Füssen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Füssen
Füssen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Füssen hervorgehoben
47.56666666666710.7808Koordinaten: 47° 34′ N, 10° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Ostallgäu
Höhe: 808 m ü. NHN
Fläche: 43,52 km²
Einwohner: 14.631 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 336 Einwohner je km²
Postleitzahl: 87629
Vorwahl: 08362
Kfz-Kennzeichen: OAL, FÜS, MOD
Gemeindeschlüssel: 09 7 77 129
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Lechhalde 3
87629 Füssen
Webpräsenz: www.stadt-fuessen.de
Bürgermeister: Paul Iacob (SPD)
Lage der Stadt Füssen im Landkreis Ostallgäu
Österreich Kempten (Allgäu) Landkreis Oberallgäu Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Unterallgäu Landkreis Garmisch-Partenkirchen Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Landsberg am Lech Rettenbach am Auerberg Westendorf (Allgäu) Wald (Allgäu) Waal (Allgäu) Untrasried Unterthingau Halblech Stöttwang Stötten am Auerberg Seeg Schwangau Rückholz Ruderatshofen Roßhaupten Ronsberg Rieden (bei Kaufbeuren) Rieden am Forggensee Pfronten Pforzen Osterzell Oberostendorf Obergünzburg Nesselwang Mauerstetten Marktoberdorf Lengenwang Lechbruck am See Lamerdingen Kraftisried Kaltental Jengen Irsee Günzach Hopferau Görisried Germaringen Füssen Friesenried Eisenberg (Allgäu) Eggenthal Buchloe Bidingen Baisweil Biessenhofen AitrangKarte
Über dieses Bild

Füssen ist eine Stadt im bayerisch-schwäbischen Landkreis Ostallgäu. Sie liegt im Südwesten Bayerns an der Romantischen Straße und an der Via Claudia Augusta. Im Osten grenzt die Stadt an den Lech und im Süden an Österreich. Mit ca. 14.357 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) ist Füssen die zweitgrößte Stadt des Ostallgäus.

Die Ursprünge der Stadt reichen bis in die Römerzeit zurück, worauf sich auch der Ortsname bezieht. Er stammt aus dem Lateinischen Wort „fauces“, was übersetzt „Schlund“ bedeutet. Dementsprechend wurde die Stadt nach der Schlucht am Lechfall benannt. Heute findet man in der Altstadt viele Brunnen, Geschäfte und die bis heute noch gut erhaltene Stadtmauer. Die Verkehrsanbindung wird z. B. durch die Bundesautobahn 7, B 17, B 310 und die B 16 bewerkstelligt sowie durch Bahnverbindungen nach München und Augsburg.

Füssen hat eine jährliche Durchschnittstemperatur von 7,3 °C.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Luftaufnahme von Füssen aus nordöstlicher Richtung

Füssen liegt in der Region Allgäu, im Süden von Schwaben. Die Stadt ist dabei Luftlinie 33 km von Kempten und 91 km von München entfernt. Im Osten wird die Stadt und die Umgebung von den Ammergauer Alpen begrenzt, im Süden von den Allgäuer Alpen bzw. den Lechtaler Alpen, im Westen vom Weißensee und im Norden vom Hopfensee bzw. Forggensee. Durch die Stadt fließt der Lech, der im Lechquellengebirge entspringt und bei Rain in die Donau mündet. Dieser Donauzufluss passiert zunächst am südlichen Stadtrand, nahe der Grenze zu Tirol, den Lechfall, fließt dann durch das Stadtgebiet und weiter zum nordöstlich gelegenen Forggensee. Ebenfalls auf dem Gebiet der Stadt liegen Hopfensee, Weißensee, Alatsee, Eschacher Weiher und Wiedemannweiher. Am Faulenbach, der den Alatsee zum Lech hin entwässert, liegen Obersee und Mittersee.

Mit 808 m ü. NN ist Füssen die höchstgelegene Stadt Bayerns.

Geologie[Bearbeiten]

Der Lechfall von Füssen

Die Kernstadt Füssen selbst ist in geologischer Hinsicht in der Siedlungszone. Nördlich der Stadt sind sehr oft Flysch, Schotter und mooriges bzw. anmooriges Gelände zu finden, südlich dagegen Jurakalkalpin, Wettersteinkalk, Hauptdolomit und ebenfalls Schotter. Im Osten ist auch eine hohe Quote von Kreidekalkalpin zu finden. Der Lechfall von Füssen ist außerdem von sehr großer Bedeutung. Er entstand in der Würm-Kaltzeit und bildete sich nach dem Rückzug des Lechgletschers. Damals bildete sich zusammen mit dem Abschmelzen der Eismassen ein großer See im Lech- und Vilstal, der bis nach Pfronten reichte (etwa auf Höhe des Pfrontener Sees). Wie eine Badewanne füllte sich dieses Becken, das nach Norden durch einen Höhenzug aus Wettersteinkalken begrenzt wurde. An der tiefsten Stelle des Beckenrandes, beim heutigen Lechfall, befand sich der Überlauf. Die Wassermengen fielen bis zu 100 Meter in die Tiefe und ergossen sich in den damals vorhandenen Füssener See. Erst nachdem sich der Lech an dieser Stelle einen Durchlass durch den Wettersteinkalk gegraben hatte und diesen immer weiter vertiefte, konnte das Wasser langsam nach Norden abfließen, und dieser Ur-See fiel nach und nach trocken. Außerdem ist die Lechschlucht die einzige im gesamten bayerischen Alpenraum, durch die ein größerer Alpenfluss noch frei und von Menschenhand ungehindert fließen kann.[2]

Ausdehnung des Stadtgebietes[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet besteht aus den Gemarkungen Füssen, Eschach, Hopfen am See und Weißensee.

Zur Gemeinde Füssen gehören unter anderem die Orte Füssen, Achmühle, Bachtal, Bad Faulenbach, Benken, Brand, Ehrwang, Enzensberg, Erkenbollingen, Eschach, Fischerbichl, Häusern, Heidelsbuch, Hinteregg, Hof, Hopfen am See, Hub, Hubmannsegg, Moos, Niederried, Oberkirch, Roßmoos, Schwarzenbach, See, Spöttl, Thal, Unterdeusch, Vorderegg, Weißensee, Wiedmar, Wies, Wörth und Ziegelwies.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zum Kernstadtgebiet gehören die Ortsteile Füssen-Altstadt (Stadtmitte), Füssen-West (im Westen der Stadt), Ziegelwies (im Süden der Stadt) und Füssen-Weidach (im Nordosten der Stadt). Die Grenzen der Stadtteile sind teilweise nicht eindeutig, sie lassen sich jedoch relativ klar von der Bevölkerung definieren.

Klima[Bearbeiten]

Füssen liegt mit der Jahresdurchschnittstemperatur und der Niederschlagsmenge in der gemäßigten Zone. Der kälteste Monat ist der Januar mit einer Durchschnittstemperatur von −1,5 °C und einer durchschnittlichen Tageshöchsttemperatur von 1,4 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 16,13 °C und einer durchschnittlichen Tiefsttemperatur von 11,55 °C. Der Sommer ist mit einer Durchschnittstemperatur von 14–16 °C sehr angenehm, jedoch muss in dieser Zeit auch mit sehr viel Niederschlag gerechnet werden. Im Winter gibt es sehr wenig Niederschlag bei niedrigen Temperaturen. Die durchschnittliche Anzahl der Sonnenstunden pro Tag beläuft sich auf 4,9, die insgesamte Anzahl der Regentage auf 172.

