FREMM-Fregatten

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Civil and Naval Ensign of France.svg Naval Ensign of Italy.svg FREMM-Klasse
Italienische Fregatte Carlo Bergamini (F590)
Italienische Fregatte Carlo Bergamini (F590)
Übersicht
Typ Fregatte
Einheiten 8 Civil and Naval Ensign of France.svg, 8 Naval Ensign of Italy.svg und 1 Flag of Morocco.svg
Bauwerft

Fincantieri, DCN, Thales, Finmeccanica

Auslieferung Ab 2012
Dienstzeit

Ab 2013

Technische Daten
Noch in Bau (Stand Oktober 2008)
Verdrängung

Maximal: 5.900 ts

Länge

140,4 m

Breite

19,7 m

Tiefgang

5 m

Besatzung

145 (max. 165)

Antrieb

( Civil and Naval Ensign of France.svg CODLOG oder Naval Ensign of Italy.svg CODLAG)

  • 4 E-Generatoren mit je 2,1 MW
  • 2 Diesel
Geschwindigkeit

27 kn (Gasturbinen), 15,5 kn (E-Motoren), Naval Ensign of Italy.svg 29 kn (CODLAG)

Reichweite

6.000 nm bei 15 kn

Bewaffnung
Führungselektronik
Hubschrauber

Zwei NH90 oder 1 NH90 + 1 EH101[1]

FREMM ist eine Klasse von Fregatten, die Frankreich und Italien seit 2007 in einem Gemeinschaftsprojekt für ihre jeweiligen Seestreitkräfte und für den Export bauen. Die Bezeichnung FREMM steht für das französische Frégate Multi-Mission bzw. das italienische Fregata Multi-Missione.[2]

Versionen[Bearbeiten]

Bei den FREMM-Fregatten handelt es sich um eine Variante der französisch-italienischen Führungs- und Luftverteidigungsschiffe des Horizon-Projekts. Die FREMM-Fregatten werden in zwei Versionen gebaut: „ASW“ (Anti Submarine Warfare, in Frankreich: „ASM“) und „GP/LA“ (General Purpose/Land Attack, in Frankreich: „AVT“ - Action Vers la Terre). Das französische Armaris-Konsortium (bestehend aus der Thales Group und DCN) begann 2007 mit dem Bau von insgesamt elf FREMM-Fregatten für die Französische Marine. Ursprünglich waren 17 Schiffe geplant, davon acht ASM und neun AVT. Sie sollten ursprünglich sowohl die Fregatten der Klassen Tourville und Georges Leygues, als auch die Korvetten der Klasse D'Estienne d'Orves ersetzen.

In Italien soll Orizzonte Sistemi Navali, ein Konsortium bestehend aus Fincantieri und Finmeccanica, zehn FREMM-Fregatten bauen (4 ASW und 6 GP/LA), die in der italienischen Marine die Fregatten die Maestrale-Klasse und der Artigliere-Klasse ablösen werden. Von den geplanten Schiffen sind acht fest bestellt.

Da von der Horizon-Klasse aus finanziellen Gründen keine weiteren Schiffe bestellt worden sind, plant man nun eine Luftabwehrvariante der FREMM-Fregatten, die in Frankreich als FREDA (Frégates de défense aériennes) bezeichnet wird. Wird bei den beiden ursprünglichen Versionen ein Vertical Launching System vom Typ Sylver A50 (statt A43) eingebaut, können auch Raketen vom Typ Aster 30 verschossen werden. Dank dieser Raketen längerer Reichweite und einer neuen, aktiven Version des Multifunktionsradars Empar werden die Fregatten in den Standard-Versionen auch zu vollgültigen Luftabwehrschiffen. Mit dem VLS-System Sylver A70 können die GP/LA-Schiffe Marschflugkörper vom Typ Scalp Naval einsetzen.

Einheiten[Bearbeiten]

FrankreichFrankreich Frankreich - Aquitaine-Klasse

Acht Schiffe wurden am 16. November 2005 bestellt. Die französische Regierung hatte in ihrem Verteidigungs-Weißbuch 2008 mitgeteilt, sich auf insgesamt elf statt der vorher geplanten 17 Einheiten zu beschränken.[3] Neun Schiffe sollten zunächst in der ASW/ASM-Version gebaut werden, die letzten beiden Einheiten in der Luftabwehrvariante FREDA als Ersatz für die beiden Zerstörer der Cassard-Klasse. Die Bestellung für die letzten drei Fregatten erfolgte am 8. Oktober 2009 anlässlich der Kiellegung der Normandie.

Die ersten acht Einheiten sind nach französischen Regionen benannt. (Die wechselvolle Geschichte des Elsass' und Lothringens zeigt sich auch dadurch, dass es auch bei einer deutschen Marine Schiffe dieser Namen gab, die SMS Elsass und die SMS Lothringen.) Die Aquitaine wurde 2012 an die Marine Nationale ausgeliefert und wird bis zur Indienststellung noch getestet. Wie Mitte 2013 von der Regierung angekündigt wurde, wird aus Budgetgründen die Produktionsrate auf ein Schiff alle 14 Monate gestreckt und bereits die Schiffe 7 und 8 anstelle als ASW-Fregatten in der FREDA-Version gebaut.

