FRETILIN

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Flagge der FRETILIN

Die Revolutionäre Front für die Unabhängigkeit von Timor-Leste FRETILIN (portugiesisch Frente Revolucionária do Timor-Leste Independente, auch Fretilin) ist eine Partei in Osttimor.

Geschichte[Bearbeiten]

Unabhängigkeitskampf[Bearbeiten]

Logo der FRETILIN

Nach der Nelkenrevolution in Portugal im April 1974 wurden auch in der Kolonie Portugiesisch-Timor die ersten Parteien gegründet und später vom neuen Gouverneur Mário Lemos Pires legalisiert als Vorbereitung für freie Wahlen zu einer verfassunggebenden Versammlung.

Am 20. Mai wurde von Francisco Xavier do Amaral (Erster Präsident der FRETILIN), Nicolau dos Reis Lobato (Vizepräsident) und anderen die linksorientierte Partei Associação Social Democrática Timorense (ASDT) (Timoresische Volksdemokratische Assoziation, die heutige ASDT ist eine spätere Gründung) gegründet. Sie strebte eine schnelle Unabhängigkeit von Portugal an, während andere Parteien eine lockere Bindung an die alte Kolonialmacht oder den Anschluss an Indonesien oder Australien propagierten. Generalsekretär wurde Alarico Fernandes, zweiter Generalsekretär war Justino Mota, Sekretär für politische Angelegenheiten Marí Bin Amude Alkatiri und Sekretär für Außenbeziehungen José Ramos-Horta.[1] Am 11. September 1974 wurde die ASDT in FRETILIN umbenannt. Viele der Parteigründer waren die Söhne von Liurai und waren als Lehrer oder in der Verwaltung tätig. Ihre Unterstützer fand die FRETILIN aber nicht nur unter vielen prominenten Liurai, sondern auch in den Dörfern. Der FRETILIN wurde von Australien und Indonesien vorgeworfen marxistisch zu sein, allerdings war sie mehr eine Sammlungsbewegung. Fernandes rechnete man den Kommunisten zu, Nicolau Lobato war mehr ein christlicher Marxist, doch Amaral war Konservativer und Ramos-Horta Sozialdemokrat [2][3][4] Der Name der FRETILIN klang ähnlich der marxistischen FRELIMO in Mosambik; Sie war aber mehr durch afrikanische Nationalisten, wie Amílcar Cabral in Portugiesisch-Guinea und den Kapverdischen Inseln beeinflusst. Die Angst vor einem kommunistischen Osttimor war mit ein Grund für die Unterstützung der USA und Australiens für die spätere indonesische Invasion.

Im Frühjahr 1975 konnte die FRETILIN sich auf eine Mehrheit der Bevölkerung in ganz Osttimor stützen. Am vom 13. März 1975 wurden im Rahmen des Dekolonisationsprogramms Wahlen im Distrikt Lautém durchgeführt. Ziel war es, die traditionellen Herrschersysteme zu ersetzen. Bei diesem Pilotprojekt für Lokalwahlen gab es keine Parteilisten oder –kandidaten. Die Wähler warfen einfach Kieselsteine in Körbe der Kandidaten um ihre Stimme abzugeben. FRETILIN-nahe Kandidaten konnten sich hier mit 55 % der Stimmen durchsetzen. Den zweiten Platz belegten Kandidaten der União Democrática Timorense (UDT), die eine enge Bindung zur ehemaligen Kolonialmacht Portugal bevorzugte.

Flagge der FALINTIL

Im Sommer 1975 brachen, nach Intrigen des indonesischen Geheimdienstes Bakin, zwischen der UDT und der FRETILIN Kämpfe aus. Am 10. August versuchte die UDT einen Putsch, um der wachsende Popularität der FRETILIN etwas entgegenzustellen. In Dili kam es zu Straßenkämpfen. Gouverneur Pires floh auf die vorgelagerte Insel Atauro und versuchte von dort ein Abkommen zwischen den beiden Parteien auszuhandeln. Von der FRETILIN wurde er gedrängt, zurückzukehren, und die Entkolonialisierung voranzutreiben, aber Pires bestand darauf, auf Anweisungen aus Lissabon zu warten. Osttimoresen, die bisher in der portugiesischen Armee dienten, unterstützten die FRETILIN im Kampf und bildeten den Kern der später gegründeten Forças Armadas de Libertação Nacional de Timor Leste FALINTIL (Bewaffnete Kräfte zur nationalen Befreiung Osttimors). Am 27. August konnte sich die besser bewaffnete und von der Bevölkerung breiter unterstützte FRETILIN endgültig durchsetzen und die Kontrolle in Dili übernehmen. Insgesamt starben etwa 2.000 Menschen. Der FRETILIN werden Menschenrechtsverletzungen während dieser Zeit vorgeworfen. So musste sie eingestehen, dass gefangene UDT-Anhänger ermordet wurden. 500 Kämpfer der UDT und 2.500 Zivilisten flohen in das indonesische Westtimor. Hier wurden sie gezwungen nun den Anschluss Osttimors an Indonesien zu unterstützen.

Indonesien stellte den Konflikt als Bürgerkrieg dar, der Portugiesisch-Timor in Anarchie und Chaos gestürzt habe, doch nur einen Monat später besuchten Hilfsorganisationen aus Australien und anderen Ländern die Kolonie und bezeichneten die Situation als stabil. Die FRETILIN hatte durch die große Unterstützung in der Bevölkerung schnell wieder für Ruhe und Ordnung gesorgt. Auch ehemalige UDT-Anhänger, die geblieben waren, arbeiteten nun mit ihr zusammen. Ab dem 8. Oktober besetzten indonesische Truppen nach und nach Teile Osttimors. Am 28. November 1975 rief die FRETILIN die Unabhängigkeit der Demokratischen Republik Osttimor aus, weil man als unabhängige Nation sich mehr Unterstützung durch die UN erhoffte. Amaral wurde erster Präsident, Lobato erster Premierminister. Am 7. Dezember folgte bereits die großangelegte Invasion Osttimors durch Indonesien.

Vom Guerillakämpfer zum Politiker: Xanana Gusmão 2002

Auf dem FRETILIN-Kongress vom Mai 1976 in Soibada wurde Lobato offiziell zum militärischen Kommandanten erhoben. Der osttimoresische Widerstand operierte als Guerilla aus den Bergen heraus. Ende 1976 kam es zu internen Streitigkeiten um die Ausrichtung der FRETILIN im Osten des Landes. Die lokalen FRETILIN-Führer Aquiles Freitas Soares (Quelicai) und Francisco Ruas Hornay wurden infolgedessen verhaftet und hingerichtet. 1977 wurde Amaral wegen Meinungsverschiedenheiten über das Vorgehen gegen die indonesische Besatzung von der FRETILIN abgesetzt. Bis 1978 wurden aber fast alle Anführer durch die indonesische Armee getötet. 1981 wählte eine geheime Nationalkonferenz Xanana Gusmão in Lacluta zum Chef der FALINTIL, als Nachfolger des getöteten Nicolau dos Reis Lobatos. Unter seiner Führung vertraute die FALINTIL mehr auf heimliche Untergrundnetzwerke und setze kleine Gruppen ein, um indonesische Ziele anzugreifen. Gusmão koordinierte den Kampf bis er 1992 bei einer großangelegten Operation mit 40.000 indonesischen Soldaten verhaftet wurde. 1996 erhielten José Ramos-Horta, der Vertreter des osttimoresischen Widerstands bei der UNO in New York und sein Landsmann Bischof Carlos Filipe Ximenes Belo den Friedensnobelpreis.

