Faden-Klee

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Faden-Klee
Faden-Klee (Trifolium dubium)

Faden-Klee (Trifolium dubium)

Systematik
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Gattung: Klee (Trifolium)
Sektion: Chronosemium
Serie: Filiformia
Art: Faden-Klee
Wissenschaftlicher Name
Trifolium dubium
Sibth.

Der Faden-Klee (Trifolium dubium), auch Kleiner Klee oder Zweifelhafter Klee genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Klee (Trifolium). Sie ist in ganz Europa weitverbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Erscheinungsbild und Blatt[Bearbeiten]

Der Faden-Klee ist eine einjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von zwischen 20 und 40 Zentimetern erreicht. Die häufig spärlich, bräunlich behaarten Stängel stehen aufrecht oder sind niederliegend, häufig gewunden und selten verzweigt.

Die sehr kurz gestielten, wechselständigen Laubblätter sind bläulich-grün, kahl und dreiteilig. Die umgekehrt eiförmigen Fiederblättchen sind zwischen 0,8 und 1,1 Zentimeter lang und 0,4 bis 0,7 Zentimeter breit. Die Basis ist keilförmig und die Spitze ist abgerundet oder leicht gekerbt. Die obere Hälfte ist leicht gezähnt. Das endständige Teilblatt sind im Gegensatz zu den anderen langgestielt. Die krautigen, eiförmigen, spitzen Nebenblätter sind mit den Blattstielen kurz verwachsen und sind 3 bis 5 Millimeter lang.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Mai bis Oktober. Die Blütenstandsachsen sind fadenförmig und deutlich länger als die gegenüberliegenden Laubblätter. Die achselständigen, halbkugelförmigen bis kugelförmigen, traubigen Blütenstände weisen eine Länge 8 bis 9 Millimetern und einen Durchmesser von 6 bis 7 Millimetern auf. Sie bestehen aus 3 bis 20 Schmetterlingsblüten. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Blütenstiele (Pedicellus) sind weniger als 1 Millimeter lang und aufrecht, in der Fruchtreife dann gebogen. Die Kelchblätter glockig verwachsen und 1,5 bis 2 Millimeter lang. Der fünfnervige und kahle Kelch endet in fünf Kelchzähnen. Die unteren Kelchzähne sind fast doppelt so lang wie die Kelchröhre, die oberen kürzer als dieser. Von den fünf gelben Kronblättern sind einige verwachsen. Während der Fruchtreife verfärben sie sich nach braun. Die Blütenkrone ist etwa 4 Millimeter hoch und besitzt die typische Form der Schmetterlingsblüte. Die Kronblätter sind eiförmig, glatt und längsgefaltet mit einem trichterförmigen Rippenbündel in jeder Hälfte. Der Rand ist ganz oder teilweise gezähnelt. Die Flügel sind genagelt und kürzer als bei anderen Arten der Gattung Trifolium. Von den zehn Staubblättern sind neun verwachsen und eines frei. Der oberständige Fruchtknoten ist lang gestielt und länger als der Griffel.

Es wird eine einsamige Hülsenfrüchte gebildet, die 2 bis 3 Millimeter lang und 1,5 Millimeter breit ist. Der Griffel bleibt auch bei der Fruchtreife erhalten und füllt ein Viertel bis ein Drittel der Frucht aus. Die Samen sind ellipsoid, hellbraun und etwa 1,3 Millimeter lang. Der Samen ist sehr leicht, etwa 2.000.000 Samen wiegen ein Kilogramm[1].

Die Chromosomenzahl ist 2n = 16 oder 28.

Ökologie[Bearbeiten]

Als Bestäuber sind meist Hummeln anzutreffen. Die Ausbreitung der Samen erfolgt meist durch den Wind (Anemochorie), öfters kommt aber auch die Ausbreitung der klettartigen Früchte vor. Die Samen bleiben über 20 Jahre keimfähig.

Vorkommen[Bearbeiten]

Der Faden-Klee ist ein europäisches Florenelement. Das Areal des Faden-Klee reicht von Portugal und Frankreich im Westen bis zum Kaukasus im Osten; nordwärts erstreckt sich sein Verbreitungsgebiet bis Skandinavien,[2] bis zum 60° nördlicher Breite, was etwa der Höhe von Oslo entspricht, und südwärts bis in den südlichen Mittelmeerraum, wo sein Vorkommen allerdings abnimmt,[2] bis zum 42° nördlicher Breite, was etwa der Höhe Roms und Skopjes entspricht. Einzelne Standorte liegen aber auch noch weiter nördlich. Nach Osten reicht das Verbreitungsgebiet bis in den Kaukasus und weiter nördlich etwa bis Moskau. Neophytische Vorkommen finden sich in Pakistan und an der Ostküste der Vereinigten Staaten.

In Mitteleuropa kommt er sehr häufig vor, er ist aber unauffällig, und er wird deswegen gelegentlich übersehen.[3] Er ist in ganz Deutschland weit verbreitet.

Er besiedelt in Mitteleuropa Fettwiesen, Weiden (häufig an Rändern) und Gartenrasen. Er steigt in den Alpen örtlich über 1500 Metern auf.[3] Der Faden-Klee gedeiht am besten auf humosen, lehmigen Böden, die im Übrigen kalkarm oder kalkhaltig, mager oder nährstoffreich sein können,[3] vornehmlich auf sandigen Böden.

Verwendung[Bearbeiten]

Faden-Klee enthält als Futterpflanze sehr viel Energie und wird gerne gefressen. Wegen hoher Saatgutkosten und geringem Aufwuchs spielt er in der Landwirtschaft aber keine Rolle.[4] Mit Faden-Klee lässt sicht maximal ein Ertrag von einer Tonne pro Hektar erzielen.

Der Faden-Klee hat medizinischen Nutzen, sie ist blutungsstoppend, wenn ein Brei aus zerkleinerten Blättern auf Wunden aufgetragen wird.[5]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Die Informationen dieses Artikels entstammen zum größten Teil den unter Literatur angegebenen Quellen, darüber hinaus werden folgende Quellen zitiert:

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatJohn Frame: Trifolium hybridum L. In: Grassland and Pasture/Crop Systems. FAO Crop and Grassland Service, abgerufen am 23. Mai 2008.
  2. a b Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 3: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklasse Rosidae): Droseraceae bis Fabaceae. Eugen Ulmer, Stuttgart 1992, ISBN 3-8001-3314-8.
  3. a b c  Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. 2. Auflage. Band 2: Eibengewächse bis Schmetterlingsblütengewächse, Franckh-Kosmos, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08048-X.
  4.  M. Dachler, A. Köchl: Die Wirkung verschiedener Gründüngungspflanzen auf Ertrag und Erlös der Folgekultur. Landwirtschaftlich-chemische Bundesanstalt, Wien 1994 (PDF).
  5. Trifolium dubium bei Plants For A Future. Abgerufen am 23. Mai 2008.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Michael Zohary, David Heller: The Genus Trifolium. The Israel Academy of Sciences and Humanities, Jerusalem 1984, ISBN 965-208-056-X, S. 343f.
  •  S. I. Ali: Trifolium dubium. In: Flora of Pakistan. Band 100, Karachi 1977, S. 289 (Online, abgerufen am 21. Mai 2008).
  • Margot Spohn, Marianne Golte-Bechtle: Was blüht denn da? Enzyklopädie, Kosmosverlag, 2005.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Faden-Klee (Trifolium dubium) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien