Familie de Wendel

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Die Familie de Wendel ist eine bedeutende Großindustriellenfamilie aus Lothringen, die auf drei Jahrhunderte Besitz und Unternehmertum zurückblickt.

Der Offizierssohn Jean-Martin de Wendel erwarb 1704 die Seigneurie von Hayange im Norden der Grafschaft, die reich an Schmieden war. Die Familie errichtete dort ihr Schloss und entwickelte über Generationen bemerkenswerte Aktivitäten in der Stahlindustrie.

Drei Jahrhunderte später sind die Stahlwerke von Hayange, die während des Zweiten Weltkrieges zu den weltweit profitabelsten gehörten, umbenannt. Während der Stahlkrise war das „de Wendel“-Reich zerbrechlich geworden: Waren die verschiedenen Unternehmen nach dem Zweiten Weltkrieg noch in der Sollac und der Sidelor zusammengefasst worden, wurden sie später vom großen französischen Stahlkonzern Usinor-Sacilor geschluckt, der 2002 im multinationalen Unternehmen Arcelor aufging. Seit 1901 war die Familie auch im Bergbau tätig und besaß die Zeche De Wendel in Hamm-Herringen, deren Schächte I und II nach deren Gründern Henri und Robert De Wendel heißen. Die Schachtanlage wurde im Dritten Reich noch vor Kriegsbeginn in Heinrich-Robert umbenannt. Das Unternehmen ging schließlich 1969 in das Eigentum der Ruhrkohle AG über.

Die Familie Wendel besaß auch im lothringischen Kohlenrevier bei Kleinrosseln (Petite-Rossele) ein großes Steinkohlenbergwerk, welches heute als Museum "Carreau Wendel" noch vorhanden ist. Außerdem hatte die Familie nahe bei Saarbrücken, aber noch auf französischer Seite ein Stahlwerk von dem aber nichts mehr, außer dem Namen der Siedlung "Stiering-Wendel", existiert.

Die Familie ist weiterhin unternehmerisch tätig, heute mit ca. 36 Prozent als maßgeblicher Aktionär in der börsennotierten Investmentgesellschaft, Wendel.

Mitglieder der Familie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]