Die Konfiguration der letzten drei Einheiten, deren Auslieferung zwischen 2013 und 2025 erfolgen soll, wird 2016 festgelegt, ggf. wird es technische Neuerungen geben.

Kennung Name Kiellegung Bauwerft Stapellauf Indienststellung Variante Heimathafen
D630 Aquitaine 15. Dezember 2007 DCNS, Lorient 29. April 2010 23. November 2012 ASM Brest
D631 Normandie 8. Oktober 2009 DCNS, Lorient 18. Oktober 2012 Ende 2014 (geplant) ASM Brest
D632 Provence 15. Dezember 2010 DCNS 18. September 2013 Mai 2015 (geplant) ASM Toulon
D633 Languedoc 30. November 2011 DCNS 12. Juli 2014 Januar 2016 (geplant) ASM Toulon
D634 Auvergne August 2012 DCNS Dezember 2016 (geplant) ASM Toulon
D635 Alsace DCNS September 2017 (geplant) ASM Toulon
D636 Bretagne DCNS Juni 2018 (geplant) FREDA Brest
D637 Lorraine DCNS Mai 2019 (geplant) FREDA Brest

ItalienItalien Italien - Bergamini-Klasse

Von den zehn geplanten Fregatten wurden die ersten beiden im Jahr 2005 bestellt, 2008 folgten dann vier weitere, 2013 nochmals zwei.[4] Diese acht Schiffe sind für den Einsatz der Aster-30-Raketen ausgelegt.[5] Die letzten beiden, noch nicht fest bestellten Einheiten sollen abweichend von ursprünglichen Planungen eine Fähigkeit zur Abwehr ballistischer Raketen (ABM) erhalten und nach 2020 die beiden Zerstörer der De-la-Penne-Klasse ablösen. Einen großen Teil der Kosten des FREMM-Programms übernimmt das italienische Wirtschaftsministerium, das damit der angeschlagenen Schiffbauindustrie in Ligurien unter die Arme greifen will. Die italienischen FREMM werden im Wesentlichen in Riva Trigoso gebaut, die Bugsektionen im benachbarten Muggiano vorgefertigt. Die ersten, bereits in Dienst gestellten Fregatten wurden in La Spezia (COMGRUPNAV 1) stationiert, die andere Hälfte kommt später nach Tarent.

Kennung Name Kiellegung Bauwerft Stapellauf Indienststellung Variante
F590 Carlo Bergamini 4. Februar 2008 Fincantieri, Riva Trigoso 16. Juli 2011 29. Mai 2013 GP/LA
F591 Virginio Fasan 17. Mai 2009 Fincantieri 31. März 2012 19. Dezember 2013 ASW
F592 Carlo Margottini 21. April 2010 Fincantieri 29. Juni 2013 27. Februar 2014 ASW
F593 Carabiniere 6. April 2011 Fincantieri 29. März 2014 2015 (geplant) ASW
F594 Alpino 23. Februar 2012 Fincantieri 2016 (geplant) ASW
F595 Luigi Rizzo 5. März 2013 Fincantieri 2017 (geplant) GP/LA
F596 4. Juni 2014 Fincantieri 2018 (geplant) GP/LA
F597 2015 (geplant) Fincantieri 2019 (geplant) GP/LA

Hinsichtlich des Namens stehen die ersten sechs Schiffe in der Nachfolge der Klassen Bergamini und Alpino. Bei der Fregatte Carabiniere wurde Wert auf einen Stapellauf im Jahr 2014 gelegt, weil die Carabinieri in diesem Jahr ihr 200-jähriges Bestehen feiern.[6]

MarokkoMarokko Marokko - Aquitaine-Klasse

Die marokkanische Marine bestellte 2007 eine ASW-Fregatte. Bei der Mohammed VI (Kennung D601) handelt sich um das zweite ursprünglich für die französische Marine vorgesehene Schiff.[7] Das Schiff wurde am 30. Januar 2014 in Brest in Dienst gestellt.

Kennung Name Kiellegung Bauwerft Stapellauf Indienststellung Variante Heimathafen
701 Mohammed VI 2008 DCNS, Lorient 14. September 2011 30. Januar 2014 ASM Ksar es-Seghir

Mit Belgien, Bulgarien, Saudi-Arabien und anderen Staaten sind Exportverhandlungen im Gange.

Bilder[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Daten zur FREMM auf der Webseite von Fincantieri
  2. Information zur FREMM auf NationalMaster
  3. defensenews.com zu neuen franz. Rüstungsplanung
  4. Fincantieri kicks-off Construction of 7th Fremm Ship
  5. Modifiche e qualche ritocco per le FREMM, analisidifesa.it
  6. Stapellauf der Carabiniere im 200. Jahr des Bestehens der Carabinieri, dedalonews.it, 29. März 2014
  7. Zur Bestellung Marokkos

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: FREMM – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien