Fahrzeugbeleuchtung

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Als Fahrzeugbeleuchtung bezeichnet man die lichttechnischen Einrichtungen von Fahrzeugen, die notwendig sind, um bei Dämmerung, Dunkelheit oder bei schlechten Witterungsverhältnissen gesehen zu werden und selbst genug zu sehen. Dabei gibt es bei allen Fahrzeugen eine Standardbeleuchtung, die für die jeweilige Fahrzeugart vorgeschrieben ist. Zusätzliche Beleuchtungseinrichtungen sind möglich. Mit dem Einsatz von Steuerelektronik und Sensoren ergeben sich Lichtautomatiken.

Rücklichter eines thailändischen Reisebusses

Nachfolgend wird jedoch nur die Beleuchtung von Landfahrzeugen dargestellt.

Kraftfahrzeugaußenbeleuchtung[Bearbeiten]

Prinzipiell gilt, dass nach vorne nur weißes und gelbes Licht strahlen darf, nach hinten nur rotes, weißes und gelbes zur Seite.

Personenkraftwagen[Bearbeiten]

LED-Tagfahrleuchte an einem Audi A4 B8
Heck eines Wiesmann Roadster mit einzelnen Leuchten für alle geforderten Funktionen

Als Standard gilt für Personenkraftwagen nach vorne je zwei Leuchten mit:

  • Fernlicht zum Ausleuchten der Fahrbahn, wenn kein Gegenverkehr geblendet wird,
  • Abblendlicht, um eine Blendung des Gegenverkehrs und anderer Verkehrsteilnehmer zu vermeiden,
  • Standlicht, (auch: „Begrenzungslicht“), das gemeinsam mit Abblendlicht oder Fernlicht leuchten muss, so dass auch bei Ausfall einer der anderen Leuchten zumindest die Umrisse des eigenen Fahrzeuges für den Gegenverkehr zu erkennen sind,
  • ggf. Parklicht, zum Beispiel zum Parken auf nicht ausreichend beleuchteten Flächen innerorts,
  • Fahrtrichtungsanzeiger (ugs. „Blinklicht“) in oranger Farbe,
  • ggf. Nebelscheinwerfer, die eine speziell ausgebildete Streuscheibe haben, um bei Sichtbehinderung durch Nebel, Schneefall oder Regen keine Selbstblendung herbeizuführen,
  • ggf. Kurvenlicht, bei Betätigung des Blinkers oder bei Kurvenfahrt unter 40 km/h leuchtet ein Zusatzscheinwerfer asynchron zur Fahrbahnseite den Fahrbahnrand aus. Meistens verbaut in Kombination mit Nebelscheinwerfer,
  • ggf. Weitstrahler, welche ein zusätzliches Fernlicht darstellen,
  • ggf. Tagfahrlicht, das beim Einschalten der Zündung automatisch eingeschaltet, beim Einschalten der Hauptbeleuchtung abgeschaltet wird. Dies hat eine im Vergleich zum Abblendlicht geringere Lichtleistung und Leistungsaufnahme, dadurch steigt der Verbrauch nur geringfügig an. Die Abweichung von der sonstigen Regel, dass Frontbeleuchtung nur zusammen mit den Rückleuchten aktiviert werden darf, führte anfangs aufgrund des geringen Bekanntheitsgrades zu Irritationen bei Verkehrskontrollen.
  • Manche Fahrzeuge von Feuerwehr, Polizei und anderen Hilfsorganisationen (z.B. THW) haben Frontkennleuchten am Kühlergrill (meist zwei).

nach hinten als Rückleuchten:

  • zwei Schlussleuchten in roter Farbe,
  • zwei Bremsleuchten in roter Farbe, die wesentlich stärker leuchten als das Schlusslicht. Nach Unionsrecht[1] muss in der EU seit 1998 bei allen Neuwagen zusätzlich eine dritte Bremsleuchte angebracht sein, und zwar in der Mitte des Hecks und höher über dem Boden als die beiden anderen Bremsleuchten. Der Einbauort ist bei Limousinen, Coupés und Kombis meist hinter der Heckscheibe bzw. als Leuchtenband im Heckspoiler, bei Cabriolets in oder auf der Kofferraumklappe,
  • zwei Fahrtrichtungsanzeiger wie vorne (orange),
  • zwei Rückstrahler (rot) mit Retroreflexion,
  • Kennzeichenbeleuchtung, die in weißer Farbe das Kfz-Kennzeichen beleuchtet. Alternativ kann auch ein selbstleuchtendes Nummernschild am Fahrzeug montiert werden,
  • eine oder zwei Nebelschlussleuchten in roter Farbe,
  • einen oder zwei Rückfahrscheinwerfer in weißer Farbe, die aber nur bei eingelegtem Rückwärtsgang Licht ausstrahlen dürfen.

zur Seite:

  • ggf. Seitenmarkierungsleuchten in gelber oder roter Farbe, meist gekoppelt an das Abblendlicht, zur besseren Darstellung des Fahrzeugumrisses bei Dunkelheit,
  • ggf. seitliche Fahrtrichtungsanzeiger , diese sind auch gelb und befinden sich meist weit vorne.

Darüber hinaus haben Fahrzeuge von Feuerwehr, Polizei und anderen Hilfsorganisationen (z.B. THW) Sondersignale auf dem Dach.

In manchen Staaten ist auch das Einschalten von Tagfahrlicht vorgeschrieben.

Nebelscheinwerfer und Nebelschlussleuchten[Bearbeiten]

Verwendungsbestimmungen in Deutschland

Nebelscheinwerfer und Nebelschlussleuchte dürfen nur bei einer witterungsbedingten Sichtbehinderung verwendet werden. In Deutschland dürfen Nebelschlussleuchten nur dann benutzt werden, wenn durch Nebel (nicht durch Regen- oder Schneefall) die Sichtweite weniger als 50 m beträgt (§ 17 III 5 StVO). Die dann erlaubte Maximalgeschwindigkeit beträgt 50 km/h. Entgegen der weitverbreiteten Auffassung dürfen in Deutschland die Nebelscheinwerfer nicht nur bei Nebel sondern auch Sichtbehinderung durch Schneefall oder Regen eingeschaltet werden. Ob die Sichtweite weniger als 50 m beträgt, ist für die Nebelscheinwerfer irrelevant. Ein Synonym für die vorderen Nebelscheinwerfer ist daher auch „Schlechtwetterscheinwerfer“, der die Verwendungsbestimmung in Deutschland besser konkretisiert.

Verwendungsbestimmungen in Österreich
Tabelle: Beleuchtungsvorschriften in Österreich

Nebelscheinwerfer dürfen immer eingeschaltet sein. Das Fahren mit Nebelscheinwerfer nur in Kombination mit dem Standlicht ist bei guter Sicht, sowie bei Sichtbehinderung, sei es Regen, Nebel oder Dunkelheit erlaubt. Allerdings bei Dunkelheit oder Dämmerung, stets mit Rundumbeleuchtung. Nebelschlussleuchten dürfen immer bei erheblicher Sichtbehinderung verwendet werden. Man spricht hierbei von etwa 40-50 Metern.

Spannung und Elektrik[Bearbeiten]

Üblicherweise beträgt die Bordspannung bei Pkw für die Beleuchtung zwölf Volt. Bis in die 1970er Jahre gab es noch einige Modelle, bei der die Bordspannung noch sechs Volt war. Wichtig ist, dass die linke und die rechte Fahrzeugseite getrennt überstromgeschützt sind, so dass bei einem Defekt auf jeden Fall eine Seite des Fahrzeuges beleuchtet ist.

Lastkraftwagen und Busse[Bearbeiten]

Prinzipiell haben diese Fahrzeuge dieselben Beleuchtungseinrichtungen wie Personenkraftwagen. Die Bordspannung beträgt hier meist 24 Volt. Lastkraftwagen und Omnibus müssen bei größerer Länge seitlich gelbe Seitenmarkierungsleuchten besitzen. Ab einer Breite von 1,80 m dürfen Fahrzeuge nach vorne wirkende weiße und nach hinten wirkende rote Umrissleuchten haben, ab einer Breite von 2,10 m müssen diese an den äußersten Punkten vorhanden sein. Der Abstand zur Begrenzungs- bzw. Schlussleuchte muss mindestens 20 cm betragen. Die Leuchten einer Fahrzeugseite dürfen zusammengefasst werden. Am hinteren Ende der beiden Längsseiten vom Anhänger sind je eine nach vorne wirkende weiße Spurhalteleuchte erlaubt.

Sicherungskasten Rechtes Rücklicht Linkes Rücklicht Blinkgeber Drittes Bremslicht Rechtes Standlicht Linkes Standlicht Rechter Seitenblinker Linker Seitenblinker Blinker vorne rechts Blinker vorne links Fernlicht Fernlicht Abblendlicht Abblendlicht Dashboard Warnblinkschalter Lenkstockschalter für Blinker Lenkstockschalter für Lichthupe und Fernlicht Lichtschalter Bremspedalschalter Klemmenbezeichnung
Prinzipschaltbild der europäischen KFZ-Beleuchtung
Sicherungskasten Rechtes Rücklicht Linkes Rücklicht Blinkgeber Drittes Bremslicht Rechtes Standlicht Linkes Standlicht Rechter Seitenblinker mit Seitenbeleuchtung vorne Linker Seitenblinker mit Seitenbeleuchtung vorne Blinker vorne rechts mit gelbem Standlicht / Markierungsleuchte Blinker vorne links mit gelbem Standlicht / Markierungsleuchte Fernlicht Fernlicht Abblendlicht Abblendlicht Dashboard Warnblinkschalter Lenkstockschalter für Blinker Lenkstockschalter für Lichthupe und Fernlicht Lichtschalter Bremspedalschalter Klemmenbezeichnung Warnblinkgeber
Prinzipschaltbild der amerikanischen KFZ-Beleuchtung

Zulassungsbestimmungen Europa[Bearbeiten]

ECE-Prüfzeichen für Scheinwerfer und Heckleuchten (alle ECE-Prüfzeichen sind in der gesamten EU zugelassen):[2]

E1 Deutschland
E2 Frankreich
E3 Italien
E4 Niederlande
E5 Schweden
E6 Belgien
E7 Ungarn
E8 Tschechien
E9 Spanien
E10 Serbien
E11 Vereinigtes Königreich
E12 Österreich
E13 Luxemburg
E14 Schweiz

Scheinwerfer-Ausführung:

A Begrenzungslicht
B Nebellicht
C Abblendlicht
R Fernlicht
CR Fern- und Abblendlicht
C/R Fern- oder Abblendlicht
HC Halogen-Abblendlicht
HR Halogen-Fernlicht
HCR Halogen-Fern- und -Abblendlicht
HC/R Halogen-Fern- oder -Abblendlicht
DC Xenon-Abblendlicht
DR Xenon-Fernlicht
RL Tagfahrlicht
DC/R Bi-Xenon

/ - nicht zusammen einzuschalten

Heckleuchten-Ausführung:

A Begrenzungsleuchte
AR Rückfahrscheinwerfer
F Nebelschlussleuchte
IA Rückstrahler
R Schlussleuchte
S1 Bremsleuchte
2a hintere Blinkleuchte

sonstige Leuchten:

1, 1a, 1b vordere Blickleuchten unterschiedliche Ausführungen
5 zusätzliche Blinkleuchte seitlich für Fahrzeuge bis 6 m Länge
6 zusätzliche Blinkleuchte seitlich für Fahrzeuge länger als 6 m
SM1 Seitenmarkierungsleuchte für alle Fahrzeuge
SM2 Seitenmarkierungsleuchte für Fahrzeuge bis 6 m Länge

Pfeil nach rechts oder Pfeil nach links der Pfeil gibt die Einbaurichtung an und zeigt immer zur Fahrzeugaußenseite. Ist kein Pfeil vorhanden, kann die Leuchte hinten wahlweise rechts oder links eingebaut werden.

Fahrzeuginnenbeleuchtung[Bearbeiten]

Fahrzeuginnenbeleuchtung vom Opel Omega mit zwei Leseleuchten

Die Fahrzeuginnenbeleuchtung umfasst alle im Innenraum eines Fahrzeuges verwendeten Leuchten, sowohl Leuchten, die der allgemeinen Beleuchtung - wie in einem Wohnraum - dienen, als auch - besonders in Kraftfahrzeugen - die Instrumentenbeleuchtung; Kontroll- und Signalleuchten zählen nicht dazu.

Der allgemeinen Erleuchtung im Personenkraftwagen mit geschlossenem Aufbau dienen meistens im Fahrzeugdach angebrachte Leuchten. Üblicherweise können sie mit Türkontaktschaltern und weiteren Schaltern betätigt werden. Ähnlich sind Handschuhfach- und Gepäckraumbeleuchtungen gestaltet. Leseleuchten sollen für den Fahrer blendfrei sein. Als Lampen dienen überwiegend Soffittenlampen und LEDs.

In größeren Fahrzeugen, z. B. Eisenbahnzügen und Schiffen, werden je nach der im Bordnetz zur Verfügung stehenden elektrischen Spannung auch größere Lampen in haushaltsüblichen Bauformen verwendet.

In Kraftfahrzeugen werden zur Instrumentenbeleuchtung indirekte, meist dimmbare Beleuchtungen mit Glassockellampen oder LEDs verwendet, um Blend- und Reflexionsfreiheit zu erreichen.

Anhänger[Bearbeiten]

Pkw- und Lkw-Anhänger haben nach vorne gerichtet weiße Rückstrahler oder Begrenzungslichter, wenn sie breiter als das Zugfahrzeug sind. Die rückwärtige Beleuchtung entspricht der von Personenkraftwagen, wobei Rückfahrscheinwerfer entfallen können. Zur Erkennung als Anhänger sind zwei rote gleichseitige Dreiecke mit 15 cm Seitenlänge als Rückstrahler vorgeschrieben. Seitlich müssen als Seitenmarkierung gelbe Rückstrahler oder Leuchten vorhanden sein. Als Spannungsquelle des Anhängers fungiert das Zugfahrzeug. Dies besitzt eine Anhängersteckdose, die separat zur eigentlichen Anhängerkupplung zu verbinden ist.

Fahrradbeleuchtung[Bearbeiten]

Hauptartikel: Fahrradbeleuchtung

In Deutschland müssen Fahrräder im öffentlichen Verkehrsraum nach § 67 StVZO mit folgenden Beleuchtungseinrichtungen ausgestattet sein:

  • einen Fahrraddynamo mit einer Nennleistung von mindestens drei Watt, deren Nennspannung sechs Volt beträgt (eine Batterie darf zusätzlich verwendet werden),
  • ein nach vorn wirkender Scheinwerfer für weißes Licht,
  • mindestens ein nach vorn wirkender weißer Rückstrahler,
  • einer Schlussleuchte für rotes Licht, deren niedrigster Punkt der leuchtenden Fläche sich nicht weniger als 250 mm über der Fahrbahn befindet,
  • mindestens ein roter Rückstrahler, dessen höchster Punkt der leuchtenden Fläche sich nicht höher als 600 mm über der Fahrbahn befindet,
  • einem mit dem Buchstaben Z gekennzeichneten roten Großflächen-Rückstrahler (die Schlussleuchte sowie einer der Rückstrahler dürfen in einem Gerät vereinigt sein),
  • nach vorn und nach hinten wirkende gelbe Rückstrahler an den Fahrradpedalen,
  • mindestens zwei um 180° versetzt angebrachte, nach der Seite wirkende gelbe Speichenrückstrahler an den Speichen des Vorderrades und des Hinterrades oder ringförmig zusammenhängende retroreflektierende weiße Streifen an den Reifen oder in den Speichen des Vorderrades und des Hinterrades.

