Fallschirmjägerbataillon 263

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fallschirmjägerbataillon 263
— FschJgBtl 263 —
FschJgBtl 263.jpg
Internes Verbandsabzeichen
Aufstellung 1. April 1982
Land Flag of Germany.svg Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr
Teilstreitkraft Bundeswehr Logo Heer with lettering.svg Heer
Truppengattung Fallschirmjägertruppe
Typ Bataillon der Eingreifkräfte
Stärke ~ 1000
Unterstellung LLBrig 26 (V1).jpg Luftlandebrigade 26
Stationierungsort Zweibrücken, Niederauerbachkaserne
Kommandeur
Jetziger
Kommandeur
Oberstleutnant Constantin Spallek[1]

Das Fallschirmjägerbataillon 263, als Teil der spezialisierten Kräfte, führt das Gefecht/Einsatz im Rahmen der Luftlandebrigade 26 oder als Gefechtsverband durch. Es wird im Rahmen des gesamten Aufgabenspektrums eingesetzt, ist gemäß seiner Konzeption vollständig lufttransportfähig und sprungfähig mit allen Anteilen.

Auftrag[Bearbeiten]

Einige Aufgaben im Einzelnen:

  • schützt eigene Truppe und Einrichtungen im Einsatz vor irregulären Kräften und terroristischer Bedrohung;
  • unterstützt den Einsatz von Spezialkräften bei Evakuierungsoperationen;
  • wirkt bei der sicheren Rückführung von militärischen und anderen offiziellen Personen mit, die im Auftrag der NATO/EU/OSZE/VN eingesetzt werden;
  • führt schnelle Anfangsoperationen mit Luftfahrzeugen als Luftlandung oder im Fallschirmsprung durch;
  • nimmt und hält Schlüsselobjekte und Schlüsselgelände als Voraussetzung für wichtige Folgeoperationen;
  • führt Kampf / Aufklärung im Rahmen von Operationen in der Tiefe durch;
  • führt das Gefecht in allen Gefechtsarten und besonderen Gefechtshandlungen;

Das Fallschirmjägerbataillon ist ein für Luftlandeoperationen ausgebildeter Verband. Es kann mit Transporthubschraubern im Rahmen von Luftlandeoperationen, aber auch im Fallschirmsprung aus Transportflugzeugen in ein Einsatzgebiet verlegt werden.

Gliederung[Bearbeiten]

Dem Fallschirmjägerbataillon 263 in Zweibrücken sind folgende Kompanien unterstellt:[2][3]

  • 1./FschJgBtl 263 – Versorgungs-/Unterstützungskompanie (aufgrund der truppendienstlichen Unterstellung des Stabes und des taktischen Zeichens der Kompanie allgemein „Stabs-/Versorgungskompanie“ genannt, inkl.: Sanitätszug, Hundezug, Fallschirmspezialzug, Fernmeldezug)
  • 2./FschJgBtl 263 – Fallschirmjägerkompanie (Einsatz-/Kampfkompanie)
  • 3./FschJgBtl 263 – Fallschirmjägerkompanie EGB (Einsatz-/Kampfkompanie Nemesis)
  • 4./FschJgBtl 263 – Fallschirmjägerkompanie (Einsatz-/Kampfkompanie)
  • 5./FschJgBtl 263 – schwere Fallschirmjägerkompanie (Wiesel MK/TOW, Mörser, „joint fire“/Feuerunterstützungszug – „‚Fortis et Fidus‘ – ‚Tapfer und Treu‘“)
  • 6./FschJgBtl 263 – Fallschirmjägerkompanie (Einsatzunterstützungskompanie/„Ausbildungskompanie“)

Geschichte[Bearbeiten]

Im Rahmen der Heeresstruktur IV wurde das Fallschirmjägerbataillon 263 am 1. April 1982 als drittes Bataillon der Luftlandebrigade 26 aufgestellt. Es feierte am 30. November 1994 mit einem großen Zapfenstreich den Einzug in den Standort Zweibrücken. Heute ist die Garnisonstadt die militärische Heimat von ca. 1.000 Fallschirmjägern. Von November 1985 bis Juli 1998 war das Fallschirmjägerbataillon 263 Teil der multinationalen AMF (L) Brigade, seit dem 1. April 1997 ist es Teil des Einsatzverbandes Evakuierungsoperationen. Es hat in zahlreichen internationalen Übungen in Dänemark, Belgien und in den USA die deutsche Fallschirmjägertruppe repräsentiert. 1993 wurde ein Großteil des Bataillons für Sicherungsaufgaben im Rahmen des UN-Einsatzes in Somalia eingesetzt. Von Juni bis Oktober 1999 war das Bataillon unter Federführung der 4. Kompanie mit ca. 150 Soldaten im KFOR-Einsatz. Von Juli 2002 bis Februar 2003 stellte das Bataillon den Leitverband der Sicherungskräfte in Afghanistan. Ab Juli 2003 stellte das Bataillon einen Teil der Infanterieteile im vierten Einsatzkontingent der Kabul Multinational Brigade (KMNB) im Rahmen der internationalen Schutztruppe (ISAF = International Security Assistance Force) in Afghanistan. Von Juni bis Dezember 2006 war ein großer Teil des Btl, im Rahmen der Mission EUFOR RD Congo, in Afrika um die Demokratischen Wahlen in der Republik Kongo abzusichern. Auch dieser Einsatz verlief fast reibungslos und alle Soldaten waren zu Weihnachten 2006 wieder gesund bei ihren Familien angekommen.

Der spätere FDP-Politiker Jürgen W. Möllemann war als Reserveoffiziersanwärter Angehöriger des Fallschirmjägerbataillons 263.

Gefallene[Bearbeiten]

Datum Ort Art Hergang
6. August 2008 Kundus feindselig - Selbstmordattentäter Ein Selbstmordattentäter sprengt sich auf einem Motorrad neben abgesessenen Soldaten in die Luft. Drei davon werden verwundet. Einer stirbt am 5. Oktober 2009 an den Spätfolgen des Attentats.

Gefallen: Stabsgefreiter Patric Sauer, 4./FschJgBtl 263[4]

27. August 2008 Kundus feindselig - IED Bei der Explosion einer IED stirbt ein Soldat. Drei weitere werden verwundet.

Gefallen: Hauptfeldwebel Michael Meier, 4./FschJgBtl 263[5]

20. Oktober 2008 Kundus feindselig - Selbstmordattentäter Ein Selbstmordattentäter sprengt sich in die Luft. Zwei Soldaten werden getötet, zwei verwundet.

Gefallen: Stabsunteroffizier Patrick Behlke, 2./FschJgBtl 263

Stabsgefreiter Roman Schmidt, 2./FschJgBtl 263[6]

23. Juni 2009 Kundus feindselig - Gefecht Im Zuge eines Feuergefechts mit Taliban ertrinken drei Soldaten. Zwei davon sind Angehörige des Panzergrenadierbataillons 391, einer ist Mitglied des Fallschirmjägerbataillons 263.

Gefallen: Hauptgefreiter Alexander Schleiernick, 1./FschJgBtl 263[7]

Presse[Bearbeiten]

  • Im Juni 2006 geriet das Fallschirmjägerbataillon 263 wegen sehr umstrittener Rituale negativ in die Schlagzeilen. Als Aufnahmeritual der Unteroffiziere wurde - laut einer Mitteilung der Saarbrücker Zeitung - einem Soldaten Dörrobst rektal eingeführt und dann mit einem Paddel auf den Hintern geschlagen. Einige Soldaten wurden daraufhin versetzt und der Kongoeinsatz wurde auf Grund der Vorfälle von anderen Kräften des Bataillons übernommen.
  • Am 10. Juli 2006 wurde ein Rekrut nach einem 5000-Meter-Lauf bewusstlos in die Uniklinik Homburg eingeliefert. Während seines Aufenthaltes in dem Krankenhaus versagten trotz der Mühe der Ärzte seine Nieren und die Leber, einen Tag später die Lunge. Als schließlich das Herz aussetzte verstarb der Rekrut.

Website[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Homepage Division Spezielle Operationen
  2. http://www.deutschesheer.de/portal/a/dso/dienststellen/brig26/truppenteile/fschjg263/gliederung graphische Gliederung auf der Internetseite des Deutschen Heers, Stand 29. Mai 2008
  3. Minich, Wolfgang; FschJgBtl 261 (Hrsg.): Die Roten Teufel – wie Pech und Schwefel, Fallschirmjägerbataillon 261 – 50 Jahre 1956-1996, Ottweiler 1996
  4. http://www.bmvg.de/portal/a/bmvg/service/redenundinterviews/redendesministers?yw_contentURL=/C1256F1200608B1B/W27WMGVG644INFODE/content.jsp
  5. http://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/kcxml/04_Sj9SPykssy0xPLMnMz0vM0Y_QjzKLd443DgwBSUGYAfqR6GIBIQixoJRUfW99X4_83FT9AP2C3NCIckdHRQAlYgRn/delta/base64xml/L2dJQSEvUUt3QS80SVVFLzZfQ180QzU!?yw_contentURL=/C1256EF4002AED30/W27R7E3M974INFODE/content.jsp
  6. http://www.bmvg.de/portal/a/bmvg/kcxml/04_Sj9SPykssy0xPLMnMz0vM0Y_QjzKLd4k3cTcHSUGYxvqR6GJu5gixoJRUfW99X4_83FT9AP2C3NCIckdHRQBKxVXm/delta/base64xml/L2dJQSEvUUt3QS80SVVFLzZfRF80SjU!?yw_contentURL=/C1256F1200608B1B/W27KQEVB782INFODE/content.jsp
  7. http://www.bmvg.de/portal/a/bmvg/kcxml/04_Sj9SPykssy0xPLMnMz0vM0Y_QjzKLd4k3cTcHSUGYxvqR6GJu5gixoJRUfW99X4_83FT9AP2C3NCIckdHRQBKxVXm/delta/base64xml/L2dJQSEvUUt3QS80SVVFLzZfRF80SjU!?yw_contentURL=/C1256F1200608B1B/W27TKAL8002INFODE/content.jsp

49.2604537.38543Koordinaten: 49° 15′ 38″ N, 7° 23′ 8″ O