Falck A/S

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Falck-Logo an dänischem Falck-Feuerwehrhaus
Feuerwehr-Einsatzfahrzeug von Falck

Falck A/S ist ein privates Unternehmen, das im Auftrag von Kommunen oder Unternehmen u.a. die Aufgaben der Feuerwehr und des Rettungsdienstes übernimmt (in zwei Dritteln der Gemeinden in Dänemark). Die Aktiengesellschaft dänischen Rechts hat ihren Sitz in Kopenhagen und war von 1995 bis 2005 an der Kopenhagener Börse notiert.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

„Falcks Redningskorps“ wurde 1906 vom Dänen Sophus Falck (1864−1926) gegründet, der 1884 selbst bei den Löscharbeiten des Großbrands auf Schloß Christiansborg mitgeholfen hat. 1907 stationierte die Firma den ersten Rettungswagen in Skandinavien. Ein Jahr später baute Falck eine Klinik in Kopenhagen auf. Die Expansion außerhalb der Stadtgrenzen von Kopenhagen erfolgte 1919 mit einem Standort in Odense.

1922 wurden Feuerwehrdienste erstmals von der Firma angeboten. 1947 kam die Flugrettung, 1963 der dänische Hauptmitbewerber zum Unternehmen dazu. 1988 wurde das Unternehmen von der Familie Falck an die Baltica-Versicherung verkauft.

Heutzutage ist Falck auf zwei Hauptgeschäftsfeldern tätig: Zum einen im Bereich „Emergency“ (Rettung von Verletzten, Brandbekämpfung etc.), zum anderen im Bereich „Assistance & Security“ (z. B. Pannendienst, Werttransport oder die medizinische Versorgung von Senioren). Falck hat weltweit insgesamt mehrere zehntausend Beschäftigte in 31 Ländern.[2]

Anteilseigner[Bearbeiten]

2011 hat der Finanzinvestor Nordic Capital seine Anteile an Falck verkauft.[3] Neue Anteilseigner sind nun die Lundbeck Stiftung, die Investmentfirma von Kjeld Kirk Kristiansen und das Management.[4]

Geschäftsbereiche[Bearbeiten]

  • Pannenhilfe
  • Notfallhilfe (Notfallrettung, Feuerwehr und Krankentransport)
  • Gesundheitsvorsorge
  • Ausbildung

Standorte[Bearbeiten]

Falck unterhält aktuell Standorte auf fünf Kontinenten in 36 Ländern.

Dänemark[Bearbeiten]

In Dänemark wickelt Falck etwa 12.000 Löscheinsätze und 85 % der Rettungsdiensteinsätze jährlich ab.[5]

Deutschland[Bearbeiten]

Seit Anfang 2010 gibt es in Deutschland die Falck Rettungsdienst GmbH mit Firmensitz in Köln.[6]

2011 wurde das Hammer Rettungsdienstunternehmen Herzig von Falck übernommen.[7] Ab 1. Januar 2013 übernimmt Falck über die Firma Herzig den Rettungsdienst im Landkreis Spree-Neiße.[8]. Durch den Zuschlag in zahlreichen Ausschreibungen konnte die Falck Rettungsdienst GmbH innerhalb kurzer Zeit mehrere Standorte gewinnen. Falck ist in folgenden Städten vertreten: Gelsenkirchen, Hamm, Herten, Lüdenscheid, Pulheim und Münster (ab 1. Mai 2014). Seit August 2013 gehört die G.A.R.D. Gemeinnützige Ambulanz und Rettungsdienst GmbH mit diversen Tochterunternehmen zur Falck-Gruppe. Damit ist Falck das mit Abstand größte private Rettungsdienstunternehmen in Deutschland. Rund 2.000 Mitarbeiter mit mehr als 400 Fahrzeugen an ca. 50 Standorten wickeln mehr als 400.000 Einsätze pro Jahr ab. Geschäftsführer sind Alexander Kirstein, Klaus Runggaldier, Sven Jarmuth und Björn Keller.

In Bremerhaven verfügt Falck über ein modernes Ausbildungszentrum für Sicherheitstrainings im Bereich der Offshore-Industrie.

Österreich[Bearbeiten]

Falck hat bei der Ausschreibung des Rettungsdienstes in Tirol 2009 jährliche Betriebskosten in Höhe von 43 Millionen Euro geboten.[9] Die Bietergemeinschaft der öffentlichen Hilfsorganisationen hat 27,5 Millionen Euro geboten, den Zuschlag erhalten und den Betrieb zum 1. Juli 2011 aufgenommen.[10] Bereits im Januar 2012 zeichnete sich ab, dass weitere Gelder zum Betrieb notwendig sind.[11] Die Bietergemeinschaft hat Notzuschüsse in Höhe von 4,5 Millionen Euro erhalten. Wirtschaftsprüfer errechneten im Auftrag des Landes Mehrkosten in Höhe von 6 Millionen Euro.[12] Für den Fall der Subventionierung hat Falck eine Klage angekündigt.[13]

Spanien[Bearbeiten]

Seit 2007 Sitz der International Fire Services, die die Feuerwehrdienstleistungen Falcks außerhalb Dänemarks steuert.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. John Acher, Ole Mikkelsen: UPDATE 1-Danish ambulance service Falck says aims to list. Reuters, 22. April 2010, abgerufen am 6. Juli 2012.
  2. History. falck.com, abgerufen am 6. Juli 2012.
  3. New Danish ownership of Falck. nordiccapital.com, 28. April 2011, abgerufen am 6. Juli 2012.
  4. Owners. falck.com, abgerufen am 6. Juli 2012.
  5. Emergency. falck.com, abgerufen am 6. Juli 2012.
  6. Falck-Konzern plant konkreten Einstieg in den deutschen Rettungsdienst. 3. Februar 2010, abgerufen am 5. November 2010.
  7. Dänischer Rettungs-Gigant Falck übernimmt Herzig in Hamm. wa.de, 29. September 2011, abgerufen am 6. Juli 2012.
  8. Bodo Baumert: Rettungsdienstvertrag für Spree-Neiße offiziell unterzeichnet. lr-online.de, 5. Juli 2012, abgerufen am 6. Juli 2012.
  9. Hilfsorganisationen gewinnen Tiroler Ausschreibung. rettungsdienst.de, abgerufen am 6. Juli 2012.
  10. Alexandra Sidon: 1. Juli: Startschuss für Rettungsdienst neu. tirol.gv.at, 27. Juni 2011, abgerufen am 6. Juli 2012.
  11. Peter Nindler: Rotes Kreuz rechnet mit höheren Rettungskosten. tt.com, 16. Januar 2012, abgerufen am 6. Juli 2012.
  12. Peter Nindler: 6 Mio. € Mehrkosten, aber auch Sparpotenzial von 3 bis 6 Mio. €. tt.com, 25. Mai 2012, abgerufen am 6. Juli 2012.
  13. Peter Nindler: Rettungsmehrkosten: Falck schaltet seine Anwälte ein. tt.com, 4. Juli 2012, abgerufen am 6. Juli 2012.

Weblinks[Bearbeiten]