Zusätzlich sind zulässig:

  • eine zusätzliche, auch im Stand wirkende Schlussleuchte für rotes Licht,
  • zusätzliche nach der Seite wirkende gelbe rückstrahlende Mittel.

In einigen Punkten sind diese Bestimmungen der StVZO bereits überholt. Es gibt inzwischen nach StVZO zugelassene Rücklichter, die Rücklicht und Standlichtfunktion in einer einzigen Leuchte vereinigen, und Fahrraddscheinwerfer, die nach vorn eine Standlichtfunktion besitzen.

Ausnahmen sind für Rennräder zugelassen:

  • Rennräder bis elf Kilogramm dürfen anstelle der Lichtmaschine Batterien für den Betrieb von Scheinwerfer und Schlussleuchte nutzen;
  • der Scheinwerfer und die vorgeschriebene Schlussleuchte brauchen nicht fest am Fahrrad angebracht zu sein; sie sind jedoch mitzuführen und wenn erforderlich zu benutzen;
  • Scheinwerfer und Schlussleuchte brauchen nicht zusammen einschaltbar zu sein;
  • es darf auch ein Scheinwerfer niedrigerer Nennspannung als sechs Volt mitgeführt werden;
  • Rennräder sind für die Dauer der Teilnahme an Rennen von den Vorschriften zur Beleuchtung befreit.

Die Beleuchtungsvorschriften gelten auch für Mountainbikes, soweit sie im öffentlichen Verkehrsraum gefahren werden.

In Österreich liegt die Grenze für Rennräder bei zwölf Kilogramm. Außerdem darf die Beleuchtung tagsüber abgenommen werden und mit einer Batterie oder Akku betrieben werden. Nach hinten dürfen auch rote Leuchtdioden verwendet werden.

Sonderformen[Bearbeiten]

MB 250GD „Wolf“ kurz;
links und rechts neben dem Kennzeichen die Tarnscheinwerfer
  • Fahrzeuge, auf die im Verkehr besonders geachtet werden muss, haben oft ein oder mehrere gelbrote (orange) Rundumkennleuchten. Das können z. B. Fahrzeuge zur Straßenerhaltung oder Müllabfuhr, aber auch Sondertransporte oder Gefahrguttransporte sein.
  • Einsatzfahrzeuge haben blaue Rundumkennleuchten und teilweise blaue Frontblitzer
  • militärische Fahrzeuge haben zusätzlich noch einen sogenannten Tarnkreis. Dazu gehören spaltförmige Tarnscheinwerfer an der Fahrzeugfront, Tarnschlussleuchten sowie Tarnbremsleuchten und ein Leitkreuz an der Unterseite des Fahrzeughecks.

Weiterhin gibt es passive lichttechnische Einrichtungen wie Reflektoren, die in Form einer Konturmarkierung die Sichtbarkeit eines ansonsten schwierig zu erkennenden Fahrzeugs deutlich verbessern; beispielsweise eines quer zur Fahrspur stehenden LKWs. Voraussetzung ist hierfür eine Beleuchtung des markierten Fahrzeuges. Diese muss im etwa gleichen Winkel wie der Betrachter zum beleuchteten Objekt steht erfolgen, so wie es bei einem Autoscheinwerfer zu dem Fahrer der Fall ist.

Schienenfahrzeugbeleuchtung[Bearbeiten]

Siehe auch: Lokomotivlampe

Straßenbahnfahrzeuge in Deutschland haben wie die alten KFZ-Regelungen (s.u.) anstatt rotes, eventuell zur Verwirrung des Passanten, gelbes Bremslicht. Schienenfahrzeuge auf den Gleisen der Deutschen Bahn müssen ein weißes Stirnlicht besitzen, deshalb müssen Straßenbahnfahrzeuge oder U-Bahnen die die Gleise der DB mitbenutzen diese auch haben, und eventuell manuell zuschalbar.

Historisches[Bearbeiten]

Von 1936 bis 1993 mussten in Frankreich alle Hauptscheinwerfer, Nebelscheinwerfer und Fernscheinwerfer in gelbem Licht strahlen, damit die Nationalität eines Fahrzeugs bei Dunkelheit sofort erkennbar war.[3] Dabei kam es sowohl bei französischen als auch importierten Fahrzeugen vor, dass diese statt gelber Scheinwerfergläser auch farblose Gläser mit gelb strahlender Glühlampe haben konnten. Die einheitliche Definition des gelblichen Farbtons erfolgte in ECE-Regelung Nr. 19 für Nebelscheinwerfer, dort als „Selective Yellow“ bezeichnet.

Auch nach dem Ende des Krieges blieb man in Frankreich bei den gelben Fahrzeugscheinwerfern, da dem Nachteil der etwas geringeren Lichtausbeute einige Vorteile des langwelligen gelben Lichts gegenüberstanden: Diese sind u. a. die geringere Blendung des Gegenverkehrs, die Verringerung der Gefahr von Wildunfällen, da Tiere nicht im Scheinwerferlichtkegel erstarren, sondern flüchten, zudem bessere Wahrnehmung von Konturen und Schlaglöchern in der Fahrbahn sowie bessere Sicht bei Regen und Nebel. Im Zuge der Angleichung innerhalb der EU wurde ab dem 1. Januar 1993 allerdings in Frankreich auf weiße Frontbeleuchtung umgestellt.[4] Die gelben Scheinwerfer im Straßenverkehr hatten zur Folge, dass in Frankreich im Schienenverkehr Loks mit nur zwei - statt wie international üblich - drei Frontleuchten eingesetzt wurden;[5] da im Eisenbahnverkehr mit weißer Frontbeleuchtung gefahren wurde, war eine Verwechslung nicht möglich.

In Deutschland sind verschiedene alte Regelungen noch gültig. So darf zum Beispiel ein Fahrzeug mit der Erstzulassung vor 1970 rote Blinker, mit der Erstzulassung vor 1983 der Blinker eine Doppelfunktion als Bremslicht somit gelbes Bremslicht, mit der Erstzulassung vor 1974 ein Winker - ein Fänchen das seitlich aus der Karosserie herausragt (mit und ohne gelber Beleuchtung) anstatt eines Blinkers und Tagfahrleuchten erst ab 2011 besitzen. Eine Nachrüstpflicht besteht allerdings beim Warnblinker für jedes Baujahr. [6]

Fachliteratur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 76/756/EWG in Verbindung mit ECE-R48
  2. Vertragsparteien - Liste der Kennzahlen Internetseite des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Abgerufen am 20. Dezember 2012.
  3. Daniel J. Stern: What is Selective-Yellow Light? 2009, abgerufen am 5. Oktober 2010 (PDF; 69 kB, englisch).
  4. Bernard Fournol: 20 ans déjà: Adieu phares jaunes et plaques noires. Abgerufen am 7. Juni 2013 (französisch).
  5. Bernard Fournol: La vie en jaune. Abgerufen am 7. Juni 2013 (französisch).
  6. Ausrüstung nach StVZO: Was war ab wann vorgeschrieben? ADAC-Info-Blatt 26592 auf Anfrage erhältlich

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fahrzeugbeleuchtung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien