Fara (Heilige)

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Siehe auch Fara
Hl. Fara, Bleiglasfenster in der Kirche Saint-Sulpice in La Celle-sur-Morin

Die hl. Fara, auch Burgundofara, althochdeutsch die Fahrende, (* um 595 in Poincy; † 3. April um 656 in Faremoutiers) ist eine Klostergründerin, Äbtissin und Heilige der katholischen Kirche. Ihr Gedenktag ist der 7. Dezember. Die hl. Fara wird als Helferin bei Augenleiden angerufen.

Legende[Bearbeiten]

Fara entstammte der fränkischen Adelsfamilie der Burgundofarones, die vermutlich burgundischer Herkunft waren und im Osten von Paris, in der Umgebung von Meaux Besitz hatten. Ihr Vater war Chagnerich, ein enger Vertrauter des Königs Theudebert II., die Mutter hieß Leudegund. Nach der Überlieferung war im Jahr 610 der hl. Columban von Luxeuil Gast im Haus der Familie und segnete beim Abschied Fara und ihre Geschwister. Als ihr Vater sie verheiraten wollte, wehrte sie sich und bekundete, ein klösterliches Leben führen zu wollen. Da der Vater ihrem Wunsch nicht nachgeben wollte, erkrankte sie schwer und erblindete. Nur durch den Segen des hl. Eustasius, eines Schülers von Columban, wurde sie wieder gesund. Schließlich durfte sie um das Jahr 614 ihr Gelübde ablegen. Ihr Vater ließ an dem Ort Eboriacum, am Zusammenfluss der Bäche Aubetin und Grand Morin, ein Kloster errichten, in dem Fara Äbtissin wurde. Das Kloster befolgte zunächst die strenge Regel des hl. Columban, später wurde die Benediktinerregel eingeführt. Fara starb um 656 in dem Kloster, das man später nach ihr Faremoutiers (Farae monasterium) nannte, und wurde dort bestattet. Als man im Jahr 1622 ihre Gebeine zur Verehrung ausstellte, soll eine blinde Nonne durch die Berührung mit diesen ihr Augenlicht wieder erhalten haben. Das Kloster wurde weitgehend während der Französischen Revolution zerstört.

Darstellung in der Kunst[Bearbeiten]

Die ehemalige Kollegiatkirche St-Martin in Champeaux im östlich von Paris gelegenen Département Seine-et-Marne besitzt eine Skulptur der Heiligen, die neben dem hl. Martin als zweite Schutzpatronin verehrt wird. Sie ist mit dem Plan der von ihr gegründeten Abtei Faremoutiers in der Hand dargestellt. Auch in der Kathedrale Saint-Étienne in Meaux gibt es eine Figur der hl. Fara. In der Kirche Saint-Sulpice in La Celle-sur-Morin, ebenfalls im Département Seine-et-Marne gelegen, wird die hl. Fara auf einem Bleiglasfenster dargestellt.

Ikonographie[Bearbeiten]

Die hl. Fara wird als Äbtissin mit einer Ähre dargestellt.

Patrozinien und Patronate[Bearbeiten]

  • Folgende Kirchen sind der hl. Fara geweiht:
    • Santa Fara in Bari (Sizilien/Italien)
    • Santa Fara in Cinisi (Apulien/Italien)
  • Folgende Plätze sind nach der hl. Fara benannt:
    • Piazza Santa Fara in Bobbio (Emilia-Romagna/Italien)

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fara (Heilige) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien