Fabrice Luchini

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Fabrice Luchini (2014)

Fabrice Luchini (* 1. November 1951 in Paris; eigentlich Robert Luchini) ist ein französischer Theater- und Filmschauspieler.

Leben[Bearbeiten]

Fabrice Luchini wurde 1951 in Paris als Sohn einer Französin und eines italienischen Einwanderers geboren, der im Obst- und Gemüsehandel tätig war. Im Alter von 13 Jahren verließ er die Schule, um in einem Pariser Friseursalon zu arbeiten. Dort änderte er auf Wunsch seines Arbeitgebers seinen eigentlichen Vornamen Robert in Fabrice um.[1] Bereits früh entdeckte er seine Vorliebe für die französische Literatur und las eifrig Werke von Autoren wie Honoré de Balzac und Marcel Proust. In den späten 1960er Jahren lernte er in einem Club Regisseur Philippe Labro kennen, der ihm seine erste Filmrolle in Tout peut arriver (1969) verschaffte. Daraufhin ließ sich Luchini zum Schauspieler ausbilden. 1970 war er in einer kleinen Nebenrolle in Claires Knie (Le Genou de Claire) unter der Regie von Éric Rohmer zu sehen und wurde dadurch einem breiteren Publikum bekannt. In den 1980er Jahren spielte er in drei weiteren Filmen Rohmers: Die Frau des Fliegers oder Man kann nicht an nichts denken (La Femme de l’aviateur, 1981), Vollmondnächte (Les Nuits de la pleine lune, 1984) und Vier Abenteuer von Reinette und Mirabelle (4 aventures de Reinette et Mirabelle, 1987).

Über die Jahre trat er regelmäßig auch auf der Theaterbühne auf, unter anderem in Stücken William Shakespeares und Gustave Flauberts. Er wurde zudem mehrfach für den Molière, dem wichtigsten französischen Theaterpreis, nominiert. Für Claude Lelouchs Filmdrama Alles für die Liebe (Tout ça… pour ça!, 1993) gewann er den César als Bester Nebendarsteller. Eine weitere Nominierung für den César erhielt er 1995 als Anwalt Derville in der Balzac-Verfilmung Die Auferstehung des Colonel Chabert (Le Colonel Chabert) an der Seite von Gérard Depardieu und Fanny Ardant. In Frankreich gilt er seither als Star. 2009 ging er mit Le Point sur Robert, einer humoristisch angelegten One-Man-Show über die großen Werke französischer Literatur, auf Tournee und erhielt dafür viel Kritikerlob.[1] Als tyrannischer Fabrikbesitzer war er 2010 neben Depardieu und Catherine Deneuve in François Ozons Erfolgskomödie Das Schmuckstück (Potiche) zu sehen.

Seine Tochter Emma Luchini, die als Regisseurin ebenfalls im Filmgeschäft tätig ist, stammt aus seiner langjährigen Beziehung mit der ehemaligen Journalistin und heutigen Theaterregisseurin Cathy Debeauvais.[1]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Fabrice Luchini bei der César-Verleihung 2010

César[Bearbeiten]

Nominiert:

  • 1985: Bester Nebendarsteller für Vollmondnächte
  • 1991: Bester Hauptdarsteller für Die Verschwiegene
  • 1993: Bester Nebendarsteller für Casanovas Rückkehr
  • 1995: Bester Nebendarsteller für Die Auferstehung des Colonel Chabert
  • 1997: Bester Hauptdarsteller für Beaumarchais – Der Unverschämte
  • 2008: Bester Nebendarsteller für Molière
  • 2014: Bester Hauptdarsteller für Molière auf dem Fahrrad

Gewonnen:

  • 1994: Bester Nebendarsteller für Alles für die Liebe

Molière[Bearbeiten]

Nominiert:

Weitere[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fabrice Luchini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Elaine Sciolino: Make ’em Laugh, and Love Classics. In: The New York Times, 2. Januar 2009.