Familienstand

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Der Familienstand einer Person gibt im Personenstandswesen an, ob diese ledig, verheiratet, geschieden oder verwitwet ist, oder eine entsprechende Rechtstellung bezüglich einer Lebenspartnerschaft besteht.

Die Angabe des Familienstandes erfolgt meist in Personenstandsurkunden. Allerdings können manche Familienstände nur umschrieben werden, so nach Aufhebung einer Ehe oder bei Auflösung der Ehe eines für tot Erklärten, der in Wirklichkeit noch lebt, durch Wiederheirat des anderen Ehepartners.

Im bundesdeutschen Einwohnermeldewesen werden die Kürzel

  • LD (ledig = noch nie verheiratet oder verpartnert gewesen)
  • VH (verheiratet)
  • GT (getrennt lebend = in Scheidung)
  • GS (geschieden)
  • VW (verwitwet)
  • LP (verpartnert = Lebenspartnerschaft)
  • LA (entpartnert = Lebenspartnerschaft aufgehoben)
  • LV (partnerhinterblieben = Lebenspartner verstorben)
  • FU (Familienstand unbekannt)

verwendet. Für liierte oder verlobte Paare, die häufig auch zusammenleben, gibt es kein eigenes Kürzel, da solch ein Status steuerrechtlich nicht relevant ist, jedoch gibt es sozialrechtlichen Konstrukte wie eheähnliche Gemeinschaft, Bedarfsgemeinschaft, Verantwortungs- und Einstehensgemeinschaft etc., die „Wilde Ehen“ einschließen.

Der Familienstand wird in zahlreichen Situationen des Alltagslebens als Bemessungsgrundlage herangezogen, beispielsweise bei der Eingruppierung in eine Einkommensteuerklasse, bei der Berechtigungsprüfung für und der Zumessung von öffentlichen Fördergeldern (BAföG, Wohngeld, Wohnungseigentumsförderung), bei der Prüfung von Ansprüchen des Staates gegen den Bürger (wie bei der Wehrpflicht). Nicht jeder Familienstand ist für jede Fallprüfung relevant: Witwen haben die gleiche Einkommensteuerklasse wie Ledige. Letztere werden in der Statistik auch als Alleinstehende bezeichnet.