Farbenlehre

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Die Farbenlehre ist die Lehre der Farbe als physiologisches Phänomen.

Folgende Teilbereiche werden dabei behandelt: Entstehung des Farbreizes, Gesetze der Farbmischung, Ordnen der Farben in mathematischen Systemen, die Farbvalenzmetrik, das Wirken von Farben auf den Betrachter und die Entwicklung der Erkenntnisse zum Farbverständnis.

Sie ist allerdings von der Lehre über Farbmittel zu unterscheiden. Diese behandelt Pigmente und Farbstoffe, die umgangssprachlich allerdings ebenfalls als „Farbe“ bezeichnet werden.

Forschungs- und Tätigkeitsfelder[Bearbeiten]

Im Wesentlichen gehen die bestehenden Farbenlehren und Farbtheorien von zwei unterschiedlichen Schwerpunkten aus. Diese widersprachen in der Geschichte sich teilweise, ergänzen sich aber zunehmend durch umfassenderes Verständnis der Forschungsergebnisse aus Physik (Elektromagnetismus und Optik), Physiologie und Psychologie, der chemischen Grundlage der Farbmittel und den daraus resultierenden Erklärungs- und Interpretationsmodellen in Verbindung mit vielfältigen künstlerischen Auffassungen.

  • Physik: Ein Schwerpunkt lag auf der Erforschung der physikalischen Abläufe, auf denen die optischen Gesetze der lichtoptischen Farberscheinungen beruhen. Dabei bildet die wellenlängenabhängige Wirkung des sichtbaren Lichtes im Kontext der elektromagnetischen Wellen die Grundlage der Untersuchungen.
  • Kunst: Seit jeher bemühen sich Künstler, insbesondere Maler, um das Verständnis der Farbphänomene. Hierbei stehen die Wirkung auf den Betrachter und Theorien über das Zusammenspiel der Farben im Mittelpunkt.
  • Physiologie und Biologie: Im historischen Verlauf erklärten Physiologen, wie durch Licht hervorgerufene Reize von der biologischen Entität (Pflanze/Tier/Mensch) aufgefangen, im biologischen Organismus weitergeleitet, verarbeitet und „erkannt“ werden. Schwerpunkt der Forschung ist hier der „Apparat“ in Mensch, Tier und auch Pflanze, während und nach der Aufnahme von Lichtreizen. Dabei wird auch das ultraviolette (Wellenlänge unterhalb 380 nm) und infrarotes Licht (Wellenlänge oberhalb 780 nm) in die Untersuchung einbezogen.
  • Psychologie: Daraus resultieren physiologische und psychologische Wirkungen des Körpers und der Psyche. Letztere werden von Psychologen untersucht, deren Ergebnisse beispielsweise in der Farbtherapie und der Innenarchitektur praktisch umgesetzt werden.

Von Farblehren spricht man im Sinne der unterschiedlichen Interpretationen dieser Wissensgebiete. Grundlegend ist der Unterschied zwischen den wahrnehmbaren Farben (vom Farbreiz zur Farbvalenz), die durch Lichtquelle (bunte Lichter) realisiert sind, und jenen komplexeren Vorgänge durch chemisch beschränkte Farbmittel (Pigmente) darstellbarer Farben. Im ersten Falle nimmt das „Individuum“ jenes vom Strahler ausgehende Licht wahr. Im zweiten Falle steht zwischen Lichtquelle und dem wahrnehmenden Sinnesorgan noch eine absorbierende Fläche mit (chemisch-physikalisch definierbaren) Farbkörpern (Gamut). Die Abläufe im „Individuum“ eher physikalisch-vordefiniert oder eher „seelisch“-wahrnehmend individualisieren die Farbwirkung.

Eine besondere Form der Farbenlehre ist die Harmonielehre, die sich mit dem Zusammenspiel von Farben (Farbtönen) befasst. Dieses Zusammenspiel ist stark vom Kulturkreis, individueller Erfahrung und der künstlerischen Absicht beeinflusst. Wesentliche Schöpfer von Farblehren sind auch Vertreter von Harmonielehren oder flochten Betrachtungen zu Farbharmonie in ihre Farbenlehre ein.(Goethe, Ostwald, Küppers)

Farbforscher und Farblehrer[Bearbeiten]

Den theoretischen Unterbau zur Erfassung, Verarbeitung, Ein- und Zuordnung von Farbphänomenen und Farbprinzipien (Einfärbeprinzipien) sowie deren Anwendung auf unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern lieferten, je nach Forschungsschwerpunkt, einige heterogene Farbenlehren[1]. Chronologisch nach Geburtsjahr sortiert folgen Persönlichkeiten, die die Entwicklung der Farblehre forcierten (weitgehend sind Deutsche berücksichtigt, deshalb der Hinweis, dass Farblehrer auch in Frankreich und den angloamerikanischen Ländern arbeiteten).

