Farahabad (Stadt)

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Faraḥābād
Innenhof der Moschee von Farahabad
Innenhof der Moschee von Farahabad
Faraḥābād (Iran)
Faraḥābād
Faraḥābād
Basisdaten
Staat: IranIran Iran
Provinz: Māzandarān
Koordinaten: 36° 47′ N, 53° 7′ O36.79055555555653.110555555556-19Koordinaten: 36° 47′ N, 53° 7′ O
Höhe: 19 m unter dem Meeresspiegel
Einwohner: 2.150 (2013)
Zeitzone: UTC+3:30

Faraḥābād (persisch ‏فرح‌آباد‎, ‚Ort des Glücks‘) ist ein Ort an der Küste des Kaspischen Meeres in der nordiranischen Provinz Māzandarān mit 2150 Einwohnern (Berechnung für 2013).[1] Ursprünglich befand sich hier ein Dorf mit Namen Tajan am gleichnamigen Fluss[2], bis der persische Herrscher Schah Abbas I. seit dem Jahr 1611 an dieser Stelle einen Palast errichten ließ, um den herum eine Stadt wuchs.

Geschichte[Bearbeiten]

Abbas I. siedelte in der Stadt Tausende von Armeniern und Juden an, die er aus dem Georgien und dem Kaukasusvorland hatte umsiedeln lassen. Den Juden räumte er weitreichende Privilegien – ähnlich den armenischen Kaufleuten von Neu-Dschulfa bei Isfahan – ein, da er sich hiervon die Stärkung der Produktion und des Handels von Seide erhoffte.[3] Der Herrscher selbst verbrachte jeden Winter in Farahabad und verstarb hier auch im Jahr 1629. Der italienische Reisende Pietro della Valle besuchte die Stadt 1618 und beschrieb den Umfang ihrer Mauern als vergleichbar mit Rom und Konstantinopel.

Die Nachfolger von Abbas I. vernachlässigten den Ort. 1668 überfielen russische Kosaken unter Stenka Rasin die Stadt im Rahmen ihres Raubzuges in Persien und legten sie in Schutt und Asche.

Heute besteht hier ein Dorf mit einem beliebten Strandbad, das über eine Schnellstraße vom 30 km entfernten Sari erreichbar ist. Von der safawidischen Stadt gibt es noch die restaurierte Moschee, die um 1625 nach einem ähnlichen Bauplan wie die Schahmoschee in Isfahan erbaut wurde, die Ruinen des Palastes sowie Reste einer Brücke über den Fluss Tajanrud.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • H. Nahavandi, Y. Bomati: Shah Abbas, empereur de Perse (1587–1629). Perrin, Paris 1998, S. 222–226
  • Roger Savory: Iran under the Safavids. Cambridge University Press, 2007 reissue, S. 96–100

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/bevoelkerungsstatistik.dewww.bevoelkerungsstatistik.de
  2. Savory a.a.O gibt „Tahan“ als Name des Dorfes an, er dürfte hier تحن anstatt تجن gelesen haben
  3. cf. Aptin Khanbaghi: The Fire, the Star and the Cross: Minority Religions in Medieval and Early Modern Iran, p 107 f.; 2006; ISBN 1-84511-056-0ISBN 978-1-84511-056-7
  4. Eintrag „Farahabad“ in Encyclopedia Iranica