Fairey Swordfish

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fairey Swordfish
Fairey Swordfish
Typ: trägergestützter Doppeldecker
Entwurfsland: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Hersteller: Fairey Aviation Company
Erstflug: 17. April 1934
Stückzahl: 2396
Fairey Swordfish auf einem Flugplatz

Die Fairey Swordfish war ein Doppeldecker-Kampfflugzeug des britischen Herstellers Fairey Aviation Company, das während des Zweiten Weltkriegs als trägergestützter Torpedobomber, Aufklärer und U-Boot-Jäger eingesetzt wurde. Von 1934 bis 1944 wurden 2396 Maschinen gebaut. Die Fairey Swordfish erlangte Berühmtheit, weil der Flugzeugtyp am Angriff auf Tarent gegen die italienische Flotte im Jahre 1940 und an der Versenkung des deutschen Schlachtschiffes „Bismarck“ im Jahre 1941 beteiligt war.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Hersteller Fairey entwickelte in Eigeninitiative den Doppeldecker T.S.R.1 , der im September 1933 bei einem Unfall zerstört wurde. Als vom britischen Luftfahrtministerium eine Ausschreibung für ein Torpedo- und Aufklärungsflugzeug für den Einsatz auf Flugzeugträgern herauskam, konstruierte Fairey den Doppeldecker T.S.R.2 . Aus dieser Konstruktion entstand der Prototyp der Fairey Swordfish mit der militärischen Zulassung K4190. Der Erstflug erfolgte am 17. April 1934.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die von zwei bis drei Besatzungsmitgliedern geflogene Maschine wurde von einem Bristol-Pegasus-Sternmotor angetrieben. Die Bewaffnung bestand aus zwei Vickers-Maschinengewehren des Kalibers .303 British (7,7 mm): einem nach vorne durch den Propellerkreis feuernden synchronisierten starren MG und einer beweglich auf einer Lafette montierten Waffe für den Heckschützen. Zur Schiffsbekämpfung konnten ein 457-mm-Torpedo oder auch Bomben mitgeführt werden.

Das Flugzeug zeigte gute Kurzstarteigenschaften und konnte auch von Handelsflugzeugträgern (MAC-Schiffen) und Geleitflugzeugträgern eingesetzt werden. Bei den MAC-Schiffen gehörten Swordfish-Flugzeuge zur Standardausrüstung.

Versenkungserfolge[Bearbeiten]

Dieser Typ wurde bekannt, als er maßgeblich an der Versenkung von italienischen Marine-Einheiten im Hafen von Tarent beteiligt war; auch bei der Versenkung der Bismarck spielte das Flugzeug eine zentrale Rolle. Ferner war ein Flugzeug dieses Typs für die Versenkung des U-Boots U 64 verantwortlich. Bei den Kampfhandlungen während des Unternehmens Cerberus im Ärmelkanal bewährten sich die Swordfish-Maschinen allerdings nicht mehr. Im März 1944 versenkten trägergestützte Swordfish aus dem Nordmeergeleitzug RA 57 die U-Boote U 472, U 366 und U 973.[1] Anfang Mai 1944 versenkten sie im gleichen Seegebiet beim Geleitzug RA 59 die U-Boote U 277, U 959 und U 674.[2]

Da die als Nachfolger vorgesehene Fairey Albacore, ein Doppeldecker sehr ähnlicher Auslegung, aufgrund der Unzuverlässigkeit des Bristol-Taurus-Triebwerks kein Erfolg war, verblieb die Swordfish bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges im aktiven Truppendienst. Ihre Hauptaufgabe war die U-Boot-Abwehr.

Varianten[Bearbeiten]

  • Swordfish Mk I: Grundvariante
  • Swordfish Mk II: verstärkte Flügel, Schienen für acht Raketen unter den Flügeln
  • Swordfish Mk III: wie Mk II, aber mit Radar zwischen den Rädern

Einsatzländer[Bearbeiten]

Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich

Kanada 1921Kanada Kanada

NiederlandeNiederlande Niederlande

Technische Daten[Bearbeiten]

Dreiseitenriss (Swordfish Mk I)
Kenngröße Daten Fairey Swordfish Mk.I
Länge 10,89 m
Spannweite 13,86 m
Höhe 3,76 m
Antrieb Ein Sternmotor Bristol Pegasus III M3 mit 690 PS
Höchstgeschwindigkeit 221 km/h in 1.525 m Höhe
Reichweite 874 km
Besatzung zwei oder drei Mann
Dienstgipfelhöhe 5.870 m
Leergewicht 2.145 kg
Fluggewicht 3.419 kg
Bewaffnung Zwei MGs Kaliber .303 British (7,7 mm), ein 730-kg-Torpedo,
eine 680-kg-Mine oder entsprechende Bombenzuladung,
(die Mk.II hatte stattdessen acht Raketen)

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Chris Chant - Chris Bishop, Flugzeugträger, S. 141, MotorBuchVerlag

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fairey Swordfish – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jürgen Rohwer, Gerhard Hümmelchen: Chronik des Seekrieges 1939–1945, März 1944, abgerufen am 7. August 2013
  2. Jürgen Rohwer, Gerhard Hümmelchen: Chronik des Seekrieges 1939–1945, April 1944, abgerufen am 9. August 2013