Falkirk Wheel

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Falkirk Wheel

Das Falkirk Wheel ist ein modernes Schiffshebewerk in Schottland, das durch seine Konstruktion in der Art eines Riesenrades einmalig auf der Welt ist.

Das Hebewerk ist Teil des Millennium Link, der Schottland in West-Ost-Richtung durchquert und so eine Verbindung zwischen den Flüssen Clyde und Forth bildet.[1] Es wurde am 24. Mai 2002 durch Königin Elisabeth II. anlässlich ihres goldenen Thronjubiläums eröffnet und ersetzte eine Schleusentreppe von elf Schleusen, die bis ca. 1930 bei Falkirk den Forth and Clyde Canal mit dem Union Canal verbanden. Die Kosten des neuen Projekts betrugen 17 Millionen £.

Das Kanal- und Hebesystem hat überwiegend touristische und wassersportliche Bedeutung bei Fahrten mit kleineren schmalen Schiffen, sog. Narrowboats, zwischen Glasgow und Edinburgh.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Zwei Gondeln sind an einer riesigen Radnabe angebracht. Durch eine halbe Drehung des Rades vertauschen die Fördertröge innerhalb von etwa vier Minuten ihre Position und können so die Narrowboats heben und senken. Das Falkirk Wheel hat einen Durchmesser von über 35 Metern und überwindet damit einen Höhenunterschied von 24 Metern.

Die Gondeln haben je 50 Tonnen Eigenmasse und halten 250 Tonnen Wasser, die gesamte Konstruktion wiegt 1800 Tonnen. Aufgrund des archimedischen Prinzips verdrängen die Boote genau so viel Wasser, wie sie selbst wiegen, daher ist der Masseunterschied beider Gondeln unabhängig davon, ob die Gondeln leer sind oder ob sich Boote darin befinden.[2][3] Was sich allerdings nicht vermeiden lässt, ist, dass die Masse empfindlich von den Pegelständen abhängt. Bei etwa 200 Quadratmetern Wasserfläche bedeutet jeder Zentimeter Pegelunterschied eine Massendifferenz von 2 Tonnen. Damit das System ausbalanciert ist, befindet sich ein Schleusen- und Pumpensystem (mit etwa der 20-fachen Leistung des Wheels) am oberen Schleusenpunkt, um den oberen Pegelstand genau so auszubancieren, dass das Wheel sich im Gleichgewicht befindet. Nur dann müssen die Motoren zum Drehen lediglich die Reibung überwinden. Ist der Pegelstand in der obenen Gondel zu niedrig, muss eine erhebliche Arbeit zum Drehen des Wheels geleistet werden, ist der Pegelstand zu hoch, muss das Wheel gebremst werden. Die zu leistende oder die geleistete Arbeit wird in das Schöpfen von Wasser investiert oder als Wasserkraft gewonnen. Der Antriebsmotor kommt zur Not mit Pegelstandsabweichungen bis 1,7 Zentimeter zurecht.

Beim Andocken der Gondel am oberen oder unteren Kanal werden zwei dicht schließende Schleusentore geöffnet, wodurch nur ein geringer Wasserverlust eintritt: Beim Abdocken braucht man nur diese kleine Menge Wasser zwischen den beiden nahe beisammen liegenden Toren abzupumpen. Allerdings muss das Wheel als Bestandteil eines Schleusensystems (die nächste Schleuse ist etwa 500 Meter entfernt) genau den gleichen Wasserverbrauch der anderen Schleusen haben. Daher muss man die Wassermenge, die das Wheel nicht benötigt, am Wheel vorbeilaufen lassen.

Bilder[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Nahe dem Falkirk Wheel verlief der ehemalige römische Antoninuswall, der zwar im Laufe der Zeit weitgehend abgetragen oder durch Erosion zerstört wurde, aber noch als Geländeformation sichtbar ist. Ebenso gab es hier das römische Fort Rough Castle.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Falkirk Wheel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

55.999166666667-3.8413888888889Koordinaten: 55° 59′ 57″ N, 3° 50′ 29″ W

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Informationen zur Geschichte auf thefalkirkwheel.co.uk
  2. http://www.thefalkirkwheel.co.uk/about-the-wheel-/how-does-it-work auf thefalkirkwheel.co.uk
  3. [1] auf thefalkirkwheel.co.uk
  4. Rough Castle auf undiscoveredscotland.co.uk