Falk Balzer

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Falk Balzer

Falk Balzer (* 14. Dezember 1973 in Leipzig) ist ein deutscher Leichtathlet. Er gewann Silber über 110 Meter Hürden bei den Europameisterschaften 1998 und Bronze über 60 Meter Hürden bei den Hallenweltmeisterschaften 1999.

Leben[Bearbeiten]

Balzer wurde 1995 Deutscher Hochschulmeister und Sechster bei der Universiade. Bei den Deutschen Meisterschaften 1997 kam er auf Platz drei und qualifizierte sich für die Weltmeisterschaften in Athen, wo er im Halbfinale ausschied. Im Jahr darauf wurde Balzer sowohl in der Halle, als auch im Freien Deutscher Meister und gewann beim Weltcup in Johannesburg. Bei den Europameisterschaften in Budapest wurde er Vizeeuropameister.

1999 gewann Balzer bei den Hallenweltmeisterschaften in Maebashi die Bronzemedaille. Er ist der bisher einzige deutsche Hürdensprinter, der bei Hallenweltmeisterschaften über 60 Meter Hürden eine Medaille errang. In der Freiluftsaison wurde er Fünfter bei den Weltmeisterschaften in Sevilla und Sieger beim Europacup.

Im Jahr 2000 hatte er mit dem Hürdensprinter Claude Edorh nach dem Finale der Deutschen Meisterschaften in Braunschweig im Ziel eine Meinungsverschiedenheit. Dies brachte ihm in den Medien den Vorwurf von Rassismus ein, welcher sich nicht bestätigte.[1] Weiter weigerte sich Balzer - nachdem Edorh mehrmals für eine Verzögerung des Starts gesorgt hatte und Balzer das Rennen auch nur als Dritter beendet hatte - sich mit dem Sieger Florian Schwarthoff und dem Zweitplatzierten Ralf Leberer fotografieren zu lassen. Daraufhin wurde er vom DLV erst in der letzten Runde für die Olympischen Spielen in Sydney nominiert.[2] Bei den Spielen in Australien erreichte Balzer das Halbfinale. Beim Europacup konnte er seinen Sieg vom Vorjahr wiederholen.

2001 wurde Balzer positiv auf Nandrolon getestet.[3][4][5] Die Sperre des DLV für zwei Jahre wurde 2003 vom Oberlandesgericht Dresden mit Beschluss vom 18. Dezember 2003 (W 0350/03Kart) als rechtmäßig erkannt, in Hinsicht auf die Zuständigkeit des DLV, da Balzer im Jahre 2001 keine Athletenvereinbarung unterschrieben hatte.

2003 gab er sein Comeback bekannt, ohne zu wissen, dass er sich mit dem Epstein-Barr-Virus infiziert hatte. Bei den Deutschen Meisterschaften wurde er Vizemeister. Im Jahr darauf riss sich Balzer bei einem Sturz an der neunten Hürde im Vorlauf in Cuxhaven die rechte Achillessehne ein. Trotz des Einrisses lief er in Lausanne noch 13,61 s. Bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig riss dann eine Woche später die Achillessehne komplett.

Falk Balzer startet für den RBA Chemnitz e.V., für den auch Anja Rücker, die Vizeweltmeisterin von 1999 über 400 Meter, startete. Er ist 1,98 m groß, wiegt 85 kg und hat die Schule mit dem Abitur abgeschlossen. Er ist der Sohn von Karin Balzer, der ehemaligen Hürdensprinterin und Olympiasiegerin der Olympischen Sommerspiele von 1964 in Tokio sowie Olympiadritte der Olympische Sommerspiele 1972 in München, und wurde auch von ihr trainiert.

Von 1994 bis 1997 studierte Balzer Philosophie und Psychologie, anschließend bis 2004 Germanistik und Geschichte, worin er seinen Magister machte. Zudem wählte er als Nebenfach von 1999 bis 2003 die Rechtswissenschaften. Während der Studiums war er von 1997 bis 2000 Teil der Bundeswehr Sportfördergruppe Frankenberg. In seinem letzten Jahr erhielt er das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Silber.

Erfolge[Bearbeiten]

Persönliche Bestleistungen[Bearbeiten]

Am 7. Februar 1999 lief Falk Balzer beim Stuttgarter Hallenmeeting die 60m Hürden in 7,34 s, nur 0,04 s über dem Hallenweltrekord. Unmittelbar nach dem Lauf annullierte er selber diesen, da er von einem eigenen Fehlstart ausging. Das Startgericht jedoch gab den Lauf und damit den Rekord gültig. Nach fast 2 Stunden annullierte letztendlich eine IAAF Jury den ganzen Lauf, da einerseits ein Fehlstartkontrollgerät fehlte und andererseits die Videoaufzeichnung zeigte, das neben Falk Balzer auch andere Teilnehmer dieses Laufes zu Früh starteten. Dennoch war Falk Balzer in der Lage, zu diesem Zeitpunkt unter 7,40 s zu laufen, was anhaltende Rückenprobleme verhinderten.

Leistungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 60 Meter Hürden (Halle)
(in s)
110 Meter Hürden
(in s)
1992 8,04 14,17
1993 7,86 13,96
1994 7,72 13,76
1995 7,68 13,47
1996 7,53 13,34
1997 7,57 13,31
1998 7,47 13,10
1999 7,41 13,21
2000 7,51 13,19
2001 7,54 Dopingsperre
2002 Dopingsperre
2003 7,77 13,58
2004 7,72 13,61
2005 verletzt (Achillessehnenriss)
2006 7,86 13,94

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Amrhein: Biographisches Handbuch zur Geschichte der Deutschen Leichtathletik 1898–2005. 2 Bände. Darmstadt 2005 publiziert über Deutsche Leichtathletik Promotion- und Projektgesellschaft.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.welt.de/print-welt/article529827/Nach-dem-Gnadenakt-kaempft-Falk-Balzer-um-seinen-Ruf.html
  2. Balzer ist dabei: Hürdensprinter erhält Ticket - Eklat um Kieseler, Der Tagesspiegel 22. August 2000
  3. Doping: Balzer für zwei Jahre gesperrt, FAZ.Net, 12. Juni 2001
  4. http://books.google.de/books?id=XK0miNKKffwC&pg=PT93&lpg=PT93
  5. http://www.spiegel.de/sport/sonst/doping-balzer-fuer-zwei-jahre-gesperrt-a-139251.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Falk Balzer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien