Farb- und Stilberatung

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Farbenkreis, aquarellierte Federzeichnung von Goethe, 1809.
Original: Freies Deutsches Hochstift – Goethe-Museum im Goethe-Haus, Frankfurt

Farb- und Stilberatung am Menschen ist eine in der Regel freiberuflich ausgeübte Tätigkeit, bei der üblicherweise zunächst mittels einer Farbanalyse die Zugehörigkeit der Beratenen zu einem bestimmten Farbtyp festgelegt wird. Darüber hinaus gibt sie anhand des festgestellten Typus und unter Analyse weiterer Faktoren (Figur, Kopfform, Körperbau etc.) Empfehlungen für die Umsetzung und Anwendung bestimmter Stile (z. B. „sportlich“, „seriös“, „auffallend“ usw.). Die Kundschaft rekrutiert sich außer aus dem privaten Bereich vor allem aus Firmen mit einer hohen Publikumsfrequenz (Banken, Kauf-, Modehäuser) sowie aus der Politik.

Grundlagen[Bearbeiten]

Die klassische symbolische Einteilung in vier Typen entsprechend den meteorologischen Jahreszeiten wurde im Rahmen der Farb- und Stilberatung bereits in den 1980er-Jahren zur Individuellen Farbberatung erweitert. Dies wird notwendig, wenn sich Personen nicht ausreichend in das klassische Farbbild der vier Grundjahreszeiten einordnen lassen.

Zur Verwirklichung einer Palette für eine individuelle Farbskala von Farbmischtypen wurde das Jahreszeitensystem unter anderem um einen so genannten hellen und einen dunklen Typus sowie weitere Mischtypen erweitert. So kann die Beratung besser auf die individuelle Persönlichkeit abgestimmt werden, indem optimal geeignete Zwischentöne in die Farbberatung einbezogen werden. Die Dokumentation erfolgt über variable Farbpässe. Die Farbberatung wurde so entsprechend der Vielfalt der Menschen individueller.

Die individuelle Farbberatung geht dabei von einer möglichen Gesamtharmonie zwischen Gesicht, Augen und Haaren aus. Wenn außerdem noch Kleidung, Schmuck und Make-up in das entsprechende Gesamtbild passen, fühlt sich die Person besser aussehend und wird von der Umwelt entsprechend wahrgenommen; die Person fühlt sich damit je nachdem entsprechend auch selbst besser und braucht weniger persönlichen Kraftaufwand zur Selbstdarstellung und Aufrechterhaltung des Selbstbewusstseins.

Die Zugehörigkeit zu einem Farbtypus wird im Zuge der Farbanalyse in der Regel durch das Anlegen von einfarbigen Tüchern auf einfarbig neutralen (weißen) Beratungsumhängen auf dem Oberkörper und den dabei erfolgenden Vergleich mit der Farbe von Haut, Haaren und Augen definiert. Sollte der so festgestellte Farbtypus mit so genannten warmen Farben harmonieren, kann auch bei der Auswahl von Kleidung und Make-up auf die Verwendung warmer (rothaltiger) Farben geachtet werden. Umgekehrt gilt: Wer zu einem kalttonigen Typus gehört, sieht in blaugrundigen, kühlen Farben besser aus.

Ergänzend wird auch der Stil der Kleidung einbezogen: Pastelltonige Kleidung wirkt besser mit fließenden, „romantischen“ Formen, während eine Kleidung mit kühleren Farbtönen auch härtere, „dramatische“ Schnitte zulässt. Darauf aufbauend kann das ganze Image einer Person in die Beratung einbezogen werden, also die Frage, welche Wirkung durch das Erscheinungsbild bei Dritten hervorgerufen werden kann und soll.

Es heißt, dass die kleinen Gesichtsfältchen bei denjenigen optisch „verschwänden“, welche die „richtigen“, typgerechten Farben bei der Kleidungswahl aussuchten. Man sehe insgesamt frischer und sympathischer aus und fühle sich besser. Umgekehrt könne durch die bewusste Wahl „unpassender“ Farben bei Kleidung und Make-up abweisende oder sonstige dramatisierende Effekte erzeugt werden.

Kenntnisse in Farb- und Stilberatung gehören z. Bsp. zur Ausbildung des entsprechenden Verkaufspersonals im Kaufhaus des Westens; auf der jährlich in Düsseldorf (D) stattfindenden Fachmesse für professionelle Kosmetik Beauty International gehört die Dienstleistung zu den präsentierten Angebotsbereichen.

Ein Beispiel für eine bewusst zum Mainstream gegensätzliche Anwendung von Farb- und Stilelementen ist die Gothic-Szene.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Stephanie Palm, Ursula Scholz: Typberatung, die anzieht – Ideen & Impulse für mehr Stilgefühl. Anaconda, 2010, ISBN 978-3-866-47447-5.
  • Linda Deslauriers: Die Kleiderdiät: Nie mehr volle Schränke, Kleiderchaos und Fehleinkäufe. Mit Stilberatung und Typbestimmung. Nymphenburger, 2009, ISBN 978-3-485-01190-7.
  • Johannes Stärk: Überzeugend auftreten: Wie Sie sich selbst wirkungsvoll präsentieren. Pocket Business. Cornelsen Verlag Scriptor, 2008, ISBN 978-3-589-21977-3.
  • Karin Hunkel: Ganzheitliche Farbberatung: Ein Ratgeber zur richtigen Farbentscheidung. Schirner, 2005, ISBN 978-3-897-67470-7.
  • Heidi Grund-Thorpe: Knaurs kleine Farb- und Typberatung (Stilberatung). – Für sie. Droemer Knaur, 2002, ISBN 978-3-426-66449-0.
  • Journal für die Frau: Die neue Farb- und Typberatung. Südwest-Verlag, 2002, ISBN 978-3-517-06643-1.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Badische Zeitung, 8. November 2010, Aus aller Welt, S.12, Ulrich Krökel: Die Verwandlung der Anna Kalata