FSV Zwickau
| FSV Zwickau | |||
| Voller Name | Fußball-Sportverein Zwickau e.V. | ||
| Gegründet | 1912/1990 | ||
| Vereinsfarben | Rot-Weiß | ||
| Stadion | Sportforum „Sojus 31“ | ||
| Plätze | 3.500 | ||
| Trainer | Torsten Ziegner | ||
| Liga | Regionalliga Nordost | ||
| 2011/12 | 1. Platz (Oberliga Nordost, Staffel Süd) | ||
|
|
|||
Der FSV Zwickau ist ein Fußballverein im westsächsischen Zwickau.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Der Fußball-Sport-Verein Zwickau wurde am 1. Januar 1990 gegründet. Er löste die aus der DDR-Zeit hervorgegangene BSG Sachsenring Zwickau ab, deren Fortbestand nach der politischen Wende von 1989 aufgrund des damit verbundenen politischen und wirtschaftlichen Umbruchs nicht mehr möglich war. Ursprünglich geht der Verein auf den Planitzer SC zurück, der 1912 im heutigen Zwickauer Stadtteil Planitz gegründet wurde und dessen größter Erfolg 1942 als Sachsen-Meister das Vordringen in das Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft war (2:3 gegen Vienna Wien). Nachdem 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone alle Vereine zwangsaufgelöst wurden, folgte noch im gleichen Jahr die Gründung der Sportgruppe (SG) Planitz.
Umbenennungen [Bearbeiten]
- 15. März 1949 Zentralsportgemeinschaft (ZSG) Horch (ein Zusammenschluss von Fußballabteilungen der SG Zwickau-Mitte und Cainsdorf und für nur ein knappes Jahr von Teilen der SG Zwickau-Nord, später noch verstärkt durch Teile der SG Planitz)
- 1950 BSG Horch
- 1951 BSG Motor
- 1968 BSG Sachsenring (durch Fusion mit dem DDR-Zweitligaverein Aktivist Zwickau)
- 31. Januar 1990 mit Ausgliederung der Sektion Fußball aus der BSG Sachsenring Zwickau wurde der FSV Zwickau gegründet
Schon ab 1954 kam es in der DDR zur Bildung von Sportclubs. Auch die BSG Motor Zwickau erhielt gegen Ende der fünfziger den Status eines Sportclubs; allerdings nur für kurze Zeit. Somit verschwand in der Zeit auch die Abkürzung BSG aus dem Namen der Betriebssportgemeinschaft der Zwickauer Autowerke.
Logohistorie [Bearbeiten]
Sportliches [Bearbeiten]
Die SG Planitz wurde bei der Fußball-Ostzonenmeisterschaft 1948 erster Ostdeutscher Meister. Im Finale bezwang die Mannschaft am 4. Juli 1948 vor 40.000 Zuschauer die SG Freiimfelde Halle in Leipzig-Probstheida mit 1:0.
Die Meistermannschaft der SG Planitz:
Anton Huber - Erich Merkel, Egon Jugel, Günter Schneider - Herbert Seltmann, Erich Meichsner - Hans Meier, Johannes Breitenstein, Horst Weiß, Karl Dittes, Helmut Fischer
Die sowjetische Besatzungsmacht untersagte der Mannschaft die Teilnahme am Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft, wo sie im Stuttgarter Neckarstadion auf den 1. FC Nürnberg treffen sollte.
In der 1. Saison der DDR-Fußball-Oberliga 1949/50 wurde die Mannschaft unter dem Namen ZSG Horch Zwickau durch einen umstrittenen Sieg am letzten Spieltag gegen Konkurrent SG Dresden-Friedrichstadt erster DDR-Fußballmeister.
Bis zur Saison 1982/83 konnte die ununterbrochene Zugehörigkeit zur höchsten Spielklasse in der DDR, der Oberliga gesichert werden. Sehr erfolgreich spielte Motor bzw. Sachsenring Zwickau im DDR-Pokal („FDGB-Pokal“), der 1963, 1967 und 1975 gewonnen werden konnte.
- Gewinn des FDGB Pokals am 14. Juni 1975
Seinen größten internationalen Erfolg feierte Zwickau 1975/76 mit dem Erreichen des Halbfinales des Europapokals der Pokalsieger. Zwickau setzte sich gegen Panathinaikos Athen (0:0, 2:0), den AC Florenz (0:1, 1:0/6:5 n.E.) und Celtic Glasgow (1:1, 1:0) durch, bevor man am späteren Cup-Gewinner RSC Anderlecht (0:3, 0:2) scheiterte. Schon in den Sechzigern hatte Motor Zwickau zweimal am Pokalsiegercup teilgenommen. 1963/64 reichte es nach einem Freilos in der Vorrunde nur bis zum Achtelfinale (MTK Budapest, 0:2, 1:0), 1967/68 schied man bereits in der Vorrunde aus (Torpedo Moskau, 0:0, 0:1).
Von der Saison 1994/95 bis 1997/98 spielte der FSV Zwickau in der Zweiten Bundesliga. Während der vier Serien im Profifußball wurde 1995/96 sogar der Aufstieg in die 1. Liga knapp verpasst. Im Jahre 1998 stieg die Mannschaft wieder in das Amateurlager ab. Vorausgegangen war Ende 1996 die Entlassung von Erfolgstrainer Gerd Schädlich.
In der Mitte der ersten Halbserie 1999/2000 spitzte sich dann die finanzielle Lage beim FSV zu, welche in der Zahlungsunfähigkeit des Vereins gipfelte. Das Insolvenzverfahren wurde nach längerer Zeit erfolgreich abgeschlossen. Seitdem heißen die Ziele beim FSV Zwickau Konsolidierung der Finanzen und sportlicher Neuanfang. 2005 stieg der Verein aus der Südstaffel der Oberliga Nordost (damals vierte Liga in Deutschland) in die Landesliga Sachsen ab, der direkte Wiederaufstieg gelang. Ab der Saison 2006/07 spielte der FSV Zwickau wieder in der NOFV-Oberliga Süd (fünfte Liga nach Gründung der 3. Liga in Deutschland). Nach nur einem Punkt aus vier Spielen wurde der Trainer Heinz Dietzsch im September 2007 entlassen und von Peter Keller abgelöst. Nachdem bekannt wurde, dass der Verein Schulden in Höhe von ca. 700.000 € hat, musste der Verein am 8. März 2010 erneut Insolvenz anmelden. Nach erfolgreichem Abschluss des Insolvenzverfahrens 2010 spielte der FSV Zwickau weiter in der fünften Liga und stand 2012 bereits Wochen vor Saisonschluss als Aufsteiger in die Regionalliga 2012/13 fest.
Die zweite Mannschaft des Vereins beendete die Saison 2010/11 in der Bezirksklasse als Erster und stieg in die Bezirksliga auf. In der Spielzeit 2011/12 beendet die zweite Mannschaft die Saison auf Platz 1 und spielt ab 2012/13 in der Landesliga Sachsen.
Statistik [Bearbeiten]
Platzierungen [Bearbeiten]
| Saison | Ligenniveau | Liga | Platz |
|---|---|---|---|
| 1949/50 | 1 | DDR-Oberliga | 1. |
| 1950/51 | 1 | DDR-Oberliga | 3. |
| 1951/52 | 1 | DDR-Oberliga | 4. |
| 1952/53 | 1 | DDR-Oberliga | 3. |
| 1953/54 | 1 | DDR-Oberliga | 11. |
| 1954/55 | 1 | DDR-Oberliga | 5. |
| 1955 | 1 | DDR-Oberliga | 4. |
| 1956 | 1 | DDR-Oberliga | 11. |
| 1957 | 1 | DDR-Oberliga | 10. |
| 1958 | 1 | DDR-Oberliga | 8. |
| 1959 | 1 | DDR-Oberliga | 8. |
| 1960 | 1 | DDR-Oberliga | 4. |
| 1961/62 | 1 | DDR-Oberliga | 5. |
| 1962/63 | 1 | DDR-Oberliga | 7. |
| 1963/64 | 1 | DDR-Oberliga | 12. |
| 1964/65 | 1 | DDR-Oberliga | 8. |
| 1965/66 | 1 | DDR-Oberliga | 10. |
| 1966/67 | 1 | DDR-Oberliga | 3. |
| 1967/68 | 1 | DDR-Oberliga | 7. |
| 1968/69 | 1 | DDR-Oberliga | 5. |
| 1969/70 | 1 | DDR-Oberliga | 5. |
| 1970/71 | 1 | DDR-Oberliga | 6. |
| 1971/72 | 1 | DDR-Oberliga | 7. |
| 1972/73 | 1 | DDR-Oberliga | 8. |
| 1973/74 | 1 | DDR-Oberliga | 8. |
| 1974/75 | 1 | DDR-Oberliga | 7. |
| 1975/76 | 1 | DDR-Oberliga | 9. |
| 1976/77 | 1 | DDR-Oberliga | 8. |
| 1977/78 | 1 | DDR-Oberliga | 10. |
| 1978/79 | 1 | DDR-Oberliga | 12. |
| 1979/80 | 1 | DDR-Oberliga | 8. |
| 1980/81 | 1 | DDR-Oberliga | 11. |
| 1981/82 | 1 | DDR-Oberliga | 12. |
| 1982/83 | 1 | DDR-Oberliga | 14. |
| 1983/84 | 2 | DDR-Liga | 1. |
| 1984/85 | 2 | DDR-Liga | 1. |
| 1985/86 | 1 | DDR-Oberliga | 14. |
| 1986/87 | 2 | DDR-Liga | 2. |
| 1987/88 | 2 | DDR-Liga | 1. |
| 1988/89 | 1 | DDR-Oberliga | 13. |
| 1989/90 | 2 | DDR-Liga | 4. |
| 1990/91 | 2 | DDR-Liga | 1. |
| 1991/92 | 3 | NOFV-Oberliga Staffel Süd | 1. |
| 1992/93 | 3 | NOFV-Oberliga Staffel Süd | 5. |
| 1993/94 | 3 | NOFV-Oberliga Staffel Süd | 1. |
| 1994/95 | 2 | 2. Bundesliga | 16. |
| 1995/96 | 2 | 2. Bundesliga | 5. |
| 1996/97 | 2 | 2. Bundesliga | 14. |
| 1997/98 | 2 | 2. Bundesliga | 17. |
| 1998/99 | 3 | Regionalliga Nordost | 4. |
| 1999/00 | 3 | Regionalliga Nordost | 18. |
| 2000/01 | 4 | NOFV-Oberliga Staffel Süd | 4. |
| 2001/02 | 4 | NOFV-Oberliga Staffel Süd | 6. |
| 2002/03 | 4 | NOFV-Oberliga Staffel Süd | 6. |
| 2003/04 | 4 | NOFV-Oberliga Staffel Süd | 8. |
| 2004/05 | 4 | NOFV-Oberliga Staffel Süd | 14. |
| 2005/06 | 5 | Landesliga Sachsen | 1. |
| 2006/07 | 4 | NOFV-Oberliga Staffel Süd | 9. |
| 2007/08 | 4 | NOFV-Oberliga Staffel Süd | 14. |
| 2008/09 | 5 | NOFV-Oberliga Staffel Süd | 7. |
| 2009/10 | 5 | NOFV-Oberliga Staffel Süd | 9. |
| 2010/11 | 5 | NOFV-Oberliga Staffel Süd | 9. |
| 2011/12 | 5 | NOFV-Oberliga Staffel Süd | 1. |
In der ewigen Tabelle der DDR-Oberliga belegt Zwickau den 9. Platz.
