokkoLage des Fürstentums Monaco in Europa
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Lage des Fürstentums Monaco in Europa
Fontvieille (Monaco) La Colle Monaco-Ville La Condamine (Monaco) Les Révoires Moneghetti Saint Michel (Monaco) Monte Carlo La Rousse/Saint-Roman Larvotto FrankreichDie zehn Stadtbezirke von Monaco
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Die zehn Stadtbezirke von Monaco
Karte
Karte
Luftansicht von Monaco
Blick nach Monte Carlo und auf das Observatorium

Das Fürstentum Monaco [moˈnako][4] (französisch Principauté de Monaco, monegassisch Principatu de Múnegu) ist ein südeuropäischer Stadtstaat und nach der Vatikanstadt der zweitkleinste Staat der Erde. Es liegt an der französischen Mittelmeerküste (Côte d’Azur) in der Nähe der Grenze zu Italien.

Monaco war ein antiker Handelsplatz der Phönizier und später der Griechen, die hier an der Nordküste des westlichen Mittelmeers einen Herkules-Tempel errichtet hatten, der bald den Beinamen Monoikos, „einzelnes Haus“, erhielt. Als der Ort ein römischer Hafen wurde, erhielt er den Namen Herculis Monoeci Portus, woraus verkürzt Monaco entstand.[5]

Heute ist Monaco vornehmlich bei den Reichen der Welt als Wohnsitz begehrt, da der Stadtstaat weder Einkommen- noch Erbschaftsteuer erhebt und daher im Ausland begangene Finanzvergehen nicht verfolgt. Unternehmen in Monaco zahlen hingegen Steuern. Der Staat ist nicht Mitglied der Europäischen Union.[6] Das Fürstentum zählt rund 36.000 Einwohner auf einer Fläche von rund zwei Quadratkilometern und hat mit rund 18.000 Einwohnern je Quadratkilometer die höchste Bevölkerungsdichte aller Staaten. Von den 36.000 Einwohnern sind rund 79 Prozent Ausländer ohne monegassischen Pass.[7]

Geographie[Bearbeiten]

Das Fürstentum liegt an der französischen Mittelmeerküste, auf 43° 44′ nördlicher Breite und 7° 25′ östlicher Länge zwischen der französischen Stadt Nizza im Westen (15 km Entfernung) und der französisch-italienischen Grenze (ca. 12 Kilometer Entfernung) im Osten. Die Küstenlänge des Fürstentums beträgt 4,1 Kilometer. In den letzten Jahrzehnten wurde das Staatsgebiet durch Landgewinnung um mehr als 40 Hektar auf 202 Hektar (2,02 km²) vergrößert. Monaco verfügt über ein schmales Küstenmeeresgebiet. Die gesamte Fläche des Landes liegt am Rand der Seealpen.

Mit seiner sehr geringen Fläche ist Monaco nach der Vatikanstadt der zweitkleinste Staat der Welt. Monaco hat mit knapp 18.000 Einwohnern pro Quadratkilometer mit Abstand die höchste Bevölkerungsdichte aller Staaten der Erde (gefolgt von Singapur und der Vatikanstadt).

Die höchste Erhebung des französischen Umlandes unweit Monacos ist der 1148 Meter hohe Mont Agel, von dem aus früher Radio Monte Carlo sendete.[8] Die höchste Erhebung des monegassischen Staatsgebiets liegt auf gut 160 Metern Meereshöhe beim Exotischen Garten.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Die Unterscheidung zwischen dem Staat und der Stadt Monaco ist rein theoretisch, der Staat besteht tatsächlich nur aus der Stadt (Gemeinde). Nach der Verfassung von 1911 war das Fürstentum in drei Gemeinden gegliedert:

Der Vorwurf an die fürstliche Macht, nach dem Spruch Teile und herrsche zu verfahren, führte dazu, dass 1917 die drei Gemeinden in eine Gemeinde zusammengefasst wurden. Die ursprünglichen Gemeinden galten fortan als Stadtbezirke (Quartiers).

  • Als vierter Stadtbezirk kam Fontvieille hinzu, das ab etwa 1970 im Südwesten durch Neulandgewinnung aus dem Meer entstand. Auf französischer Seite gegenüber liegt die ZAC („Zone d’aménagement concerté“, etwa Stadtteilentwicklungsplan) von Saint-Antoine.
  • Als fünfter Stadtbezirk wurde Moneghetti durch Ausgliederung aus La Condamine geschaffen.
  • Sechster Stadtbezirk wurde Larvotto durch Ausgliederung aus Monte Carlo.
  • Siebter Stadtbezirk wurde La Rousse/Saint Roman (mit Le Ténao), ebenfalls durch Ausgliederung aus Monte Carlo.

In der Folge wurden drei weitere Stadtbezirke geschaffen:

Geplant war ein neuer Stadtteil namens Le Portier mit einer Fläche von 0,275 km² durch weitere Neulandgewinnung vor der Küste Monte Carlos.

Damit wird das Fürstentum aktuell in zehn Stadtbezirke gegliedert.

Nr. Stadtbezirk (quartier) Fläche (m²) Einwohner (Volks-
zählung 2000)
Dichte (Einw./km²) Blöcke (îlots) Bemerkungen
Ehemalige Gemeinde Monaco
05 Monaco-Ville 184.750 1.034 5.597 19 Altstadt mit Fürstenpalast
Ehemalige Gemeinde Monte Carlo
01 Monte Carlo/Spélugues (Bd. Des Moulins-Av. de la Madone) 281.461 3.034 10.779 20 Wohngebiet und Hotels
02 La Rousse/Saint Roman (Annonciade-Château Périgord) 105.215 3.223 30.633 15 im Nordosten, mit Le Ténao
03 Larvotto/Bas Moulins (Larvotto-Bd Psse Grace) 328.479 5.443 16.570 15 Küstengebiet im Osten
10 Saint-Michel (Psse Charlotte-Park Palace) 142.223 3.807 26.768 24 zentrales Wohngebiet
Ehemalige Gemeinde La Condamine
04 La Condamine 237.283 3.847 16.213 27 Nordwesten mit Hafengebiet
07 La Colle (Plati-Pasteur-Bd Charles III) 188.073 2.822 15.005 15 an der Westgrenze mit Cap d’Ail
08 Les Révoires (Hector Otto-Honoré Labande) 75.747 2.515 33.203 11 mit dem Jardin Exotique
09 Moneghetti/Bd de Belgique (Bd Rainier III-Bd de Belgique) 107.056 3.003 28.051 18
Neulandgewinnung aus dem Meer
06 Fontvieille 324.157 3.292 10.156 9 Neulandgewinnung (seit 1971)
11 Le Portier 275.0001) geplant (zurzeit (Ende 2008) gestoppt)
Monaco 1.974.444 32.020 16.217 173
1) geplante Fläche, nicht in Summe enthalten
Klimadiagramm von Monaco

Die Stadtbezirke werden für statistische Zwecke in 173 Blöcke (îlots) untergliedert.

Sie sind nur durch vierstellige Ziffernfolgen (eine zweistellige Erweiterung der Stadtbezirksnummern) bezeichnet und tragen keine Namen.

Klima[Bearbeiten]

In Monaco herrscht Mittelmeerklima, mit milden Wintern und warmen Sommern, 796 mm Niederschlag und einer Sonnenscheindauer von 2.583 Stunden pro Jahr. Die durchschnittlichen Temperaturen liegen im Januar/Februar um 10 °C, im Juli/August um 23 °C.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten]

Panoramaansicht von Monaco
Panoramaansicht von Monaco

Monaco ist der am dichtesten besiedelte unabhängige Staat der Welt (knapp 18.000 Einwohner pro km²). Die Einwohner von Monaco werden als Monegassen bezeichnet. Die einheimische Bevölkerung (2008: 7.600, 22 % der Bevölkerung) macht jedoch nur einen geringen Anteil der Wohnbevölkerung aus. Mit rund 28 % der Bevölkerung stellen französische Staatsangehörige den größten Anteil, gefolgt von Staatsangehörigen aus Italien (19 %), Großbritannien (8 %), Belgien (3 %) sowie aus der Schweiz und Deutschland (je 3 %).[7] Der Anteil der Franzosen an der Bevölkerung ist permanent rückläufig, da die in Monaco wohnenden französischen Staatsangehörigen aufgrund eines Abkommens zwischen Frankreich und Monaco in Frankreich steuerpflichtig sind, so dass sie die extrem hohen Lebenshaltungskosten (insbesondere Immobilienpreise) nicht durch eine Steuerersparnis kompensieren können. Insgesamt leben Einwohner aus 119 Nationen in Monaco. Die Hälfte der Einwohner gelten als Millionäre.[6]

Sprache[Bearbeiten]

Das Monegassische ist ein romanischer Dialekt, der mit dem ligurischen Dialekt der norditalienischen Sprache verwandt ist. Alleinige Amtssprache ist jedoch Französisch. Monegassisch ist Pflichtfach an den Schulen, und auch das Abitur (Matura) kann auf Monegassisch abgelegt werden. Im Übrigen werden auch Italienisch und Englisch gesprochen.

Religion[Bearbeiten]

Die römisch-katholische Kirche ist Staatskirche. Monaco ist Sitz eines Erzbischofs, der direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt ist. Bischofskirche ist die Kathedrale Notre-Dame-Immaculée. Die Freiheiten anderer Religionen und Konfessionen werden jedoch von der monegassischen Verfassung garantiert. 90 % der Monegassen sind Katholiken, 6 % Protestanten, daneben gibt es orthodoxe und jüdische Minderheiten.

Geschichte[Bearbeiten]

Fürstenpalast von Monaco43° 43′ 52″ N, 7° 25′ 11″ O43.7311111111117.4197222222222
Monaco um 1900
Blick auf Monaco von La Turbie aus
Hauptartikel: Geschichte Monacos
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Herrschaft der Grimaldi – ursprünglich aus Genua – seit dem 13. Jahrhundert.

1731 starb die männliche Linie der Familie aus. Familie Goyon-Matignon – eingeheiratet – folgte in Namen und Herrschaft.

  • ab 1191: Küstenregion der Provence unter der Kontrolle der Republik Genua
  • 10. Juni 1215: Grundsteinlegung zu einer genuesischen Grenzfestung auf dem Felsen von Monaco
  • 1297: erstmals durch die Grimaldis erobert; seitdem erbliche Monarchie
  • 1301: wieder an Genua
  • 1331: mit Unterstützung des französischen Königs wieder in der Hand der Grimaldi
  • 1357: erneute Rückeroberung durch Genua
  • 1419: endgültig unter der Herrschaft der Grimaldi
  • 1489: monegassische Unabhängigkeit durch den französischen König und den Herzog von Savoyen anerkannt
  • 1507: erneute Belagerung der Stadt durch Genua, erfolgreiche Verteidigung durch Lucien
  • 1512: Anerkennung der Souveränitat Monacos durch König Ludwig XII. von Frankreich
  • 1523: Übernahme der Macht durch Augustin I., Beziehungen zu Frankreich verschlechtern sich
  • 1525: Vertrag von Burgos und Tordesillas zwischen Augustin I. und Kaiser Karl V. unterzeichnet
  • 1542–1641: spanisches Protektorat
  • 1641–1793: französisches Protektorat
  • 1793: von französischen Revolutionstruppen erobert, dann von Frankreich annektiert
  • 1815–1861: sardisches Protektorat
  • 1848: Menton und Roquebrune gehen an Sardinien, 1860 an Frankreich
  • 1853: Gründung der Spielbank
  • 1861: erneut französisches Protektorat
  • 1865: Zollunion mit Frankreich
  • 1903: Unter dem Protektorat von Fürst Albert I. wird das Institut International de la Paix auf Anregung von Gaston Moch gegründet.
  • 1911: erste formelle Verfassung
  • 17. Juli 1918: Erstes Bilaterales Abkommen mit Frankreich
  • 1948: Beitritt zur Weltgesundheitsorganisation am 8. Juli
  • 17. Dezember 1962: Verfassungsreform; u. a. Bestätigung der Erbmonarchie
  • 1981: Erhebung zum römisch-katholischen Erzbistum Monaco
  • 1993: Beitritt zu den Vereinten Nationen
  • 7. Januar 2000: Entsendung eines ständigen Vertreters bei der Europäischen Union in Brüssel
  • 2002: Einführung des Euro als assoziierter Euro-Nutzer (Buchgeld ab 1999)
  • 5. Oktober 2004: Aufnahme in den Europarat nach sechsjähriger Wartezeit
  • 2005: zweites bilaterales Abkommen mit Frankreich

Internationale Aufmerksamkeit erlangte Monaco 1956, als Fürst Rainier und die berühmte US-amerikanische Schauspielerin Grace Kelly heirateten; erneut, als sein Sohn Albert und Charlène Wittstock heirateten.

Politik[Bearbeiten]

Der Fürstenhof zu Monaco

Staatsrecht[Bearbeiten]

Monaco ist seit 1911 eine konstitutionelle Monarchie, in der der Regierende Fürst das Staatsoberhaupt ist. Er wird im Fürstentum gewöhnlich Patron („Schutzherr“)[6] oder Monseigneur („mein Herr“) genannt.[9] Die Exekutive besteht aus dem Regierungsrat, der aus vier Mitgliedern besteht, die das Kabinett bilden; Vorsitzender des Regierungsrates ist der Staatsminister. Seit der Verfassungsänderung 1962 teilt sich der Fürst seine Regierungsmacht mit dem Parlament (Conseil National). Dieses besteht aus 24 Mitgliedern, die in freien und geheimen Wahlen auf fünf Jahre gewählt werden. Das Parlament wurde zuletzt am 10. Februar 2013 gewählt. Regionale Angelegenheiten, die nur das Staatsgebiet von Monaco betreffen, werden vom Gemeinderat beschlossen, der 15 gewählte Mitglieder hat und vom Bürgermeister Monacos, Georges Marsan,[10] geleitet wird.

Die Unabhängigkeit Monacos, die seit dem 25. Februar 1489 besteht, war bisher an das Bestehen der Grimaldi-Dynastie gebunden. Ein Vertrag mit Frankreich regelte bis 2002, dass bei Aussterben der Grimaldi Monaco an Frankreich fällt. Zwischen Frankreich und Monaco besteht ein so genanntes völkerrechtliches Protektorats-Verhältnis, das in einem „Schutzvertrag mit Frankreich“ vom 17. Juli 1918 festgelegt wurde. Darin garantierte Frankreich die Unabhängigkeit und Souveränität Monacos, für wichtige Einzelentscheidungen der monegassischen Außenpolitik wurde jedoch eine Konsultationspflicht festgelegt. Zur Nachfolge des Fürsten heißt es darin: „Im Falle einer Vakanz der Krone, beispielsweise durch das Fehlen eines direkten oder adoptierten Erben, würde das Gebiet von Monaco einen autonomen Staat unter dem Protektorat von Frankreich bilden“. Für mehrere Schlüsselpositionen im Fürstentum (Regierungschef, Generalstaatsanwalt und Polizeichef) schlug dem Abkommen zufolge die französische Regierung die Beamten vor. So wurde der Staatsminister vom Fürsten aus einem Dreiervorschlag der französischen Regierung ausgewählt und musste stets ein Franzose sein. Im Oktober 2002 wurde eine Neufassung des Vertrages unterzeichnet, die den außenpolitischen Spielraum Monacos erweitert, in wichtigen Fragen aber weiter eine Konsultationspflicht vorsieht. Auch die Auswahl des Staatsministers steht dem Fürsten nun frei, bedarf jedoch der Zustimmung Frankreichs.

Monaco ist seit dem 28. Mai 1993 Mitglied der Vereinten Nationen, beantragte am 21. Oktober 1998 den Beitritt zum Europarat und wurde am 5. Oktober 2004 aufgenommen. Aufgrund seiner Nähe zu Frankreich unterhält Monaco außerdem enge Beziehungen zur Europäischen Union und ist auch dem Schengener Abkommen angeschlossen. Seit dem 7. Januar 2000 unterhält der Stadtstaat eine Vertretung bei der Europäischen Union in Brüssel.

Die Regierungsgeschäfte von Monaco werden seit April 2005 von Fürst Albert II. ausgeübt, nachdem sein Vater Fürst Rainier am 6. April 2005 verstarb. Nach einer üblichen Trauerphase wurde Albert II. am 12. Juli 2005 offiziell in sein neues Amt eingeführt. Dabei verzichtete er demonstrativ auf das sonst übliche Hofzeremoniell zugunsten einer volksnah gestalteten Feier.

2008 hat eine Kommission der Europäischen Union zum wiederholten Male das mangelhafte Demokratieverständnis des Fürstentums (insbesondere die schwache Stellung des Parlaments) kritisiert. Der früher geäußerten Kritik an der mangelhaften Bekämpfung der Geldwäsche und der unzureichenden Bankenaufsicht ist die Regierung durch eine Vielzahl seit 2008 eingeleiteten Maßnahmen begegnet. So wurden neben einer Verschärfung der Gesetze auch mit einer Vielzahl von Staaten, darunter auch im Jahr 2011 mit Deutschland,[11] Abkommen zum Informationsaustausch getroffen. Monaco ist auch Mitglied des globalen Forums für Transparenz und Informationsaustausch bei der OECD.[12] Heute wird die Kooperationsbereitschaft Monacos im Kampf gegen die Geldwäsche explizit gelobt.[13][14]

Thronfolge[Bearbeiten]

Die Thronfolge ist im Artikel 10 der monegassischen Verfassung[15] geregelt und wurde zuletzt 2002 geändert. Thronfolger ist der erste direkte und legitime Nachkomme des Fürsten mit Priorisierung der männlichen Nachkommen im gleichen Verwandtschaftsverhältnis. Wenn der Fürst keinen Nachkommen hat, gilt diese Regelung für die Brüder und Schwestern bzw. deren Nachkommen. Wenn der Thronfolger auf den Thron verzichtet, treten seine Nachkommen an seine Stelle.[16] Derzeitige Thronerbin ist Alberts Schwester Caroline, gefolgt von ihrem ältesten Sohn Andrea. Die frühere Regelung, dass Monaco an Frankreich zurückgefallen wäre, wenn es keine Thronerben der Grimaldis gegeben hätte, wurde im zweiten monegassisch-französischen Abkommen 2002 abgeschafft. Daher bliebe Monaco auch nach einem eventuellen Erlöschen der Dynastie Grimaldi ein souveräner Staat.

Öffentliche Sicherheit[Bearbeiten]

Soldat des monegassischen Militärs

Die öffentliche Sicherheit wird durch eine 515 Personen starke Polizeieinheit gewährleistet.[17] Auf 36.136 Einwohner[1] gerechnet kommt in Monaco statistisch ein Polizist und eine Videokamera auf 70 Einwohner,[18] was damit die stärkste Pro-Kopf-Polizeipräsenz in der Welt darstellt. Die Polizei ist unterteilt in eine Kriminalpolizei, die mit Interpol zusammenarbeitet, eine Stadtpolizei, eine Verwaltungseinheit sowie eine See- und Lufteinheit.[19][20]

Monacos äußere Verteidigung wird größtenteils durch Frankreich übernommen, trotzdem unterhält das Fürstentum eine kleine Militäreinheit, die Corps des Sapeurs-Pompiers. Diese 135 Soldaten (10 Offiziere, 26 Unteroffiziere, 99 Mannschaftsdienstgrade) umfassende und damit drittkleinste Streitkraft der Welt ist hauptsächlich als Feuerwehr tätig und darüber hinaus für den Zivilschutz zuständig.

Es existiert außerdem die 116 Mann (3 Offiziere, 15 Unteroffiziere, 98 Carabiniers) starke, paramilitärische Compagnie des Carabiniers du Prince. Als Gendarmerie ist sie ebenfalls dem Militär zugeordnet und stellt den Personenschutz für den Fürsten sowie die Ehrenwache am Palast. Sie nimmt außerdem protokollarische Aufgaben bei besonderen Gelegenheiten und Staatsempfängen wahr. Zur Kompanie gehören die Fanfare de la Compagnie des Carabiniers du Prince (26 Musiker unter dem Kommando eines Maréchal des logis) sowie eine Motorradstaffel und eine Tauchereinheit. Sowohl Militär, als auch Polizei sind dem Innenministerium unterstellt; ihre Tradition reicht zurück bis in das Jahr 1817.

Monacos Regierung versucht unter anderem durch Videoüberwachung für öffentliche Sicherheit und Sauberkeit zu sorgen. Es existieren rund 60 öffentliche Sicherheitskameras in allen Teilen des Fürstentums, die mit der Polizeizentrale verbunden sind; hinzu kommt eine deutlich höhere Anzahl privat installierter Überwachungskameras sowie etwa 500 private Sicherheitsmitarbeiter.[6] Unter anderem deshalb wird dem Fürstentum häufig vorgeworfen, es sei ein Überwachungsstaat. In Monaco herrscht dafür die weltweit niedrigste Kriminalitätsrate.[21][22]

Steuer- und Geldpolitik[Bearbeiten]

In Monaco gibt es seit 1869 keine direkte Steuerpflicht für Privatpersonen. Der große Anteil vermögender Einwanderer hat das Fürstentum zu einem Symbol für Luxus und Reichtum werden lassen. Der Großteil der Einnahmen wird über Unternehmensbesteuerung (u. a. Ertragssteuer), Gebühren (z. B. Stempelsteuer, Registrierungsgebühren, oder Abgaben auf alkoholische Getränke und Versicherungsverträge) und Zölle erwirtschaftet.[23]

Monaco hat weder eine eigene Währung noch eine Zentralbank. Es bestand eine Art Währungsunion mit Frankreich, in der die monegassischen Banken den gleichen Regeln wie die französischen unterworfen waren. Im Dezember 2001 schloss Monaco mit Frankreich ein Abkommen zur Einführung des Euro. Die monegassischen Euromünzen werden vom Kontingent Frankreichs abgeleitet, das die Europäische Zentralbank festlegt.[24]

Monaco gehört gemäß Art. 3 Abs. 2 ZK zum Zollgebiet der Europäischen Gemeinschaft, da ein Zollabkommen mit Frankreich besteht.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaftszweige[Bearbeiten]

Zu Beginn des wirtschaftlichen Aufschwungs stand das Glücksspiel, welches wiederum den Tourismus gesteigert hat. Heute stehen Finanzdienstleistungen im Vordergrund: 39 Banken und Vermögensverwalter sind hier registriert. Sie verwalten ein Vermögen von rund 78 Milliarden Euro. Das Land veröffentlicht Quartalszahlen wie ein Wirtschaftsunternehmen. Die Zahl der Touristen lag im Jahr 2010 bei etwa 265.000.[6]

Staatshaushalt[Bearbeiten]

Der Staatshaushalt umfasste 2005 Ausgaben von umgerechnet 921 Millionen US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 863 Millionen US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 1,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.[25]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in Prozent des Bruttoinlandsprodukts) folgender Bereiche:

Bautätigkeit[Bearbeiten]

Übersicht über die jüngsten Bauprojekte

Monaco wird auch „Manhattan am Mittelmeer“ genannt. Dies verweist auf die stetige Bautätigkeit (Hochhäuser). Bereits in den 1970er Jahren wurde der neue Stadtteil Fontvieille durch Aufschüttung dem Meer abgetrotzt. Ein weiteres Stadtviertel auf künstlichem Grund mit 6 Hektar soll bis 2024 entstehen.[27]

Anfang des Jahrtausends wurde dem Hafen La Condamine ein schwimmender Pier aus Beton von 352 Metern Länge, 28 Metern Breite und einem Gewicht von 160.000 Tonnen einschließlich eines kleineren Gegenstücks auf der anderen Hafenseite vorgelagert, der in Spanien gebaut und dann übers Meer nach Monaco gebracht wurde. Dieser Pier dient hauptsächlich als Wellenbrecher für den Hafen sowie als Anlegesteg, unter anderem für die neue Generation großer Kreuzfahrtschiffe; in seinem Inneren bietet er Stellplätze für 360 PKW sowie 25.000 Kubikmeter Lagerräume.[28]

Auffallend ist eine in Monaco permanent festzustellende und teils zu öffentlichen Beeinträchtigungen führende Bautätigkeit an vielen Stellen des Fürstentums. Dies ist in der sehr geringen Landesfläche von nur knapp zwei Quadratkilometern begründet. Durch diesen Platzmangel ist man sehr darauf bedacht, jeden noch so kleinen Fleck der Landesfläche so effizient wie möglich auszunutzen und zu bebauen. Momentan werden beispielsweise nach der Verlegung der Eisenbahn unter die Erde die freiwerdenden Gleisflächen mit Hochhäusern bebaut.

Der Immobilienmarkt und das Baugewerbe sowie viele Bereiche des öffentlichen Lebens (Fußballclub etc.) werden durch das Imperium der Familie Pastor beherrscht. Die Immobilienpreise gehören zu den höchsten der Welt. So kostete im vierten Quartal 2010 der Quadratmeter durchschnittlich rund 46.200 Euro.[29] Für Penthäuser in Monte Carlo werden Quadratmeterpreise von mehr als 100.000 Euro verlangt.

Postwesen[Bearbeiten]

Das System des französischen Code Postal (Postleitzahl) wird auch in Monaco verwendet, sodass das gesamte Fürstentum Monaco lediglich eine einzige Postleitzahl hat, die 98000.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Verkehrssituation im Fürstentum ist vor allem zu den Hauptverkehrszeiten äußerst angespannt. Während der Hauptsaison und während Großveranstaltungen kommt es auf den Straßen häufig zu Verkehrsstaus. Demgegenüber verfügt Monaco andererseits jedoch über eine große Anzahl öffentlicher Parkhäuser, die fast durchweg unterirdisch in die Felsen gebaut sind.

Im Fürstentum verkehren sechs Buslinien, die von der Compagnie des Autobus de Monaco (CAM) betrieben werden, mit denen praktisch jeder Punkt in Monaco bequem erreicht werden kann. Die Fahrpreise sind mit zwei Euro pro Einzelfahrt [30] (beim Kauf im Bus) moderat und beinhalten auch das Busboot zur Überquerung des Hafens. Die Verwaltung Monacos hat erklärtermaßen das Ziel, durch günstige Fahrpreise für Einheimische mehr Fahrgäste in die öffentlichen Verkehrsmittel zu locken. Für Touristen empfiehlt sich eine Tageskarte, die Carte Touristique Journalière, die für fünf Euro pro Person ab sieben Jahren u. a. bei den Fahrern der Buslinien oder an Automaten zu erstehen ist und die unbegrenzte Nutzung des Busnetzes bis Betriebsschluss des Verkaufstages umfasst.

Der unterirdische Bahnhof Monaco – Monte Carlo liegt an der Bahnstrecke Marseille–Ventimiglia, die am Meer verläuft und Orte der Côte d’Azur verbindet. Der Bahnhof liegt etwas oberhalb des Hafenbeckens von La Condamine, zu dem man durch einen Fußgängertunnel oder über eine im Freien liegende Passage gelangt.

Der nächstgelegene Flughafen ist der Flughafen Nizza, von dem aus Hubschrauberverbindungen zum Héliport de Monaco durchgeführt werden. Die Heli Air Monaco ist die nationale Fluggesellschaft von Monaco.

Zudem verkehren regelmäßig private Buslinien zwischen dem Flughafen Nizza und dem Fürstentum.

Kultur[Bearbeiten]

Oper[Bearbeiten]

Monaco ist ein bemerkenswertes kulturelles Zentrum. Im Jahr 1879 wurde nach dem Projekt des Architekten Charles Garnier (Erbauer der Pariser Oper) das Gebäude des Saals Garnier – die Opéra de Monaco — gebaut.

In diesem Opernhaus sangen in verschiedenen Jahren Enrico Caruso, Fjodor Schaljapin, Plácido Domingo, Luciano Pavarotti. 1905 wurde hier die Oper Amica von Pietro Mascagni uraufgeführt. Im Jahr 1911 war hier von Sergei Djagilew die Ballets Russes Djagilews unter der Protektion des Fürsten von Monacos, Pierre, gegründet worden. Hier tanzten: Anna Pawlowa, Vaslav Nijinsky, Tamara Karsawina, George Balanchine, Sergei Lifar, später auch Rudolf Nurejew und Mikhail Baryshnikov.

Tanzakademie[Bearbeiten]

In Monte Carlo wurde die Akademie des klassischen Tanzes geschaffen. Sie trägt den Namen der verstorbenen früheren US-Schauspielerin und Fürstin Grace.

Kulturpreise[Bearbeiten]

Der Fonds des Fürsten Pierre, den Rainier III. zu Ehren seines Vaters gegründet hat, überreicht jährlich den Großen literarischen Preis, den musikalischen Preis des Fürsten Rainier III. und den internationalen Preis auf dem Gebiet der modernen Kunst.

Ozeanographisches Museum[Bearbeiten]

In der Stadt ist das berühmte Ozeanographische Museum gelegen, dessen Direktor unter anderem der Forscher Jacques-Yves Cousteau war.

Feiertage[Bearbeiten]

Einige wichtige Feiertage (Auszug):[31]

  • 25. Januar: Fest der Heiligen Devota, Schutzpatronin Monacos
  • 19. November: Fête du Prince, der Nationalfeiertag von Monaco am Namenstag von Fürst Rainier III. († 2005)

Sport[Bearbeiten]

1929 fand erstmals der Grand Prix von Monaco statt, seit 1955 gastiert die Formel 1 jährlich im Fürstentum. Außerdem führt die Rallye Monte Carlo in den Stadtstaat.

Der AS Monaco gehört mit sieben Meistertiteln zu den erfolgreichsten Fußballvereinen der französischen Liga. Der monegassische Fußballclub spielt im Stade Louis II im Stadtteil Fontvieille. Das Fürstentum unterhält außerdem eine eigene Fußballnationalmannschaft.

Im Frühling findet jeweils ein Tennisturnier der ATP Masters Series statt. Gespielt wird dabei auf Sand. Das Monte Carlo Masters gehört zu den wichtigsten Turnieren im Herrentennis.

Von 2005 bis einschließlich 2009 fand im Fürstentum jährlich im September der Ironman 70.3 Monaco, ein Triathlon über die halbe Ironman-Distanz (1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21,1 km Laufen) statt.

Seit 1995 findet im November der Marathon de Monaco et des Riviera statt.

Die EPT Monte Carlo, die seit 2005 im Monte Carlo Bay Hotel ausgetragen wird, ist das bedeutendste jährliche Pokerturnier Europas.

Seit 2003 ist Monaco Ziel der Red Bull X-Alps.

Monegassische Küche[Bearbeiten]

Die monegassische Küche ist eine mediterrane Küche. Neben Fisch- und Fleischgerichten ist aber auch die italienische Küche weit verbreitet. Monegassische Gerichte werden meist mit Oliven, Tomaten und Zwiebeln zubereitet.

Eine typische Vorspeise ist Barbajuan. Hierbei handelt es sich um eine spezielle Art frittierter kleiner Ravioli. Es gibt lokal unterschiedliche Rezepte für die Füllung, das monegassische Original kommt jedoch im Gegensatz zu den Barbajuan aus z. B. Menton immer ohne Reis aus.

Zu Weihnachten gibt es sehr häufig ein Weihnachtsbrot (Pain de Noël), auf welchem Walnüsse in Form eines Kreuzes um einen Olivenzweig angeordnet sind.

Medien[Bearbeiten]

Medienpolitik[Bearbeiten]

Wegen der geringen Einwohnerzahl Monacos gibt es keine vielfältige Medienlandschaft. Die Pressefreiheit im Fürstentum Monaco ist vorhanden. Jedoch ist eine kritische Berichterstattung über die fürstliche Familie nicht erwünscht und findet in der lokalen Presse nur begrenzt statt. Gewerbliche Film- und Fotoaufnahmen bedürfen der vorherigen Genehmigung durch das Innenministerium.[32]

Rundfunk[Bearbeiten]

RMC (Radio Monte Carlo) und TMC Monte Carlo senden rund um die Uhr. Die Anstalten sind von der Regierung unabhängig. Des Weiteren betreibt Monaco einen Staatskanal, welcher wichtige Ereignisse überträgt und Meldungen der Behörden in Verkehr bringt. Monaco Info sendet seit 1995 mehrere Stunden wöchentlich.

Zeitungen[Bearbeiten]

Für die deutschsprachige Minderheit erscheint einmal im Monat die Monaco Zeitung. Wichtige ausländische Zeitungen sind erhältlich.

Tourismus[Bearbeiten]

Fern-/Weitwanderwege[Bearbeiten]

Monaco zählt zu den Alpenstaaten, hat die Alpenkonvention unterzeichnet und hat auch einen eigenen Alpenverein, den Club Alpin Monégasque (CAM).

Der neu geschaffene Fernwanderweg Via Alpina, auf dem man alle acht Alpenstaaten von Monaco bis Triest durchwandern kann, wurde am 21. Juni 2002 mit einer Wanderung von der Place du Palais nach La Turbie eröffnet.

Internationales Zirkusfestival von Monte Carlo[Bearbeiten]

Anfang jeden Jahres findet das Internationale Zirkusfestival von Monte Carlo statt. Unter der Schirmherrschaft des Fürsten Albert streiten die besten Zirkusartisten der Welt um den „Oscar der Zirkuswelt“ den Goldenen Clown. In diesen Tagen verwandelt sich Monaco in einen riesigen Zirkus mit Clowns, Artisten und vielen verschiedenen Tieren, die nicht nur im großen Zirkuszelt auftreten, sondern auch die Straßen und Plätze des Fürstentums mit Leben füllen. Ein interessanter Kontrast zum sonst eher elitären Leben in Monaco.

Touristenziele[Bearbeiten]

Der Place du Casino (von den Einheimischen liebevoll Camembert genannt) stellt in mehrfacher Hinsicht eines der touristischen Zentren Monacos dar. Erstens wegen seiner sehr zentralen Lage mitten im Fürstentum. Zweitens befinden sich dort das bekannte Hôtel de Paris sowie das berühmte Casino von Monte-Carlo und direkt daneben die prunkvolle Oper, wobei alle genannten Einrichtungen durch ihre historische Architektur beeindrucken. Drittens ist der Casino-Platz mit seinem Rondell die erste Anlaufstelle für Touristen, die auf Kreuzfahrt das Fürstentum besuchen, da die Schiffe direkt unterhalb des Casinos anlegen. In den Sommermonaten ist der Place du Casino speziell an Freitag- und Samstagabenden ein Treffpunkt für Monaco-Touristen aus aller Welt.

Als zweiter zentraler Touristenmagnet in Monaco gilt die Altstadt, Monaco-Ville. Sie ist auf dem sogenannten Fürstenfelsen gelegen, wo sich auch der Fürstenpalast, die politische und private Residenz der Fürstenfamilie, befindet. Die Altstadt Monacos ist, wie für das Fürstentum typisch, sehr eng bebaut; in den engen Gassen der Altstadt befinden sich zahlreiche Gaststätten und Souvenirläden. Speziell in der Hochsaison ist die Altstadt sehr stark von Monaco-Touristen bevölkert und mitunter schon als von Touristen überlaufen zu bezeichnen.

Der exotische Freiluft-Garten Monacos – Jardin Exotique – bietet Pflanzenkundlern eine sehr große Anzahl der verschiedensten Pflanzen- und Baumarten zur Besichtigung. Der Exotische Garten zeichnet sich zudem durch seine Lage aus. Er befindet sich an der Staatsgrenze zu Frankreich in Richtung Nizza in großer Höhe, von wo sich ein spektakulärer Panoramablick über das Fürstentum bietet.

Das Ozeanographische Museum befindet sich auf dem Felsen von Monaco in Monaco-Ville und bietet Besuchern eine Fülle von meereskundlichen Exponaten, darunter auch seltene lebende Meerestiere in Aquarien. Es beherbergt etwa 4000 Fischarten sowie Arten von 200 Familien Wirbelloser. Die prunkvolle Architektur des Museums weist auf seine Gründung 1910 durch Albert I hin. Der Gründer betätigte sich selbst als Ozeanologe, Walforscher und Teuthologe. Er war an dem damals als sensationell empfundenen Fund eines Lepidoteuthis grimaldii (ein geschuppter Tiefseetintenfisch) beteiligt, welcher nach seiner Familie Grimaldi benannt wurde. Das rasch danach erbaute Museum sollte auch diesen Fund gebührend präsentieren. Die Lage direkt 85 Meter oberhalb des Meeres auf einer Felsenklippe ist ebenfalls eindrucksvoll.[33]

Die Yachthäfen von Monaco sind regelmäßig beliebte Touristenziele, wo besonders spektakuläre und große Privatjachten von vermögenden Eignern vor Anker liegen. Der größte Hafen befindet sich in La Condamine, entlang jener öffentlicher Straßen, die auch für den alljährlichen Formel-1-Grand Prix genutzt werden. Weitere Yachthäfen finden sich direkt unterhalb des Fürstenfelsens in Fontvieille und auf der gegenüberliegenden Seite von Fontvieille in Richtung Cap d’Ail.

In Larvotto befindet sich der öffentliche Strand Monacos, der naheliegenderweise gerade in den warmen Sommermonaten ein sehr beliebtes Ausflugsziel für Einheimische und Touristen ist. Der Sand dort ist indessen grobkörnig und nicht mit feinen, weißen Sandstränden an anderen Mittelmeerorten zu vergleichen, und im Wasser stellen mitunter Quallen eine Störung des Badebetriebs dar. Ein weiterer vergleichsweise großer und im Sommer recht bevölkerter öffentlicher Badestrand befindet sich unmittelbar hinter Fontvieille, zu Cap d’Ail hin und auf französischem Staatsgebiet gelegen.

