FMA IA 63 Pampa

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FMA IA 63 Pampa
FMA IA 63 Pampa 1991.jpg
IA 63 Pampa auf der Pariser Luftfahrtschau 1991
Typ: Trainer
Entwurfsland: ArgentinienArgentinien Argentinien
Hersteller: FMA
Erstflug: 6. Oktober 1984
Indienststellung: 1988
Stückzahl: 24

Die FMA IA 63 Pampa ist ein zweisitziges leichtes Kampf- und Trainer-Flugzeug der Fábrica Militar de Aviones (FMA) in Córdoba, Argentinien.

Entwicklung[Bearbeiten]

Pampa I[Bearbeiten]

Ausgangspunkt der Entwicklung war eine Anweisung des Kommandeurs der Fuerza Aérea aus dem März 1977, die neben der Beschaffung eines neuen Trainers auch eine Stärkung der heimischen Luftfahrtindustrie vorsah. Eine Machbarkeitsstudie wurde ab 1979 durchgeführt und Anfang 1981 startete die offizielle Entwicklung. Nach Budgetkürzungen durch innenpolitischen Druck wurden ab Mitte 1983 zwei Zellen für Bruchtests und drei Prototypen gebaut.[1] Die Flugtests begannen mit dem 45 minütigen Erstflug des ersten Prototyps EX-01 am 6. Oktober 1984 mit Genora Mario Sciola und Horacio Armando Orefice im Cockpit. Im Juni 1985 wurde der Prototyp auf Luftfahrtschau in Le Bourget präsentiert. Der zweite und dritte Prototyp nahm am 7. August 1985 und 25. März 1986 die Tests auf. Die Erprobung verlief ohne Probleme und so begann die erste Auslieferung an die IV Brigada Aérea in El Plumerillo im Frühjahr 1988. Die letzten Maschinen wurden 1992 ausgeliefert.

Pampa II[Bearbeiten]

1995 übertrug die argentinische Regierung das Management der FMA an Lockheed-Martin, welche im Juni 2000 eine Weiterentwicklung zur AT-63 beschloss. Finanzielle Probleme Argentiniens führten dazu, dass das erste umgebaute Flugzeug erst am 25. Juni 2005 zum Erstflug startete. Die erste neue Maschine folgte im Dezember 2007. Die Maschinen waren mit stärkerem Triebwerk, verbessertem Waffenleitsystem und Avionik ausgerüstet. Es wurden zunächst nur sechs neue Exemplare AT 63 an die argentinische Luftwaffe verkauft und zwölf Maschinen umgerüstet, die nun als IA 63 Pampa II bezeichnet werden. Im Jahr 2008 kündigte Argentinien die Wiederverstaatlichung von FMA an, die im März 2009 vollzogen wurde.[1] Im September 2011 kündigte Argentiniens Verteidigungsminister an, 40 weitere mit Honeywell TFE731-40-N2 Triebwerken (21 % mehr Schub als das ursprüngliche TFE731-2C) ausgerüstete Pampa II zu beschaffen. Die Auslieferung soll Ende 2012 beginnen. Zehn bis zwölf Exemplare soll die Marine erhalten, der Rest soll an die Luftstreitkräfte gehen.

Pampa III[Bearbeiten]

Für die Zukunft ist geplant, die Maschinen (als Pampa III) mit stärkeren TFE731-40 Triebwerken mit 18,7 kN Schub auszurüsten. Daneben sind zehn weitere Zellen (keine vollständigen Maschinen) bestellt und im August billigte der Senat den Plan, das Werk von Lockheed-Martin zurückzukaufen.

Technik[Bearbeiten]

Die IA 63 ist ein einstrahliger Schulterdecker mit konventionellem Leitwerk. Sie verfügt über ein druckbelüftetes Tandemcockpit mit 0/0-Schleudersitzen.

Das Flugzeug hat große Ähnlichkeit mit dem Alpha Jet. Die Firma Dornier in Friedrichshafen arbeitete im Unterauftrag (Auftragsentwicklung) mit der Alpha-Jet-Entwicklungsmannschaft vor Ort in Cordoba und in Friedrichshafen. Große Teile der Prototypenfertigung und auch der Erstflug mit erster Erprobung fanden bei Dornier in Oberpfaffenhofen statt. Im Gegensatz zum Alpha Jet hat das Flugzeug nur ein Triebwerk und einen geraden Flügel. Letzterer war jedoch ein modernes Design mit superkritischem DoA-7/DoA-8 Profil. Ansonsten wurde auf robuste Systeme und einfache Wartung Wert gelegt.[2] Das dreiteilige einziehbare Bugradfahrwerk war jeweils einzeln bereift. Die zweiköpfige Besatzung ist hintereinander in einer großzügig verglasten Kabine auf Stnecil SIII-S31A-63 Schleudersitzen mit Null-Null-Fähigkeiten untergebracht.[1]

Bau[Bearbeiten]

Die FMA suchte mit dem Projekt Anschluss an den modernen Flugzeugbau und bot das Flugzeug auf dem Weltmarkt hauptsächlich als Trainer-/ Schulflugzeug an, obwohl auch Unterstützungsaufgaben für Erdkampfaufgaben vorgesehen waren. Die Argentinische Luftwaffe beschaffte anfangs nur 14 Flugzeuge, wobei FMA mit Aufträgen für 100 oder mehr Flugzeugen rechnete. Angebote an verschiedene Länder, darunter auch die USA in Kooperation mit der Fa. Ling-Temco-Vought (LTV), waren nicht von Erfolg gekrönt.

Varianten[Bearbeiten]

IA 63[Bearbeiten]

Ursprungsversion mit dem TFE731-2-2N- Triebwerk, 1588 kg Schub. Höchstgeschwindigkeit 755 km/h in 7000 m Höhe.[3]

AT/IA 63 Pampa II[Bearbeiten]

Triebwerk TFE731-2C mit 16,5 kN Schub, digitales Cockpit mit 2×2 MFDs von Elbit Systems Ltd. und HUD, Missionscomputer. Optional dachte man auch an den Einbau von Radar, Radarwarnempfängern und Düppelwerfern. Die Maschine verfügt über fünf Aufhängepunkte für Außenlasten (Außentank, Bomben, Raketenbehälter oder Kanonenbehälter mit einer 30mm-MK-Defa-Giat-554).

Vought Pampa 2000[Bearbeiten]

Der Prototyp (EX-01) wurde für das Joint Primary Aircraft Training System der US-Streitkräfte 1994, gemeinsam mit LTV, umgebaut. Bei dieser Maschine wurde das Cockpit stark überarbeitet und Änderungen am Fahrwerk und an weiteren Systemen vorgenommen. Der zweite der drei Prototypen stürzte am 31. August 1992 ab. Nach umfangreichen und erfolgreichen Tests durch amerikanisches Luftwaffen- und Marinepersonal im August 1994 entschieden sich die US-Streitkräfte 1995 jedoch für die Beechcraft T-6A.[1]

Technische Daten[Bearbeiten]

Kenngröße Daten der FMA IA 63 Pampa
Länge 10,93 m
Flügelspannweite 9,69 m
Flügelfläche 15,63 m²
Höhe 4,29 m
Spurweite 2,66 m
Radstand 4,42 m
Antrieb ein Garrett AiResearch TFE731-2-2N oder 731-2C Turbofan mit 15,57 (16,50) kN Standschub
Höchstgeschwindigkeit 819 km/h / 400 kt (740 km/h in Meereshöhe)
Marschgeschwindigkeit 650 bis 740 km/h
Normale Reichweite 1.500 km / 810 NM (360 km bei Luft-Boden und 4.860 kg)
Steigrate 27 m/s / 90 ft/sec
Besatzung 2, Sitze hintereinander
Landegeschwindigkeit 180 km/h / 99kt
Dienstgipfelhöhe 12.900 m / 42.300 ft
Leermasse 2.627 kg (2.820 kg AT-63)
Startmasse 3.200 kg
max. Startmasse 3.800 kg (5.000 kg mit Außenlast)
max. Kraftstoff 1.120 kg
max. Aussenlast 1.160 kg (1.900 kg AT-63)
Startrollstrecke 425 m (3.700 kg)
Landerollstrecke 460 m (3.500 kg)
Lastvielfache +6/-3g
Lebensdauer 8.000h

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: FMA IA 63 Pampa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d FliegerRevue Februar 2012, S.28-31, Neuauflage der Pampa ?
  2. FlugRevue Oktober 2009, S.61-64, FMA IA 63 Pampa
  3.  Flugzeugtypen der Welt. Bechtermünz, Augsburg 1997, ISBN 3-86047-593-2, S. 385.