Fürth (Odenwald)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Fürth
Fürth (Odenwald)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Fürth hervorgehoben
49.6502083333338.7802777777778193Koordinaten: 49° 39′ N, 8° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Kreis: Bergstraße
Höhe: 193 m ü. NHN
Fläche: 38,41 km²
Einwohner: 10.406 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 271 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 64658,
64385 (Gumpener Kreuz)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 06253
Kfz-Kennzeichen: HP
Gemeindeschlüssel: 06 4 31 007
Gemeindegliederung: 11 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 19
64658 Fürth
Webpräsenz: www.gemeinde-fuerth.de
Bürgermeister: Volker Oehlenschläger (CDU)
Lage der Gemeinde Fürth im Kreis Bergstraße
Groß-Rohrheim Zwingenberg (Bergstraße) Biblis Viernheim Lampertheim Bürstadt Einhausen (Hessen) Lorsch Bensheim Lautertal (Odenwald) Lindenfels Heppenheim (Bergstraße) Heppenheim (Bergstraße) Fürth (Odenwald) Grasellenbach Rimbach (Odenwald) Mörlenbach Wald-Michelbach Birkenau (Odenwald) Abtsteinach Gorxheimertal Hirschhorn (Neckar) Neckarsteinach Michelbuch (gemeindefreies Gebiet) Rheinland-Pfalz Baden-Württemberg Kreis Groß-Gerau Landkreis Darmstadt-Dieburg OdenwaldkreisKarte
Über dieses Bild
Fürth im Odenwald
Fachwerkhäuser prägen das Bild des Ortes.

Fürth ist eine Gemeinde im Kreis Bergstraße in Hessen. Sie ist staatlich anerkannter Erholungsort und Sitz eines Amtsgerichts.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Fürth liegt im Vorderen Odenwald im Oberen Weschnitztal. Die Kerngemeinde und einige weitere Ortsteile liegen direkt an der Weschnitz, die südwestlich nach Weinheim fließt und bei Biblis in den Rhein mündet. Andere Ortsteile liegen oberhalb des Talgrundes und in Seitentälern. Die Landschaft ist Teil des Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald. Der Ortsname rührt wohl von einer einstigen Furt durch die Weschnitz her. Höchste Erhebung ist der 536 Meter hohe Wagenberg an der südöstlichen Gemeindegrenze, der nördliche Endpunkt des Höhenzuges, der sich nach Süden bis hinter die Tromm hinzieht und das Weschnitztal von der Region Überwald trennt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Fürth grenzt im Norden an die Stadt Lindenfels und im Nordosten an die Gemeinde Reichelsheim. Im Osten gibt es eine kurze gemeinsame Grenze mit Mossautal-Hiltersklingen. Im Südosten grenzt die Gemeinde Grasellenbach und im Süden und Südwesten die Gemeinde Rimbach an. Im Nordwesten gibt es eine kurze gemeinsame Grenze mit dem Heppenheimer Stadtteil Mittershausen-Scheuerberg und mit der Waldgemarkung der Heppenheimer Kernstadt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Neben der Kerngemeinde Fürth gibt es elf weitere Ortsteile: Brombach, Ellenbach, Erlenbach, Fahrenbach, Kröckelbach, Krumbach, Linnenbach, Lörzenbach, Seidenbach, Steinbach und Weschnitz.

Klima[Bearbeiten]

In Fürth im Odenwald herrscht ein deutlich kühleres Klima als an der benachbarten Bergstraße. In den Wintermonaten macht sich dies oft durch eine im Vergleich zur Bergstraße höheren Schneemenge bemerkbar. Andererseits ist die Gemeinde durch ihre geschützte Lage auch wetterbegünstigt und bleibt oft von Unwettern verschont.

Geschichte[Bearbeiten]

Überblick[Bearbeiten]

Fürth entstand im Gebiet der ehemaligen „Mark Heppenheim“ die einen Verwaltungsbezirk des Frankenreichs bezeichnete. Am 20. Januar 773 schenkte Karl der Große die Stadt Heppenheim nebst dem zugehörigen Bezirk, der ausgedehnten „Mark Heppenheim“, dem Reichskloster Lorsch. Von hier wurde die Urbarmachung und Besiedlung des Gebietes betrieben. Der Blütezeit des Klosters Lorsch, in dessen Gebiet Fürth lag, folgte im 11. und 12. Jahrhundert sein Niedergang. 1232 wurde Lorsch dem Erzbistum Mainz unterstellt. 1461 verpfändet dann Kurmainz diese Besitzungen an die Kurpfalz. Diese wechselte 1556 zum protestantischen Glauben und hob 1564 das Kloster auf.

Fürth war vom Mittelalter bis zur Neuzeit kirchlicher und grundherrschaftliche Verwaltungsstelle sowie Gerichtsort. Der Ort war das Verwaltungszentrum der sogenannten „Oberen Abtei“ des Klosters Lorsch im Odenwald. Die Zeit als Gerichts- und Marktort begann 1356 mit der Erlaubnis Kaiser Karls IV. den Ort zu befestigen, einen Galgen zu errichten und einen Wochenmarkt abzuhalten. Danach hatte hier sowohl die Niedere- als auch die Blutgerichtsbarkeit der „Zent Fürth“ ihren Sitz. Mit der Verpfändung der kurmainzer Besitzungen an der Bergstraße und im Odenwald 1461 begann die Zeit der kurpfälzischen Herrschaft, die durch den Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) beendet wurde, als spanische Truppen die Region eroberten und die kurmainzer Herrschaft wieder herstellten. Dadurch wurde die durch die Pfalzgrafen eingeführte Reformation weitgehend wieder rückgängig gemacht und die Bevölkerung musste wieder zum katholischen Glauben zurückkehren.

Fürth war nun der Sitz einer kurzmainzer Amtsvogtei die ab 1782 dem Oberamt Starkenburg unterstand. Die kurmainzer Zeit endete 1803 als mit den Napoleonischen Kriegen das Heilige Römische Reich (Deutscher Nation) unterging und mit der Auflösung von Kurmainz Fürth zu Hessen kam.

In Hessen gehörte Fürth durch eine Reihe von Verwaltungsreformen zum Landratsbezirk Lindenfels, sowie den Kreisen Lindenfels und Heppenheim, bis es 1938 zum heutigen Kreis Bergstraße kam.

Im Jahre 1895 wurde die Weschnitztalbahn eröffnet, die Fürth mit Weinheim verband. Die Verkehrsanbindung nach Weinheim, Heidelberg, Darmstadt oder Frankfurt wurde durch die Inbetriebnahme dieser Bahnstrecke verbessert. So konnte sich vielfältiger Handwerksberufe entwickeln, die das Gesicht der Gemeinde nachhaltig prägten.

Mit der Gebietsreform in Hessen wurden in den Jahren 1970 und 1971 die umliegenden Dörfer eingemeindet und Fürth wuchs zu seiner heutigen Größe.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurden die folgenden bis dahin selbständigen Gemeinden nach Fürth eingegliedert:

Für das Gebiet der ehemaligen Gemeinden, mit Ausnahme der Kerngemeinde Fürth, wurden per Hauptsatzung elf Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher errichtet. Die Grenzen von sechs Ortsbezirken folgen den seitherigen Gemarkungsgrenzen. Die Abweichungen von den Gemarkungsgrenzen bei den anderen fünf Ortsbezirken sind in der Hauptsatzung beschrieben.[5]

Vom Mittelalter bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Fürth erfolgte 795 und steht im Zusammenhang mit der Schenkung der „Mark Heppenheim“ durch Karl den Großen an das Reichskloster Lorsch. Damit wurde das Kloster aufgewertete und so dem Zugriff der Diözesen Mainz und Worms entzog. Die „Mark Heppenheim“ umschloss den größten Teil des heutigen Kreises Bergstraße und große Teile des Odenwaldkreises. In der Grenzbeschreibung von 773 wird Fürth nicht erwähnt, wohl aber der Welinehouc (Wahlenhügel, der heutige Kahlberg (520,6 m ü. NN)) zwischen dem heutigen Ortsteil Weschnitz und der Wegscheide. Ferner ist von Arezgreften, also Erzgruben, am Erzberg bei Weschnitz die Rede (siehe auch: Liste von Bergwerken im Odenwald). Im Zusammenhang mit dieser Schenkung entwickelten sich Grenzstreitigkeiten zwischen dem Kloster Lorsch und der Diözese Worms, die 795 zur Einberufung eines Schiedsgerichtes auf dem Kahlberg bei Weschnitz führten, einer alten Versammlungs- und Gerichtsstätte unweit der heutigen Walburgiskapelle. Als Ergebnis dieses Schiedsgerichtes wurde eine neue Grenzbeschreibung festgelegt, die nun auch die wichtigsten Orte innerhalb der Grenzen der Mark Heppenheim benannte, nämlich Furte (Fürth), Rintbach (Rimbach), Morlenbach (Mörlenbach), Birkenowa (Birkenau), Winenheim (Weinheim), Heppenheim, Besinsheim (Bensheim), Urbach (Auerbach), Lauresham (Lorsch) und Bisestat (Bürstadt).[6]

Die nächste Erwähnung erfolgte 1023, als Kaiser Heinrich II. dem Michaeliskloster auf dem Abrahamsberg die Übertragung von Lorscher Höfen unter anderem in Fürth bestätigt.[7] Eine „Beschreibung der Huben und Erträge des Hofes Fürth“ (curiam Furde) aus dem Jahre 1023 zeigt die Entwicklung, die mit dieser Schenkung und der darauffolgenden Rodung und Urbarmachung durch Lorscher Mönche einherging: Von Fürth wird als „principalis curia“, also dem „ersten Hof“ oder Fürstenhof gesprochen. Demnach war Fürth das wichtigste Verwaltungs- und fiskalische Zentrum Lorschs im Odenwald. Es folgt eine genaue Aufstellung der Erträge der Ländereien in den verschiedenen Orten. Außer Fürth selbst sind in diesem Zusammenhang erwähnt: Kolmbach, Nieder-Brombach, Fahrenbach, Krumbach, Ober-Brombach, Weschnitz, Alt(en)lechtern und Kröckelbach (absteigend nach Anzahl der Huben sortiert) als zinspflichtige Güter, ferner Steinbach als heuzehntpfichtiges Gut und Erlenbach als weidelandzehntpflichtiges Gut. In Fürth selbst, Weschnitz und Fahrenbach wird eine Mühle erwähnt. Ferner ist aufgrund der anfallenden Erträge auf ein Vorhandensein der entsprechenden Handwerke zu schließen.

Um das Jahr 1100 wurden im Lorscher Codex, 64 Huben erwähnt, die zur vilication Fürth gehören, davon lagen 11 im Dorf Fürth. Aus dem Jahr 1308 ist dann ein Vergleich zwischen Erzbischof Peter von Mainz und die Pfalzgrafen Rudolf I. und Ludwig überliefert, in dem Güter und Leute in der oberen Abtei Fürth, die zum Kloster Lorsch gehören, den Pfalzgrafen als mainzisches Lehen zustehen sollen, was 1344 durch ein Schiedsgericht bestätigt wird. 1347 verpfändet dann Erzbischof Gerlach von Mainz Fürth mit allen zur oberen Abtei gehörigen Dörfern dem Pfalzgrafen Ruprecht I..[7]

Stadt und Gerichtsort wird Fürth 1356, als Kaiser Karl IV. dem Erzbischof von Mainz erlaubt aus dem Dorf Fürth eine Stadt zu machen, sie zu befestigen, sowie Stock und Galgen aufzurichten und an jedem Dienstag einen Markt nach den in Frankfurt üblichen Rechten abzuhalten. Damit hat das Zentgericht sowohl die Niedere- als auch die Hohe-Gerichtsbarkeit inne. Das Bezirk des Zentgerichts umfasste die Orte Fürth, Krumbach, Brombach, Weschnitz, Kröckelbach, Alt-Lechtern, Steinbach, Fahrenbach, Lörzenbach, Kolmbach und Hintersklingen dessen Oberhof war bis 1782 das Zentgericht in Heppenheim.[7]

1461 verpfändet Kurmainz seine Besitzungen an der Bergstraße und im Odenwald an die Kurpfalz. In den Anfängen der Reformation sympathisierten die pfälzischen Herrscher offen mit dem lutherischen Glauben, aber erst unter Ottheinrich (Kurfürst von 1556 bis 1559) erfolgte der offizielle Übergang zur lutherischen Lehre. Danach wechselten seine Nachfolger und gezwungenermaßen auch die Bevölkerung mehrfach zwischen der lutherischen, reformierten und calvinistischen Religion.

Im Laufe des Dreißigjährigen Kriegs kam der Ort wieder unter Kurmainzische Herrschaft. Im Westfälischen Frieden von 1648 wurde die Rückgabe der verpfändeten Gebiete an Kurmainz festgeschrieben. Der Ort wurde ein katholischen Pfarrort des Bensheimer Landkapitels.[7]

Im Rahmen einer 1782 durchgeführten Verwaltungsreform in Kurmainz, wird die „Zent Fürth“ mit ihrer Amtsvogtei dem Oberamt Starkenburg unterstellt, das zum „Untereren Erzstift“ des „Kurfürstentums Mainz“ gehörte.

Das ausgehende 18. und beginnende 19. Jahrhundert brachte Europa weitreichende Änderungen. Als Folge der Napoleonischen Kriege wurde bereits 1797 das „Linke Rheinufer“ und damit der linksrheinische Teil von Kurmainz durch Frankreich annektiert. In der letzten Sitzung des Immerwährenden Reichstags in Regensburg wurde im Februar 1803 der Reichsdeputationshauptschluss verabschiedet, der die Bestimmungen des Friedens von Luneville umsetzte, und die territorialen Verhältnisse im Heilige Römische Reich (Deutscher Nation) neu regelte. Durch diese Neuordnung wurde Kurmainz aufgelöst, das Oberamt Starkenburg und mit ihm Fürth kam zur Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, die es dem „Fürstentum Starkenburg“ zugeordnete. Das „Amt Fürth“ wurde als hessische Amtsvogtei weitergeführt, das Oberamt aber 1805 aufgelöst. Unter Druck Napoléons wurde 1806 der Rheinbund gegründet, dies geschah mit dem gleichzeitigen Reichsaustritt der Mitgliedsterritorien. Dies führte am 6. August 1806 zur Niederlegung der Reichskrone, womit das alte Reich aufhörte zu bestehen. Am 14. August 1806 wurde die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, gegen Stellung hoher Militärkontingente an Frankreich und den Beitritt zum Rheinbund, von Napoleon zum Großherzogtum erhoben, andernfalls drohte er mit Invasion.

Verwaltung in Hessen[Bearbeiten]

Als das Oberamt Starkenburg 1803 zu Hessen kam, wurden die einzelnen Unterämter, so auch Fürth, vorerst als hessische Amtsvogtei weitergeführt. Nach der endgültigen Niederlage Napoléons regelte der Wiener Kongress 1814/15 auch die territorialen Verhältnisse für Hessen, daraufhin wurden 1816 im Großherzogtum Provinzen gebildet. Dabei wurde das vorher als „Fürstentum Starkenburg“ bezeichnete Gebiet, das aus den südlich des Mains gelegenen alten Hessischen und den ab 1803 hinzugekommenen rechtsrheinischen Territorien bestand, in „Provinz Starkenburg“ umbenannt. 1821 wurden im Rahmen einer umfassenden Verwaltungsreform die Amtsvogteien in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen des Großherzogtum aufgelöst und Landratsbezirke eingeführt, wobei Fürth zum Landratsbezirk Lindenfels kam. Im Rahmen dieser Reform wurden auch Landgerichte geschaffen, die jetzt unabhängig von der Verwaltung waren. Die Landgerichtsbezirke entsprachen in ihrem Umfang den Landratsbezirken und für den Landratsbezirk Lindenfels war das Landgericht Fürth als Gericht erster Instanz zuständig. Diese Reform ordnete auch die administrative Verwaltung auf Gemeindeebene. So war die Bürgermeisterei in Fürth auch für Altlechtern (heute ein Hof in der Gemarkung Fürth), Fahrenbach, Lörzenbach und Steinbach zuständig, wobei seit 1820 die Bürgermeister durch die Gemeinde gewählt wurden und es keine Einsetzungen von Schultheißen mehr gab.

1832 wurden die Verwaltungseinheiten weiter vergrößert und es wurden Kreise geschaffen. Nach der am 20. August 1832 bekanntgegebenen Neugliederung sollte es in Süd-Starkenburg künftig nur noch die Kreise Bensheim und Lindenfels geben; der Landratsbezirk von Heppenheim sollte in den Kreis Bensheim fallen. Noch vor dem Inkrafttreten der Verordnung zum 15. Oktober 1832 wurde diese aber dahingehend revidiert, dass statt des Kreises Lindenfels neben dem Kreis Bensheim der Kreis Heppenheim als zweiter Kreis gebildet wurde, zu dem jetzt Fürth gehörte. 1842 wurde das Steuersystem im Großherzogtum reformiert und der Zehnte und die Grundrenten (Einnahmen aus Grundbesitz) wurden durch ein Steuersystem ersetzt, wie es in den Grundzügen heute noch existiert.

Infolge der Märzrevolution 1848 wurden in den Provinzen, die Kreise und die Landratsbezirke des Großherzogtums am 31. Juli 1848 abgeschafft und durch „Regierungsbezirke“ ersetzt, wobei die bisherigen Kreise Bensheim und Heppenheim zum Regierungsbezirk Heppenheim vereinigt wurden. Bereits vier Jahre später, im Laufe der Reaktionsära, kehrte man aber zur Einteilung in Kreise zurück und Fürth wurde Teil des neu geschaffenen Kreises Lindenfels.

Die im Dezember 1852 aufgenommenen Bevölkerungs- und Katasterlisten ergaben für Fürth[8]: Ein katholisches Pfarrdorf mit 1497 Einwohnern, vier Mühle, drei Ziegeleien, den Höfen Altlechtern, Kröckelbach und dem Weiler Loh. Die Gemarkung bestand aus 3438 Morgen, davon waren 2042 Morgen Ackerland, 407 Morgen Wiesen und 988 Morgen Wald. Daneben gab es noch den Fürther Centwald, der aus 38 Morgen Wiesen und 1065 Morgen Wald bestand. In Fürth war der Sitz eines Landgerichts, eines Steuercommissariats, einer Districtseinnehmerei und eines Forstamts.

In den Statistiken des Großherzogtums Hessen werden, bezogen auf Dezember 1867, für den Marktflecken Fürth mit eigener Bürgermeisterei, 175 Häuser, 1439 Einwohnern, der Kreis Lindenfels, das Landgericht Fürth, die lutherische Pfarrei Hammelbach bzw. die reformatorischer Pfarrei des Dekanats Lindenfels und die katholische Pfarrei Fürth des Dekanats Heppenheim, angegeben. Die Bürgermeisterei war außerdem für das Filialdorf Steinbach (15 Häuser, 142 Einwohner), die Fahrenbacher Ziegelhütte (zwei Häuser, 16 Einwohner), der Kröckelbacher Hof (ein Haus, 11 Einwohner) und das Loh (zwei Häuser, 17 Einwohner) zuständig. [9]

Bei einer weiteren Verwaltungsreform, die am 12. Juli 1874 in Kraft trat, wurden die Kreise Lindenfels und Wimpfen aufgelöst und Fürth kam zum Kreis Heppenheim.[10]

Die hessischen Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen wurden 1937 nach der 1936 erfolgten Auflösung der Provinzial- und Kreistage aufgehoben. Zum 1. November 1938 trat dann eine umfassende Gebietsreform auf Kreisebene in Kraft. In der ehemaligen Provinz Starkenburg war der Kreis Bensheim besonders betroffen, da er aufgelöst und zum größten Teil dem Kreis Heppenheim zugeschlagen wurde. Der Kreis Heppenheim übernahm auch die Rechtsnachfolge des Kreises Bensheim und erhielt den neuen Namen Landkreis Bergstraße.[11]

Das Großherzogtum Hessen war von 1815 bis 1866 ein Mitgliedsstaat des Deutschen Bundes und danach ein Bundesstaat des Deutschen Reiches. Es bestand bis 1919, nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Großherzogtum zum republikanisch verfassten Volksstaat Hessen. 1945 nach Ende des Zweiten Weltkriegs befand sich das Gebiet des heutigen Hessen in der amerikanischen Besatzungszone und durch Weisung der Militärregierung entstand das Bundesland Hessen in seinen heutigen Grenzen.

Gerichte in Hessen[Bearbeiten]

Die Gerichtsbarkeit ging 1813 an das neue Justizamt in Fürth über. Mit Bildung der Landgerichte im Großherzogtum Hessen war ab 1821 das Landgericht Fürth das Gericht erster Instanz. Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolgedessen die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in Amtsgericht Fürth und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Darmstadt[12].

Historische Namensformen[Bearbeiten]

Historische Namensformen waren (in Klammern Jahr der Urkunde):[11]

Furte (773, 795) Furde (1023, 1094) Fürte, Furte, (1344)
Forte, Furte, (1349) Furten (1350) Furte in dem Odenwalde (1355)
Pfürt (1418) Forte (1426) Furette (1431)
Furette (1431) Führt (1611) Fürth (1612)

Historische Beschreibungen[Bearbeiten]

Die ''Historisch-topographisch-statistische Beschreibung des Fürstenthums Lorsch, oder Kirchengeschichte des Oberrheingaues beschreibt 1812 über Fürth als Teil der „Zent Fürth“[13]:
»Fürth (Furde, Furthe) ein uralter bemauerter Flecken im Odenwalde und an der Weschnitz, 3 Stunde von Heppenheim gelegen und ein altes Eigenthum des Klosters Lorsch, kömmt auch allschon in der Heppenheim Markbeschreibung vom Jahr 774 namentlich vor. Weiters finden wir solches in einer Urkunde vom Jahr 1023, wo die Hubengüther des Klosters Michaelsberg beschrieben werden. (Loc. Dipl. Laur. Nr 137) Unter dem Lorscher Abte Anselm, der zur Aufnahme deS KlosterS auf dem Abrahamsberge sehr vieles gethan hatte, werden sämmtliche Hubengüther aufgenommen und verzeichnet, welche zu dem Hofe (ad. curiam) oder der Kellerei Fürth (in Furde) gehörten und was und wie viel solche jährlich in besagte Kellerei zu liefern hatten. (C. D. L. N. 140). In Fürth selbst waren damals 11 Huben, wovon jede am Feste des heil. Michaels, 30 nummos (Silberdinaren), auf Ostern aber 10 Eyer, ein junges Huhn, und überdas 2 Stücker Tuch (Camisilia) liefert, wovon eins dem Schaffner angewiesen wird Die übrigen Ort und Hubengüther die in diesem Verzeichniß beschrieben werden, sind gerade die nämlichen welche noch heut zu Tage zur Cent Fürth gehören; woraus wir deutlich ersehen, daß von diesem Oberhofe zu Fürth (princispali curia in Furden) die Cent und das Centgericht seinen Ursprung genommen hat. Eben dieser Hof erhielt in der Folge den Namen der oberen Abtei wovon ich anderwärts schon geredet habe. [...] Was den Zehenden zu Fürth betrifft; so waren im Jahre 1566 Kurpfalz und die Stiftsherr zum heil. Geist die Zehendinhaber und zwar jede zum halben Theil. Vom kleinen Zehenden hatte Kurpfalz die Hälfte und die andere Hälft der Pfarrer. Dermalen hat Baaden oder vielmehr die geistliche Administration zu Heidelberg den dritten Theil und Hessen die andern 2 Theile vom großen Zehenden. Am kleinen Zehenden jedoch nur in Fürth allein hat der Pfarrer die Hälfte. Auch hat dit Oberschaffnerei Lorsch einen kleinen Zehenden zu Fürth, welcher der Selenzehenden genennt wird. [...] Fürth hat die Privilegien dreier Jahrmärkte welche jährlich: a) auf Mariä Lichtmäß, b) auf den Johannistag und c) auf den Sonntag nach Michaelis gehalten werden. Sie sind ziemlich beträchtlich. Von Lohngüthern in Furth und den übrigen Centortschaften ist zu bemerken daß die Grafen von Erbach 106 Malter Hubhaber und 6½ Pfund Heller von der Beth, auch etliches Hühnergeld zu beziehen haben, wovon aber einige ungiebig. Endlich haben sie auch einen Hof und Erbbestandsguth zu Fürth. Die Herrn von Wambold besitzen die Untermühle und einen Hof –- die Herrn von Gemmingen einen Erbbestandsguth und einen Hof, –- und gnädigste Herrschaft ein Hofguth sammt Hof in Fürth, welche zu dem Boesenhof in Heppenheim gehören. Von sämmtlichen Huben in der Cent Fürth geben die Besitzer jährlich an die Kellerei 197 Malter Hubhaber, woran aber etwas ungiebig ist. [...] Mühlen sind zu Fürth a) die Untermühle, b) die Daunische Mühle an der Thalbach, c) die Obermuhle; beide letztere sind Wamboldisch und zu Erbpfacht verliehen. Gnädigste Herrschaft hat in der Cent Furth keine Waldung, sondern solch ist theils der Cent theils den Hubengüthern oder Gemeinden zugehörlg. Der Centwald ist allein abgesteint und mit dem alten Lorsch Wappen dem Kreutze bezeichnet. «

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1829 über Fürth:
»Fürth (L. Bez. Lindenfels) Marktflecken; liegt in einem weiten fruchtbaren Thale an der Weschnitz und 1 1/4 St. von Lindenfels. Der Ort welcher ummauert ist hat 130 Häuser und 1101 Einw., die bis auf 63 Luth. und 16 Reform. alle katholisch sind. Unter denselben sind 20 Bauern, 122 bürgerliche Gewerbe Treibende, und 42 Tagelöhner. Fürth ist der Sitz des Landgerichts hat eine reparirte Kirche, 1 Posthalterei, 1 Apotheke, 5 Mahl-, 3 Oel-, 2 Schneidemühlen, 1 Bezirksgefängniß, und ein neues Rathhaus ist im Bau begriffen. Hier gehet die nicht chaussirte Straße von Weinheim nach Erbach durch; jährlich werden 3 nicht unbeträchtliche Märkte ge halten –- Der Ort gehörte zur Heppenheimer Mark und würde unter dem Namen Furte, 773 von Carl dem Großen dem Kloster Lorsch geschenkt. Die Kirche kommt im 11. Jahrhundert vor und wahrscheinlich war damals der Probst vom Abramsberg bei Heidelberg der Pastor oder Kollator der Fürther Pfarrei. Von dieser Probst kam das Kollationsrecht an das heilige Geiststift in Heidelberg, das 1566 sich noch im Besitz desselben befand, später aber an Churpfalz gekommen ist. Fürth kam 1802 von Mainz an Hessen. «[14]

Im Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der deutschen Bundesstaaten von 1845 heißt es[15]:
»Fürth b.Lindenfels. — Marktflecken mit kathol. Pfarrkirche, hinsichtlich der Evangel. zur Pfarrei Lindenfels gehörig. — 130 H. 1101 (meistens katholische) E. — Großherzogth. Hessen. — Prov. Starkenburg. — Kreis Heppenheim. ––- Landgericht Fürth. — Hofgericht Darmstadt. — Der Flecken Fürth, ummauert, liegt in einem weiten, fruchtbaren Thale an der Weschniz. Unter den Einw. sind 20 Bauern, 122, welche bürgerliche Gewerbe treiben, u. 42 Tagelöhner. Es ist hier l Rathhaus, 1 Apotheke, 5 Mahl-, 3 Oel-, 2 Schneidemühlcn und 1 Bezirksgefängniß. Der Ort ist Sitz einer Forstinspection über den Forst Waldmichelbach, eines Steuercommissärs für den Steuerbezirk Lindenfels, eines Steueraufsehers und einer Posterpedition, sowie des schon oben genannten Landgerichts. — Uebrigens hat der Ort 3 nicht unbeträchtliche Jahrmärkte. «

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die folgenden Einwohnerzahlen sind dokumentiert[11]:

  • 1829: 1101 Einwohner
  • 1939: 2011 Einwohner
  • 1961: 3626 Einwohner
  • 1970: 4755 Einwohner
Fürth: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
1.248
1840
  
1.435
1846
  
1.598
1852
  
1.537
1858
  
1.527
1864
  
1.519
1871
  
1.413
1875
  
1.409
1885
  
1.418
1895
  
1.496
1905
  
1.547
1910
  
1.614
1925
  
1.783
1939
  
2.011
1946
  
2.880
1950
  
3.036
1956
  
3.316
1961
  
3.626
1967
  
4.430
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[16]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
Kommunalwahl in Fürth 2011
 %
50
40
30
20
10
0
46,0 %
21,0 %
19,6 %
13,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,4 %p
-2,9 %p
-1,4 %p
+8,8 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 46,0 14 50,4 16 53,9 20
FWG Freie Wähler Gemeinschaft 21,0 7 23,9 7
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 19,6 6 21,0 7 27,1 10
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 13,4 4 4,6 1
FW-UPW Freie Wähler – Unabhängige parteilose Wählergemeinschaft 19,0 7
gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 51,8 49,1 57,1

Bürgermeister[Bearbeiten]

Rathaus

Der Bürgermeister wird in direkter Wahl für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt. Gregor Dörsam (CDU) war von 1972 bis 1996 Bürgermeister von Fürth, gefolgt von Gottfried Schneider (CDU) von 1996 bis 2008. Bei der Wahl zu seinem Nachfolger am 7. September 2008 setzte sich Volker Oehlenschläger (CDU) mit 54,8 % der Stimmen durch.[17]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde 1926 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber ein schwebendes, breites rotes Fußspitzkreuz, in der Mitte belegt mit dem silbernen Großbuchstaben F.“

Nach älteren Angaben soll das Dorf schon im 16. Jahrhundert ein Siegel geführt haben. Im Gerichtssiegel von 1626 steht im Schild der Antiquagroßbuchstabe „F“ als Initiale des Ortsnamens, daneben ein Kleeblattstengel als ein auf Feld und Flur hinweisendes und deshalb im dörflichen Siegelwesen häufig auftretendes Symbol. Der 1926 genehmigte amtliche Entwurf behielt zwar den Buchstaben bei, fügte aber das Fußspitzkreuz als Erinnerung an die ehemalige Grundherrschaft des Klosters Lorsch hinzu. Bereits in der Zeit von 1232, als das Erzstift Mainz die Reichsabtei Lorsch erwerben konnte, war Fürth neben Bensheim und Heppenheim Sitz einer Vogtei mit großer Markung im westlichen Odenwald.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge wurde der Gemeinde Fürth am 14. Januar 1980 verliehen.

Auf rot-weißer Flaggenbahn in der oberen Hälfte aufgelegt das Gemeindewappen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Fürth pflegt seit 1969 partnerschaftliche Beziehungen zu Thizy in Frankreich. Bereits ein Jahr zuvor begann die Partnerschaft zwischen Ellenbach und dem französischen Buzancy. 2003 schloss die Gemeinde eine Partnerschaft mit Zăbrani (Guttenbrunn) in Rumänien.[18]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche St. Johannes d. T.

Die Pfarrkirche St. Johannes d. T. wurde 1752 als Saalkirche mit außen dreiseitigem Chor in schlichten Barockformen neu errichtet. Vor der Westfassade bestimmt eine barocke Freitreppe das Bild (die Statuen sind jedoch neu). Der Glockenturm wurde 1866–1868 im neuromanischen Stil aufgesetzt. Die Erweiterung an der Südseite wurde 1960–1961 hinzugefügt.

Fachwerkhäuser des 18. und beginnenden 19.Jahrhunderts bereichern das Ortsbild.

Am Rand der Kerngemeinde wurde in den Steinbachwiesen rund um einen Teich eine Erholungsanlage angelegt. Hier wurden Kunstwerke aufgestellt, die an den Fürther Kunsttagen geschaffen wurden. Eine erweiterte Nutzung als Generationenpark wurde 2012 fertig gestellt. Hierzu gehören ein Spielplatz, eine Aktivstrecke mit mehreren Übungsstationen sowie ein Platz für Veranstaltungen. Sehenswert ist auch der seit 1960 bestehende Bergtierpark,[19] der sich im Ortsteil Erlenbach befindet. Er zeigt Gebirgstiere aus fünf Erdteilen und ist ganzjährig geöffnet.

Eine ausgedehnte Kunstgalerie stellt der Kunstwanderweg[20] von Fürth nach Lindenfels dar, der 2007 eingerichtet wurde und am Rathaus beginnt.

Durch den Führther Ortsteil Weschnitz führt der Nibelungensteig, ein 124 Kilometer langer, zertifizierten Fernwanderweg, der den Odenwald von Westen nach Osten komplett durchzieht.

In der „Modellbahnwelt Odenwald“ drehen mehr als 600 authentisch zusammengestellte Züge auf 9000 Metern Gleis und 1200 Weichen durch 1060 Quadratmeter Modellbahnlandschaft ihre Runden. Die Modellbahnwelt Odenwald ist eine der größten H0-Schauanlagen Süddeutschlands.[21]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bahnhof Fürth

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Fürth ist Endpunkt der Weschnitztalbahn, auf der halbstündlich eine Regionalbahn nach Weinheim verkehrt. Durch Fürth führen in West-Ost-Richtung die als Siegfriedstraße bekannte Bundesstraße 460 und in Nord-Süd-Richtung die Bundesstraße 38. Beide Bundesstraßen vereinigen sich unterhalb der Kerngemeinde zu einer gemeinsamen Ortsdurchfahrt und trennen und oberhalb wieder in verschiedene Richtungen.