Am 25. Mai 1920 wurde ein Wetterrekord aufgestellt. Dabei erreichte Füssen die größte Niederschlagsintensität von 126 mm in 8 Minuten.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Füssens Wurzeln reichen bis in die Römerzeit zurück. Der Ort entwickelte sich an der von Norditalien nach Augsburg führenden Römerstraße Via Claudia Augusta. Ergebnisse aus Grabungen auf dem Füssener Schlossberg ließen Fundamente eines römischen Kastells aus dem fünften Jahrhundert erkennen. Vermutlich hat es aber bereits im Jahre 260 ein römisches Militärlager an dieser Stelle gegeben. Sein Name Foetibus wird als Latinisierung des germanischen fot (Fuß) verstanden. Hieraus entwickelte sich der Name des Ortes über Fozen (1147), Fozin (1188), Fuozzen (1206), Füzzen (1366) zum heutigen Füssen (ab 1424).

Kloster St. Mang (links) und Hohes Schloss (rechts)

Im Jahre 748 soll Magnus, ein später als Heiliger anerkannter Missionar aus St. Gallen, am Ort eine Zelle eingerichtet haben. Durch den Zuzug weiterer Mönche entstand im achten Jahrhundert das nach ihm benannte Benediktinerkloster St. Mang. Um dieselbe Zeit wurde wohl auch ein fränkischer Königshof angelegt. Die spätere Vogtei gehörte anfänglich den Welfen und wurde von 1191 an als eines der welfischen Erbgüter durch Kauf Besitztum der Staufer. Nach deren Aussterben mit dem Tod Konradins in Neapel (1268) fiel das Herzogtum Schwaben an das Reich zurück. Unterdessen hatte sich am Lech eine Siedlung entwickelt, die schließlich im 13. Jahrhundert den Umfang einer ansehnlichen Stadt erreichte, die damals größte im Allgäu. Ab 1313 gehörten Kloster und Stadt den Augsburger Bischöfen. Angenommen wird, dass die Stadt seit 1286 bzw. 1294 das Stadtrecht besaß.

Kaiser Heinrich VII. verpfändete für eine Schuld von 400 Mark Silber Gebiet und Ort im Jahr 1313 an den Bischof von Augsburg. Das Pfand wurde nie mehr ausgelöst, sondern durch die kaiserlichen Nachfolger 1314 (Friedrich der Schöne) und 1322 (Ludwig der Bayer) in seiner Existenz akzeptiert. Mit Übertragung der vollen Gerichtsbarkeit durch Kaiser Karl IV. auf das Hochstift und Bistum Augsburg wurde das Gebiet der Reichsvogtei Füssen endgültig Eigentum des fürstlichen Oberhirten.

Von 1486 bis 1505 erbauten die Augsburger Fürstbischöfe das Hohe Schloss über der mittelalterlichen Stadt. Die ehemals spätgotische Burganlage wurde danach zur Sommerresidenz der geistlichen Herren. Im Schmalkaldischen Krieg wurde das katholische Füssen von einer Truppe der oberdeutschen Städte unter dem protestantischen Landsknechtführer Sebastian Schertlin von Burtenbach am 10. Juli 1546 besetzt. Die heutige Klosterkirche entstand in den Jahren 1701 bis 1726.

Bürgerhäuser in der Lechhalde

Füssen erlebte seine Blütezeit im Anfang des 16. Jahrhunderts, als Kaiser Maximilian I. mit seinem Hofstaat fast 40-mal in Füssen weilte. Die Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges bedeuteten einen tiefen Einschnitt für den Handelsplatz Füssen, von dem er sich nur sehr langsam erholte.

Am 22. April 1745 erlangte der Ort kurzzeitig überregionale Bedeutung. Im Frieden von Füssen erklärte Bayerns Kurfürst Maximilian III. Joseph den Verzicht auf zuvor geltend gemachte österreichische Erbansprüche und besiegelte damit auch das Ende versuchter bayerischer Großmachtpolitik. Bayern war nun aus dem von seinem Vater, Kaiser Karl VII. Albrecht, ausgelösten Österreichischen Erbfolgekrieg ausgeschieden. Am 6. Mai 1782 nächtigte Papst Pius VI., aus Augsburg kommend, im Hohen Schloss auf seiner Rückreise von Wien nach Rom.

Als Folge der Säkularisation wurde Füssen nach dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 Teil des Kurfürstentums Bayern. Ausnahmen bildeten zum einen das Franziskanerkloster, das 1803 beim Deutschorden verblieb und von diesem 1805 an Bayern abgetreten wurde, und zum anderen St. Mang, das an das Fürstenhaus Oettingen-Wallerstein fiel und erst 1806 zu Bayern kam.

Eine besondere Bedeutung erlangte Füssen zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert mit dem hier angesiedelten Spezialhandwerk der Lautenmacher und Geigenbauer. So gilt Füssen als die Wiege des gewerbsmäßig betriebenen Lautenbaus in Europa. 1562 wurde hier auch die erste Lautenmacher-Zunft Europas gegründet.

Heute ist die Region um Füssen eine touristische Hochburg, bekannt als Königswinkel. In unmittelbarer Nähe stehen die Königsschlösser Neuschwanstein und Schloss Hohenschwangau.

Ebenfalls bekannt über die Grenzen Deutschlands hinaus wurde Füssen durch die nationalen und internationalen Erfolge des heimischen Eishockey-Clubs EV Füssen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Seit der ersten offiziellen Volkszählung vom 1. Dezember 1840 ist die Bevölkerung in Füssen ständig gewachsen und liegt heute bei 14.222 (31. Dez. 2011). Von den Einwohnern von Füssen sind 6.069 Männer und 7.143 Frauen. 1.589 Einwohner sind Ausländer.[6]

Blick über den Forggensee mit Füssen im Hintergrund

Einwohnerentwicklung der Stadt Füssen[7][Bearbeiten]

Jahr Einwohner
01.12.1840 2372
01.12.1871 2906
01.12.1900 4698
16.06.1925 6970
17.05.1939 9763
13.09.1950 11724
06.06.1961 11947
27.05.1970 11722
25.05.1987 13212
31.12.2005 14067
31.12.2006 14083
31.12.2007 14179
31.12.2008 14236
31.12.2009 14247
31.12.2010 14213

Füssen wuchs zwischen 1988 und 2008 um 1063 Einwohner bzw. ca. 8%.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die Gemeinde Faulenbach wurde am 1. November 1921 eingemeindet.[8] Im Zuge der Gemeindegebietsreform kamen am 1. Mai 1978 die Gemeinden Hopfen am See und Weißensee dazu.[9]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Die Stadtratswahl von 2008 wurde vom Landratsamt Ostallgäu für ungültig erklärt, da dem Füssener Bürgerblock (FFB) Fehler bei der Aufstellung seiner Kandidaten unterlaufen seien. Dagegen klagte der Stadtrat Günther Knauss. Er unterlag in erster Instanz vor dem Verwaltungsgericht Augsburg. Am 22. Juli 2009 wurde das Urteil des Landratsamtes vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof als Berufungsgericht endgültig bestätigt.[10] Daraufhin wurde eine neue Wahl auf den 27.September 2009 festgesetzt. Die Stadtratswahl vom 27. September hatte eine Wahlbeteiligung von 62,6 % und folgendes amtliche Endergebnis:[11]

Partei/Liste Sitze
Stadtratswahl 2009
Wahlbeteiligung: 62,6 %
 %
30
20
10
0
28,7 %
17 %
15,1 %
8,9 %
7,2 %
5,8 %
5,7 %
5,5 %
6,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2002
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-8,7 %p
-5,6 %p
+3,4 %p
-0,8 %p
+3,9 %p
+5,8 %p
-2,2 %p
+5,5 %p
-1,4 %p
CSU 7
SPD 5
Bündnis 90/Die Grünen 1
FDP* 1
Freie Wähler Füssen (FWF) 5
Füssen-Land (FÜS-Land) 2
Füssener Bürgerblock (FBB) 1
Bürger für Füssen (BFF) 1
Unabhängige Bürgerliste (UBL) 1
Gesamt 24
* Im Januar 2012 ist der Stadtrat der FDP aus der Partei ausgetreten und gehört seither als Parteiloser dem Stadtrat an.[12]

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • vor 1805: Johann Baptist Zotz (* 31. Mai 1755 in Bichlbach)

Vor 1806 gab es in Füssen zwischen zwei und vier ehrenamtliche Bürgermeister, die halbjährlich wechselten.[13]

  • 1806–1815: August Schweiger (* 1766; † 1815)
  • 1815–1821: Adam Frank (* 1766; † 1829)
  • 1827–1829: Mathias Lecker (* 1786; † 1831)
  • 1829–1835: Jakob Winterhalter (* 1785; † 1858)
  • 1835–1841: Josef Bosch (* 1785; † 1855)
  • 1841–1847: Kaspar Schradler (* 1803; † 1879)
  • 1847–1853: Josef Bosch (* 1785; † 1855)
  • 1853–1865: Josef Lecker (* 1818; † 1905)
  • 1865–1874: Anton Geisenhof (* 1817; † 1900)
  • 1875–1892: Georg Zächerl (* 1828; † 1893)
  • 1894–1898: Ludwig Schradler (* 1830; † 1916)
  • 1898–1899: Johann Albrecht (* 1846; † 1916)
  • 1900–1912: Georg Wallner (* 1843; † 1916)
  • 1912–1915: Jakob Spitzauer (* 1883; † 1969)
  • 1915–1929: Adolf Moser (* 1881; † 1965)
  • 1929–1939: Michael Samer (* 1879; † 1957)
  • 1939–1945: Hans Frank (* 1902; † 1945)
  • 1945: Eduard Feigel (* 1894; † 1982)
  • 1945–1948: Robert Erhard (* 1881; † 1952)
  • 1948–1952: Sigismund Schmidt (* 1902; † 1977)
  • 1952–1956: Michael Samer (* 1879; † 1957)
  • 1956–1974: Ernst Enzinger (* 1918; † 1977)
  • 1974–1990: Otto Wanner (* 1919; † 2004)
  • 1990–2002: Paul Wengert (* 1952)
  • 2002–2008: Christian Gangl (* 1962)
  • Seit 2008: Paul Iacob (* 1951)

[Bearbeiten]

Blasonierung des Wappens: In Gold drei im Dreipass gestellte schwarze Füße.

Stadtlogo von Füssen

Die Geschichte vom Wappen Füssens reicht bis in das 12. Jahrhundert zurück. 1222 wurde für das Kloster ein Schutzprivileg erteilt und daraufhin der Ausbau der staufischen Vogteistadt Füssen eingesetzt. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts nahm man die Erhebung der Stadt an, wobei dies nie offiziell bestätigt worden ist. Ende des 12. Jahrhunderts tauchte der Name Füssen erstmals als Fuzin, Fießen oder Fuessen auf und sollte die Lage zu Füßen des Gebirges darstellen. Daraus entnommen stehen also die einzelnen Füße im Wappen redend für den Ortsnamen. Ab 1295 nimmt man auch Siegelführung an, wofür es aber keine Bestätigung gibt. Von 1317 stammte darüber hinaus der erste überlieferte Abdruck mit der Umschrift „SIGILLVM CIVIVM DE FVZEN“ und den dargestellten Füßen. Bis zum 19.Jahrhundert änderte sich diese Grafik nicht großartig. Auch alle Farben blieben so, wie sie waren, und tauchten nur vereinzelt mit Silber, Rot oder Blau auf. 1818 wünschte sich die Regierung eine „schicklichere“ Stellung der Füße. Man änderte das Wappen so, dass im geteilten Schild oben die bayerischen Rauten und unten nebeneinander drei schwarze Füße in Gold zu sehen waren. Der Schild zeigte einen liegenden, herschauenden Löwen mit beiderseitigen Helmdecken. 1842 genehmigte König Ludwig I. die Wiederannahme des alten Wappens. Um die Bedeutung des Wappens ranken sich verschiedene Wappensagen.[14]

Das Stadtlogo von Füssen enthält im Hintergrund das Schloss Neuschwanstein und davor die Schrift „Füssen im Allgäu“.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Füssen unterhält Städtepartnerschaften[15] mit

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Füssen liegt an der Schwäbischen Bäderstraße. Die Romantische Straße hat zudem ihren Endpunkt in Füssen.

Museen[Bearbeiten]

Staatsgalerie im Hohen Schloss[Bearbeiten]

Hohes Schloss Füssen

Im Nordflügel des spätgotischen Hohen Schlosses, der Residenz der Fürstbischöfe von Augsburg, befindet sich eine Filialgalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.

Hier fügen sich spätgotische Tafelbilder und Skulpturen in die ehemaligen Residenzräume ein und bieten einen Überblick über die Kunst zur Zeitenwende des 15. und 16. Jahrhunderts im Allgäu und in Schwaben.

Besonders sehenswert ist der so genannte Rittersaal mit seiner Kassettendecke, mit den Reliefs der Bistumsheiligen Ulrich, Afra und Simpert und der Muttergottes. Glasgemälde von Hans Holbein dem Älteren und Hans Burgkmair dem Älteren lassen die kulturelle Blüte in Füssen zur Zeit Kaiser Maximilians I. erahnen.

Städtische Gemäldegalerie[Bearbeiten]

Ebenfalls im Nordflügel des Hohen Schlosses ist die Städtische Gemäldegalerie untergebracht. Schwerpunktmäßig ist sie der Kunst des 19. Jahrhunderts gewidmet, der Münchner Malerschule mit Gemälden von Carl Spitzweg, Franz von Defregger und dem in Füssen verstorbenen Künstler Oskar Freiwirth-Lützow (1862–1925).

Das zeichnerische Werk von Franz Graf von Pocci (1807–1876) aus der Pocciana-Sammlung in Familienbesitz wird in Wechselausstellungen gezeigt.

Das künstlerische Werk der Kultur- und Kunstpreisträger der Stadt Füssen Percy Rings (1901–1994) und Gottfried Andreas Herrmann (1907–2002) ist hier zu sehen.

Museum der Stadt Füssen[Bearbeiten]

Im Südtrakt des ehemaligen Benediktinerklosters St. Mang befindet sich das neu eingerichtete, jedoch schon 1913 gegründete Museum der Stadt Füssen.

Den Schwerpunkt des Museums bildet das Gebäude selbst. Die Bedeutung des Klosters St. Mang liegt in seiner Konzeption als barockes Gesamtkunstwerk und zugleich in den erhaltenen Resten der mittelalterlichen Anlage. Die barocken Repräsentationsräume des Klosters sind in den Museumsrundgang eingeschlossen. Vom ausgegrabenen mittelalterlichen Kreuzgang aus gelangt man in die Annakapelle mit dem berühmten Füssener Totentanz von Jakob Hiebeler aus dem Jahre 1602.

Die Spitalkirche Hl. Geist

In der stadtgeschichtlichen Abteilung wird die Geschichte des Füssener Lauten- und Geigenbaus dokumentiert.

Des Weiteren ist Schloss Falkenstein, das der bayerische König Ludwig II. plante, das aber nicht mehr gebaut wurde, virtuell begehbar.

Bauwerke[Bearbeiten]

Das Musiktheater am Forggensee
  • Hohes Schloss Füssen
  • Kloster Sankt Mang: Das ehemalige Benediktinerkloster St. Mang reicht zurück auf das Wirken des hl. Magnus um 750 in Füssen. Doch das heutige Barockkloster wurde zwischen den Jahren 1697 und 1726 errichtet. Die symmetrisch angeordnete Barockanlage im italienisch anmutenden Stil plante der einheimische Baumeister Johann Jakob Herkomer (1652–1717), welcher seine Architekturausbildung vor allem in Venedig erfuhr. Den Mittelpunkt der Anlage bildet der Fürstensaal mit seiner reich stuckierten und freskierten Ausstattung, die der Innenarchitekt Andrea Maini plante und der Kemptener Hofmaler Franz Georg Hermann gestaltete. Das reichhaltige Bildprogramm unterstreicht die Bedeutung der Abtei als geistliches und weltliches Zentrum im Füssener Land. Bereits im 18. Jahrhundert wurde die Anlage als bemerkenswert eingeschätzt, besonders auch die originelle Anordnung von Bibliothek und Refektorium (Speisesaal) im Südtrakt.
  • Musiktheater Füssen (ehemals Musical Theater Neuschwanstein) mit Blick auf Schloss Neuschwanstein
  • Frauenkirche am Berg: Die Kirche jenseits des Lechs wurde 1682/83 von Johann Schmuzer erbaut. Im Chor baute man 1854 eine Kapelle ein, welche den Beginn des Füssener Kalvarienberges bildet.
  • Krippkirche: Der schmale, einschiffige Bau von 1717 ist ein Werk von Johann Georg Fischer.
  • Friedhofskirche St. Sebastian: An den Chor des ursprünglichen Baus aus dem Jahr 1507 im Osten der Stadt setzte Johann Georg Fischer 1721 bis 1725 ein breites, saalartiges Langhaus.
  • Feldkirche St. Ulrich und Afra: Dieses einfache, feingegliederte Bauwerk im Norden entstand 1724/25.
  • Franziskanerkirche: Die 1763 bis 1767 erbaute Kirche des Füssener Franziskanerklosters besitzt eine Rokokoausstattung.
  • Spitalkirche Hl. Geist: Sie ist ein originelles Werk Franz Karl Fischers aus den Jahren 1748/49. Die Fassade trägt eine Freskobemalung.
  • Sebastiansfriedhof: sehenswerter und historischer Friedhof im Herzen der Altstadt

Natur[Bearbeiten]

  • Lechfall: der Lech hat sich hier durch den Felsen gegraben. Am rechten Steilufer befindet sich der "Magnustritt", wo der heilige Magnus bei einem Sprung über die Schlucht seinen Fußtritt hinterlassen haben soll.
  • Kalvarienberg: mit wunderbarer Aussicht auf Stadt, Königsschlösser und Lechtal.
  • Stadtpark Baumgarten: direkt hinter dem Hohen Schloß befindet sich dieser ruhig gelegene Park mit der "Wasserburg" (einem im 19. Jahrhundert errichteten Wasserspeicher im Stil einer Burgruine).

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Neujahrsfackelschwimmen der Ostallgäuer Wasserwachten im Lech. Die Füssener Böllerschützen begrüßen das neue Jahr, zum Abschluss findet ein Feuerwerk über dem Lech statt.
  • „Füssen goes Jazz“
  • Musikfestival Vielsaitig
  • Kaisersaalkonzerte im Kaisersaal des Klosters St. Mang
  • Füssener Stadtfest (August)
  • Adventsmarkt (an zwei Adventswochenenden im barocken Innenhof des Klosters St. Mang)
  • Rutschparty, am 30. und 31. Dezember auf dem Kaiser-Maximilian-Platz

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof von Füssen

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Siehe auch: Bahnhof Füssen

Der im Zentrum der Stadt gelegene Bahnhof Füssen, ein Kopfbahnhof, besitzt zwei Zuggleise und gehört der Bahnhofskategorie 6 der DB Station&Service an. Er wird täglich von ungefähr 20 Zügen der Deutschen Bahn AG bedient und von circa 2.700 Reisenden täglich frequentiert. Außerdem ist er seit 1889 Endpunkt der Nebenbahn Biessenhofen–Füssen. In Biessenhofen trifft die Strecke auf die Allgäubahn in Richtung München und Lindau. Von Füssen bestehen zweistündliche umsteigefreie Verbindungen sowohl nach München als auch nach Augsburg. Zudem trägt der Haltepunkt Ulrichsbrücke-Füssen an der Außerfernbahn den Namen der Stadt, dieser befindet sich jedoch circa fünf Kilometer südlich des Stadtzentrums und auf österreichischem Gebiet.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Im Westen der Stadt befindet sich die Anschlussstelle Füssen der Autobahn Bundesautobahn 7, die nach Norden in Richtung Autobahnkreuz Ulm/Elchingen verläuft. In Richtung Süden wird sie hinter dem Grenztunnel Füssen, am deutsch/österreichischen Grenzübergang, zur Fernpassstraße, die weiter in Richtung Reutte verläuft. Außerdem verbindet die Bundesstraße 17 Füssen an Peiting, Landsberg am Lech, Augsburg bis nach Gersthofen. Von hier kann man auf die Bundesautobahnen 96 und 8 auffahren. Ebenfalls verbindet die Bundesstraße 16 die Stadt mit Kaufbeuren, Günzburg, Dillingen an der Donau, Neuburg an der Donau, Neustadt an der Donau, Regensburg und Roding. Besonders ist, dass sich die Bundesstraße 16 mit der Bundesstraße 310 kreuzt und die Bundesstraße 310 damit Füssen auch mit Oberjoch verbindet.

Im öffentlichen Verkehr gibt es Busverbindungen u.a. nach Oberstdorf, Kempten und Reutte. Betreiber sind Regionalverkehr Allgäu, Regionalverkehr Oberbayern, Postbus und andere Anbieter.

Luftverkehr[Bearbeiten]

Die Passagierflughäfen in der Nähe von Füssen mit Linien- und Charterflügen sind Memmingen (etwa 75 km entfernt), Innsbruck (etwa 110 km entfernt), Friedrichshafen (etwa 120 km entfernt) und München (etwa 160 km entfernt).

Panorama[Bearbeiten]

Altstadt von Füssen
Panoramablick über Füssen Richtung Norden
Panoramablick über Füssen Richtung Nordosten

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Füssen. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 6, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien 1885–1892, S. 802–803.
  • Josef Feistle: Materialien zur Geschichte der Stadt Füssen, Füssen 1861.
  • Wolfgang Wüst: Artikel Füssen, in: Werner Paravicini (Hg.): Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Ein dynastisch-topographisches Handbuch, 2 Teilbde (1: Dynastien und Höfe, 2: Residenzen) (Residenzenforschung 15 I/ 1,2) Ostfildern 2003, Bd. 1, S. 204–205.
  • Rudibert Ettelt: Geschichte der Stadt Füssen, Füssen 1970.
  • Rudibert Ettelt: Geschichte der Stadt Füssen vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis zum Jahr 1945, Füssen 1979.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Füssen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Füssen – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Geschichte des Lechfalls von Füssen.
  3. http://www.klima-owl.de/rekorde.htm
  4. http://www.mappedplanet.com/klima/klimadiagramm-1347-F%C3%BCssen,Deutschland
  5. http://www.klima.org/deutschland/klima-fuessen/
  6. https://www.statistikdaten.bayern.de/genesis/online/data?operation=begriffsRecherche&suchanweisung=F%C3%BCssen%2C+St&suchanweisung_language=de&x=3&y=8
  7. Einwohnerentwicklung der Stadt Füssen
  8.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 468.
  9.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 779.
  10. Landratsamt Ostallgäu Rechtsstreit um Stadtratswahl Füssen beendet: Wahl war ungültig!
  11. Stadt Füssen, Amtliches Endergebnis
  12. Allgäuer Zeitung, 5. Januar 2012
  13. Stadtarchiv Füssen: Bürgermeister in Füssen (PDF; 106 kB)
  14. Füssen: Wappengeschichte vom HdBG
  15. http://www.stadt-fuessen.de/partnerstaedte.html