FDP Baden-Württemberg

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FDP Baden-Württemberg
Vorsitzender Logo
Michael Theurer  Freie Demokratische Partei, Deutschland (logo - 2005).svg
Basisdaten
Gründungsdatum: 19. Oktober 1952
Gründungsort: Stuttgart
Vorsitzender: Michael Theurer
Ehrenvorsitzender: Jürgen Morlok
Stellvertreter: Hans-Ulrich Rülke
Hosam el Miniawy
Judith Skudelny
Schatzmeister: Michael Georg Link
Generalsekretär: Patrick Meinhardt
Landesgeschäftsführer: Sebastian Haag
Parlamentsmandate:
7/138
Mitglieder: 6.675 (Stand: 31. Dez. 2013)[1]
Website: www.fdp-bw.de

Die FDP Baden-Württemberg entstand 1952, als die in Württemberg-Baden gegründete liberale Demokratische Volkspartei (DVP) zusammen mit dem FDP-Landesverband von Baden im neuen Landesverband FDP/DVP Baden-Württemberg aufging. Die FDP-Landesverbände der drei bis 1952 auf dem Gebiet Baden-Württembergs bestehenden Vorgängerländer hatten sich bereits 1948 organisatorisch der FDP-Bundespartei angeschlossen. Während die Landespartei den Zusatz DVP mittlerweile aufgegeben hat, führt die Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg immer noch die Bezeichnung FDP/DVP-Fraktion.

Organisation[Bearbeiten]

Der Landesverband gliedert sich in neun Bezirksverbände, 42 Kreisverbände und 252 Ortsverbände und hat seinen Sitz in Stuttgart. Landesvorsitzender ist seit November 2013 der Europaparlamentarier Michael Theurer.

Oberstes Organ ist der Landesparteitag, der traditionell am Vortag des Dreikönigstreffens in Stuttgart stattfindet. Alle zwei Jahre findet zusätzlich ein Parteitag im Sommer statt, auf welchem die Neuwahlen des Landesvorstandes im Mittelpunkt stehen. Weitere Organe des Landesverbands sind die Landesvertreterversammlung, der Landeshauptausschuss und der Landesvorstand.

Geschichte[Bearbeiten]

Logo der FDP/DVP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg
Der Landesvorsitzende Jürgen Morlok (Bild Mitte) 1983 in Freiburg auf dem FDP-Bundesparteitag (links neben ihm: Hans-Dietrich Genscher)

Die FDP/DVP wurde am 19. Oktober 1952 als Zusammenschluss der Demokratischen Volkspartei (DVP) von Württemberg-Baden und des FDP-Landesverbands in Südbaden, der dort bis 1948 unter dem Namen Demokratische Partei auftrat, gegründet. Erst am 22. Februar 1953 trat auch der FDP/DVP-Landesverband von Südwürttemberg-Hohenzollern bei. Mit Reinhold Maier (in Württemberg-Baden und Baden-Württemberg) stellte die FDP/DVP von 1945 bis 1953 den einzigen liberalen Ministerpräsidenten in der Bundesrepublik Deutschland. Die FDP/DVP war von 1952 bis 1966 und von 1996 bis 2011 Regierungsfraktion in Baden-Württemberg. Von 1966 bis 1996 und erneut seit 2011 befindet sie sich in der Opposition. Aus dem Landesverband gingen wichtige Persönlichkeiten wie etwa Bundespräsident Theodor Heuss und Bundesaußenminister Klaus Kinkel hervor.

Landesvorsitzende der FDP Baden-Württemberg waren Wolfgang Haußmann (1952–1964), Hermann Saam (1964–1967), Hermann Müller (1967–1971), Karl Moersch (1971–1974), Martin Bangemann (1974–1978), Jürgen Morlok (1978–1985), Walter Döring (1985–1988), Friedrich-Wilhelm Kiel (1988–1990), Georg Gallus (kommissarisch 1990–1991), Roland Kohn (1991–1995) und zum zweiten Mal Walter Döring (1995–2004). Ab 2004 war Birgit Homburger Landesvorsitzende, bis sie nach dem schlechten Abschneiden der Partei bei der Bundestagswahl 2013 ihren Verzicht auf den Landesvorsitz ankündigte. Auf dem 110. Ordentlichen Landesparteitag am 2. November 2013 wurde der Europaabgeordnete Michael Theurer zum neuen Landesvorsitzenden gewählt. Er setzte sich mit 199 zu 188 Stimmen knapp gegen den Landtagsfraktionsvorsitzenden Hans-Ulrich Rülke durch.[2][3]

Wahlergebnisse[Bearbeiten]

Die FDP Baden-Württemberg ist der einzige FDP-Landesverband, der noch nie an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert ist.

Landtagswahlergebnisse in Baden-Württemberg[Bearbeiten]

Landtagswahlergebnisse der FDP Baden-Württemberg
in Prozent
15%
10%
5%
0%
'52
'56
'60
'64
'68
'72
'76
'80
'84
'88
'92
'96
'01
'06
'11
Ergebnisse der Landtagswahlen[4]
Jahr Stimmen Sitze
1952 18,8 % 23
1956 16,6 % 21
1960 15,8 % 18
1964 13,1 % 14
1968 14,4 % 18
1972 8,9 % 10
1976 7,8 % 9
1980 8,3 % 10
1984 7,2 % 8
1988 5,9 % 7
1992 5,9 % 8
1996 9,6 % 14
2001 8,1 % 10
2006 10,7 % 15
2011 5,3 % 7

Bundestagswahlergebnisse in Baden-Württemberg[Bearbeiten]

Bundestagswahlergebnisse[5]
Jahr Stimmenanteil Sitze
1949 18,2 %1/15,3 %2 71/12
1953 12,7 % 9
1957 14,4 % 11
1961 16,6 % 12
1965 13,1 % 10
1969 7,5 % 6
1972 10,2 % 8
1976 9,1 % 7
1980 12,0 % 9
1983 9,0 % 7
1987 12,0 % 9
1990 12,3 % 10
1994 9,9 % 8
1998 8,8 % 7
2002 7,8 % 6
2005 11,9 % 9
2009 18,8 % 15
2013 6,2 % 0

1Württemberg-Baden
2Württemberg-Hohenzollern

Stammland der FDP[Bearbeiten]

Wegen der größeren Stärke der FDP im Vergleich zum Bundesdurchschnitt und wegen der historischen Bedeutung des Liberalismus in den Landesteilen wird Baden-Württemberg auch als „Stammland der FDP“ bezeichnet. Dies wird unterstrichen durch das traditionelle, jährlich am 6. Januar in Stuttgart stattfindende Dreikönigstreffen der Partei, das heute als politischer Jahresauftakt der Liberalen mit bundespolitischer Bedeutung gilt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Rothmund, Erhard R. Wiehn (Hrsg.): Die FDP/DVP in Baden-Württemberg und ihre Geschichte. Liberalismus als politische Gestaltungskraft im deutschen Südwesten (= Schriften zur politischen Landeskunde Baden-Württembergs 4). Kohlhammer, Stuttgart u. a. 1979, ISBN 3-17-004680-2.
  • Edmund Ortwein: Die Liberalen. In: Michael Eilfort (Hrsg.): Parteien in Baden-Württemberg (= Schriften zur politischen Landeskunde 31). Verlag W. Kohlhammer in Verbindung mit der Landeszentrale für Politische Bildung Baden-Württemberg, Stuttgart 2004, ISBN 3-17-017849-0, S. 105–123.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Oskar Niedermayer: Parteimitglieder in Deutschland: Version 2014 (Word-Dokument)
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatNeuanfang bei den Liberalen: Europaabgeordneter Theurer ist neuer FDP-Landeschef. In: Focus Online. 2. November 2013, abgerufen am 11. Dezember 2014.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatRüdiger Soldt, Filderstadt: „Schluss mit dem Quatsch“. In: faz.net. 2. November 2013, abgerufen am 11. Dezember 2014.
  4. Ergebnisse der Landtagswahlen in Baden-Württemberg
  5. Ergebnisse der Bundestagswahlen

Weblinks[Bearbeiten]