Fachsenfeld

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Dieser Artikel behandelt den Stadtbezirk von Aalen in Baden-Württemberg. Zum deutschen Ingenieur, Erfinder, Automobil-und Motorradrennfahrer siehe Reinhard von Koenig-Fachsenfeld.

48.88444444444410.046666666667470Koordinaten: 48° 53′ 4″ N, 10° 2′ 48″ O

Fachsenfeld
Stadt Aalen
Wappen von Fachsenfeld vor der Eingemeindung
Höhe: 470 m
Fläche: 3,95 km²
Einwohner: 3602 (1. Mai 2011)
Eingemeindung: 1. Januar 1973
Postleitzahl: 73434
Vorwahl: 07366
Karte

Karte der Aalener Stadtbezirke, Fachsenfeld im Norden

Fachsenfeld ist ein Stadtbezirk der Großen Kreisstadt Aalen im Ostalbkreis in Baden-Württemberg, Deutschland.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Vom Ortskern Fachsenfelds sind es etwa 5 km Luftlinie zur Aalener Innenstadt. Die nächsten Stadtbezirke sind Dewangen (2 km) und Wasseralfingen (4 km). Die Gemeinden Abtsgmünd (im Westen) und Hüttlingen (im Osten) sind beide etwa 3 km entfernt. Außerdem grenzt Fachsenfeld im Norden an das Gemeindegebiet von Neuler.

Ausdehnung des Bezirksgebiets[Bearbeiten]

Folgende Teilorte und Plätze bilden Fachsenfeld:

  • Himmlingsweiler
  • Scherrenmühle
  • Schlossreute
  • Spitz
  • Steinfurt
  • Waiblingen
  • Pfannenstiel
  • Kocherschafhaus
  • Mühlhäusle
  • Sanzenbach
  • Bodenbach
  • Frankeneich

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Fachsenfeld 1230. Es gehörte den Herren von Fachsenfeld, die wahrscheinlich ein Zweig der Herren von Waiblingen waren. Diese waren auf der Burg Waiblingen auf halber Berghöhe beim heutigen Ortsteil Waiblingen ansässig und standen im Dienste der Staufer. Nach dem Ende der Staufer gehörten Fachsenfeld und Waiblingen den Oettingern, ab 1401 den Herren von Woellwarth. Unter ihrer Hoheit wurde 1591 die evangelische Kirche gebaut, eine der ältesten evangelischen Kirchen Württembergs.[1]

1806 kam der Ort zum Königreich Württemberg.

1894 wurde der Grundstein für die katholische Herz-Jesu-Kirche gelegt, die am 28. September 1895 geweiht wurde.

Am 1. Januar 1973 wurde Fachsenfeld nach Aalen eingemeindet.[2]

Zu Fachsenfeld gehören die Weiler Himmlingsweiler und Waiblingen. Himmlingsweiler wurde im 18. Jahrhundert angelegt und hieß zunächst Pfannenstiel. Waiblingen, im Kochertal gelegen, befindet sich bei den Resten des ringförmigen Burgstalls der ehemaligen Burg Waiblingen.

Politik[Bearbeiten]

Ortschaftsrat[Bearbeiten]

Ortschaftsratswahl 2014
Wahlbeteiligung: 48,8 %
 %
40
30
20
10
0
34,8 %
34,4 %
30,8 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+2,8 %p
+4,5 %p
-1,7 %p
-5,6 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
d Aktive Bürger, trat 2014 nicht zur Wahl an

Der Ortschaftsrat des Stadtbezirks Fachsenfeld hat derzeit 12 Mitglieder, deren Amtszeit fünf Jahre beträgt. Die letzte Wahl fand bei den baden-württembergischen Kommunalwahlen am 25. Mai 2014 statt. Diese ergab folgende Zusammensetzung (die Veränderungen der Fraktionsstärke beziehen sich auf die vorletzte Wahl im Jahr 2009):

Ortschaftsrat seit 2014[3]
Fraktion Anzahl Sitze Veränderung
CDU 4 Sitze ±0
FW Fachsenfeld 4 Sitze ±0
SPD 4 Sitze ±0

Ortsvorsteher[Bearbeiten]

Seit 29. Juli 2009 ist Jürgen Opferkuch (FWV) Ortsvorsteher von Fachsenfeld.

