Falsches Dilemma

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Ein falsches Dilemma täuscht vor, es gebe nur zwei Möglichkeiten, obwohl weitere existieren. Auf diese Weise suggeriert es ein Dilemma, das keines ist. Ein anderer Name hierfür ist falsche Dichotomie.

Der Fehlschluss kann absichtlich verwendet werden, um zum Beispiel eine Scheinwahl herbeizuführen. Er kann aber auch durch unabsichtliches Nichterkennen von zusätzlichen Möglichkeiten entstehen, z. B. „Ich dachte, wir seien Freunde. Alle meine Freunde waren auf der Party – nur du warst nicht da.“

Der Philosoph John Searle attackiert Derridas Ansicht „Soweit eine Unterscheidung nicht rigoros und präzise gemacht wird, ist sie nicht wirklich eine Unterscheidung“. Er besteht sogar darauf, dass „es eine Bedingung der Angemessenheit einer genauen Theorie eines unbestimmten Phänomens ist, dass man genau das Phänomen charakterisiert und zwar als unbestimmt; und eine Unterscheidung bewirkt nichts weiteres als eine Unterscheidung in verwandte, marginale und divergierende Klassen.“ So sind, wenn zwei Alternativen präsentiert werden, diese oft, aber nicht immer, die Extrempunkte einer Reihe von Möglichkeiten. Dies kann die Meinung dahin auf ein übergeordnetes Argument lenken, dass sich die Argumente wechselseitig ausschließen, obwohl sie es nicht tun.[1]

Beispiele[Bearbeiten]

  • „Wir machen das entweder richtig, oder wir machen das gar nicht.“[2]
  • „Politische Interaktion ist immer ein Freund-oder-Feind-Verhältnis.“[2]
  • „Entweder ist die Evolutionstheorie vollständig und in allen Einzelheiten korrekt, oder es muss ein Gott existieren.“ (Zu diesem Beispiel: siehe Kreationismus.)[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. John Searle: The Word Turned Upside Down. The New York Review of Books, Band 30, Nummer 16, 27. Oktober 1983
  2. a b Frank Zenker: Argumentationstheorie. Lecture Scripts, Ruhr-University Bochum, 2008. Seite 13 unten
  3. Massimo Pigliucci: Nonsense on Stilts. How to Tell Science from Bunk. University of Chicago Press, 2010, ISBN 9780226667867