Fürstlich Drehna

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51.7613.80555555555678Koordinaten: 51° 45′ 36″ N, 13° 48′ 20″ O

Fürstlich Drehna
Stadt Luckau
Höhe: 78 m
Eingemeindung: 31. Dezember 1999
Postleitzahl: 15926
Vorwahl: 035324
Schloss Fürstlich Drehna, Ostseite
Schloss Fürstlich Drehna um 1860, Sammlung Alexander Duncker
Pavillon im Schlosspark
Kirche

Fürstlich Drehna (1950–1990 Drehna) ist ein Ortsteil der Stadt Luckau im Landkreis Dahme-Spreewald, Brandenburg. Bedeutendstes Bauwerk ist das Wasserschloss Fürstlich Drehna, das sich in der Nähe einer alten slawischen Burganlage im Naturpark Niederlausitzer Landrücken befindet.

Der Ort befindet sich südlich von Berlin in der Nähe der Autobahnanschlussstelle Calau an der Bundesautobahn 13 (Berlin - Dresden). Die Stadt Luckau ist 21 Kilometer und die B 96 12 Kilometer entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

1521 wurde der Ort Drehna von der Familie von Minckwitz übernommen. Diese ließ den Wassergraben um das Schloss anlegen und die Wehrtürme errichten. 1697 wurde das Gelände durch die Familie von Promnitz erworben. Diese ließ die Schlossanlage weiter ausbauen.

Der 1807 in den Fürstenstand erhobene Graf Moritz von Lynar benannte den Ort und das Schloss in 'Fürstlich Drehna' um.

1877 wurde die Bremer Reedereifamilie Wätjen Schlossherren. Die Familie ließ im Schlosspark ein Familiengrab anlegen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss enteignet und zu DDR-Zeiten als Jugendwerkhof genutzt.

Heute gehören Schloss und der etwa 50 ha große Landschaftspark der Brandenburgische Schlösser GmbH.

Im Ort befinden sich unter anderem der historische Gasthof „Zum Hirsch“, mit historischem Bühnensaal in Form eines Schiffrumpfes, und die Schlossbrauerei Fürstlich Drehna, Brauerei seit 1745.[1]

Fürstlich Drehna wurde am 1. Juli 1950 in Drehna umbenannt. Die Rückbenennung in Fürstlich Drehna erfolgte am 1. Januar 1991.[2]

Der Schriftsteller Andreas H. Apelt hat mit zwei Romanen, Schneewalzer (1997) und Schwarzer Herbst (2011), die sich der Zeitgeschichte widmen, Fürstlich Drehna und seinen Bewohnern ein Denkmal gesetzt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Wasserschloss (14.–16. Jahrhundert): Schlossanlage mittelalterlichen Ursprungs, weiterer Ausbau zur geschlossenen Vierflügelanlage in der Renaissancezeit. Von 2006 bis 2007 wurde es saniert und für eine Nutzung als Hotel umgebaut.
  • Schlosspark: großer, durch Peter Joseph Lenné geschaffener Landschaftspark, in dem am Teichufer ein ehemals vom Wertheim-Landsitz in Calauer Ortsteil Saßleben aus Schloss Saßleben stammender gusseiserner Pavillon steht.
  • Evangelische Dorfkirche mit historischen Grabsteinen der Familie von Minckwitz.
  • Verkleinerter und von der ehemaligen Stelle verschobenener Grundriss der "Wüste Kirche", sie wurde am 1. Oktober 1979 für den Braunkohletagebau gesprengt.
  • Naturschutzverwaltung des Naturpark Niederlausitzer Landrückens mit Ausstellung
  • Drehnaer See, für zukünftigen Naherholungstourismus präpariertes Tagebaurestloch
  • nachgebaute Bockwindmühle

Sport[Bearbeiten]

1951 fand ein Motorradrennen im Park von Drehna statt. Ab 1954 gab es die Motocrossrennen „Rund um den Mühlberg“.[3]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Ernst Wolff (* 1936), vielfacher DDR-Meister im Motorradrennsport
  • Torsten Wolff (* 1963), Sohn von Ernst Wolff, erfolgreicher Motorradrennfahrer
  • Toni Wolff (* 1986), Sohn von Torsten Wolff, erfolgreicher Motorradrennfahrer

Literatur[Bearbeiten]

  • Barbara Eggers: Fürstlich Drehna. Schlösser und Gärten der Mark. Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark, Berlin 1994, ISBN 3-87584-511-0.
  • Autorenkollektiv des Kultur- und Heimatvereins Fürstlich Drehna: Der Schlosspark - FÜRSTLICH DREHNA: Seine Urheber, Förderer, Bewahrer, Wiederbeleber. Regia, Cottbus 2011, ISBN 978-3-86929-061-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fürstlich Drehna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.schlossbrauerei-fuerstlich-drehna.de/
  2. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  3. Lutz Hartmann in: Illustrierter Motorsport (Berlin), Heft 12/1979, S. 275.