Fackelträger-Bewegung

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Logo der Fackelträger

Die Fackelträger-Bewegung ist eine internationale überkonfessionelle christliche Bewegung und evangelische Missionsgemeinschaft, gegründet von Major W. Ian Thomas.[1] Die Fackelträger-Bewegung ist in der christlichen Jugend- und Erwachsenenbildung sowie in der Durchführung von Kurzbibelschulen tätig. Die einzelnen Zentren sind unabhängig voneinander organisiert und geleitet; sie sind aber informell miteinander verbunden.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Fackelträger-Bewegung entstand aus der volksmissionarischen Tätigkeit des englischen Evangelisten Major W. Ian Thomas (1914–2007). 1945 wurde er als Besatzungsoffizier in der deutschen Stadt Velbert mit der Situation der deutschen Jugend vertraut. Ein 1947 in Nordwestengland erworbener Landsitz, Capernwray Hall, wurde als christliches Ferienzentrum zunächst nur für britische jugendliche Gäste eingerichtet[2]. Jedoch bereits im darauffolgenden Jahr wurden 30 deutsche Studenten dorthin eingeladen, um einen Monat in Gemeinschaft mit jungen Leuten aus England die Bibel zu studieren. Diese Begegnung war Anlass zu mehreren Einladungen an Major Thomas, in Jugendgruppen und Kirchengemeinden der deutschen Studenten Einsätze durchzuführen. Als Ergebnis kam eine immer größere Anzahl an Jugendlichen aus Westdeutschland nach Capernwray Hall. Die Reisen und Vortragsdienste von Thomas erstreckten sich bald auch auf Österreich und die Schweiz sowie nach Skandinavien [3]

Auf den Freizeiten wurden die Jugendlichen ermuntert, in ihren Jugendgruppen und Kirchengemeinden aktiv mitzuarbeiten und auch selbst missionarische Verantwortung zu übernehmen. Die steigende Zahl von Freunden fasste schließlich die von ihnen erkannte Verantwortung in Form einer Missionsgemeinschaft zusammen. Die Mitglieder, die sich den Namen ’’Fackelträger’’ gaben, möchten durch persönliches Bezeugen ihres christlichen Glaubens in ihrer Umgebung Menschen auf das Evangelium aufmerksam machen. Es wird selbstverständlich davon ausgegangen, dass sie Mitglied einer Kirche oder Freikirche sind und dort aktiv am Gemeindeleben teilnehmen.

Aufgrund des großen Interesses an der Arbeit der Missionsgemeinschaft wuchs die Zahl der Gemeinden und Jugendgruppen, die ihre Mitglieder an den Freizeiten teilnehmen ließ. 1958 wurde daraufhin in Deutschland ein zweites Freizeitenzentrum, die ’’Klostermühle’’ in Obernhof an der Lahn gegründet. Als drittes Freizeitenzentrum wurde 1963 Schloss Klaus in Oberösterreich gegründet[4], im darauffolgenden Jahr ein weiteres Zentrum in Österreich, der ’’Tauernhof’’ in Schladming. Heute zählen sich weltweit 25 Zentren in 20 Ländern zur Missionsgemeinschaft der Fackelträger[5]. Die derzeit vier Zentren im Deutschland und Österreich werden von der Evangelischen Kirche als „evangelisch-kirchlicher Verein“ anerkannt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Reinhard Hempelmann (Hrsg.): Handbuch der evangelistisch-missionarischen Werke, Einrichtungen und Gemeinden. Christliches Verlagshaus Stuttgart, Stuttgart 1997, ISBN 978-3767577633
  • B. Rebsch: Fackelträger. In: Helmut Burkhardt, Uwe Swarat (Hrsg.): Evangelisches Lexikon für Theologie und Gemeinde, Bd. 1, R. Brockhaus, Wuppertal 1994, ISBN 3417246415

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hempelmann, S. 165
  2. Oberladstätter, Mariane: Schloss und Burg Klaus. Klaus, 2011. S.70
  3. Brasher, Herb: A Survey of the History of the Capernwray Missionary Fellowship of Torchbearers. Seminararbeit über Kirchengeschichte. Oberhof/Lahn, 1990.
  4. Todter, Christine: Jugendfreizeitheim Schloss Klaus. Kirchengeschichtliches Proseminar. Wien, 1981
  5. siehe Webauftritt von Fackelträger International unter www.torchbearers.org

Weblinks[Bearbeiten]