Francisco Lu-Olo Guterres beim Parlamentswahlkampf 2012

Am 31. März 1986 wurde die Nationale Timoresische Konvergenz (Convergencia Nacional Timorense CNT) von UDT, FRETILIN, Klibur Oan Timur Asuwain (KOTA) und der Partido Trabalhista (Arbeiterpartei) als Dachverband gegründet. Doch es gab weiter immer wieder Spaltungen und Machtkämpfe zwischen den einzelnen Gruppierungen. Der Pakt zerfiel wieder. Am 20. August 1987 wurde die FALINTIL von Gusmão von einer Parteiarmee der FRETILIN zu einer nationalen Armee des osttimoresischen Widerstands umgewandelt. Gusmão blieb ihr Anführer. Auf einen Kongress gründeten schließlich Gusmão und José Ramos-Horta, Sprecher der osttimoresischen Exilregierung und ihr Vertreter bei den Vereinten Nationen, 1988 den Conselho Nacional de Resistência Maubere CNRM (Nationalrat des Widerstandes der Maubere, später Conselho Nacional de Resistência Timorense CNRT) als neuen Dachverband des osttimoresischen Widerstands. Xanana Gusmão wurde zum Präsidenten des CNRM gewählt, weswegen er aus der FRETILIN austrat, um nicht als parteiisch zu gelten. Gleiches tat Ramos-Horta. UDT und KOTA lehnten zunächst eine Zusammenarbeit ab. Die FALINTIL wurde dem CNRM unterstellt und die Führung in der FRETILIN übernahm 1988 ein Direktivkomitee. Sekretär des Direktivkomitees der FRETILIN (CDF) wurde Ma'huno Bulerek Karathayano. Seine Stellvertreter wurden Francisco Lu-Olo Guterres, Mau Hodu und Nino Konis Santana. Nach der Gefangennahme von Gusmão 1992 übernahm Ma'huno von ihm auch die Führung der FALINTIL. Ma'huno wurde im April 1993 von den Indonesiern gefangen genommen und auch Mau Hodu ereilte das gleiche Schicksal. Neuer Sekretär des CDF und FALINTIL-Führer wurde Nino Konis Santana. Er starb im März 1998. Den Sekretärsposten des CDF übernahm Francisco Lu-Olo Guterres.[5]

Indonesiens Diktator Suharto trat im Mai 1998 zurück und es begannen Verhandlungen zur Lösung des Osttimorkonflikts. Guterres wurde auf der Nationalen Sonderkonferenz vom 15. bis 20. August 1998 in Sydney zum Generalkoordinator des FRETILIN-Präsidialrats gewählt, dem nun höchsten Amt in der Partei. Stellvertreter wurden Marí Alkatiri für die diplomatische Front und Ma'huno für die Front im Untergrund. Mai'huno war bereits 1995 durch eine Amnestie wieder freigelassen worden. Der CDF als Parteiorgan wurde abgeschafft.[5] Am 30. August 1999 stimmten bei einem Referendum 78,5 % der Bevölkerung für die Unabhängigkeit Osttimors von Indonesien. Vor und nach dem Referendum kam es zu Massenmorden und Vertreibungen durch pro-indonesische Milizen und dem indonesischen Militär. Eine internationale Friedenstruppe unter australischer Führung landete und sorgte wieder für Ruhe und Ordnung. Osttimor kam unter UN-Verwaltung.

Im Mai 2000 fand eine Generalkonferenz der Kader der FRETILIN in Dili mit 1.250 Delegierten aus ganz Osttimor und allen Ländern, in denen es timoresische Exilanten gab. Auf dem außerordentlichen Parteikongress im Juli 2001 wurde Lu-Olo zum Parteivorsitzenden und Alkatiri zum Generalsekretär gewählt. Bis zu dem CNRT-Kongress im August schlossen sich auch die neuen osttimoresischen Parteien PST, UDC, PSD und auch die alten Parteien KOTA, die pro-indonesische APODETI und die Arbeiterpartei dem CNRT an. Nach dem Kongress traten jedoch FRETILIN und UDT aus dem CNRT aus, um sich bei den anstehenden Wahlen als eigenständige Parteien präsentieren zu können. Am 30. August 2001 wurden freie Wahlen abgehalten. Die FRETILIN erhielt 57,37 % der Stimmen und wurde damit stärkste Kraft im Parlament. Am 20. Mai 2002 wurde Osttimor endgültig unabhängig.

Die FRETILIN an der Regierung im unabhängigen Osttimor[Bearbeiten]

Marí Bin Amude Alkatiri, Generalsekretär der FRETILIN

Die FRETILIN ist assoziiertes Mitglied in der Sozialistischen Internationale.

Im Oktober 2005 hat die Empfangs-, Wahrheits- und Versöhnungskommission (Comissão de Acolhimento, Verdade e Reconciliacão de Timor-Leste CAVR) einen über 2.000 Seiten starken Bericht über die Auswirkungen der Indonesischen Besetzung veröffentlicht. Auch der FRETILIN werden für die Zeit von 1974 bis 1999 Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Im Bericht werden 1.297 illegale Tötungen (Mord), 71 Fälle von Verschwinden von Personen, über 3.000 Verhaftungen, fast 1.000 Fälle von Misshandlungen, sexuelle Übergriffe, über 400 Fälle von Zwangsumsiedlung, erzwungene Rekrutierung und Zerstörung von Privateigentum aufgeführt. Diese Vorfälle fanden aber mehrheitlich in den 1980ern statt.

Die FRETILIN hatte mit 55 der 88 Sitze im ersten Nationalparlament Osttimors die absolute Mehrheit, war aber in mehrere Gruppen innerlich zersplittert. Bis auf einen Unabhängigen, waren alle Distriktabgeordnete im Parlament Vertreter der FRETILIN. Der Parteivorsitzende der FRETILIN Francisco Guterres (seit Juli 2001) war Parlamentspräsident. Der Generalsekretär Marí Alkatiri wurde erster Premierminister Osttimors, musste aber infolge der Unruhen in Osttimor 2006, ebenso wie zwei seiner Minister zurücktreten. Alkatiris Nachfolger als Premierminister wurde José Ramos-Horta, der aber, ebenso wie Osttimors Staatspräsident Xanana Gusmão, bereits 1988 aus der Partei ausgetreten war, um eine parteipolitisch neutrale Position im CNRT zu übernehmen. José Luís Guterres, der unter Ramos-Horta Außenminister wurde, scheiterte bei dem Versuch mit Hilfe seiner Gruppe FRETILIN Mudança auf einem chaotischen Parteitag Alkatiri auch als Generalsekretär der FRETILIN zu stürzen. Alkatiri blieb Generalsekretär und die Nummer Zwei in der Parteihierarchie hinter Francisco Guterres.

Machtverlust[Bearbeiten]

Präsidentschaftswahlkampf 2007

Francisco Guterres trat für die FRETILIN bei den Präsidentschaftswahl 2007 an und konnte im ersten Wahlgang am 9. April mit 27,89 % die meisten Stimmen auf sich vereinen. Bei der Stichwahl gegen José Ramos-Horta am 8. Mai 2007 verlor Guterres aber mit 30,82 %.

Die Parlamentswahlen am 30. Juni 2007 brachten für die FRTEILIN schmerzhafte Verluste. Sie erhielt nur noch 29,02 %, wurde aber mit 21 Sitzen trotzdem die stärkste Kraft im Parlament. Allerdings schlossen sich vier Parteien zu einer Koalition namens Aliança da Maioria Parlamentar AMP zusammen, die mit 37 Sitzen knapp über die absolute Mehrheit verfügt. Es entbrannte ein Streit ob die FRETILIN nun laut Verfassung eine Regierung führen müsse oder ob die AMP alleine eine Regierung bilden könne. Da keine Einigung zwischen den Blöcken erzielt werden konnte, entschied sich Staatspräsident Ramos-Horta schließlich die AMP mit der Regierungsbildung zu beauftragen. Generalsekretär Marí Alkatiri nannte diese Regierung nicht verfassungsmäßig und illegal. Drohungen Parlamentssitzungen zu boykottieren und beim Obersten Gericht zu klagen wurden aber nicht in die Tat umgesetzt. Kurz nach Bekanntgabe der Regierungsbildung durch die AMP kam es vor allem in Dili und den FRETILIN-Hochburgen Viqueque und Baucau zu massiven gewaltsamen Ausschreitungen, für die verschiedene Politiker die FRETILIN und speziell Alkatiri verantwortlich machen. Alkatiri distanzierte sich aber von den Gewalttätern und lehnte jegliche Verantwortung dafür ab.

Nach den Parlamentswahlen 2007 wurde Arsénio Bano zum Vizepräsidenten der FRETILIN gewählt. Der 1974 Geborene soll die Vorbereitung für einen Generationenwechsel darstellen, so die offiziellen Verlautbarungen der Partei. Bano stand bei den Parlamentswahlen bereits auf Platz 3 der Parteiliste hinter Guterres und Alkatiri.

Am 1. Mai 2008 unterschrieb die FRETILIN mit der ASDT eine Bündniserklärung zur Bildung einer Koalition nach den nächsten Wahlen, die beide Parteien nun für das Frühjahr 2009 forderten. In der darauffolgenden Zeit kam es aber dann zu keiner weiteren Annäherung der beiden Parteien und die ASDT blieb im Regierungsbündnis AMP. Die FRETILIN konzentrierte sich seit den Wahlen darauf, der Regierung ständig Versagen und Korruption vorzuwerfen und vorgezogene Neuwahlen zu fordern.

Am 20. August 2011 ließ die FRETILIN als erste Partei Osttimors durch eine direkte Wahl ihre Führung wählen. Dabei gaben 165.570 Wähler ihre Stimme ab. 95,87 % stimmten für Parteivorsitzenden Guterres und Generalsekretär Alkatiri, 4,13 % gegen sie.[6]

Die Präsidentschaftswahlen in Osttimor 2012 verliefen analog zu jenen von 2007. Guterres gewann zwar die erste Runde mit 28,76 %, verlor aber gegen Taur Matan Ruak mit 38,77 % der Stimmen.

Konflikt mit der Reformbewegung[Bearbeiten]

Die Konfrontation der FRETILIN Mudança[7] mit der eigenen Partei eskalierte nach den Parlamentswahlen. Alkatiri erwirkte gegen die Angehörigen der FRETILIN Mudança Parteiausschlussverfahren, da sie Wähler aufgefordert hatten Xanana Gusmão und seiner neuen Partei Congresso Nacional da Reconstrução Timorense (CNRT) zu wählen. Der Aufforderung, die FRETILIN freiwillig zu verlassen, waren die Reformer nicht nachgekommen. Überraschend berief Gusmão dann José Luís Guterres zum stellvertretenden Premierminister. Guterres Ernennung wurde als Versuch gewertet den Reformkräften in der FRETILIN eine Möglichkeit zur Teilnahme an der Regierung zu eröffnen.[8] Ein nachträgliches Angebot an FRETILIN-Politiker sich im Kabinett zu beteiligen, wurde von der Parteiführung abgelehnt.[9]

Marí Alkatiri beim Blumenverteilen im Wahlkampf 2012

Am 28. April 2011 wurde die FRETILIN Mudança als eigene Partei registriert und im August 2011 in Frenti-Mudança umbenannt. Ihr gelang 2012 bei den Parlamentswahlen am 7. Juli 2012[10] mit 3,11 % der Einzug in das Parlament. Die Frenti-Mudança ist an der neuen Regierungskoalition unter Führung des CNRT beteiligt, während die FRETILIN trotz leichter Zugewinne auf 29,87 % nun nur noch die zweitstärkste Partei im Parlament ist und dort die einzige Oppositionspartei bildet. Sie hat nun 25 Sitze. In den Distrikten Baucau (51,38 %) und Viqueque (59,52 %) erhielt die FRETILIN mehr als die Hälfte der Stimmen. Stärkste Kraft wurde sie auch in Lautém (43,86 %) und knapp in Manufahi (31,86 %).

In den Nächten vom 15. bis 17. Juli kam es in Dilis Stadtteil Comoro und anderen Außenbezirken zu gewaltsamen Ausschreitungen.[11] In Hera wurde der aus Uato-Lari stammende Student und FRETILIN-Anhänger Armindo Pereira Alves von einem Polizisten erschossen.[12] Als der Leichnam von Alves in seine Heimat zurückgebracht wurde, kam es zu einem Überfall auf die Polizeistation in Uato-Lari.[13] 15 weitere Personen, darunter vier Polizisten, wurden bei den Unruhen in Dili verletzt. 60 Autos und sieben Häuser wurden zerstört. 16 Personen nahm die Polizei fest, als diese die An-Nuur-Moschee, Osttimors größte Moschee, beschädigten.[14] Landespolizeichef Longuinhos Monteiro verneinte zwar eine politische Motivation hinter der Gewalt und die FRETILIN wies jede Verantwortung für den Gewaltausbruch von sich. FRETILIN-Generalsekretär Marí Alkatiri sprach die Schuld aber Mitgliedern des CNRT zu. Sie hätten sich in einer live im Fernsehen übertragenenen Diskussion abfällig über die FRETILIN geäußert und die Unruhen provoziert.[15] CNRT-Generalsekretär Babo entschuldigte sich für die harschen Worte seiner Parteikollegen. Der Leiter der australischen Wahlbeobachter Damien Kingsbury machte aber auch die Enttäuschung der FRETILIN-Anhänger für die Unruhen verantwortlich, die an dem Erfolg der Kampagne zur Rückkehr an die Regierung geglaubt hatten.[16]

