Faßberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Faßberg
Faßberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Faßberg hervorgehoben
52.90083333333310.17277777777871Koordinaten: 52° 54′ N, 10° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Celle
Höhe: 71 m ü. NHN
Fläche: 102 km²
Einwohner: 6189 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 61 Einwohner je km²
Postleitzahl: 29328
Vorwahl: 05055
Kfz-Kennzeichen: CE
Gemeindeschlüssel: 03 3 51 010
Gemeindegliederung: vier Ortschaften
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Große Horststr. 40-44
29328 Faßberg
Webpräsenz: www.fassberg.de
Bürgermeister: Frank Bröhl
Lage der Gemeinde Faßberg im Landkreis Celle
Landkreis Celle Niedersachsen Landkreis Heidekreis Landkreis Uelzen Landkreis Gifhorn Region Hannover Faßberg Hermannsburg gemeindefreies Gebiet Lohheide Bergen Winsen Wietze Hambühren Celle Adelheidsdorf Hagen Wathlingen Bröckel Eicklingen Wienhausen Langlingen Unterlüß Eschede Eschede Hohne Langlingen Eldingen Eschede Ahnsbeck Eschede Beedenbostel LachendorfKarte
Über dieses Bild

Faßberg ist eine Gemeinde im Norden des Landkreises Celle in Niedersachsen. Sie ist umgeben von Wietzendorf, Hermannsburg, Unterlüß und Munster und liegt in der Lüneburger Heide.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Faßberg gliedert sich in die Ortsteile Faßberg, Müden, Poitzen und Schmarbeck.

Geschichte[Bearbeiten]

Dieser Abschnitt behandelt ausschließlich die Geschichte des Ortsteils Faßberg. Die Geschichte der anderen Ortsteile wird in den Artikeln Müden, Poitzen und Schmarbeck behandelt.

Eines der ältesten Zeugnisse für die Besiedlung der Region ist das Reitergrab von Hankenbostel, ein Brandgrab aus dem 2. Jahrhundert, etwa 1 km südöstlich von Faßberg gelegen.

Der Ort Faßberg entstand in den 1930er Jahren mitten in der Heide durch den Bau des Fliegerhorstes Faßberg.[2] Der erste Eintrag in der Geschichte des Fliegerhorstes, Band 1 (vom 6. November 1933 bis 24. August 1939), lautet:

„Am 6. November wurde der erste Spatenstich zur Errichtung des Fliegerhorstes Faßberg […] getan […] Der Name Faßberg wurde nach dem in der Nähe gelegenen, 92 m hohen Faßberg, einem bescheidenen Hügel, gewählt.“

Die Tarnbezeichnung für den Fliegerhorst lautete bis zum 1. Mai 1934 „Deutsche Verkehrsfliegerschule, Abteilung Kunze, Flugplatz Faßberg“, dann „Hanseatische Fliegerschule Faßberg e.V.“ Für die Bauplanung war der Architekt Dr. Georg Sagebiel (1897–1946), der Bruder von Ernst Sagebiel, verantwortlich.

Die heutige Gemeinde Faßberg entstand am 1. Januar 1977 durch Gesetz des Landes Niedersachsen als Einheitsgemeinde.[3] Bevor diese Einheitsgemeinde geschaffen wurde, waren die bis dahin selbstständigen Gemeinden Müden (Örtze) und Poitzen sowie das gemeindefreie Gebiet Faßberg schon seit 1973 eine Samtgemeinde. Diese Samtgemeinde hieß auch Faßberg.

Ortsname[Bearbeiten]

Der Name Faßberg leitet sich aus verste, verst, varst,vorst ab. Farst, Fast steht für First (Dachfirst, Bergrücken, Gebirgskamm). Der nordöstlich des Ortes liegende namensgebende Hügel Faßberg passt hierzu. [4]

Politik[Bearbeiten]

Rathaus der Gemeinde Faßberg

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Faßberg setzt sich aus 18 Abgeordneten sowie dem hauptamtlichen Bürgermeister zusammen.

CDU SPD NWG WGF FDP Gesamt
2001 10 6 4 0 0 20 Sitze
2006 8 (41,6 %) 7 (33,9 %) 2 (11,8 %) 2 (7,3 %) 1 (5,5 %) 20 Sitze [5]
2011 8 (43 %) 7 (40,8 %) 1 (5,5 %) 1 (7,8 %) 1 (2,8 %) 18 Sitze

Kommunalwahlen in Niedersachsen 2011 [6]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 1. Oktober 2013 Frank Bröhl (Einzelbewerber), der in der Wahl am 22. September 2013 mit 53,8% der Stimmen in seine erste Amtszeit geht. Der Gegenkandidat Kay Peters (SPD) erhielt 46,2 der Stimmen.

Stellvertreter: Peter Pudschun, CDU

Ortsvorsteher[Bearbeiten]

  • Faßberg: Angelika Cremer (SPD)
  • Müden: Volker Nickel (CDU)
  • Poitzen: Torsten Ahrens (parteilos)
  • Schmarbeck: Carl-Wilhelm Kuhlmann (SPD)

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1989 besteht eine Partnerschaft mit der Gemeinde

Blason ville fr Yerville (Seine-Maritime).svg

Yerville in Frankreich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • St. Laurentius Markt in Müden (auch „Müdener Markt“), jeden Mittwoch und Donnerstag nach dem 10. August

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Historischer Ortskern von Müden
  • Erinnerungsstätte Luftbrücke Berlin (siehe unten: Museen)
  • St. Laurentius-Kirche in Müden
  • Treppenspeicher aus dem 18. und 19. Jahrhundert
  • Ehemaliger Dorfplatz an der alten Schmiede mit Sod und Wippe
  • Alter Friedhof mit dem Grab von der Heidedichterin Felicitas Rose und dem Maler Fritz Flebbe
  • Ehemaliges Wohnhaus von Felicitas Rose
  • Löns-Gedenktafel am Haus Salzmoor 2a
  • Heidehöfe mit Treppenspeicher in Schmarbeck und Oberohe
  • Lönsstein mit Heidefläche auf dem Wietzer Berg (in Richtung Hermannsburg an der L 214)
  • Haußelberg mit großen Heideflächen bei Gerdehus
  • Wacholderwald mit gespaltenem Findling in den Heideflächen von Schmarbeck
  • Naturschutzgebiet Kiehnmoor bei Schmarbeck
  • Historische Wassermühle in Müden (Verkehrsbüro, Bücherei, Trauzimmer)
  • Wildpark Müden, Heuweg 23 in Müden

Museen[Bearbeiten]

Museumsgelände der Erinnerungsstätte Luftbrücke Berlin mit C-47 (Faßberg Flyer) der US-Airforce

Die Erinnerungsstätte Luftbrücke Berlin wurde am 2. März 1990 durch den damaligen Verteidigungsminister, Gerhard Stoltenberg, eröffnet. Mittlerweile ist es eine dienstliche Einrichtung (Lehrsammlung) der Technischen Schule der Luftwaffe 3 (TSLw 3).

In vier Nissenhütten und zwei geschlossenen Eisenbahnwaggons wird unter Verwendung von Originaldokumenten, Ausstellungsobjekten und alten Filmen gezeigt, wie amerikanische und britische Flugzeuge von Faßberg aus Westberlin mit insgesamt 539.112 t Kohle versorgten.

Das Zusammenwirken der Alliierten mit den rund 5000 deutschen Mitarbeitern der GCLO, die für die Arbeiten auf dem Flugplatz zuständig und im Lager Trauen untergebracht waren, wird hier ebenfalls dokumentiert.

Seit 1999 wird im Freigelände der Erinnerungsstätte ein echtes Luftbrückenflugzeug vom Typ Douglas C 47 A Dakota – der Faßberg Flyer – ausgestellt, das damals in Faßberg im Einsatz war. In der zivilen Version wurde dieser Flugzeugtyp Douglas DC-3, von den Berlinern aber auch liebevoll „Rosinenbomber“ genannt.

Zusätzlich wird in der Erinnerungsstätte in einer vierten Nissenhütte die Geschichte der Bundeswehr von 1956 bis jetzt gezeigt, u. a. 50 Jahre Technische Schule der Luftwaffe 3 (TSLw 3) und 25 Jahre Heeresflieger in Faßberg zeigen die Entwicklung des Fliegerhorstes.[7]

Vereinsleben[Bearbeiten]

  • Männerchor Müden-Faßberg und Klassikchor Cantamus
  • Gospelchor
  • Posaunenchor
  • Fanfarenzug Faßberg
  • Jugendspielmannszug Müden
  • Feuerwehrkapelle Müden
  • Allgemeiner Sportverein Faßberg e.V. (ASV Faßberg)
  • Motor- und Touringclub Faßberg (MTC Faßberg)
  • MTV Müden/Örtze e.V. von 1913
  • Schützengilde Faßberg e.V.
  • Tennisclub Blau-Weiß Faßberg e.V.
  • Deutscher Amateur-Radio-Club e.V., OV H07 Faßberg

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Bücherei (Immenweg 1 in Faßberg und Unterlüßer Str. 5 in Müden)
  • Freibad Herrenbrücke

Religionen[Bearbeiten]

Kirche St. Michael

Im Ortsteil Faßberg befinden sich zwei Kirchen:

Die Kirche St. Michael wurde 1938 als Simultankirche errichtet (Fuchsbau 8), sie gehört heute zur evangelisch-lutherischen St.-Laurentius-Kirchengemeinde Faßberg-Müden. Zur Kirchengemeinde gehört in Faßberg auch eine 1977 erbaute und später erweiterte Kindertagesstätte (Hasenheide 52).

Die katholische Kirche Heilig Geist wurde 1967 errichtet (Hasenheide 3), sie dient auch als Standortkirche und gehört heute zur Pfarrgemeinde St. Michael in Munster. Vor dem Bau der Kirche fanden katholische Gottesdienste in der heute evangelischen Simultankirche statt.

Im Faßberger Ortsteil Müden befindet sich mit St. Laurentius eine weitere evangelische Kirche.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Ende, Peter Müller, Urs Müller: Celle – Stadt und Landkreis. Medien-Verlag Schubert, Hamburg 2007, ISBN 978-3-937843-11-7.
  • Christoph M. Glombek: Chronik der Gemeinde Faßberg mit den Ortschaften Müden/Örtze, Poitzen und Schmarbeck. Faßberg 2002.
  • Hans Stärk: Geschichte von Faßberg. Faßberg 1971.
  • Matthias Blazek: Die geheime Großbaustelle in der Heide – Faßberg und sein Fliegerhorst 1933–2013. Ibidem, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-95538-017-5.
  • Faßberg – Luft- und Raumfahrt in der Heide, Broschüre zum AeroSpaceDay Faßberg, Eigenverlag der Gemeinde Faßberg, Faßberg 2013, ISBN 978-3-00-042877-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Faßberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Die bebilderte Geschichte des Fliegerhorstes auf geschichtsspuren.de (vormals lostplaces.de).
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 224.
  4. Ortsnamenforscher Jürgen Udolph
  5. Endergebnis der Kommunalwahlen 2006.
  6. Endergebnis der Kommunalwahlen 2011.
  7. Webseite des Luftbrückenmuseums.