Fabrizio Spada

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Fabrizio Spada (* 1643; † 15. Juni 1717) war ein Kardinal der römisch-katholischen Kirche. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere hatte er das Amt eines Kardinalstaatssekretärs inne.

Leben[Bearbeiten]

Fabrizio Spada war ein Mitglied der italienischen Adelsfamilie Spada. Der Aufstieg dieser Familie begann mit Fabrizio Spadas Urgroßvater Paolo Spada, der mit nicht immer einwandfreien Geschäftsgebaren ein Vermögen anhäufte und dieses unter anderem dazu nutzte, seinen Kindern eine gesellschaftliche Karriere zu ermöglichen. Sein drittgeborener Sohn Bernardino Spada war das erste Mitglied der Familie, dem der Kardinalshut verliehen wurde. Dieser nutzte seinen Einfluss auch dergestalt aus, dass sein Neffe Orazio Spada die aus römischen Hochadel entstammende Maria Veralli heiraten konnte. Fabrizio Spada war der zweitgeborene Sohn aus dieser Verbindung. Sein Großonkel sorgte dafür, dass sein Verwandter eine gründliche Ausbildung erhielt, da er offenbar gleichfalls sehr früh für eine kirchliche Karriere vorgesehen war.

Nach einer gründlichen Schulausbildung studierte er in Perugia Fächer, zu denen unter anderem Rhetorik, Logik, Physik, Griechisch und Französisch gehörte. Dieses Studium diente zur Vorbereitung einer Laufbahn an der päpstlichen Kurie, da die Päpste der frühen Neuzeit zugleich Landesherren des Kirchenstaates waren, das von Bologna und Ferrara im Norden bis nach Benevent im Süden reichte. Zur Verwaltung dieses Territoriums benötigte die Kurie nicht nur erfahrene Theologen, sondern auch Juristen, bzw. Verwaltungsjuristen.

Fabrizio Spadas wichtigster Förderer Bernardino Spada starb im Jahre 1661, bevor Fabrizio Spada sich eine aussichtsreiche Ausgangsposition im Vatikan verschafft hatte. Seine Karriere ging deswegen in den ersten vier Jahren nicht über Einstiegspositionen als Protonotar und Gerichtsreferendar hinaus. Erst im April 1668 wurde er zum Sekretär eines Ausschusses berufen, der sich um die Verwaltung der Provinzen des Kirchenstaates zu kümmern hatte. 1672 wurde er Nuntius am Hof des Herzogs von Savoyen und zum Titularerzbischof von Patras geweiht. 1674 erfolgte eine Ernennung zum Nuntius am französischen Königshof. Nuntien, die diese Rolle erfolgreich füllten, wurden in aller Regel später zum Kardinal ernannt. Solche Positionen waren daher durchaus begehrt, auch wenn der jeweilige Nuntius die Kosten einer dem Amt angemessenen Repräsentation selber zu tragen hatte. Im Falle von Fabrizio Spada verhinderten andere Gründe jedoch, dass die eigentlich aussichtsreichsten Kandidaten zum Zuge kamen. Die Ernennung des für diese Position besonders in Frage kommenden Francesco Bonvisi wäre ohne Verärgerung des ehemaligen Kardinalnepot Giacomo Rospigliosi nicht möglich gewesen. Andere Kandidaten zogen es vor, in Rom zu verbleiben, weil sie Aussicht hatten, die Ernennung zum Kardinal zu erhalten, ohne den kostspieligen Posten in Paris wahrzunehmen. Fabrizio Spada war daher ein Kompromisskandidat für diese Stelle, wobei die Verbindungen seines Vater Orazio Spada und seines Onkels Bernardino Rocci sicherlich auch eine Rolle spielte.

Die Tätigkeit als Nuntius endete am 27. August 1675. Bereits am 27. Mai 1675 hatte der Papst Fabrizio Spada zum Kardinal mit der Titelkirche San Crisogono ernannt. 1708 wechselte er zur Titelkirche Santa Prassede. Nach Einschätzung des Historikers Arne Karsten war dabei weniger die diplomatischen Verdienste ausschlaggebend, als der Wunsch des Papstes, mit der Erhebung des in Paris wenig geschätzten Nuntius den französischen König Ludwig XIV. zu brüskieren.

Unter Papst Innozenz XI. geriet die Karriere des neu ernannten Kardinals erneut in Stocken. Sechs Jahre lang war der Legat von Urbino. Papst Innozenz XII. dagegen ernannte Fabrizio Spada zum Kardinalstaatssekretär. Unter Clemens XI. dagegen endete diese Karriere. Die letzten zwei Lebensjahrzehnte war er Mitglied zahlreicher Gremien der päpstlichen Verwaltung. Er galt als fleißig und stets bemüht.

Am 15. Juni 1717 starb er. Beigesetzt wurde er in der Familienkapelle in der Kirche Santa Maria in Vallicella.

Literatur[Bearbeiten]