FREITAG lab.ag

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Freitag-Shop an der Geroldstrasse 17 in Zürich West, Turm aus 19[1] Frachtcontainern, neben der Hardbrücke und Bahnhof Hardbrücke am Rande des ehemaligen Maag-Zahnradwerkes.

Die Freitag lab AG (Eigenschreibweise FREITAG lab.ag [2]) ist ein Schweizer Hersteller von Taschen und Accessoires aus gebrauchten Materialien, hauptsächlich Lkw-Planen. Die Aktiengesellschaft Freitag lab.ag hat ihren Sitz in Zürich und ist benannt nach ihren Gründern Markus und Daniel Freitag.

Geschichte[Bearbeiten]

1993, ein Jahrzehnt nach dem Nürnberger Unternehmen Ortlieb, entwickelten die beiden aus Davos stammenden Brüder, Grafikdesigner Markus Freitag und Daniel Freitag eine Messengerbag aus alten Lkw-Planen, gebrauchten Fahrradschläuchen und Autogurten. Inzwischen gehört auch noch ein weiteres Recyclingmaterial zur Produktion: Airbags.

Inspiriert wurden die beiden passionierten Fahrradfahrer von New Yorker Fahrradkuriertaschen einerseits und andererseits vom Fernlastverkehr auf der Zürcher Hardbrücke – dem Panorama ihrer WG-Küche. Die funktionellen, wasserdichten und robusten Taschen lösten bald eine neue Welle in der Taschenwelt aus. Seither haben die Brüder Freitag über 40 Modelle zur Serienreife entwickelt.

Die Freitag lab.ag hat ihren Sitz in Zürich und zählt heute rund 100 Mitarbeiter. Freitag verarbeitet jährlich 200 Tonnen Lkw-Planen, 75'000 Fahrradschläuche und 25'000 Autogurte. Die Produktion – Design, Planenreinigung, Zuschnitt, Verpackung, Lager, Büro – fand bis 2009 auf dem Zürcher Maag-Areal statt und anschliessend in Zürich-Oerlikon. Der alte Produktionsstandort befand sich neben der Transitstrecke über die Hardbrücke, an der Markus und Daniel Freitag 1993 ihre Produktidee hatten. Genäht werden die Taschen in Frankreich, Portugal und Tunesien sowie in einer Behindertenwerkstatt und in einem Familienbetrieb in der Schweiz.

Mit dem Wachstum der Firma (ursprünglich einfache Gesellschaft), haben die Gebrüder folgende Firmen gegründet:

  • Freitag lab AG, in Zürich, (gegründet 21. Juni 2005, die 31. Dezember 1995 gegründete Firma abgelöst) – Entwicklung, Gestaltung, Herstellung, Verkauf von Mode- und Accessoires; Dienstleistungen und Beratungen im Bereich Multimedia, visuelle Kommunikation, Grafik und Produkte-Design; Vertrieb und Verkauf von Waren aller Art (gemäss SHAB, 30. Juni 2005)
  • Freitag reference AG, in Zürich (gegründet 4. April 2005) – Dienstleistungen und Beratungen im Bereich visuelle Kommunikation, Grafik-, Produkt-, Multimedia- und Service-Design; Entwicklung, Gestaltung, Herstellung und Verkauf von Mode-Accessoires und Möbeln; Vertrieb und Verkauf von Waren aller Art (SHAB, 13. April 2005)
  • Regroup AG, ab 2005 in Zug, vorher in Zürich (unter Freitag lab. AG) – Beteiligung an anderen Gesellschaften; Erwerb, Verwaltung, Veräusserung von Lizenzen, Patenten und anderen immateriellen Güterrechten; Finanzierungen (SHAB)

Produkte[Bearbeiten]

Durch die Verwendung rezyklierter Materialien ist jedes Freitag-Produkt ein Unikat – die Taschen sind in unzähligen Farben und Designs erhältlich. Neben zwei Dutzend Taschenmodellen stellt Freitag eine Reihe von Accessoires, unter anderem Portemonnaies und Laptopsleeves, sowie Sportartikel wie Boxsäcke und Fussbälle her.

Seit 2003 ist eine der ersten Freitag TOP CAT Messengerbags in der Designsammlung des MoMA in New York zu finden.

Freitag vertreibt seine Produkte weltweit über 350 Geschäfte und über die neun «flagship stores» in Zürich (zwei Geschäfte), Davos, Lausanne, Berlin, Köln, Hamburg, Wien, New York und Tokio.

Die LKW-Planen für die Taschen werden in Zürich zugeschnitten und danach nach Frankreich, Portugal, Tschechien und Tunesien verschifft um dort in externen Nähereien verarbeitet zu werden. Diese beschäftigen zwischen 40-80 Näherinnen, die für Freitag arbeiten.[3]

Beschaffenheit der Materialien[Bearbeiten]

Lkw-Planen aus PVC-beschichtetem Polyestergewebe („Tarpaulin“) enthalten Weichmacher (da PVC ein hartes und sprödes Material ist und für eine solche Anwendung unbrauchbar wäre). Ob und inwieweit die Taschen der Freitag lab.ag hiervon betroffen sind, ist nicht geklärt. Die verwendeten Planen genügen allerdings nicht den Richtlinien für Gegenstände, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen könnten oder die Verwendung im unmittelbaren Lebensumfeld von Menschen finden sollen. Sie entsprechen lediglich den Richtlinien der technischen Konfektion.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2009: Design Preis Schweiz in der Kategorie Newcomer: „V30 FREITAG Skid“ von Designer Colin Schaelli
  • 2006: Gold für den „F-Shop“ Hamburg beim 7. Internationalen Architekturpreis contractworld.award
  • 2006: Bronze für die Fotostrecke Renegade (Fotograf Noe Flum) vom Art Directors Club Schweiz
  • 2005: Der Freitag-Klassiker „Dragnet“ wurde in Paris auf der Who’s Next Fashion trade show als Meilenstein der „urban fashion” präsentiert
  • 2003: Aufnahme des Modells „TOP CAT“ in die Designsammlung des MOMA in New York
  • 2003: Master of Swiss Web für den „F-CUT“ als beste Schweizer Website
  • 2003: Gold für den „F-CUT“ vom Art Directors Club Europe in der Kategorie New & Mixed Media / Interactive Media
  • 2003: Gold für den „F-CUT“ vom Art Directors Club Schweiz in der Kategorie Electronic Publishing
  • 1999: Eidgenössischer Preis für Design
  • 1997: Aufnahme Prototyp von 1993 in die Sammlung des Museums für Gestaltung, Zürich

Ausstellungen[Bearbeiten]

  • 2012: Freitag – Out of the Bag. Museum für Gestaltung Zürich.

Literatur[Bearbeiten]

  • Lars Müller (Hrsg.): Freitag – Individual Recycled Freeway Bags. Photos von Jules Spinatsch, Text von Max Küng, engl. Übersetzung von Jim Stewart. Lars Müller Publishers, Baden 2001, ISBN 3-907078-47-0.
  • Museum für Gestaltung Zürich, Renate Menzi (Hrsg.): Freitag – Ein Taschen-Buch. Lars Müller Publishers, Baden 2012, ISBN 978-3-03778-278-1.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.freitag.ch/media/stores/zurich
  2. Eintrag der «FREITAG lab.ag» im Handelsregister des Kantons Zürich
  3. Artikel «Tunesien für Firmen attraktiv» von Philipp Hufschmid, Der Landbote vom 12. November 2012