Falkendiek

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52.168.694166666666799Koordinaten: 52° 9′ 36″ N, 8° 41′ 39″ O

Falkendiek
Stadt Herford
Höhe: 56–201 m
Fläche: 6,57 km²
Einwohner: 844 (31. Dez. 2013)
Eingemeindung: 1. Januar 1969
Postleitzahl: 32049
Vorwahl: 05221
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Lage von Falkendiek in Herford

Blick vom Dornberg (Schwarzenmoor) über Falkendiek, im Hintergrund der Homberg Südosthang

Falkendiek ist der nördlichste Stadtteil der ostwestfälischen Stadt Herford im Kreis Herford. Er hat 844 Einwohner.[1] (Stand: 31. Dezember 2013)

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Norden grenzt Falkendiek an die Stadt Löhne, im Osten liegt der Stadtteil Schwarzenmoor und im Süden die Neustädter Feldmark der Stadt Herford. Im Westen bildet die Werre die Stadt- und Stadtteilgrenze zum Ortsteil Schweicheln-Bermbeck der Gemeinde Hiddenhausen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Falkendieker Bauerschaft entstand nach 1550 durch eine Verwaltungsreform aus der Ansiedlung Evinctorp (auch Evendorp, Eimptorp u. ä.), dem halben Amt Bredenbeck und einem Hof der Gehöftgruppe Hessinghausen.

Bis zum 31.Dezember 1968 war Falkendiek eine eigenständige Gemeinde, die zum Amt Herford-Hiddenhausen im Kreis Herford gehörte. Am 1. Januar 1969 wurde sie in die damalige kreisfreie Stadt Herford eingemeindet, die ihrerseits in den Kreis Herford eingegliedert wurde.[2]

Landschaft[Bearbeiten]

Falkendiek ist weitgehend ländlich geprägt und Teil des Ravensberger Hügellandes. Die höchste Erhebung ist der 201 m hohe Homberg. Der tiefste Punkt liegt im Werretal mit 56 Metern.

Verkehr[Bearbeiten]

Auf einer Länge von etwa 1.000 Metern bildet die Mindener Straße (Bundesstraße 61) die Grenze zum Stadtteil Schwarzenmoor. Parallel zur Werre verläuft im Westen die Löhner Straße in Nord-Süd-Richtung. Über beide Straßen gelangt man von Herford nach Löhne.

Homberghof[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Am südwestlichen Hang des Hombergs befindet sich an der Straße „Im Tiefental“ der Homberghof. Er besteht aus zwölf Gebäuden, von denen einige baulich zusammenhängen. Ursprünglich stand dort nur ein Bauernhof, in dem sich danach die Schäferei des Eickhofs befand.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1912 kaufte der Erziehungsverein die ehemalige Schäferei des Eickhofs, der heute zur Evangelischen Jugendhilfe Schweicheln gehört, und baute den Hof und die Scheunen zu einem landwirtschaftlichen Erziehungsheim für schulentlassenen Jungen um.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Homberghof als Internierungslager für Gefangene genutzt, die in der Umgebung in landwirtschaftlichen Betrieben arbeiten mussten.

In den 1960er Jahren wurde der Homberghof von Grund auf umgestaltet. Das alte Fürsorgehaus musste neuen Erziehungshäusern, einem Wirtschaftsgebäude und einem Festsaal weichen. Diese Häuser erhielten die Namen Waldhaus, Berghaus, Landhaus und Tannenklause, die noch an den Gebäuden angebracht sind.

Seit den 1990er Jahren wurden Teile des Hofs als Unterkunft für Spätaussiedler, ausländische Flüchtlinge und Asylbewerber genutzt. Zeitweise waren dort mehr als 100 Personen verschiedener Nationalitäten untergebracht.

Zustand im September 2013[Bearbeiten]

Im Februar 2011 mussten die dort noch lebenden 20 Asylbewerber ausziehen, da das Wasserleitungsnetz des Homberghofs mit Schwermetallen belastet war und das Wasser nicht benutzt werden durfte. Seitdem stehen die Gebäude, die sich zwischenzeitlich im Besitz der Stadt Herford befinden, leer und sind inzwischen renovierungsbedürftig. Im Jahr 2012 hatte es Überlegungen gegeben, Asylbewerber aus dem Balkan in Wohncontainern auf dem Areal des Homberghofs unterzubringen.

In einem der Gebäude befindet sich seit 1990 das Vereinsheim des Turnklubs Herford von 1907 e. V. (siehe Abschnitt Sport).

Zukunft[Bearbeiten]

Im Juni 2013 wurde der linke Gebäudetrakt an die aus Kirgisien stammende Gemeinde Jesu Christi verkauft. Die 80 Gemeindemitglieder wollen dort einen Gemeindesaal und Räume für die Jugendarbeit einrichten.

Für den rund 10.000 m² großen Teil auf der rechten Seite gibt es einen Interessenten, der dort ein Kulturzentrum plant. Die Gebäude sollen so umgebaut werden, dass sie als Probenräume für Rock- und Pop-Bands sowie junge Musiker genutzt werden können. So soll die Aula künftig als Probebühne genutzt werden. Die Räume sollen ab dem Frühjahr 2014 so umgestaltet werden, dass die Musiker sich untereinander, aber auch Nachbarn nicht stören.

Sport[Bearbeiten]

Der Turnklub Herford von 1907 e. V., der seinen Turnbetrieb mit 30 Männern auf dem Stiftberg begonnen hatte, erwarb im Jahr 1990 das Vereinsheim im Bereich des Homberghofs. 2004 wurde der Sportplatz „Tiefental“ als Faustballplatz eröffnet. Die Sportarten des Turnklubs sind Faustball, Basketball, Geräteturnen, Kunstturnen, Rhythmische Sportgymnastik und andere.

Die Sportgemeinschaft (SG) Falkendiek wurde im August 1908 als Arbeiter-Turnverein Eintracht Falkendiek gegründet. 1933 wurde der Vereinsname im Zuge der Gleichschaltung in Turngemeinde (TG) Falkendiek geändert. Seit September 1945 heißt der Verein Sportgemeinschaft Falkendiek. Etwa die Hälfte der etwa 300 Mitglieder (2008) gehören der Fußball-Abteilung an. Weitere Sportarten sind u. a. Radfahren, Wandern und Gymnastik. Nachdem der Verein zunächst am Sportplatz im Tiefental beheimatet war, wurden ihm 1973 von der Stadt das Vereinsheim und der Sportplatz im Kreuzungsbereich der Senderstraße mit der Straße „An den Teichen“ im benachbarten Schwarzenmoor zugewiesen.

Trinitatiskirche[Bearbeiten]

Trinitatiskirche

Die evangelische Trinitatiskirche an der Homberstraße entstand 1962 aus dem bereits 1934 gebauten Gemeindehaus Falkendiek. Daher besitzt sie einen freistehenden Glockenturm. Altar, Kanzel und Taufsäule sind aus Holz gearbeitet. Das Altarfenster an der Ostwand zeigt Sinnbilder der Dreifaltigkeit (Trinität).

Die Kirche gehörte bis 1965 zur Marien-Kirchengemeinde Stiftberg. Danach bildete sie zusammen mit der Christuskirche an der Glatzer Straße die Christus-Kirchengemeinde. Heute ist sie zusammen mit der Christuskirche, der Markuskirche an der Landsberger Straße und der Thomaskirche in Schwarzenmoor Teil der Emmaus-Kirchengemeinde.

Auf Wunsch der Kirchengemeinde wurde die Kirche am 28. Dezember 2008 vom Herforder Superintendenten entwidmet und am 14. September 2009 an ein Bestattungsunternehmen verkauft, das das Gebäude im Jahre 2014 renovierte und als Aussegnungshalle nutzt. An Festtagen und zu besonderen Anlässen können weiterhin Gottestdienste in dem Gebäude gefeiert werden. Auch der Posaunenchor Falkendiek probt dort weiter.[3]

Friedhof[Bearbeiten]

Der Friedhof Schwarzenmoor/Falkendiek der ev.-luth. Marienkirchengemeinde Stiftberg liegt an der Mindener Straße, allerdings auf dem Gebiet des Stadtteils Schwarzenmoor.

Belege[Bearbeiten]

  1. Stadt Herford, Daten und Fakten
  2.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 74.
  3. Kirchenkreis Herford: Abschied von der Trinitatiskirche