Fürstpropst

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Ein Fürstpropst war der Propst eines Kollegiatstifts, der zum Reichsfürsten des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation nobilitiert bzw. „gefürstet“ wurde und eine Virilstimme auf der geistlichen Bank im Reichsfürstenrat innehatte. Er übte in Personalunion mit seiner geistlichen Macht auch weltliche Herrschaft über ein Territorium aus, dem er als Landesherr vorstand. Ab Mitte des 15. Jahrhunderts erfuhren diese Nobilitierung lediglich die Pröpste dreier Kollegiatstifte.

Das Amt eines Fürstpropstes beinhaltete eine gut dotierte Pfründe, weshalb bei einer anstehenden Wahl oft mehrere Bewerber antraten. Demgegenüber war die politische Außenwirkung der Fürstpropsteien trotz der Virilstimme vermutlich eher geringer - nicht selten (für die Fürstpropste von Weißenburg durchgängig) war es für seine Träger, die gleichzeitig mehrere geistliche Ämter u.a. als Fürstbischof ausübten und sich dann oftmals auch nicht in den Residenzen der Fürstpropsteien selbst aufhielten, lediglich als zusätzlicher Einfluss- und Machtzuwachs von Bedeutung.

Funktion, Amtswürde und Titel eines Fürstpropstes wurden analog zu den Fürstpropsteien spätestens mit Auflösung des Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation nach Inkrafttreten des Reichsdeputationshauptschlusses am 27. April 1803 aufgehoben bzw. für nichtig erklärt.

Fürstpropsteien und Fürstpröpste im Heiligen Römischen Reich[Bearbeiten]