FC Einheit Wernigerode

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
FC Einheit Wernigerode
Logo FC Einheit Wernigerode
Voller Name Fußballclub
Einheit Wernigerode e.V.
Gegründet 1949/1998
Vereinsfarben rot-weiß
Stadion Sportplatz Mannsbergstraße
Plätze 4.000 (davon 500 überdacht)
Präsident Helmut Homann
Homepage fc-einheit.de
Liga Landesliga Sachsen-Anhalt, Staffel Nord
2013/14 4. Platz
Heim
Auswärts

Der FC Einheit Wernigerode ist ein Fußballclub, der im Stadtteil Hasserode von Wernigerode beheimatet ist. Er ist nicht nur der bedeutendste Wernigeröder Fußballverein, sondern auch einer der größten Einsparten-Sportvereine der gesamten Region.

Geschichtliche Entwicklung[Bearbeiten]

Betriebssportgemeinschaft Einheit[Bearbeiten]

Logo der BSG Einheit

Als in den Jahren 1949 und 1950 in der DDR das Sportwesen in Form von Betriebssportgemeinschaften (BSG) neu organisiert wurde, gründeten Sportler aus dem Wernigeröder Stadtteil Hasserode die BSG Einheit Wernigerode. Der Name „Einheit“ weist darauf hin, dass die Sportgemeinschaft unter der Trägerschaft der staatlichen Verwaltungseinrichtungen der Stadt stand. Die zunächst 170 Mitglieder hatten sich in den Sektionen Fußball, Handball, Tennis, Tischtennis, Turnen und Wintersport organisiert. Später kamen noch Sportarten wie Radsport, Schwimmen und Volleyball hinzu. Die Mitgliederzahl wuchs bis in die 1970er Jahre auf über 500 an.

Fußball in der DDR[Bearbeiten]

In der Öffentlichkeit wurde die BSG im Laufe der Zeit hauptsächlich durch ihre Fußballmannschaft wahrgenommen. In vielen Jahren stand sie in der Bezirksliga Magdeburg in direkter Konkurrenz zu Motor Wernigerode. Es dauerte jedoch 16 Jahre, ehe die BSG Einheit, die 1951 in der 2. Kreisklasse Wernigerode begonnen hatte, 1967 in die drittklassige Bezirksliga aufsteigen konnte. Davor konnte sie sich 1957 mit dem Titel des Kreispokalsiegers und 1962 mit dem des Bezirkspokalsiegers schmücken. 1975 wurde Einheit Magdeburger Bezirksmeister und qualifizierte sich damit für die zweitklassige DDR-Liga. Hier konnte sie sich in dem Zwölferfeld der Staffel C in der Saison 1975/76 als Neuling mit dem 6. Platz achtbar halten und kam ein Jahr später sogar auf Rang 3 ein. Danach hatte die Mannschaft offenbar den Zenit ihrer Leistungsfähigkeit erreicht, denn in den folgenden Jahren reichte es nur knapp zum Klassenerhalt (1978 8., 1979 7.). Als nach der Spielzeit 1979/80 nur der 10. Platz belegt werden konnte, bedeutete das den Abstieg zurück in die Bezirksliga. Der Mannschaft gelang jedoch der sofortige Wiederaufstieg, und danach konnte sie noch einmal für drei Spielzeiten in der zweithöchsten Liga antreten, bis sie 1984 der Reduzierung der DDR-Liga auf zwei Staffeln zum Opfer fiel. Der 8. Platz hatte für die Saison 1984/85 nicht ausgereicht, sodass der Weg zurück in die Bezirksliga angetreten werden musste. Dort verblieb Einheit Wernigerode bis zum Ende des DDR-Fußball-Spielbetriebes. Zwar wurde die Mannschaft in den Jahren 1988 und 1989 wieder Bezirksmeister, konnte sich aber in den Aufstiegsrunden nicht behaupten.

Fußballclub Einheit[Bearbeiten]

Nach den Umbrüchen der politischen und wirtschaftlichen Wende von 1989 entfiel für die Betriebssportgemeinschaft die Förderung durch die öffentlichen Behörden und die BSG Einheit erhielt den neuen Namen Harzer Sportverein. Mitglieder der Abteilung Fußball gründeten aber 1990 den FC Einheit 1990 Wernigerode als eigenständigen eingetragenen Verein. Mit Einführung des DFB-Spielbetriebes in Ostdeutschland wurde der FC Einheit in die Verbandsliga Sachsen-Anhalt eingegliedert. Nach Platz 3 in der Saison 1990/91 wurde Einheit ein Jahr später Sachsen-Anhalt-Meister und stieg in die drittklassige Oberliga Nordost auf. Nach zwei 11. Plätzen fusionierte der Verein 1994 mit Germania Wernigerode (ehemals BSG Motor) zum 1.FC Wernigerode. Auch der neue Fußballklub konnte sich zwei weitere Jahre in der Oberliga behaupten, Platz 13 nach der Spielzeit 1995/96 bedeutete dann aber den Abstieg zurück in die Verbandsliga. In den folgenden beiden Jahren wurde jeweils der 5. Platz erreicht.

Interne Unstimmigkeiten und die immer schlechtere werdende finanzielle Lage führten dazu, dass am 6. Mai 1998 Spieler der dritten Mannschaft des 1.FC Wernigerode den FC Einheit Wernigerode neugründeten. Deshalb musste der neue Verein sportlich in der Kreisklasse Wernigerode beginnen. Parallel dazu war der 1. FC Wernigerode im Jahr 2002 durch Misswirtschaft und fehlende Akzeptanz in der Bevölkerung in derart große Finanzschwierigkeiten gekommen, dass er im Zuge eines Insolvenzverfahrens aufgelöst wurde. Der FC Einheit absolvierte innerhalb von vier Jahren einen Durchmarsch bis in die Landesliga. Im Jahr 2004 gelang der Aufstieg in die Verbandsliga Sachsen-Anhalt, die aber nicht gehalten werden konnte. Es folgte der sofortige Abstieg, erst in der Saison 2008/09 gelang der Wiederaufstieg in die Verbandsliga. Nach nur einem Jahr musste der Verein erneut in die Landesliga absteigen.

Derzeit kämpft der FC Einheit Wernigerode um eine Sanierung seines Stadions. Dieses Stadion ist ein reines Fußballstadion mit ca. 4000 Plätzen Kapazität. 500 davon sind überdachte Sitzplätze auf einer Tribüne, die in den 1970er Jahren errichtet wurde.

Personen[Bearbeiten]

Ihre besten Zeiten erlebten die Einheit-Fußballer in den 1970er und 1980er Jahren. Während dieser Zeit durchliefen Spieler die Mannschaft, die vorher oder später zur Elite des DDR-Fußballs gehörten oder mindestens in der Oberliga spielten:

  • Werner Drews spielte von 1976 bis 1980 bei Einheit, ging danach zu Stahl Riesa, wo er auf 15 Oberligaeinsätze kam.
  • Hans-Bert Matoul spielte von 1965 bis 1974 158 Mal in der Oberliga für Chemie und Lok Leipzig und war dreimaliger Nationalspieler, ehe er von 1974 bis 1980 für Einheit Wernigerode spielte. Später war er hier Trainer.
  • Nils Petersen erlernte in Wernigerode in den Jahren 1993 bis 2001 das Fußball-ABC. Seit 2012 spielt er beim SV Werder Bremen.
  • Dietmar Schütze war bis 1982 bei der BSG Einheit, wechselte dann zum BFC Dynamo und spielte dort dreimal in der Oberliga.
  • Axel Tyll kam 1983 vom 1. FC Magdeburg, wo er 233 Oberligaspiele absolviert hatte. Der vierfache Nationalspieler spielte noch bis 1988 bei Einheit.

Weblinks[Bearbeiten]