Fahnenbarsche

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Fahnenbarsche
Juwelen-Fahnenbarsche (Pseudanthias squamipinnis) ♀

Juwelen-Fahnenbarsche (Pseudanthias squamipinnis) ♀

Systematik
Stachelflosser (Euacanthomorphacea)
Barschverwandte (Percomorphaceae)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Unterordnung: Serranoidei
Familie: Sägebarsche (Serranidae)
Unterfamilie: Fahnenbarsche
Wissenschaftlicher Name
Anthiinae
Bleeker, 1871

Fahnenbarsche (Anthiinae) zählen zu der Familie der Sägebarsche und leben mit ca. 215 Arten in tropischen und subtropischen Meeren. Die meisten Arten dieser Unterfamilie sind ausgesprochen farbenprächtig.

Verbreitung, Lebensraum und Fressfeinde[Bearbeiten]

Die meisten Arten kommen aus dem Indopazifik, einige leben auch im Atlantik, Anthias anthias kommt auch im Mittelmeer vor. Meist leben die 6–18 cm großen Tiere in großen Schwärmen mit hunderten bis tausenden Exemplaren an der Außenseite der Korallenriffe und ernähren sich von tierischem Plankton. Viele Arten dieser Unterfamilie sind in den Riffen außerordentlich häufig. Sie stellen dort zahlenmäßig einen wesentlichen Anteil der Fischfauna. Zu ihren Fressfeinden zählen Zackenbarsche, Skorpionfische und Muränen. Bei Gefahr suchen Fahnenbarsche Schutz zwischen den Korallen.

Merkmale[Bearbeiten]

Die meisten Arten der Fahnenbarsche erreichen Längen von zehn bis zwanzig Zentimetern (40 cm bei Meganthias). Ihr Körper ist meist spindelförmig und seitlich abgeflacht, es gibt jedoch auch sehr hochrückige Arten. Die Rückenflosse ist durchgehend und lang, die Schwanzflosse meist tief gegabelt und/oder am oberen und unteren Rand filamentartig verlängert.

Männchen und Weibchen der sehr bunten, rot, orange oder violetten Arten sind oft sehr unterschiedlich gefärbt und zeigen damit einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus. Einige Arten wechseln während der Paarung die Farbe.

Geschlechtsumwandlung[Bearbeiten]

In jedem Schwarm stellen die Weibchen immer die überwältigende Mehrheit der Tiere. Oft kommen auf ein Männchen etwa 50 Weibchen. Fahnenbarsche sind proterogyne Folgezwitter. Geschlechtsreife Tiere sind zuerst weiblich und wandeln sich später zu Männchen um. Durch „soziale Unterdrückung“ hindern die dominierenden Männchen die Weibchen ihres Harems daran, sich zu Männchen umzuwandeln. Stirbt ein Männchen, wandelt sich das stärkste Weibchen in wenigen Tagen zu einem Männchen um und übernimmt die freigewordene Stelle.

Systematik[Bearbeiten]

Die Unterfamilie der Anthiinae wurde vorübergehend als eigene Familie eingeordnet. Mittlerweile hat es sich durchgesetzt, diese Gruppe von Fischen als Unterfamilie der Sägebarsche zu betrachten. Innerhalb der Unterfamilie wurden ursprünglich die meisten Arten der Gattung Anthias zugeordnet. Aufgrund neuerer taxonomischer Untersuchungen werden jedoch nur noch sechs, im Atlantik lebende Arten in diese Gattung gestellt. Die meisten Arten finden sich nun in der Gattung Pseudanthias, die aus 45 im Indopazifik lebenden Arten besteht.

Gattungen und Arten[Bearbeiten]

Purpur-Fahnenbarsch (Pseudanthias tuka) ♂
Grüner Fahnenbarsch (Pseudanthias huchtii)
Dickkopf-Fahnenbarsch (Serranocirrhitus latus)

Literatur[Bearbeiten]

  • Kurt Fiedler: Lehrbuch der Speziellen Zoologie, Band II, Teil 2: Fische. Gustav Fischer Verlag Jena, 1991, ISBN 3-334-00339-6
  • Hans A. Baensch / Robert Patzner: Mergus Meerwasser-Atlas Band 1, Mergus-Verlag, Melle, ISBN 3-88244-110-0
  • Rudie H. Kuiter / Helmut Debelius: Atlas der Meeresfische, Kosmos-Verlag, 2006, ISBN 3-440-09562-2
  • Ewald Lieske, R. F. Myers: Korallenfische der Welt, 1994, Jahr Verlag, ISBN 3-86132-112-2
  • KORALLE, Meerwasseraquaristik-Fachmagazin, Nr. 13 Februar/März 2002, Natur und Tier Verlag Münster, ISSN-1439-779X
  • Franziska Flückinger: Vergleichende Betrachtungen zur Fortpflanzung der Anthiinae, in Der Meerwasseraquarianer 1/2000, ISSN: 1432-1505

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fahnenbarsche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien