Fahrradabstellanlage

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fahrradbügel, Köln, RheinEnergieStadion

Eine Fahrradabstellanlage, Fahrradabstellplatz oder einfach Abstellanlage (umgangssprachlich auch Fahrradständer genannt) ist eine bauliche Einrichtung zum Abstellen von Fahrrädern. An den Orten, an denen üblicherweise Fahrräder oft abgestellt werden, kann man eine Vielzahl von technischen Hilfen zum Fahrradparken finden. Nicht selten sind sie kombiniert mit einer Fixierungsmöglichkeit, so dass man das Fahrrad anschließen kann. Solche öffentliche und private Fahrradständer werden auch als Fahrradabstellanlagen, Fahrradparksystem, Fahrradhalter oder Fahrradstation bezeichnet. Insbesondere an Schulen, vor Schwimmbädern, an Bahnhöfen und Geschäften findet man diese Einrichtungen.

Aufgaben[Bearbeiten]

Eine Fahrradabstellanlage soll folgende Anforderungen erfüllen:

  • Das Fahrrad soll stabil stehen
  • Die Gefahr einer Beschädigung soll minimiert sein
  • Zumindest der Fahrradrahmen (und wünschenswert: ein Rad) soll mit einem normalen Bügelschloss diebstahlsicher befestigt werden können
  • Beim Beladen von Gepäck und Kindersitzen darf das Fahrrad nicht wegrutschen
  • Es sollen unterschiedlich große Fahrräder und Räder mit unterschiedlich dicken Reifen abgestellt werden können

Konstruktionsarten[Bearbeiten]

Es gibt die verschiedensten Konstruktionen. Nicht jede Ständerkonstruktion ist für jeden Radtyp geeignet.

Ältere Holz- und Metallgeländer und ähnliche moderne Ständerkonstruktionen ermöglichen das schonende seitliche Anlehnen und Absperren von Rädern. Ein Beispiel ist der Kreuzberger Bügel, der in diesem Berliner Stadtteil in den 1980ern eingeführt wurde[1].

Die an älteren Bahnhöfen zu findenden, sehr aufwändigen Fahrradunterstellgelegenheiten haben eine Überdachung und schräge nach oben ziehende Rinnen, in denen das Fahrrad platzsparend halb horizontal, halb vertikal untergebracht werden kann. In neuerer Zeit gibt es vereinzelt sogenannten Fahrradboxen, die ähnlich Gepäckschließfächern abschließbar sind und die Platz für ein ganzes Rad bieten.

Edelstahlspiralen halten das Rad nur schlecht und lassen das Anschließen des Rahmens nicht zu.

Bei vielen Anlagen lässt sich nur das Vorderrad in einer Halterung fixieren. Zwar können so platzsparend und sehr günstig viele Fahrräder abgestellt werden. In der Praxis erweisen sich diese Konstruktion jedoch häufig als vollkommen untauglich. Ein gravierender Nachteil ist die fehlende Möglichkeit den Fahrradrahmen mittels Schloss am Ständer zu sichern, wie es von nahezu allen Versicherungen gefordert wird. Das Fahrrad kann in diesem Fall leicht weggetragen werden, oder es kann nur das Vorderrad gesichert werden, was das Wegtragen des restlichen Rades ermöglicht. Oft passen dicke/breite Vorderräder nicht in jede Halterung und dünne Rennradreifen werden ohnehin nur selten fixiert.

Beispiele für einfache Konstruktionen sind auch Betonsteine mit einem eingelassenen runden Schlitz, in dem das Vorderrad fixiert wird und andere Formen so genannter Vorderradklemmen oder Clips. Einen Metallrohrständer mit ähnlichen Klemmschlitzen nennt man Bügelparker. Ebenfalls weit verbreitet sind Metallspiralen, in deren Zwischenräume das Vorderrad gesteckt werden soll. Diese Ständer werden auch im Fachhandel (z. B. Betonpflaster-Industrie) für die Gestaltung von öffentlichen Plätzen angeboten. Die Varianten erstrecken sich bis zu Baumstämmen, in die die entsprechenden Schlitze eingesägt sind. Solche und ähnliche Systeme werden abwertend auch Felgenknicker oder Felgenkiller genannt, da die Räder die Querkräfte weniger stark aufnehmen können und dabei Schaden nehmen können. Außerdem kann mit einem Fahrradschloss normaler Länge der Rahmen nicht angeschlossen werden..

Normen und Standards[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fahrradabstellanlagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung & Kommunikation (Hrsg.) 2008: Fahrradparken in Berlin - Leitfaden für die Planung (PDF; 8,1 MB)