Falk Balzer

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Falk Balzer Leichtathletik
Nation Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Deutsche Demokratische Republik
DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag 14. Dezember 1973
Geburtsort Leipzig
Größe 198 cm
Gewicht 85 kg
Karriere
Disziplin 110m Hürden / 60 m Hürden
Bestleistung 13,10 s (110 m Hürden) / 7,41 s (60 m Hürden)
Verein TUS Jena
Trainer Karl-Heinz Balzer / Karin Balzer
Status aktiv
Medaillenspiegel
Weltcup 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Hallenweltmeisterschaften 0 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
Europameisterschaften 0 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Europacup 2 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
 

Falk Balzer (* 14. Dezember 1973 in Leipzig) ist ein deutscher Leichtathlet. Er gewann Silber über 110 Meter Hürden bei den Europameisterschaften 1998 und Bronze über 60 Meter Hürden bei den Hallenweltmeisterschaften 1999.

sportliche Laufbahn[Bearbeiten]

Falk Balzer begann seine sportliche Laufbahn als Schwimmer im Alter von 7 Jahren in Dresden. 1986 beendete er diese Laufbahn und trainierte 2x in der Woche bei der TU Dresden Leichtathletik. Eine Aufnahme an eine Kinder- und Jugendsportschule blieb ihm aufgrund einer Scheuermann-Krankheit im Lendenwirbel untersagt. Als seine Eltern 1987 nach Karl Marx Stadt versetzt wurden, wurde Falk Balzer unter der Auflage an die Kinder- und Jugendsportschule delegiert, das er von seinem Vater Karl-Heinz Balzer trainiert wird. Bei der letzten Kinder – und Jugendspartakiade der DDR 1989 war Falk Balzer erstmals über 110 Meter Hürden erfolgreich und belegte den 3. Platz. 1992 qualifizierte er sich für die Juniorenweltmeisterschaften. Musste jedoch aufgrund eines doppelten Bänderisses im Sprunggelenk verletzt abreisen.

Falk Balzer wurde 1995 Deutscher Hochschulmeister und Sechster bei der Universiade, wo er auch in der 4 x 400m Staffel zum Einsatz kam. Bei den Deutschen Meisterschaften 1997 kam er auf Platz drei und qualifizierte sich für die Weltmeisterschaften in Athen, wo er im Halbfinale ausschied. Im Jahr darauf wurde Balzer sowohl in der Halle, als auch im Freien Deutscher Meister und gewann beim Weltcup in Johannesburg. Bei den Europameisterschaften in Budapest wurde er Vizeeuropameister und belegte den 2. Platz beim Europacup.

1998 verbesserte Falk Balzer den bis dato 13 Jahre alten Deutschen Rekord über 60 m Hürden von 7,48 s. auf 7,47 s.

1999 gewann Balzer bei den Hallenweltmeisterschaften in Maebashi die Bronzemedaille in 7,44 s.. Er ist der bisher einzige deutsche Hürdensprinter, der bei Hallenweltmeisterschaften über 60 Meter Hürden eine Medaille errang. Am 29. Januar 1999 verbesserte er in Chemnitz seinen eigenen Deutschen Rekord über 60 m Hürden von 7,47 s. auf 7,41 s. In der Freiluftsaison wurde er Fünfter bei den Weltmeisterschaften in Sevilla und Sieger beim Europacup.

Im Jahr 2000 hatte er mit dem Hürdensprinter Claude Edorh nach dem Finale der Deutschen Meisterschaften in Braunschweig im Ziel eine Meinungsverschiedenheit. Es bestand der Verdacht, das sich Falk Balzer zu rassistischen Äußerungen hatte hinreissen lassen, welche sich nicht bestätigten.[1] .Daraufhin wurde er vom DLV erst in der letzten Runde für die Olympischen Spielen in Sydney nominiert.[2] Bei den Spielen in Australien erreichte Balzer das Halbfinale. Beim Europacup konnte er seinen Sieg vom Vorjahr wiederholen.