Farbforschungen und Farbentheorien[Bearbeiten]

Goethes Farbverständnis[Bearbeiten]

Hauptartikel: Zur Farbenlehre
Farbenkreis, aquarellierte Federzeichnung von Goethe, 1809.
Original: Freies Deutsches Hochstift – Goethe-Museum im Goethe-Haus, Frankfurt

Goethe beschäftigte sich im Austausch mit Malern und Philosophen intensiv auch mit „Der Farbe“, die in seinem Gesamtweltbild als Einheit stand. Er entdeckte das Phänomen der subjektiven Farben und Grundprinzipien des Farbensehens, den Nachbildeffekt und den Simultankontrast. Aus eigener Ansicht interessierte ihn das Phänomen der farbigen Schatten als Teil einer Farbtheorie, die Farbentstehung aus lebendigem Ineinanderwirken von Hell und Dunkel versteht. Zwangsläufig empfand er das Grundphänomen der Newtonschen Optik, das vom Farbspektrum eines gebrochenen Lichtstrahls ausgeht, als eine Verirrung. Durch das Prisma entstehe vielmehr durch „Übereinanderschieben“ von Hell und Dunkel ein gelber und ein blauer Rand. Diese Ränder vermischen sich je nach dem Anteil von Hell und Dunkel zu Grün oder Rot (so entstehen die Farben des Regenbogens - rot, gelb, grün, blau, violett). Gelb bedeutet einen größeren Hellanteil, Blau überwiegendes Dunkel.

Neben der physikalischen Farbzerlegung einschließlich der Farbmischung beschäftigte sich Goethe (unter Berufung auf Runge) mit der sinnlich-sittlichen Wirkung der Farbe. Aus seinem Verständnis der Farbigkeit ist die Harmonie von Farbe im Kampf zwischen Hell und Dunkel zu suchen. Gelb, der „Sieg“ des Hellen, hat eine leichtlebige Wirkung, Blau eine dämpfende. Purpur ist die höchste Steigerung, weil sich die Gegensätze die Waage hielten.

Am Schluss seines Werkes Zur Farbenlehre erklärte Goethe seine Grundannahmen in der Auseinandersetzung mit Newton.

„Das Licht ist das einfache, unzerlegteste, homogenste Wesen, das wir kennen. Es ist nicht zusammengesetzt. Am allerwenigsten aus farbigen Lichtern. Jedes Licht, das eine Farbe angenommen hat, ist dunkler als das farblose Licht. Das Helle kann nicht aus Dunkelheit zusammengesetzt sein. – Es gibt nur zwei reine Farben, Blau und Gelb. Eine Farbeigenschaft, die beiden zukommt, Rot, und zwei Mischungen, Grün und Purpur; das übrige sind Stufen dieser Farben oder unrein. – Weder aus apparenten Farben kann farbloses Licht noch aus farbigen Pigmenten ein weißes zusammengesetzt werden. Alle aufgestellten Experimente sind falsch oder falsch angewendet.“

200 Jahre nach der Veröffentlichung von Goethes Werk besitzt sein Beitrag „Zur Farbenlehre“ heute vorwiegend kulturhistorische Bedeutung. Seine Überlegungen zu den physiologische Farben und deren Wirkung für den Betrachter wurden aufgegriffen. Seine Beobachtungen und Methoden in Bezug auf die Wirkung der Farben sind als Beginn der modernen Farbpsychologie anzusehen. Farbe beeinflusse das Gefühl und wirke dadurch direkt auf die „Seele“ und somit auch auf die Einheit von Körper und Geist. Goethe unterteilte in schöne Farben, die dem Betrachter sympathisch sind und unsympathische, die dem Auge weh tun.

Eugène Chevreul[Bearbeiten]

Eine Zwischenstellung nehmen Eugène Chevreul, der sich mit dem intensitätssteigernden Simultankontrast der Pigmente in ihrer industriellen und künstlerischen Bedeutung befasste, und Gertrud Grunow ein, die sich mit den entsprechenden motorischen Wirkungen der Farbe befasste.

Physikalische Ansätze[Bearbeiten]

Die physikalischen Ansätze haben ihren Ausgangspunkt in James Clerk Maxwells Nachweis, dass sich jede Farbe aus den Primär- oder Grundfarben Rot, Grün und Blau zusammensetzt (1861), letztlich aus 'Farb'lichtern.

Mit dem Einsetzen der Industrialisierung stiegen auch die Anforderungen an eine Normierbarkeit von Farbe. Die Entwicklung der Photographie, die Entdeckung neuer Elemente mittels Spektralanalyse befördert die Fragestellungen nach Ursachen und Zusammenhängen. Ostwalds Farblehre sollte ein Hilfsmittel für den Maler sein, der Ausgang aber war das physikalische Verständnis von Farbe mittels seiner Energieauffassung.

Munsells Color Notation[Bearbeiten]

Munsell-Farbsystem

Der amerikanische Maler A.H.Munsell unterzog sich der Mühe, einen Katalog von Farben so zu gestalten, dass zwischen allen Farbnuancen seiner Empfindung nach gleiche Abstände entstanden. „A Color Notation“ von 1905 ist ein Atlas von Farbproben und wurde zu einem weit verbreiteten Farbsystem. Dabei war er zunächst nach N. O. Roods ebenfalls vom damals üblichen Farbkreis ausgegangen.
Zwar wirkt der Kreis als ideale Figur glaubhaft für die Sensitivität der Farben, aber während seiner Entwicklung kam er doch zum Schluss, dass sich der Kreis und dreidimensional die Farbkugel nicht bestätigen ließen. Mit den in den 1900er Jahren zugänglichen Farbmitteln formulierte er so einen Farbraum. Den Farbton («Hue») ordnete er 100 Stufen zu, wobei er von fünf Hauptfarben (yellow-green-blue-purple-red) und fünf Nebenfarben (YG>BG>PB>RP>YR) ausgeht. Für die Ordnung der Farben in der dritten Dimension ergeben zehn V-Units («value» = Helligkeitswert): hierfür teilte er zwischen Schwarz (0) und Weiß (100) die unbunten Farben in zehn Stufen von unterschiedlichen Neutralgrau. Der C-Wert, die Chroma (Maß der Sättigung) wurde als offene Skala gebildet. Mit seiner Erfahrung als Maler kam er zur Erkenntnis, dass sich die als Grundlage gewählten verschiedenen Grundfarben, Nebenfarben und Zwischentöne mit unterschiedlichen «chroma»-Stufen ausfärben lassen.

Johannes Itten[Bearbeiten]

Farbkreis nach Johannes Itten (1961)

Johannes Itten (1888-1967), Zeichenlehrer am Bauhaus, differenzierte durch die Komplementärfarben Orange, Grün und Violett und stellte sie, wie Goethe, in einem Farbkreis dar. Weiß und Schwarz bezeichnete er als „Nicht-Farben“. Sein dreidimensionales Ordnungsmodell der Farben war die Kugel, die Philipp Otto Runge im Jahre 1810 entwickelt hatte. Auf der Grundlage der Idee seines Lehrers Adolf Hölzel stellte er seine Theorie der „Sieben Farbkontraste“ auf, die die gegenseitige Abhängigkeit und Beeinflussung von Farben untereinander darstellt.

Harald Küppers[Bearbeiten]

Der Farbkörper der Farbenlehre nach Harald Küppers

Harald Küppers entwickelte ausgehend von seiner Tätigkeit in der Reprotechnik in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts eine neue Farbenlehre. Er hinterfragte die Ansätze von Goethe und Itten, und bezeichnete das Funktionsprinzip des Sehorgans als „Das Grundgesetz der Farbenlehre“. Küppers fand, dass die acht Grundfarben als deckende Farbmittel nicht durch Mischungen hergestellt werden können. Nach ihm gibt es acht Grundfarben, sechs bunte und zwei unbunte. Sein dreidimensionales geometrische Ordnungssystem der Farben ist das Rhomboeder. Die „reinen bunten Farben“ ordnet er nicht mehr auf dem Farbenkreis sondern auf dem Buntarten-Sechseck an. Nach seiner Erkenntnis gibt es nur geradlinige (lineare) Beziehungen zwischen sämtlichen Farbnuancen. Die „unbunten“ Farben auf der Unbuntachse des Rhomboeders liegen zwischen Schwarz und Weiß. Die „Basisempfindung“ des Sehorgans ist Schwarz.

Basisschema (Küppers) - Integrierte Farbmischung

Anschaulich fasste er die neue Theorie im „Basisschema der Farbenlehre“ zusammen: Die schwarzen Rhomben in der Mitte weisen auf die drei Urfarben („Empfindungskräfte“ des Sehorgans): Orangerot (R), Grün (G) und Violettblau (B). Durch zwei Empfindungskräfte gemeinsam entstehen die anderen drei bunten Farbempfindungen Gelb (Y), Magentarot (M) und Cyanblau (C). Wirken alle drei Empfindungskräfte gleichzeitig vollständig, führt das zur Farbempfindung Weiß (dafür stehen die weißen Rhomben).

Analog zur Arbeitsweise des Sehorgans funktioniert laut Küppers die „Additive Farbmischung“, als Mischung von bunten „Farblichtern“. Die „Basisfarbe“ Schwarz ist das Fehlen jeglicher Farbpunkte. Die Farblichter „RGB“ sind die „Primärfarben“ (Schwarze Rhomben weisen im Schema darauf hin). Mischung von je zwei Primärfarben ergibt die „Sekundärfarben“ „YMC“ (Gelb, Magentarot, Cyanblau). Weiß ist als Mischung aller drei Primärfarben eine „Tertiärfarbe“.

Transparente Farbschichten wirken als Farbfilter bei der „Subtraktiven Farbmischung“. Die Basisfarbe hierbei ist Weiß (z. B. die weiße Papieroberfläche). Nun sind die Farbschichten „YMC“ die Primärfarben (Weiße Rhomben im Basisschema weisen darauf hin). Die gemeinsamen Absorptionen in den übereinander liegenden Filterschichten führen zu den Sekundärfarben „RGB“. Liegen alle drei Filterschichten übereinander, entsteht die Tertiärfarbe Schwarz. (Schwarze Rhomben)

Das Farbmischgesetz „Integrierte Farbmischung“ mit acht Grundfarben entdeckte er für deckende Farbmittel (Temperafarben Gouache, Acrylfarben, Lacke, Farbpulver). Die sechs bunten Grundfarben im Zackenring weisen auf die Ecken des Buntarten-Sechsecks hin. Schwarz und Weiß an den Enden der „Unbunten-Geraden“ sind die unbunten Grundfarben. Die Graustufen (Unbuntarten) als Mischung aus Weiß und Schwarz sind ebenso Sekundärfarben. Tertiärfarben nennt er gebrochene, also „unreine“ Farben, die aus der Mischung dreier Grundfarben entstehen.

Unterscheidung der Farblehren[Bearbeiten]

Lehren und Theorien zum komplexen Gebiet Farbe unterscheiden sich durch ihre Zielstellung und ihre Methoden. Die naturwissenschaftliche Grundlage für die Wahrnehmung von Farben ist, dass Licht im (sichtbaren) elektromagnetischen Spektrum eine Information trägt, die in der menschlichen Empfindung als Farbe erkannt wird.

Alle Farblehren gingen anfangs vom unmittelbaren Sehen aus, um eine Systematik für den Einsatz der ›gesehenen‹ Farben und deren Beziehung untereinander zu schaffen. Diese künstlerisch-ästhetischen Farblehren, die im Laufe der Jahrhunderte immer wieder von „akademischen“ Malern beeinflusst wurden, sind in die Kunstwissenschaft eingegangen. Solche Farbtheorien stammen beispielsweise von Leonardo da Vinci, Johann Wolfgang von Goethe, Adolf Hölzel und Georges Seurat.

Stand dabei das subjektive Empfinden und die künstlerische Absicht im Vordergrund, kamen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts physikalische Erkenntnisse und die Anforderungen der wachsenden Industrie als neue Grundelemente hinzu. Stellvertretend sei Munsells Farbsystem genannt. In Deutschland war es vor allem Wilhelm Ostwald, der farbmetrische Überlegungen anregte, die auf künstlerische Gestaltung Einfluss nehmen sollten.

Biologische Forschungen brachten Fortschritte bei der Sehphysiologie und den chemischen und physiologischen Aspekten der Farbwahrnehmung. Farblehren, die die gegenseitige Beziehung von Farbe und Seele bewerten, basieren auf der Farbenpsychologie. Solcher Art ist die Farblehre des Malers und Bauhausmeisters Johannes Itten, der mit seinen Beobachtungen die Anregung zur heute populären Farbtypenlehre gab.

In naturwissenschaftlicher Betrachtung gründet die Farbmetrik, die sich mit der Messung von Farben und besonders der Erfassung von Farbabständen beschäftigt. Notwendige Differenzierung dieses Fachgebietes ist die Einteilung in die niedere Farbmetrik, die die physikalischen Ursachen von Farbe und ihre Eigenschaften beschreibt. Die höhere Farbmetrik bezieht die Wahrnehmung von Farbe ein. Ziel der Farbmetrik ist, einen geeigneten Farbraum zu definieren, in dem sich Farben gleichabständig anordnen lassen, da das Auge in verschiedenen Farbbereichen den physikalischen Reiz weder linear noch gleichmäßig unterscheidet. Empfindungsgleiche Farbabstände - oder vielmehr die Beziehung ΔE = f(X,Y,Z) - zu verdeutlichen gelingt mittels der MacAdam-Ellipsen. Die fortschreitende Rechentechnik und die mathematische Theorie führten zu mehreren Anpassungen bei den standardisierten Farbräumen.

Die Farbmetrik stellt Bezug zu Spektralfarben, der additiven, der subtraktiven Farbmischung und den Gesetzen der Lichttechnik her. Sie bildet die Grundlage für Farblehren, die naturwissenschaftlich ausgerichtet sind. Eine solche Farblehre ist die von Harald Küppers, die aus der Absicht entstand naturwissenschaftliche Fortschritte aufzunehmen, um insbesondere didaktische Hilfen zu schaffen, die dem Techniker ein künstlerisches Verständnis ermöglichen.

Naturwissenschaftliche Herangehensweisen, psychologische und künstlerisch-ästhetische stehen nebeneinander, gegeneinander oder werden miteinander verknüpft, je nach Standpunkt und Arbeitsgebiet. Eine rein physikalische Sichtweise von Farbe steht einer ausschließlich ästhetischen gegenüber. Für technische Anforderungen ist die alphanumerische Erfassung von Farbe unabdingbar, dagegen kann „die gefällige Form“ nach den „Gesetzen des Schönen“[3] oder ein anderes künstlerisches Postulat nicht auf einer vorrangig numerischen Ebene erfasst werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl-Otto Jung: Farben-Sehen. Zum künstlerischen Gebrauch der Farben. Galda + Wilch Verlag, Glienicke/Berlin und Cambridge/Massachusetts 1988, ISBN 978-3931397197
  • Harald Küppers: Farbe verstehen und beherrschen. Praktische Farbenlehre. DuMont Literatur und Kunst Verlag, Köln 2004, ISBN 3-8321-7434-6
  • Harald Küppers: Das Grundgesetz der Farbenlehre. DuMont, Köln 1978, 10. Auflage 2002, ISBN 3-8321-1057-7, Taschenbuch. Kompendium und didaktische Konzeption für den Unterricht
  • Harald Küppers: Schnellkurs Farbenlehre. DuMont, Köln 2005, ISBN 3-8321-7640-3
  • Ellen Marx: Farbintegration und Simultankontrast. Muster-Schmidt, Zürich, Göttingen 1989, ISBN 3-7881-4045-3
  • Albert Henry Munsell: A Color Notation. Boston 1905
  • Albert Henry Munsell: The Atlas of the Munsell Color System. Boston 1915
  • Johannes Pawlik: Theorie der Farbe. DuMont, Köln 1990, ISBN 3-7701-0510-9
  • Johannes Pawlik: Praxis der Farbe. Bildnerische Gestaltung. DuMont, Köln 1981, ISBN 3-7701-1238-5
  • Klausbernd Vollmar: Sprache und Macht der Farben. ars momentum, Witten 2007, ISBN 978-3-938193-34-1. Kompakteinführung unter physikalischen, künstlerischen und psychologischen Gesichtspunkten + Basisliteraturübersicht
  • Moritz Zwimpfer: Farbe.Licht.Sehen.Empfinden. – Eine elementare Farbenlehre in Bildern. Paul Haupt, Bern/Stuttgart 1985, S. 168, ISBN 3-258-03504-0

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Farbkörper
  2. Küppers Farbkörper auf Lehrerfortbildung-BW.de
  3. Hermann Wilhelm Vogel: Handbuch der Photographie. Teil IV. Berlin 1894, Photographische Kunstlehre oder die künstlerischen Grundsätze der Lichtbildnerei.