FO Deh 4/4 I

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Deh 4/4 I
FO Deh 51.JPG
Nummerierung FO 51-55
Anzahl 5
Hersteller SLM (Triebdrehgestelle), SIG (Lokomotivkasten), BBC (FO), SAAS (BVZ) (elektrische Ausrüstung)
Indienststellung 1972
Achsformel Bbo'Bbo'
Leergewicht 48.3 t
Gesamtlänge 16'900 mm
Höchstgeschwindigkeit 60 km/h (Adhäsion)
30 km/h (Zahnrad)
Stromsystem 11 kV / 16.7 Hz
Anzahl der Motoren 4
Antrieb elektrisch
Stundenleistung 1'032 kW
Spurweite 1'000 mm

Der Deh 4/4 I ist eine schmalspurige Gepäcktriebwagenbaureihe der ehemaligen Furka-Oberalp-Bahn (FO), heute Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB), für Adhäsions- und Zahnradbetrieb. Die Baureihe umfasst fünf Fahrzeuge (Nummern 51 bis 55). Vier mechanisch ähnliche aber elektrisch andersartige Fahrzeuge wurden als Deh 4/4 21–24 von der Brig-Visp-Zermatt-Bahn (BVZ) beschafft und gehören heute ebenfalls zur MGB.

Geschichte[Bearbeiten]

Vergleich beider Seiten des Wagenkastens der Deh ex BVZ (oben) und ex FO (unten)

Da das Rollmaterial in den 60er Jahren grösstenteils veraltet und der Verkehr in der Wintersaison stark angestiegen war, benötigte die FO dringend leistungsfähigere Triebfahrzeuge. Man entschied sich für leistungsfähige Gepäcktriebwagen, die freizügig auf dem gesamten Netz eingesetzt werden konnten. Die fünf Fahrzeuge des Typs Deh 4/4 wurden 1972 bestellt und lösten die HGe 2/2 und die ABDeh 2/4 ab, die den Wintersportverkehr auf der Schöllenenbahn nicht mehr bewältigen konnten. Parallel zu den Triebwagen wurden vier Steuerwagen und acht passende Reisezugwagen beschafft, mit denen vier dreiteilige Pendelzüge gebildet werden konnten. 1977 wurde ein zusätzlicher fünfter Pendelzug aus vorhanden Fahrzeugen zusammengestellt.

Ein Nachbau der FO-Deh 4/4 erhielt einen völlig andersartigen Kasten, weshalb diese Fahrzeuge bei der FO als Deh 4/4 I und II unterschieden wurden. Seit der Fusion zur MGB ist diese Bezeichnung nicht mehr gebräuchlich, die MGB unterscheidet die Serien nach den Nummernbereichen 21, 51 und 91.

Technik[Bearbeiten]

Deh 4/4 I 54 mit geöffneter Front-Tür

Aus Gründen der Gewichtseinsparung ist der Wagenkasten in Leichtmetallbauweise gefertigt. Die Apparateschränke mit der elektronischen und pneumatischen Ausrüstung sind im Gepäckraum in der Mitte untergebracht. Der Transformator befindet sich unter dem Wagenkasten, die Drehgestelle verfügen über jeweils zwei Motoren.

Einsatz[Bearbeiten]

Die ehemaligen Deh 4/4 I und II der FO werden hauptsächlich zusammen mit zwei Mittelwagen und einem Steuerwagen als fest gekuppelte Pendelzüge eingesetzt. Zwischen Disentis und Andermatt (Oberalp, 110‰) kann ein und zwischen Visp und Andermatt (Goms, 90‰) können zwei Verstärkungswagen angehängt werden. Zwischen Andermatt und Göschenen (Schöllenenschlucht, 179‰) sind keine Verstärkungswagen möglich. Die Pendelzüge sind innerhalb der Komposition mit der automatischen +GF+-Kupplung (GFN) verbunden. Für andere Verwendungen müssen die Kupplungen getauscht werden. Einsätze nach Zermatt sind bisher keine bekannt.

Liste der Deh 4/4 der Matterhorn Gotthard Bahn[Bearbeiten]

Betriebsnummer Taufname Inbetriebnahme Status
51 Disentis/Mustér 1972 in Betrieb
52 Tujetsch/Sedrun 1972 in Betrieb
53 Urseren 1972 in Betrieb
54 Goms 1972 in Betrieb
55 Brig 1972 in Betrieb

Literatur[Bearbeiten]

  •  Wolfgang Finke, Hans Schweers: Die Fahrzeuge der Furka-Oberalp-Bahn 1913–1999. Brig-Furka-Disentis. Schöllenenbahn. Furka-Oberalp-Bahn. Schweers + Wall, Aachen 1999, ISBN 978-3894941116.
  •  Hans-Bernhard-Schönborn: Schweizer Triebfahrzeuge. GeraMond, 2004, ISBN 3-7654-7176-3, S. 80–81.