Als Kontrast zu den zahllosen Betonbauten in Monaco wurden mehrere öffentliche Gärten mit teils exotischen Pflanzen, Palmen sowie einheimischen und importierten Vogelarten angelegt. Erwähnenswert sind hier der Japanische Garten, der sich westlich des Grimaldi Forums an der Avenue Princesse Grace befindet und durch große Pflanzenpracht, filigrane japanische Hütten- und Brückenbauten und Teiche mit seltenen Koi-Karpfen gefällt; sowie die Gärten in Fontvieille und im Bereich zwischen Musée Océanographique und Fürstenpalast.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Monaco – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Monaco

Literatur[Bearbeiten]

  • Veszelits, Thomas: Die Monaco AG. Wie die Grimaldis ihr Fürstentum vergolden. Frankfurt a. Main 2006, ISBN 3-593-37956-2
  • Bettina Grosse de Cosnac: Der Clan von Monaco – Geschichte und Gegenwart der Grimaldis. Europa-Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3-203-77520-4
  • Ralf Nestmeyer: Côte d’Azur. Reisehandbuch, Michael-Müller-Verlag, Erlangen 2007. ISBN 3-89953-366-6
  • Ralf Nestmeyer: Provence und Côte d’Azur. Literarische Reisebilder aus dem Midi. Klett-Cotta-Verlag, Stuttgart 2005. ISBN 3-608-93654-8
  • Jens Rosteck: Gebrauchsanweisung für Nizza und die Côte d’Azur. Piper, München 2007. 3. Auflage, München 2013. ISBN 978-3-492-27554-5

Carl Vogt: Witzig-bösartige Beurteilung des schweizer-deutschen Professors aus dem Jahr 1851 in seinen Untersuchungen über Thierstaaten

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Monaco – Quellen und Volltexte
 Wiktionary: Monaco – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikivoyage: Monaco – Reiseführer
 Commons: Monaco – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c monaco en chiffres – Principauté de Monaco (Monaco in Zahlen – Fürstentum Monaco) (PDF; 6,8 MB). Fürstentum Monaco. Abgerufen am 24. November 2013.
  2. Google Public Data – Monaco. Abgerufen am 24. Juni 2014.
  3. Monaco en Chiffres 2013 – Economie (PDF; 942 kB). Fürstentum Monaco. Abgerufen am 3. Juni 2014.
  4. Angegeben ist die in Deutschland übliche Aussprache. Schweizerhochdeutsche Aussprache: [’monako], französische Aussprache: [monako], monegassische/italienische Aussprache: [ˈmɔːnako]
  5. Dietmar Urmes: Handbuch der geographischen Namen. ISBN 3-937715-70-3.
  6. a b c d e Holger Alich und Timo Andresen: Die Monaco AG; Handelsblatt-online, 30. Juni 2011, abgerufen am 30. Juni 2011
  7. a b Monaco Statistiques Pocket 2012 (PDF; 3,4 MB). Fürstentum Monaco. Abgerufen am 10. Januar 2013.
  8. [1]
  9. So spricht Philippe Narmino, Justizminister von Monaco, in der Eigenschaft als Standesbeamter bei dessen ziviler Trauung 2011, seinen Fürsten an. Ein Video davon ist bei YouTube zu sehen: Prince Albert marries Charlene Wittstock in civil ceremony (abgerufen am 5. Juli 2011).
  10. Maire de Monaco – Georges Marsan. Mairie de Monaco. Abgerufen am 1. Juni 2014.
  11. Monaco – Beziehungen zu Deutschland (Juni 2013). Auswärtiges Amt.
  12. Member list of the global forum for transparency and information exchange for tax purposes (Juni 2013)
  13. Internetseite des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland (Juni 2013)
  14. Internetseite der OECD (Juni 2013)
  15. La Constitution de la Principauté (Die Verfassung des Fürstentums). Fürstentum Monaco. Abgerufen am 24. November 2013.
  16. La Constitution (französisch)
  17. Erklärung der monegassischen Regierung (Oktober 2007)
  18. Ermittlungen im Fall Pastor – Mord mit Aussicht. Süddeutsche Zeitung vom 24. Juni 2014. Abgerufen am 24. Juni 2014.
  19. Monaco Government Erklärung der monegassischen Regierung (Mai 2007)
  20. polis.osce.org (Mai 2007)
  21. unodc.org (Dezember 2012; MS Excel; 149 kB)
  22. daniel-kruell.de (Dezember 2012)
  23. Ausführliche Erläuterung des monegassischen Steuersystems auf der offiziellen Webseite: [2]
  24. Zusammenfassung der EU-Gesetzgebung: Vereinbarungen im Zusammenhang mit Währungsfragen (Monaco, San Marino und Vatikanstadt, Andorra). Abgerufen am 25. Januar 2012.
  25. a b c The World Factbook
  26. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4
  27. Spiegel online: Bauprojekt im Fürstentum: Monaco will Land gewinnen. Abgerufen am 7. Mai 2013.
  28. La Digue semi-flottante auf den offiziellen Seiten der Regierung Monacos
  29. Das sind die teuersten Immobilienstädte der Welt. Welt Online. 6. April 2011. Abgerufen am 3. Juni 2014.
  30. Tarifs. Abgerufen am 28. August 2014.
  31. Eine vollständige Liste befindet sich unter: [3].
  32. Procédure d’autorisation de tournage – (frz.; genauere Erläuterungen unter „Formulaires“)
  33. http://www.visitmonaco.com/index.cfm?fuseaction=Page.viewPage&pageID=182

43.7333333333337.4166666666667Koordinaten: 44° N, 7° O