Bildung[Bearbeiten]

Heinrich Böll als Vectogramm an der Heinrich-Böll-Schule

Fürth besitzt zwei Grundschulen, die „Müller-Guttenbrunn-Schule“ und die „Schule am Katzenberg“ im Ortsteil Erlenbach (Die frühere Volksschule „Paul-Joseph-Schule“ im Ortsteil Erlenbach verlor 1973 durch den Zusammenschluss mit der Schule in Mitlechtern (Gemeinde Rimbach) diesen Namen. Sie war nach dem ehemaligen Lehrer Paul Joseph benannt, ungeachtet der Tatsache, dass dieser in der Zeit des Nationalsozialismus als glühender Adolf-Hitler-Anhänger und Parteigenosse bekannt war und das Klima gegen Andersdenkende zu dieser Zeit in Erlenbach entscheidend mitgeprägt hatte (vgl. auch den Aktenvorgang betr. Heimtückische Angriffe gegen Partei und Staat 1938/39, Notiz Tgb.Nr. 1216, Gend.Station, Fürth Odw.)) sowie eine integrierte Gesamtschule, die Heinrich-Böll-Schule mit etwa 900 Schülern.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg W. Weber: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Starkenburg, Band 1 Oktober 1829 (online bei google books)
  • Philipp Alexander Ferdinand Walther: Das Großherzogthum Hessen nach Geschichte, Land, Volk, Staat und Oertlichkeit. Jonghans, Darmstadt 1854. (online bei google books)
  • Theodor Loehrke: Principalis curia in Furden. Chronik von Fürth im Odenwald., Verlag Alois Singer, Lorsch 1970.
  • Otto Wagner (Hrsg.): Heimatbuch Fürth i. ODW., Selbstverlag der Gemeinde 64658 Fürth i. Odw., 2. verbesserte und erweiterte Auflage, ISBN 3-7657-1110-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fürth (Odenwald) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c d  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 348 und 349.
  3. Erlass des Hessischen Ministers des Innern vom 5. Januar 1971 — IV A 11 — 3 k 08/05 (91/111) — 12/70 — Betrifft: Eingliederung der Gemeinden Ellenbach und Weschnitz in die Gemeinde Fürth im Landkreis Bergstraße (StAnz. 3/1971 S. 110)
  4. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 204
  5. Abgrenzung der Ortsbezirke in der Hauptsatzung der Gemeinde Fürth/Odenwald PDF-Datei 20 KB
  6. "Regesten der Stadt Heppenheim und Burg Starkenburg bis zum Ende Kurmainzer Oberherrschaft (755 bis 1461) Im Auftrag des Stadtarchivs Heppenheim zusammengestellt und kommentiert von Torsten Wondrejz", Nr. 5a (Digitale Ansicht) (PDF; 2,0 MB)
  7. a b c d Wilhelm Müller: Hessisches Ortsnamensbuch - Starkenburg, Darmstadt 1937, Seite 207-209
  8. Philipp Alexander Ferdinand Walther: Das Großherzogthum Hessen nach Geschichte, Land, Volk, Staat und Oertlichkeit. Jonghans, Darmstadt 1854, Seite 341 (online bei google books)
  9. Alphabetisches Verzeichniss der Wohnplätze im Grossherzogtum Hessen. 1869, Seite 94 (online bei google books)
  10. Martin Kukowski: Hessisches Staatsarchiv Darmstadt: Überlieferung aus dem ehemaligen Grossherzogtum und dem Volksstaat Hessen. Band 3, K.G. Saur, 1998, ISBN 3-598-23252-7
  11. a b c Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format„Fürth, Landkreis Bergstraße“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 14. Januar 2014, abgerufen am 18. März 2014.
  12. Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879 (Hess. Reg.Bl. S. 197-211)
  13. Konrad Dahl: Historisch-topographisch-statistische Beschreibung des Fürstenthums Lorsch, oder Kirchengeschichte des Oberrheingaues, Darmstadt 1812. Seite 240ff (online bei google books)
  14. Georg W. Weber: Band 1, Seite 79
  15. Johann Friedrich Kratzsch: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der deutschen Bundesstaaten, Nauenburg 1845, Band 2, Seite 771 (online bei Hathi Trust, digital library)
  16. Hessisches Statistisches Landesamt
  17. Fürth im Odenwald, Ergebnis zur Bürgermeisterwahl vom 7. September 2008
  18. Gemeinde Fürth
  19. Bergtierpark Erlenbach
  20. Der Blog Kunstwanderweg Fürth im Odenwald zeigt Bilder und gibt Kurzkommentare.
  21. Modellbahnwelt Odenwald, abgerufen am 15. Juli 2014