Wichtige Parteimitglieder[Bearbeiten]

Personen, die aus der FRETILIN ausgetreten sind, werden kursiv angegeben. Bei ihnen werden nur öffentliche Ämter angegeben, die sie während ihrer Parteimitgliedschaft innehatten.

Unterorganisationen[Bearbeiten]

Logo der OPMT
  • OJETIL (Organização de Jovens e Estudantes de Timor Leste): Studentenbewegung
  • OPJT (Organização Popular de Juventude Timorense): Jugendorganisation
  • OPMT (Organização Popular de Mulheres Timorense): Frauenorganisation
  • Radio Maubere, der Parteisender seit dem 20. Mai 2011

Hymne der FRETILIN[Bearbeiten]

Der Text der HymneFoho Ramelau“ stammt von Francisco Borja da Costa. Die Musik schrieb Abílio Araújo.[20]

Eh! Foho Ramelau, Foho Ramelau!
Sá bé as liu ó tutun, Sá bé bein liu ó lolon eh!
Tan sá timur oan hakruuk bei-beik?
Tan sá timur oan atan bei-beik?
Tan sá timur ulun sudur uai-uain?
Tan sá timur oan atan uai-uain?
Hadér rai-hun mutin ona la!
Hadér loro foun sa'e ona la!
Loke matan loro foun too iha ó knuak
Loke matan loro foun iha ita rain
Hadér kaer rasik kuda talin eh!
Hadér ukun rasik ita rain eh!

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: FRETILIN – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. School of Humanities and Social Sciences(HASS): ASDT
  2. School of Humanities and Social Sciences(HASS): ASDT
  3. Universidade de Coimbra: Formation of East-Timorese political associations aus John G Taylor, Indonesia’s Forgotten War: The Hidden History of East Timor (Zed Books, London, 1991)
  4. „Part 3: The History of the Conflict“ (PDF-Datei; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  5. a b Biografie von Francisco Guterres von 2007 (englisch)
  6. Indepedente, 5. September 2011, Lu-Olo and Alkatiri continue to lead Fretilin
  7. Timor Lorosae Nação, 10. März 2010
  8. The Australian, 9. August 2007, Fretilin sidelined in Timorese cabinet
  9. AKI, 24. August 2007, East Timor: Fretilin says no to joining government as calm returns to capital
  10. Diario Nacional, 28. April 2011, Fretilin Mudansa registered as a political party
  11. Sydney Morning Herald: Violence in East Timor after snub to party, 16. Juli 2012, abgerufen am 15. Juli 2012
  12. East Timor Legal Blogspot: Police officer who shot dead Armindo Pereira Alves suspended, 20. Juli 2012, abgerufen am 21. Juli 2012
  13. East Timor Legal Blogspot: Uatulari Police station attacked, 20. Juli 2012, abgerufen am 21. Juli 2012
  14. Edmonton Journal: East Timor president calls for security forces to restore order after post-election violence, 16. Juli 2012, abgerufen am 21. Juli 2012
  15. Australia Network News: Hundreds mourn victim of E Timor post-poll violence, 17. Juli 2012, abgerufen am 21. Juli 2012
  16. The Australian: Timor turning the corner on poll violence , 21. Juli 2012, abgerufen am 21. Juli 2012
  17. Australian Organisations in support of East Timor
  18. „Chapter 7.2 Unlawful Killings and Enforced Disappearances“ (PDF; 2,5 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  19. „Chapter 7.1 Self Determination“ (PDF; 2,5 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  20. Catherine Dumas: Bref aperçu de la poésie timoraise. In: "Latitudes, No.8, Mai 2000, ISSN 1285-0756. (pdf, zuletzt abgerufen am 6. Februar 2010)