Fahrradtaxi

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Fahrradtaxi für zwei Fahrgäste in Hamburg
Ostafrikanisches Bodaboda im Einsatz
Nepal, Kathmandu, Fahrradrikscha

Ein Fahrradtaxi, auch Fahrradrikscha, ist ein Fahrrad, das zum Transport von Passagieren oder Gütern von Fahrradkurieren eingesetzt wird. Im Gegensatz zur traditionellen Rikscha wird eine Fahrradrikscha nicht vom Fahrer gezogen, sondern durch sein Pedalieren vorangetrieben. Ob die Personenbeförderung mit Fahrradtaxen in Deutschland ohne Weiteres zulässig ist, ist nach wie vor umstritten. Nach der bislang einzigen höchstrichterlichen Entscheidung dieser Frage, dem Beschluss des Oberlandesgericht Dresden vom 11. Oktober 2004,[1] ist die Personenbeförderung auf Fahrradtaxen ohne vorherige Genehmigung zulässig. Zur selben Beurteilung kam ein bundesweit beachteter Fall aus Augsburg, bei der ein Fahrradtaxi-Unternehmer zwischen 2004 und 2006 mit der Straßenverkehrsbehörde kämpfte und dafür 2007 mit dem Werner-Bonhoff-Preis ausgezeichnet wurde [2].

Verbreitung[Bearbeiten]

Am populärsten ist das Fahrradtaxi in Ostafrika, wo es Bodaboda genannt wird. Der Passagier sitzt hinter dem Fahrer auf einem gepolsterten Rücksitz auf dem Gepäckträger. In den meisten Ländern ist dieses Standard-Fahrradtaxi (zwei Erwachsene auf einem Fahrrad) nicht zugelassen. Heutzutage werden in den größeren Städten allerdings fast nur noch Motorradtaxis eingesetzt.

In vielen größeren Städten gibt es Fahrradtaxis zu touristischen Zwecken, oftmals gibt es jedoch eine Winterpause. Die Fahrradtaxis werden meist für Stadtrundfahrten oder kurze bis mittlere Zielfahrten eingesetzt. Jedes von ihnen kann dabei jährlich eine Strecke von etwa 10.000 Kilometern zurücklegen.[3] Weiterhin können Fahrradrikschas in manchen Orten ausgeliehen werden, was für besondere Anlässe, wie Hochzeiten, genutzt wird.

Technik[Bearbeiten]

Die moderne Form der Rikscha besitzt oft einen elektrischen Hilfsmotor zur Unterstützung beim Anfahren und an Steigungen. Die Rikschas von europäischen und amerikanischen Herstellern sind inzwischen technisch soweit fortgeschritten, dass sie sich grundlegend von den meist schwergängigen Rikschas aus Fernost unterscheiden. Leichtbauweise, Gangschaltungen und Hilfsmotoren zeichnen die modernen Fahrradtaxen aus. [4]

Geschäftsmodelle[Bearbeiten]

Aufgrund ihrer Präsenz in stark frequentierten Innenstädten buchen Werbetreibende oft Flächen auf den Fahrzeugen. Einige Fahrrad-Rikscha-Unternehmer verdienen ihr Geld hauptsächlich mit diesen Werbebuchungen. Sie garantieren dafür einen Taxi-Betrieb der Rikschas zu festgelegten Zeiten. Die Fahrten werden in der Regel von selbständigen Fahrern durchgeführt, die auf eigene Rechnung fahren und an den Inhaber eine Miete zur Deckung der Wartungskosten bezahlen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. OLG Dresden, Beschluss vom 11. Oktober 2004, Az. Ss (OWi) 460/04, Volltext und Hinweis auf Verkehrslexikon
  2. http://www.werner-bonhoff-stiftung.de/bernd_beigl_preistraeger-2007
  3. "Zahlen und Fakten" bei Rikschataxi Dresden
  4. http://bio-taxi-augsburg.de/rikschas/

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fahrradtaxis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien