FC Wil

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FC Wil
Logo
Voller Name Fussball Club Wil 1900
Gegründet 1900
Stadion IGP Arena, Wil
Plätze 6000, davon 700 Sitzplätze
Präsident Roger Bigger
Trainer Axel Thoma
Homepage www.fcwil.ch
Liga brack.ch Challenge League
2012/13 3. Rang
Heim
Auswärts

Der FC Wil ist ein schweizerischer Fussballverein, der 1900 gegründet wurde. Seinen Sitz hat er in der Stadt Wil im Kanton St. Gallen.

Vereinsdaten[Bearbeiten]

  • Vereinsfarben: Schwarz-Weiss

Erfolge[Bearbeiten]

  • Schweizer Cup: 2004
  • NLB-Meister: 2 (1998, 2001)
  • Aufstieg in die NLA: 2002

Geschichte[Bearbeiten]

  • 1900 Gründung als FC Stella
  • 1902 Umbenennung in FC Fors
  • 1907 Umbenennung in FC Wil
  • 1991–1993 Aufstieg von der 2. Liga in die NLB und Teilnahme Aufstiegsrunde Nationalliga A unter dem Trainer Christian Gross
  • 2002 Aufstieg in die NLA
  • 2003 Teilnahme am UI-Cup
  • 2004 Schweizer Cupsieger, Teilnahme am UEFA-Cup, gleichzeitig Abstieg in die Challenge League

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten]

In den 1920er Jahren wurde die runde Zahl 1900 aus mündlichen Überlieferungen als Gründungsjahr ausgewählt. Der Fussball wurde um 1900 von zwei Stricker-Praktikanten aus England nach Wil geschleppt und gewann bei den älteren Schülern und Lehrlingen schnell an Bedeutung und es wurde an Abenden und Sonntagen gekickt. Bis 1990 hielt sich der FC Wil, mit einem kurzen Abstecher in der zweithöchsten Spielklasse 1922/23 sowie 1952/53 und 1953/54, vorwiegend in der 2. Liga auf.

Aufstieg von den Niederungen in die NLB[Bearbeiten]

Nicht wenige namhafte Trainer starteten ihre Karriere beim FC Wil bzw. machten dort Zwischenhalt, unter anderem Christian Gross von 1988 bis 1993 oder Hanspeter Latour und Marcel Koller um die Jahrtausendwende. Der spätere GC-, Tottenham-Hotspur- und FC-Basel-Trainer Christian Gross hat den FC Wil 1991 von der 2. Liga (vierthöchste Spielklasse) innerhalb von zwei Saisons in die NLB (zweithöchste Spielklasse) gebracht. Sie nahmen 1992/93 sogar an der Aufstiegsrunde in die NLA teil und konnten sich bis 2002 insgesamt vier Mal für die Aufstiegsrunde in die NLA qualifizieren, verpassten aber jeweils den Aufstieg. Mit Uli Forte, der den FC St. Gallen 2009 zurück in die Axpo Super League brachte, verpasste der FC Wil 2008 ein weiteres Mal nur knapp den Aufstieg.

In den NLB-Zeiten von 1994 bis 1997 trainierte Pierre-André Schürmann die Wiler Mannschaft. Ihm folgte für zwei Jahre Marcel Koller. Unter ihm erreichte der FC Wil 1998 den Cup-Halbfinal. In der Saison 1998/99 wurde Wil NLB-Meister. Gleich daraufhin wechselte Koller zum FC St. Gallen, ihm folgte für die Aufstiegsrunde Hanspeter Latour. Die Wiler verblieben in der NLB. Nachdem Latour neun Monate später zum FC Thun wechselte, folgte ihm Claude Ryf. Er wurde im Juli 2001 durch Heinz Peischl ersetzt. Unter ihm konnte der FC Wil zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in die höchste Spielklasse aufsteigen.

Teilnahme an der Super League[Bearbeiten]

Im Jahre 2002 stieg der FC Wil unter Heinz Peischl in die höchste Spielklasse NLA, die heutige Super League, auf und erreichten die Finalrunde der NLA. 2003 nahm der FC Wil zum ersten Mal in einem internationalen Wettbewerb teil (UI-Cup). Für Schlagzeilen sorgte der Aufsteiger FC Wil im November 2002, als sie als Aussenseiter den Lokalrivalen FC St. Gallen mit einem Torverhältnis von 11:3 besiegten, was NLA-Rekord bedeutete.

Der FC Wil war vor allem dank seines ehemaligen Präsidenten Andreas Hafen, der viel Geld in den FC Wil steckte, erfolgreich. Hafen erwähnte nach aussen stets, das Geld käme von "nicht genannt werden wollenden Investoren". Er hatte allerdings rund 51 Millionen Schweizer Franken seinem Arbeitgeber UBS veruntreut, wovon rund 10 bis 11 Millionen zum FC Wil geflossen sind. Der Diebstahl flog eine Woche nach dem 11:3-Sieg auf. 2006 wurde Andreas Hafen zu fünf Jahren Gefängnis und zur Rückzahlung der veruntreuuten Summe verurteilt. Der FC Wil ist beim Prozess nicht involviert gewesen, da angenommen wird, dass die restlichen Vorstandsmitglieder davon nichts wussten. Die UBS verzichtete auf Rückforderungen seitens des FC Wil.

Nachdem wieder etwas Ruhe einkehrte, übernahm der ukrainische Investor Igor Belanow, ein ehemaliger Spieler der sowjetischen Nationalmannschaft und Europas Fussballer des Jahres 1986, im Sommer 2003 die Aktienmehrheit beim FC Wil AG und wechselte fast die ganze Crew aus. Diese Tatsachen produzierte bisher fast nur negative Schlagzeilen (Finanzen, häufige Trainerwechsel). Die von ihm und seinen Gefolgsleuten gegründete AG befand sich schnell im Nachlassverfahren. Der Verein FC Wil war dadurch jedoch nicht gefährdet.

Mit der Übernahme wurde Martin Andermatt im August 2003 entlassen. Belanow setzte Olexander Sawarow, einen ehemaligen sowjetischen Internationalen, als Trainer ein. Da er die UEFA-Lizenz nicht besass, wurde er im Dezember offiziell durch Joachim Müller, früher bei FC Karl-Marx-Stadt (Chemnitzer FC), ersetzt. Sawarow wurde Sportchef.

Müller wurde nur drei Monate später, im Februar 2004, durch Tomas Matejcek ersetzt. Die Spieler beklagten sich über Matejceks extreme Trainingsmethoden und beschwerten sich bei Belanow. Dieser entliess Matejcek und holte wieder Joachim Müller. Als Assistent stand ihm der ehemalige Schweizer Internationale Stephan Lehmann zur Seite. Belanow zog sich zurück und im FC Wil kehrte wieder Ruhe ein.

Unter dem Duo Müller/ Lehmann gewann der FC Wil überraschend den Schweizer Cup. Bei der ersten Cupfinal-Teilnahme bezwangen sie die Grasshoppers Zürich 3:2. Dies ist der bislang grösste Erfolg in der ganzen Vereinsgeschichte und ebnete dem FC Wil den erstmaligen Zugang zum Uefa-Cup. Doch im gleichen Jahr steigt der FC Wil nach einer erfolglosen Serie nach dem Cupsieg wieder in die Challenge League (ehemals NLB) ab.

Der FC Wil heute[Bearbeiten]

Ab Sommer 2004 hiess der Trainer Walter Hörmann, der vorher den FC Vaduz, die Liechtensteiner Fussballnationalmannschaft und den SV Austria Salzburg coachte.

Der FC Wil scheiterte im Herbst 2004 knapp in der ersten Qualifikationsrunde des UEFA-Cup gegen den slowakischen Klub FK Dukla Banská Bystrica. In der Meisterschaft begann es mit einem 5:2-Heimerfolg gegen den FC Wohlen, dann aber stürzte die Mannschaft ab. Die Wiler ernteten viele Niederlagen und Wil landete nach der Saison in den hinteren Rängen der Challenge League.

Auf die Saison 2005/06 hin wurde Hörmann durch Maurizio Jacobacci ersetzt, der vorher den FC Baden trainierte. Eine Saison später kam Uli Forte, welcher nach zwei erfolgreichen Jahren 2008 überraschend nach St. Gallen wechselte.

In der Saison 2006/07 erreichte der FC Wil den Cuphalbfinal nach einem Sieg gegen die Young Boys (2:1) aus der Super League. In diesem Viertelfinal hat der FC Wil mit einem Spieler weniger den Rückstand wettmachen können. Das Halbfinal gegen den FC Basel (1:3) ging verloren. Dennoch wurde der FC Wil auf Grund des Exploits gegen Young Boys vom Cup-Hauptsponsor Swisscom zum Cup-Team des Jahres gekürt.[1]

Die Saison 2007/08 beendete der FC Wil auf dem 3. Platz, nur 2 Punkte hinter dem 1. Platz vom FC Vaduz, somit wurde ein möglicher Aufstiegsplatz nur knapp verpasst. Da der damalige Trainer Uli Forte zum FC St. Gallen wechselte, wurden viele Spieler unruhig und wechselten ebenfalls den Club. Als neuer Trainer wurde Dieter Münstermann engagiert, der den FC Wil ebenfalls auf den 3. Rang brachte, jedoch waren sie 19 Punkte hinter dem zweitplatzierten FC Lugano.

In der Saison 2008/09 platzierte man sich hinter dem in der vorherigen Saison absgestiegenen FC St. Gallen und dem FC Lugano. Für die Mannschaft unter Dieter Münstermann war im Achtelfinal des Cups gegen den FC Zürich mit einem 0:1 auch bereits wieder Schluss.[2]

Nach einem schwachen Start in die Saison 2009/10 wurde im November Dieter Münstermann entlassen. Die Rückrunde begann man mit Ryszard Komornicki. Die recht schwache Saison beendete man auf dem sechsten Rang. In der 2. Runde des Cups traf der Verein auf den Regionalrivalen FC St. Gallen. Man schied mit einem 1:2 aus.[3] Im Frühjahr 2010 wurde ein Stürmer des FC Wil, David Blumer suspendiert, wegen Verdachts auf Beteiligung am damaligen Wettskandal. Im Mai wurde er vom SFV für zwei Jahre gesperrt. 2012 stellte sich heraus, dass Blumer unschuldig war. Er wurde freigesprochen.[4][5]

In der Saison 2010/11 wurde Komornicki nach neun Spielen und fünf Niederlagen entlassen. Im Cup war man bereits in der ersten Runde am FC Tuggen aus der 1. Liga gescheitert. Für ihn übernahm der bisherige Sportchef Axel Thoma das Traineramt. Der FC Wil steigerte sich in der zweiten Hälfte der Saison und platzierte sich erneut auf dem sechsten Rang.[6]

Auch in der Saison 2011/12 änderte sich bei der Platzierung des Vereins in der Challenge League nichts. Man rangierte am Schluss wieder auf Platz sechs. Im Cup scheiterte man im Achtelfinale am FC Basel knapp mit 2:3 nach Verlängerung.[7] Der FC Wil war in der Verlängerung sogar 2:1 durch ein Tor von Cavusevic in Führung gegangen. Ehe die Basler ausglichen und sogleich auch den Siegestreffer erzielten.[8]

In der Saison 2012/13 erreichte man im Cup das Viertelfinale gegen den FC Zürich, in dem man mit 2:4 nach Verlängerung ausschied, nachdem man im Achtelfinale die Young Boys Bern mit 4:3 nach Verlängerung geschlagen hatte. In der Meisterschaft reichte es für die Mannschaft von Trainer Axel Thoma für einen vierten Platz hinter Aarau, der AC Bellinzona und Winterthur.[9] In dieser Saison spielte der FC Wil infolge Neubau des Stadion Bergholz in der AFG Arena in St. Gallen.

Das erste Heimspiel der Saison fand bereits im neugebauten Bergholz statt. Man besiegte den späteren Aufsteiger Vaduz mit 2:1.[10] In der Saison 2013/14 schied man in der ersten Runde gegen den FC Le Mont aus, man erreichte aber in der Meisterschaft den dritten Platz hinter dem souveränen Aufsteiger Vaduz und dem FC Lugano.[11]

Spieler und Trainer[Bearbeiten]

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten]

Trainer[Bearbeiten]

Weitere Spieler und Trainer sind in der Kategorie:Person (FC Wil) zu finden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. : News :. Swisscom Cup .: Offizielle Website :
  2. Saison 2009 auf Transfermarkt.ch
  3. Saison 2010 auf Transfermarkt.ch
  4. Geschichte auf fcwil.ch, abgerufen am 22. September 2014.
  5. Tagesanzeiger: "Angeklagte Wett-Betrüger freigesprochen"
  6. Saison 2011 auf Transfermarkt.ch
  7. Saison 2012 auf Transfermarkt.ch
  8. Tagesanzeiger: "Fünf Tore, vier Platzverweise und ein gehaltener Penalty"
  9. Saison 2013 auf Transfermarkt.ch
  10. FC Wil - FC Vaduz, Spielbericht auf fcwil.ch, abgerufen am 22. September 2014.
  11. Saison 2014 auf Transfermarkt.ch

Weblinks[Bearbeiten]