Spieler [Bearbeiten]
- Rekordeinsätze: Alois Glaubitz 429 (1954/73), Jürgen Croy 372 (1965/1981), Peter Henschel 307 (1961/1976)
- Rekordtorschütze: Hartmut Rentzsch 91 (1964/75)
- Torschützenkönige: Heinz Satrapa 1950 (23), Hartmut Rentzsch 1967 (17)
- Nationalspieler: Jürgen Croy (94), Reinhard Franz (5), Harald Irmscher (8/41), Siegfried Kaiser (1), Siegfried Meier (3), Erhard Meinhold (2), Günter Schneider (1), Werner Unger (1/7)
Trainer [Bearbeiten]
|
|
|
|
Stadion [Bearbeiten]
Die Heimspiele des FSV Zwickau werden normalerweise im Westsachsenstadion ausgetragen, das sich im südlichen Zwickauer Stadtteil Schedewitz befindet. Das 1942 als Südkampfbahn eingeweihte Stadion hieß während der DDR-Zeit Georgi-Dimitroff-Stadion und seit 1990 neutral Westsachsenstadion. Es wird heute von den Fans abkürzend als Das Wesa bezeichnet und ist auch unter dem Spitznamen „Halde“ bekannt, da die ursprünglichen Naturtribünen auf einer Bergbauhalde angelegt wurden. Fasste es anfangs weit über 25.000 Zuschauer, so sind es nach Umsetzung von DFB-Auflagen und zunehmendem Verfall heute weit unter 14.200 zugelassene Plätze (aktuell 4.999). Zu den Zeiten, als die BSG Sachsenring Zwickau im Europapokal der Pokalsieger vertreten war, besuchten mehr als 40.000 Besucher die Heimspielstätte des heutigen FSV Zwickau. Mit Mitteln des Landes Sachsen und der Stadt Zwickau sollte das Westsachsenstadion für insgesamt 15 Millionen Euro umgebaut werden. Die Baumaßnahmen begannen im Frühjahr 2010 und sollten ursprünglich 2013 abgeschlossen werden.
Am 5. September 2011 wurde auf einer Pressekonferenz der Stadt Zwickau bekanntgegeben, dass der Stadionumbau mit sofortiger Wirkung gestoppt wird. Grund hierfür sei die Kostenexplosion auf nunmehr 30 Millionen Euro. Das Stadion kann laut Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß auch nicht abgerissen werden, da der Komplex unter Denkmalschutz steht. Daher trägt der FSV Zwickau seine Heimspiele im Sportforum „Sojus 31“ in Zwickau-Eckersbach aus.[1]
Am 26. April 2012 beschloss der Stadtrat von Zwickau in einer Grundsatzentscheidung den Neubau eines Fußballstadions im Stadtteil Eckersbach. Bis zum Oktober 2012 sollen Pläne für eine Finanzierung des Projektes vorliegen, dann wird endgültig über den Bau entschieden.[2] Die Spielstätte soll für ca. 20 Millionen Euro ab 2013 errichtet werden. Nach einer geplanten Bauzeit von zwei Jahren soll die neue Heimat des FSV mit etwa 11.000 Plätzen (erweiterbar bis 15.000 Plätze) 2015 eingeweiht werden.[3]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Zwickau stoppt Stadionbau vollständig. Abgerufen am 5. September 2011.
- ↑ radiozwickau.de: Stadtrat stimmt für neues Stadion in Eckersbach Artikel vom 26. April 2012
- ↑ stadionwelt.de: FSV Zwickau bekommt neues Stadion Artikel vom 27. April 2012
Weblinks [Bearbeiten]
VfB Auerbach | Berliner AK 07 | Hertha BSC II | 1. FC Union Berlin II | FC Energie Cottbus II | VfB Germania Halberstadt | FC Carl Zeiss Jena | RB Leipzig | 1. FC Lokomotive Leipzig | 1. FC Magdeburg | ZFC Meuselwitz | TSG Neustrelitz | VFC Plauen | FSV Optik Rathenow | Torgelower SV Greif | FSV Zwickau