Religion[Bearbeiten]

65 % der Fachsenfelder sind katholischen Glaubens, 22 % evangelisch und 13 % gehören anderen Glaubensgemeinschaften an oder haben keine Angaben gemacht.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Schloss Fachsenfeld[Bearbeiten]

Schloss Fachsenfeld

Bereits 1540 hatte Georg Sigmund von Woellwarth ein größeres Gebäude errichten lassen, das sein Sohn Hans Sigmund von Woellwarth 1570 zu einem Schloss ausbaute.[4] Das Schloss mit seinen Wirtschaftsgebäuden wurde im Dreißigjährigen Krieg schwer in Mitleidenschaft gezogen. Nach dem anschließenden Wiederaufbau brannte es 1699 aus. Nachdem es 128 Jahre leer stand, erwarb es 1827 der Oberjustizrat Wilhelm von König-Warthausen und ließ es über drei Jahrzehnte umbauen und erweitern. So erweiterte er das Schloss um einen Gartensaal, eine Aussichtsterrasse, ein Jagdzimmer und einen Speisesaal. Es entstand der heutige Schlosspark, der fast acht Hektar umfasst und zu den schönsten Landschaftsparks in Deutschland zählt. Zwischen 1905 und 1907 wurden die Jugendstil- und Galerieräume erneut ausgebaut. 1982 gründete Freiherr Reinhard von Koenig-Fachsenfeld die Stiftung Schloss Fachsenfeld, die das Schloss für die Öffentlichkeit zugänglich machte.

Musik[Bearbeiten]

Musikerheim des Musikverein Fachsenfeld
  • Liederkranz Fachsenfeld 1855 e. V.
  • Musikverein Fachsenfeld 1956 e. V.

Seit 2000 finden im Schloss Ausstellungen, Konzerte und Lesungen im Rahmen der jährlich stattfindenden Königswege statt.

Sport[Bearbeiten]

  • SV Germania Fachsenfeld 1912 e. V.
  • Hundesportverein Aalen-Fachsenfeld e. V.
  • Reit- und Fahrverein Aalen-Fachsenfeld und Umgebung e. V.
  • Schützenverein Hubertus Fachsenfeld 1956 e. V.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Als große Faschingsveranstaltung der Rosenmontagsball des SV Germania Fachsenfeld sowie das alljährliche Gemeindefest in Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen und der Reinhard-von-Koenig-Schule.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Halbstündige Busanbindung über die OVA (Omnibus-Verkehr Aalen) ins Stadtzentrum Aalen.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

  • Reinhard-von-Koenig-Schule Fachsenfeld

Nach einer Empfehlung des Aalener Gemeinderates wurde 2008 die Grund- und Hauptschule Fachsenfeld in Reinhard-von-Koenig-Schule Fachsenfeld umbenannt.

Ortsbücherei Fachsenfeld[Bearbeiten]

Die Ortsbücherei Fachsenfeld ist die kleinste der vier städtischen Aalener Bibliotheken.

Polizei[Bearbeiten]

Nach der Schließung des Fachsenfelder Polizeipostens ist der Polizeiposten Abtsgmünd für Fachsenfeld zuständig.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Koch (Hrsg.): Wanderführer von Aalen und Umgebung. Verlag Albert Wahl, 2. Auflage, Aalen 1973, Seite 90.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fachsenfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Karlheinz Bauer: Aalen. Theiss, Stuttgart 1983, ISBN 3-8062-0321-0, S. 75 ff.
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 445.
  3. Wahlergebnis AA_OR Fachsenfeld 2014, aalen.de, abgerufen am 5. Juli 2014
  4. http://www.zentrum-ostalb.de/schloesser-schloss-fachsenfeld.html