Dorosomatinae

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Dorosomatinae
Dorosoma petenense

Dorosoma petenense

Systematik
Überkohorte: Clupeocephala
Kohorte: Otomorpha
Ordnung: Heringsartige (Clupeiformes)
Unterordnung: Clupeoidei
Familie: Heringe (Clupeidae)
Unterfamilie: Dorosomatinae
Wissenschaftlicher Name
Dorosomatinae
Gill, 1861

Die Dorosomatinae sind eine Unterfamilie der Heringe (Clupeidae) die vor allem in tropischen und subtropischen Regionen der Weltmeere und in Süßgewässern (z.B. im ostafrikanischen Tanganjikasee) vorkommt.

Merkmale[Bearbeiten]

Diagnostisches Merkmal der Dorosomatinae sind die nicht überlappenden Kiemenrechen. Dieses Merkmal zeigt sich nicht beim Tribus Pellonulini (Microthrissa, Odaxothrissa, Pellonula und Potamothrissa). Diese könnten das Merkmal sekundär wieder verloren haben oder die Pellonulini und die übrigen Gattungen der Dorosomatinae sind Schwestergruppen. Die aktuelle Zusammensetzung der Unterfamilie wurde durch DNA-Vergleiche ermittelt.[1]

Vorher umfasste die ursprünglich auf morphologischer Grundlage diagnostizierte Unterfamilie nur die Gattungen Anodontostoma, Clupanodon, Dorosoma, Gonialosa, Konosirus und Nematalosa.[2] Die Arten dieser Gattungen sind mittelgroße Heringsfische, die meisten Arten werden etwa 30 cm lang oder etwas länger. Ihre Bauchseite ist vollständig mit kräftigen Schuppen besetzt, bei Clupanodon auch der Bereich vor der Rückenflosse. Die Rückenflosse steht über der Körpermitte. Der letzter Flossenstrahl ist bei den Gattungen Clupanodon, Dorosoma, Konosirus und Nematalosa fadenartig verlängert, weshalb sie im deutschen als Fadenflossige Alsen bezeichnet werden. Das Maul ist mehr oder weniger unterständig, manchmal auch endständig. Die Symphyse des Unterkiefers fasst in eine Kerbe in der Oberkiefermitte. Die Fische sind zahnlos, die Kiemenreusenstrahlen sind zahlreich. Ein Paar Pharyngealtaschen oberhalb des vierten Kiemenbogens dient offenbar dem Sammeln von Nahrung. Der Magen ist muskulös und entspricht einem Kaumagen. Die meisten Fadenflossige Alsen sind silbrig, oft mit einem dunklen Fleck hinter der Kiemenöffnung, bei einigen Arten von einer Punktreihe gefolgt.[3][4]

  • Schuppenformel: mLR 38-55 (43-71 bei Gonialosa und bis zu 86 bei einigen Dorosoma).

Gattungen und Arten[Bearbeiten]

Zu den Dorosomatinae gehören etwa 110 Arten in 30 Gattungen.[1]

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Sébastien Lavoué, Peter Konstantinidis & Wei-Jen Chen: Progress in Clupeiform Systematics. in Konstantinos Ganias (Hrsg.): Biology and Ecology of Sardines and Anchovies. CRC Press, 2014, ISBN 978-1482228540
  2. Dorosomatinae auf Fishbase.org (englisch)
  3. Kurt Fiedler: Lehrbuch der Speziellen Zoologie, Band II, Teil 2: Fische. Gustav Fischer Verlag Jena, 1991, ISBN 3-334-00339-6
  4. Peter J. P. Whitehead: Clupeoid fishes of the world (Suborder Clupeoidei). An annotated and illustrated catalogue of the herrings, sardines, pilchards, sprats, shads, anchovies, and wolf-herrings. Part 1. Chirocentridae, Clupeidae and Pristigasteridae. Seite 230-231, FAO Species Catalogue for Fishery Purposes. No. 7. FAO Rom 2005. (PDF)