2001 wurde Falk Balzer positiv im Training auf Nandrolon getestet.[3]. Falk Balzer bestritt jemals Steroide genommen zu haben. Unterschiede in der Harndichte, der Urinmenge und des ph-Wertes von abgegebener und untersuchter Urinprobe gab Falk Balzer als Indiz für seine Unschuld an.[4]. Die Sperre des DLV für zwei Jahre wurde 2003 vom Oberlandesgericht Dresden mit Beschluss vom 18. Dezember 2003 (W 0350/03Kart) als rechtmäßig erkannt, in Hinsicht auf die Zuständigkeit des DLV, da Balzer im Jahre 2001 keine Athletenvereinbarung unterschrieben hatte.

2003 gab er sein Comeback bekannt, ohne zu wissen, dass er sich mit dem Epstein-Barr-Virus infiziert hatte. Bei den Deutschen Meisterschaften wurde er Vizemeister. Im Jahr darauf riss sich Balzer bei einem Sturz an der neunten Hürde im Vorlauf in Cuxhaven die rechte Achillessehne ein. Trotz des Einrisses lief er in Lausanne noch 13,61 s. Bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig riss dann eine Woche später die Achillessehne komplett.

Leben[Bearbeiten]

Falk Balzer hat die Schule mit dem Abitur abgeschlossen. Er ist der Sohn von Karin Balzer, der ehemaligen Hürdensprinterin und Olympiasiegerin der Olympischen Sommerspiele von 1964 in Tokio sowie Olympiadritte der Olympische Sommerspiele 1972 in München, und wurde auch von ihr und seinem Vater Karl-Heinz Balzer trainiert.

Von 1994 bis 1997 studierte Balzer Philosophie und Psychologie, anschließend bis 2004 Germanistik und Geschichte. Er schloss beides mit Magister ab. Zudem wählte er als Nebenfach von 1999 bis 2003 die Rechtswissenschaften. Während der Studiums war er von 1997 bis 2000 Teil der Bundeswehr Sportfördergruppe Frankenberg. In seinem letzten Jahr erhielt er das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Silber.

Erfolge[Bearbeiten]

Persönliche Bestleistungen[Bearbeiten]

Am 7. Februar 1999 lief Falk Balzer beim Stuttgarter Hallenmeeting die 60m Hürden in 7,34 s, nur 0,04 s über dem Hallenweltrekord. Unmittelbar nach dem Lauf annullierte er selber diesen, da er von einem eigenen Fehlstart ausging. Das Startgericht jedoch gab den Lauf und damit den Rekord gültig. Nach fast 2 Stunden annullierte letztendlich eine IAAF Jury den ganzen Lauf, da einerseits ein Fehlstartkontrollgerät fehlte und andererseits die Videoaufzeichnung zeigte, das neben Falk Balzer auch andere Teilnehmer dieses Laufes zu Früh starteten. Dennoch war Falk Balzer in der Lage, zu diesem Zeitpunkt unter 7,40 s zu laufen, was anhaltende Rückenprobleme verhinderten.

Leistungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 60 Meter Hürden (Halle)
(in s)
110 Meter Hürden
(in s)
1992 8,04 14,17
1993 7,86 13,96
1994 7,72 13,76
1995 7,68 13,47
1996 7,53 13,34
1997 7,57 13,31
1998 7,47 13,10
1999 7,41 13,21
2000 7,51 13,19
2001 7,54 Dopingsperre
2002 Dopingsperre
2003 7,77 13,58
2004 7,72 13,61
2005 verletzt (Achillessehnenriss)
2006 7,86 13,94

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Amrhein: Biographisches Handbuch zur Geschichte der Deutschen Leichtathletik 1898–2005. 2 Bände. Darmstadt 2005 publiziert über Deutsche Leichtathletik Promotion- und Projektgesellschaft.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatCarsten Harms: Nach dem Gnadenakt kämpft Falk Balzer um seinen Ruf. In: welt.de. 24. August 2000, abgerufen am 31. Dezember 2014.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBalzer ist dabei: Hürdensprinter erhält Ticket - Eklat um Kieseler. In: tagesspiegel.de. 22. August 2000, abgerufen am Dezember 2014.
  3. [1]
  4. [2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Falk Balzer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien