Faith Bandler

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Faith Bandler (* 27. September 1920 in Tumbulgum, New South Wales), geborene Ida Lessing Mussing, ist eine Politikerin, die sich für die Rechte der Aborigines und der Torres Strait Islanders einsetzte.[1] Bandler ist in Australien durch die von ihr geführte Kampagne zum australischen Referendum im Jahre 1967 bekannt geworden und erhielt zahlreiche Ehrungen für ihre Verdienste.

Biografie[Bearbeiten]

Bandlers Vater war ein Aborigines, namens Peter Mussing, der im Alter von 13 Jahren von der Insel Ambrym entführt wurde und unbezahlt auf den Zuckerrohrfeldern Queensland arbeiten musste.[2] Er heiratete später eine Frau aus New South Wales mit schottisch-indianischer Herkunft. Bandler wurde stark durch die Arbeit ihres Vater als Sklave in ihrem Handeln und Denken beeinflusst. Sie wuchs mit ihrer Familie auf einer Farm nahe Murwillumbah in New South Wales auf. Ihr Vater starb, als sie fünf Jahre alt war. 1934 verließ sie die Schule, ging nach Sydney und arbeitete als Schneiderin.

Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete sie und ihre Schwester in der Australian Women Land Army auf Früchtefarmen. Sie und andere indigene Arbeiter erhielten weniger Lohn als die weißen Arbeiter. Als sie die Armee 1945 verließ, startete sie eine Kampagne für gleiche Entlohnung und ging in den Stadtteil von Kings Cross in Sydney. 1952 heiratete sie Hans Bandler, einen Juden aus Wien in Österreich und lebte in Frenchs Forest. Während des Krieges war Hans Brandler in einem Konzentrationslager der Nationalsozialisten. Das Paar hat eine Tochter, Lilon, die 1854 geboren wurde und sie zogen einen adoptieren Sohn, einen Aborigine, auf.

Politikerin[Bearbeiten]

1956 wurde Bandler eine Berufspolitikerin der Aboriginal Australian Fellowship und Federal Council for the Advancement of Aboriginal and Torres Strait Islanders (FCAATSI), welche sich 1957 bildete. In dieser Zeit arbeitete sie mit Pearl Gibbs und Jessie Street zusammen. Als Generalsekretärin der FCAATSI führte sie das Referendum von 1967 gegen die Diskriminierung der Aborigines in der Constitution of Australia. Diese Kampagne, die zahlreiche Protestschreiben und Hunderte von öffentlichen Veranstaltungen erforderte, führte das Referendum in der Regierungszeit von Premierminister Harold Holt zum Erfolg mit etwa 91 Prozent Zustimmung in allen sechs Staaten von Australien.[3]

1974 begann sie zu schreiben und brachte vier Bücher heraus, zwei Abhandlungen zum 1967er Referendum, einen Bericht über das Leben ihres Bruders in New South Wales und eine Novelle über die Erfahrungen ihres Vaters als Aborigines in Queensland. Zu Beginn des Jahres 1974 startet sie eine Kampagne für die Rechte der Torres Strait Islanders. Nach den Ausführungen der Biografieschreiberin und Historikerin Marilyn Lake, hat die Kampagne für die Torres Strait Islanders mehr verändert als die FCAATSI-Kampagne des Referendum, die Bandler an zwei Fronten führte. Sie drängte auch den Einfluss der Black Power-Ideologie zurück.[3] 1975 besuchte Bandler die Insel, auf der ihr Vater vor 92 Jahren gekidnapped wurde. Während der 1970er Jahre war Bandler ein bedeutendes Mitglied der Women's Electoral Lobby in New South Wales.

Bandler wurde für ihre Verdiente an der Wohlfahrt der Aborigines zum Mitglied des Order of Australia (AM) am 11. Juni 1984 ernannt. Sie erhielt 1994 den Ehrendoktorgrad der Macquarie University. 1997 wurde ihr die Human Rights Medal überreicht und sie wurde zu einer der 100 ersten lebenden Personen des Australian Living Treasures durch den National Trust of Australia ernannt[3]. Sie erhielt am 29. Januar 2009 den Order of Australia (AC)[4], der ihr am 29. April 2009 überreicht wurde.[5][6]

Werke[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Faith Bandler auf www.abc.net.au, abgerufen am 12. Juli 2009
  2. Screen Australia: Faith Bandler - Activist, abgerufen am 12. Juli 2009
  3. a b c Marilyn Lake (2002): Faith Bandler, Gentle Activist. Allen & Unwin. ISBN 1-86508-841-2
  4. Abc-News: Beazley heads Australia Day honours list, abgerufen am 12. Juli 2009
  5. Faith Bandler erhält den höchste Ehrung, abgerufen am 12. Juli 2009
  6. Faith Bandler awarded AC for indigenous campaign, abgerufen am 12. Juli 2009

Weblinks[Bearbeiten]