Faslam

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Schnorren zu Faslam

Faslam (auch: Faslom, Fasslom, Faßlom oder Faselabend) ist ein alter niederdeutscher Winterbrauch. Um die Wintersonnenwende herum zogen die Knechte und Mägde von Hof zu Hof, um mit bunten Verkleidungen und viel Lärm den Winter zu vertreiben. Er"schnorrte" Speisen und Getränke dienten einem anschließenden Fest. Das Brauchtum lebt bis heute in ähnlicher Form fort.

Ursprung und historischer Kontext[Bearbeiten]

Der Brauch lässt sich bis zur Reformation zurückverfolgen. Die Bezeichnung „Faslam“ ist wahrscheinlich eine Ableitung vom Faselabend. Ein Zusammenhang mit Fastnacht (dem Abend vor Aschermittwoch) kann eher nicht hergestellt werden, denn der Faslam wird in einigen Orten bereits Anfang Januar gefeiert.

Die Knechte und Mägde auf den Höfen verdienten nicht viel Geld, hatten aber dafür freies Wohnen und Essen. In der kalten Jahreszeit gingen die Arbeiten auf den Höfen auf ein geringes Maß zurück. Es musste lediglich noch das Vieh gefüttert und gemolken werden. Im Winter war aber auch die Zeit des Schlachtens, da das Fleisch in der Kälte abhängen konnte.

Es wurden mehrere „Fliegen mit einer Klatsche“ geschlagen: die Knechte und Mägde verkleideten sich und zogen in einer Gruppe mit musikalischer Begleitung durch das gesamte Dorf. Von jedem Haushalt wurden Sachen zum Essen und Trinken "geschnorrt" (Schnorren, auch Heischen, Piezen, Pietschen oder Treiben genannt). Dabei wurde laut gesungen, um das „Väterchen Frost“ zu vertreiben. Die Knechte und Mägde verlangten dafür einen Obolus, ansonsten würde der Winter auf dem Hof verbleiben. Nach den Stunden des Umherziehens im Dorf wurde anschließend in einer zuvor hergerichteten Scheune eines Bauernhofes das eigentliche Fest begonnen. Nach dem Essen wurde getanzt, getrunken und lange gefeiert.

Verbreitung[Bearbeiten]

Nach bisherigen Erkenntnissen ist das Verbreitungsgebiet des Faslams das nördliche Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, insbesondere im Landkreis Harburg.

Lokale Ausprägungen des Faslamsfestes[Bearbeiten]

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Der Ablauf des Faslams unterscheidet sich in den verschiedenen Gegenden mehr oder weniger.

Ramelsloh[Bearbeiten]

Faslam in Ramelsloh am Wochenende des zweiten Sonnabends im Januar ist eines der ersten Faslamsfeste eines jeden Jahres. Den eigentlichen Auftakt der Faslamssaison in Ramelsloh bildet das Anbinden im November, bei dem ein Elternpaar sowie ein Clown gewählt werden. Dieses Dreigespann hilft dem Vorstand bei der Organisation und führt insbesondere die Touren beim Schnorren an. Zusätzlich vertreten sie den Faslamsclub Ramelsloh bei auswärtigen Faslams. Neben dieser Wahl wird noch ein Montagsmotto bestimmt, gemäß diesem der Saal für den abschließenden Faslamsschmaus geschmückt wird.

Das Faslamswochenende selbst beginnt mit dem Preisskat und -knobeln am Freitag. Hieran nehmen Skatfreunde aus Ramelsloh und Umgebung teil. Gewöhnlich gibt es Fleischpreise sowohl für den Skat als auch für das Knobeln.

Am Vormittag des Faslamssonnabends treffen sich alle Faslamsbrüder und -schwestern im Ramelsloher Hof. Von hier aus geht es dann zum Schnorren durch das Dorf. Dabei wird von Haus zu Haus gegangen und an jeder Haustür das Faslamslied angestimmt. Zur Belohnung für die Sangeskünste gibt es dann einen kleinen Obolus in Form von Eiern, Getränken oder Geld. Um auch wirklich jeden Ramelsloher erreichen zu können, erfolgt eine Aufteilung in vier Touren. Die Eltern und der Clown übernehmen die drei Touren durch den Dorfkern, weiter entlegene Häuser werden von der Außentour besucht – die wegen der enormen Kilometerleistung einzig motorisierte Truppe. Je nach Gemütlichkeit und Wetterlage geht das Schnorren zwischen 16 und 18 Uhr zu Ende, woraufhin nur wenig Zeit bleibt, um sich für den Lumpenball fertig zu machen. Da zum Schnorren ohnehin die merkwürdigsten und gewagtesten Kombinationen getragen werden, wird dieser Schnorr-Coat oftmals spontan zum Kostüm erklärt. Das lästige und zeitraubende Umziehen entfällt dann kurzerhand.

Am Sonntagmittag findet dann das Buddelsuchen statt. Hierzu verstecken die Eltern nach dem Lumpenball noch schnell zwei oder drei Kömbuddeln auf einem beliebigen Gehöft, das nun unter Begleitung des Spielmannszuges wieder aufgesucht wird. Bürger und Faslamsbrüder – nun unverkleidet – suchen die Flaschen. Sind sie gefunden, geht es abschließend zum Frühschoppen. Ab 15 Uhr haben dann endlich die Kleinen ihren großen Auftritt: Es ist Zeit für den Kindertanz. Kleine Prinzessinnen und Cowboys lassen sich vom Faslamsclown animieren. Nach fleißigem Getanze und dem einen oder anderen Schokokusswettessen, Limbotanz oder Clowndurchkitzeln gibt es zum Abschied noch eine bunte Tüte mit Süßigkeiten und einer kleinen Überraschung.

Den Abschluss des Ramelsloher Faslamsfestes bildet der Schmaus am Montag – die am Sonnabend erschnorrten Getränke und Eier werden in diesem Rahmen verzehrt. Das Bare wird in weitere Getränke und Speisen umgewandelt. Mit Musik vom DJ und ein paar kleinen Spielchen feiern die Ramelsloher Faslämmer die letzten Stunden des eigenen Festes, bevor es dann noch beim Faslamsvadder oder der -mudder zum traditionellen Eieressen geht.

Breitenfeld (Gardelegen)[Bearbeiten]

geschmücktes Orteingangsschild zum Fasslomfest 2006 in Breitenfeld

Das Fasslomfest in Breitenfeld findet an einem Wochenende Mitte Februar statt. Die Vorbereitung obliegt dem Festkomitee dem ein Schuldknecht und ein Schöffe angehört. Das Dorf wird mit bunten Bändern geschmückt. Schilder an den Ortseingängen verkünden die Faslomzeit. Am Vormittag des Sonnabends beginnt der so genannte Heischezug. Hierbei ziehen die Fasslomstüber von Haus zu Haus. Sie verkünden das Frühjahr und die Fruchtbarkeit und erheischen Gaben. Alkohol spielt hierbei bereits eine nicht unerhebliche Rolle. Regelmäßig erklingt ein Ausruf der durch die Anwesenden mit Fasslom! beantwortet wird. Am Abend findet dann eine Auswertung mit anschließendem gemütlichen Beisammensein im Gemeinderaum statt. Am Sonntag folgt ein gemeinsames Mittagessen. Sodann erfolgt die Übergabe einer Wurstkrone beim Bürgermeister, gefolgt von einem Umzug durch das Dorf mit Blasmusik. Die Feiern klingen dann mit Kaffee und Kuchen aus.

Rottorf[Bearbeiten]

In Rottorf gibt es die Faslamstradition seit den frühen dreißiger Jahren. Es findet am Samstag des ersten Februarwochenendes des Jahres statt. Hierbei gibt es jedoch Abweichungen zum, in anderen Orten, üblichen Schnorren. Beim „Piezen“ ziehen die nach einem bestimmten Motto verkleideten Faslamsbrüder in den frühen Morgenstunden los, um an jeder Haustür des Dorfes zu klingeln. Nach dem üblichen Faslamslied und einem kurzen Schnaps erhalten die Piezbrüder meist Geld oder Hochprozentiges. Am Nachmittag wird der im örtlichen Gasthaus stattfindende Kinderfasching besucht. Das Verteilen von Bonbons und Spiele mit den Kindern sind dort üblich. Nach diesem Besuch beenden die Piezbrüder den Rest ihrer Tour, um am Abend gemeinsam mit den Dorfbewohnern auf dem Lumpenball zu feiern. Ein Teil des Erlöses der Faslamsbrüder wird jedes Jahr an den Kindergarten oder an die Jugendfeuerwehr gespendet.

Hollen (Gemeinde Hollnseth)[Bearbeiten]

Der Faslom (eher Faßloom) in Hollen wird traditionell am 2. Januar gefeiert. Die vollständige Bezeichnung in Hollen lautet Faßloompietschen. Das Wort Pietschen ist der plattdeutsche Begriff für peitschen. Das bedeutet in diesem Zusammenhang, sich die Getränke einzupeitschen (he pietscht een Glas non’n annern wech = „er trinkt hastig ein Glas nach dem anderen“).

Früher fand das Tanzen bei einem jeweils wechselnden Bauern auf der großen Diele statt. Mit Häcksel bestreut ergab eine ebene Lehmdiele eine Tanzfläche. Im Flett wurde eine Schenke hergerichtet. Köm (Korn) und Bier gab es zunächst umsonst. Die ganzen Kosten wurden später auf die Teilnehmer umgelegt.

Am nächsten Vormittag versammelten sich die männlichen jungen Leute zu einem Gang durch das Dorf. Zum Teil kostümiert, zogen sie mit Musik von Haus zu Haus. Mit allerlei Sprüchen forderten die Faslompietscher die Bäuerin auf, von ihren Vorräten an Speck, Schinken, Würsten und Eiern einiges abzugeben, und dem Kiepenträger in seine Kiepe zu tun. Abends und als Abschluss vom Faßloom gab es ein Grünkohlessen. Jeder Einwohner des Dorfes konnte daran unentgeltlich teilnehmen. Bis in die Gegenwart hinein hat sich an diesem Ritual prinzipiell nur wenig geändert.

Bis zum Jahr 2008 wurde auf dem Feuerwehrball am Neujahresabend vom Faßloompräsidenten den von ihm ausgesuchten Faßloommarsch für den nächsten Tag bekanntgegeben. Es ist in der Regel ein bekanntes Lied des vergangenen Jahres. Seit 2009 findet die Bekanntgabe auf dem neujährlichen Kesselgeburtstag auf dem neuen Dorfplatz statt. Am nächsten Morgen treffen sich die Teilnehmer der Faßloomtour. Man startet im dörflichen Gemeinschaftshaus (Dörphuus). Vor dem Abmarsch gibt der Präsident, die zu beachtenden Regeln bekannt. Die musische Begleitung übernimmt seit über 50 Jahren die Kapelle Popp.

Jeder Faßloompietscher hat als Kostenbeitrag einen vorher festgelegten Betrag in die Faßloomkasse zu zahlen, welcher ausschließlich für den Faßloomball am Abend eingesetzt wird. Es wird hierbei nach Einheimischen und Auswärtigen unterschieden, wobei letztere einen höheren Obolus zu entrichten haben.

Das Dorf ist mittlerweile in vier Faßloombereiche geteilt, so dass jede Familie nur alle vier Jahre in den Genuss kommt, die Faßloomkarawane zu bewirten. Ausnahmen werden bei Häusern mit Trauerfällen oder ähnlichen Schicksalsschlägen gemacht. Es geht mit Musik von Haus zu Haus. Die einzelnen Familien werden vor ihrem Haus musikalisch begrüßt. Bevor das Haus betreten wird, wünscht der Präsident einen fröhlichen Faßloom und bekommt den ersten Köm eingeschenkt. Mit Köm werden auch die anderen Teilnehmer, die das Haus betreten, bewirtet. In den letzten Jahren wird auch zunehmend Bier gereicht. Das Angebot an Essen, von der Hausfrau und ihren Helferinnen vorbereitet, umfasst belegte Brote, Würstchen und Kartoffelsalat, Erbsensuppe, Hochzeitssuppe und auch Grünkohl. Für den jeweiligen Gastgeber spielt die Kapelle etwa drei Lieder bzw. Musikstücke. Nach 15 bis 20 Minuten verabschiedet sich die Spitze des Faslomzuges mit dem Lied Muss i denn zum Städtele hinaus … und visiert das nächste Haus an.

Die Frauen bzw. Partnerinnen der Männerschar sind beim Hollener Faßloom unentbehrlich. Nicht nur, dass sie für die Bewirtung in den Häusern zuständig sind, sondern auch, dass sie sich abends zu den Faßloompietschern gesellen. In lustigen Verkleidungen und mit viel Spaß und Humor treffen sie auf dem Saal ein, wo dann gemeinsam der große Faßloomball gefeiert wird. Ein Obolus ist von ihnen nicht zu entrichten. Durch diese Arbeitsteilung wird das Faßloomfest in Hollen für alle Bürger ein frohes und zugleich traditionelles, integratives und einbeziehendes Fest für alle. An diesem traditionellen Fest nehmen alljährlich ebenso viele Auswärtige, ehemalige Hollener und Freunde des Ortes teil. Viele in der Öffentlichkeit bekannte Personen wurden schon zum Hollener und damit Mitglied der Hollener Faßloomgesellschaft getauft.

Hoopte[Bearbeiten]

Eckhart Dittmer hat zum Faslamstreiben in Hoopte Nachforschungen angestellt und berichtet:

„Der Hoopter Faslam wurde nach den Überlieferungen erstmals 1924 gefeiert. Um den Faslam zünftig feiern zu können bekamen die Knechte und Mägde hierfür zwei Tage Urlaub. Während dieser Zeit war der Bauer auf sich allein gestellt und musste die anfallenden Arbeiten selbst verrichten. Den ersten der beiden Faslamstage verbrachten die Faslamsbrüder ausschließlich damit, durchs Dorf zu ziehen und zu schnorren. Am darauffolgenden Tag wurde dann die „Beute“ verzehrt und abends wurde zum Tanz aufgespielt. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren es Faslamsbrüder wie Gustav Timm, Heinrich Evers, Rudolf Homann, Ewald Benthack, Alex Nack, Willy Schmidt und viele andere, die den Hoopter Faslam erstmals 1947 gefeiert haben. Den ersten Umzug erlebten die Hoopter 1951. Die Faslamskutsche mit Vadder und Mudder, gefolgt von einer zünftigen Blaskapelle und den Faslamsbrüdern, zog durch die Dörfer der Vogtei Neuland und lud zum Mitfeiern ein. Im Jahre 1953 wurde das letzte Mal im Gasthaus Ruschmeyer Faslam gefeiert, danach wurde der Saal nicht mehr für Festlichkeiten genutzt. Von 1960 bis 1964 fand in Hoopte kein Faslamsumzug statt. Erst im Jahre 1965 wurde unter Führung von Helmut Timm und Wolfgang Lattek, die damals auch gleichzeitig Vadder und Mudder waren, wieder ein Umzug durchgeführt. Vadder und Mudder trugen bei diesem Umzug beide einen schwarzen Anzug mit einer roten Nelke im Knopfloch. Die rote Nelke diente als Erkennungszeichen für Vadder und Mudder. 1973 wurde das letzte Mal im Fährhaus Hoopte bei Fritz Beuster ein Faslamsball gefeiert. Der Saal wurde anschließend in eine Diskothek umgebaut, die aber nach zehnjährigem Betrieb von den Pächtern geschlossen wurde. Von 1974 an fand der Hoopter Faslam ausschließlich in Sievers Gasthaus statt. Der Faslam gewann im Laufe der Jahre immer mehr an Popularität und konnte im Jahr 1975 mit 112 Mitgliedern erstmals mehr als 100 Mitglieder verzeichnen. Im Jahr 1980 wurde das erste Mal ein Schwein für den Faslam geschlachtet. Der eigentliche Grund des Schlachtfestes waren die schlechter werdenden Ergebnisse der beiden Tombolen. Durch die hausgeschlachtete Wurst sollten die Tombolen aufgewertet werden. Im Jahr 1982 setzte der Hoopter Faslam erstmals einen Punschwagen ein. Der Faslam zur heutigen Zeit beginnt mit der ersten von drei Faslamsversammlungen im November. Bei dieser Faslamsversammlung werden die Faslamseltern für das darauffolgende Jahr sowie der 1. und 2. Vorsitzende, der Kassenwart und die in der Regel vier Beisitzer gewählt. Ferner wird hier auch der Schlachttermin der Faslamsschweine bekanntgegeben. Der heutige Faslam beginnt für die Aktiven am Freitagabend vor Faslam mit der letzten Versammlung. Den Höhepunkt des Abends stellt die schon traditionelle Flaschenversteigerung dar. Am Sonnabendnachmittag findet für die kleinen Faslamsbrüder und -schwestern das Kindertanzen statt. Sonnabends abends ist für die Erwachsenen der Lumpenball mit Tombola auf dem Programm. Den Höhepunkt eines jeden Faslams stellt der Faslamsumzug am Sonntagnachmittag dar. Der Umzug stellt sich vor der Schiffswerft Stüven in Richtung Fliegenberg auf. Angeführt wird der Umzug von Faslamsvadder und -mudder in der Kutsche. Es folgen die Festwagen, Fußgruppen und Spielmannszüge bzw. Fanfarenzüge und viele lustig gekleidet und fröhliche Narren. Am Montag treffen sich die Faslamsbrüder und -schwestern gegen Mittag an der Ortsgrenze zu Fliegenberg zum traditionellen Schnorren. Montagsabends wird dann das Zusammengeschnorrte im Festlokal von den aktiven und passiven Faslamsmitgliedern verzehrt. Gut gestärkt beginnt abends de „Danz op de Deel“ mit der Prämierung der Festwagen der Faslamstombola. Mit diesem Ball bis in den frühen Morgen endet der Faslam.“

Hörsten[Bearbeiten]

Hörsten ist ein Ortsteil in Seevetal und gehört zum Landkreis Harburg.

Traditionell wird der Faslam in Hörsten am Wochenende nach Rosenmontag gefeiert. Das hängt wohl damit zusammen, dass die Musikkapellen durch andere Dörfer in den Wochen vorher bereits gebucht wurden und Hörsten als recht kleines und nicht so reiches Dorf auch feiern wollte. „Fastenzeit“ interessierte früher niemanden. Ausrichter ist der größte Verein in Hörsten, der Sparklub „Jung Hörsten“ von 1925 e. V.

Wichtige Personen und Utensilien sind: die Faslamsmudder, die Faslamsbrüder, der Faslamskerl und die Faslamsbuddel.

Etwa vier Wochen vor dem Faslamsfest findet das sogenannte „Faslamanbinden“ statt. Hier wird besprochen, wie viele Gruppen am Umzug teilnehmen, damit dementsprechend viele Spielmannszüge bestellt werden können. Außerdem wird verabredet, wer sich in diesem Jahr jeweils als Gastgeber für den Faslaslamskerl und für die Faslamsbudddel zur Verfügung stellt (das Suchen fällt dann etwas leichter). Mit einem Schluck Köm für alle wird der Faslam als angebunden erklärt.

Am Samstag um 12:00 Uhr geht es mit einem Umzug durch das Dorf los. Eine oder zwei Spielmannszüge, etwa 10 bunt geschmückte Wagen, die Faslamsmudder und die 3 Faslamsbrüder sowie die buntgeschmückten Umzugsteilnehmer begeben sich auf den Weg. Jede teilnehmende Gruppe hat sich ein Motto (das kann die große Politik, örtliche Themen oder beispielsweise auch nur ein Märchen sein) ausgesucht. Sie suchen den Faslamskerl, eine lebensgroßen Puppe, in dem sich die böse Kornmuhme (ein Geist, der die Kornernte vernichten will ) versteckt und die Faslamsbuddel. Ohne Faslamsbuddel gibt es keinen Köm und man kann nicht feiern.

Während des Umzugs wird geschnorrt. So kommen Geldspenden, Eier, Schnaps und Wurst für den Faslamsschmaus am zweiten Tag zusammen.

Aufgabe der Faslamsbrüder ist es, die Faslamsbuddel zu suchen. Mit Schaufel, Harke und Besen ausgerüstet, graben sie mal hier und mal dort, bis sie die Buddel gefunden haben. Der erste Schluck gehört deshalb ihnen.

Die Faslamsmudder, ein als Frau verkleideter Mann, sucht zur gleichen Zeit ihren Mann, den etwas „versoffenen“ Faslamskerl, um mit ihm durch einen Tanz das Faslamsfest zu beginnen.

Immer wieder muss der Umzug anhalten, weil wohlmeinende Hörster den Umzugsteilnehmern etwas zukommen lassen wollen. Hörsten ist nämlich etwas verbaut, sehr langgezogen und besteht aus zahlreichen Sackgassen, so dass der Umzug immer wieder wenden muss. So kommen einige Kilometer zusammen, die zusammen mit dem Kömgenuss und der Kälte dafür sorgen, dass die Beine schnell müde werden. Auch die Gastgeber des Faslamskerls und der Faslamsbuddel bewirten die Teilnehmer des Umzugs.

Der Umzug endet in jedem Jahr bei Opel-Kaiser im Erlenweg, wo der letzte Punsch ausgeschenkt wird und Faslamsmudder mit Faslamskerl ihren letzten Tanz hinlegen.

Am Abend um 20:00 Uhr gibt es in „uns Dörphus“ Tanzmusik zum Lumpenball. Da es in der Vergangenheit in Nachbardörfern Ärger mit „Schlägertrupps“ gab, werden die Karten für den Ball schon vorher verkauft. Somit ist der Ball eine geschlossene Veranstaltung mit Einlasskontrolle durch Türsteher.

„Kinder-Faslam“ feiern die Hörster eine Woche später. Hier hat sich eine Gruppe von etwas jüngeren Hörstern zusammengefunden, die das Fest ausrichtet.

Am Sonntag um 18:00 Uhr gibt es dann den Faslamsschmaus für die Hörster und die Umzugsteilnehmer in „uns Dörphus“. Die während des Umzugs gesammelten und inzwischen gekochten Eier und die Wurst werden mit selbstgemachtem Kartoffelsalat oder Brot gemeinsam verspeist. Hier gibt es auch einen Schnaps für jeden aus der Faslamsbuddel. Höhepunkt beim Faslamsschmaus ist das „Eierraten“. Die Gäste sollen raten, wie viele Eier gesammelt wurde. Für die drei besten Eierrater gibt es jeweils einen Preis.

Der Faslamskerl wird von einigen Hexen verbrannt, um die böse Kornmuhme zu vernichten, damit es in diesem Jahr eine gute Ernte gibt.

Jeggau[Bearbeiten]

Das Faslom ist in Jeggau auf zwei Tage verteilt. Am Sonnabend werden die Gaben im Dorf eingesammelt, dabei geht der Wustsammler, begleitet von den Kiepenträgern, von Haus zu Haus und spricht folgende Worte: „Wenn ihr ‘ne gute Ernte hebben wollt unn’ en schönet Fröjoar, dann gäwt us ‘nen paar Eier in uns Kiew, dann wern die heilig, und wi warn riek.“ Eier und Geld wandern in die Kiepen, die Wurst wird auf die Wurstgabel aufgespießt. Während des Rundganges durch das Dorf wird gerufen: „Wat iss hüt un morg’n?“. Zur Antwort erschallt:„Hüt unn morg’n iss Fasslom.“ Zusätzlich tragen die Fasslomsvereinsmitglieder Birkenruten und schlagen damit auf alles, was fruchtbar werden soll, insbesondere junge Mädchen, ein. Der Schultenknecht und die Schöffen überwachen das Treiben. Am Sonntagabend findet der Fasslom-Ball statt, auf dem der Schuldenkönig ernannt wird. Das ist derjenige, der die meisten Vergehen begangen hat, welche die Schöffen am Vorabend notiert haben. Auf dem Ball gibt es dann auch das große Eierbackessen. Nicht zu vergessen ist das Schleifensammeln, dabei werden von den Frauen bunte Schleifen an die beliebtesten Tänzer aus Jeggau und Eigenthum verteilt, die dann abgetanzt werden müssen. Wer die meisten Schleifen bekommen hat, wird zum Schleifenkönig ernannt. Ein weiterer Höhepunkt stellt die Abholung der Wurstkrone beim Bürgermeister dar, diese hat das Aussehen einer Richtkrone und ist aus Tannengrün gebunden. An den Ecken befinden sich die Würste und bunte Bänder. In dieser Form wird der Brauch seit 1906 ausgeführt. Nach einer Pause in den sechziger Jahren lebte er 1988 wieder auf.

Pattensen[Bearbeiten]

Der Pattensener Faslamsklub e. V. hat einen Vorstand, der jedes Jahr zwei Mitgliederversammlungen und das Faslamsfest organisiert. Der Verein umfasst etwa 300 Mitglieder. Im November beginnt mit dem Faslamsanbinden die Faslamszeit. Bei dieser Mitgliederversammlung werden Die Faslamseltern (Faslamsvadder und Faslamsmudder) gewählt. Die Faslamseltern repräsentieren den Faslamsklub. Diese sind in Pattensen immer männlichen Geschlechts. Traditionsgemäß wird die Vorjahresmudder zum Vadder gewählt. Die Faslamseltern fangen Anfang Januar an durch das gesamte Dorf zu gehen (etwa 700 Haushalte), um an jeder Tür nach Spenden für das Faslamsfest zu fragen. Diese Spenden sind die Haupteinnahmequelle, um es zu finanzieren. Anfang Januar fangen auch die Faslamsgruppen an, ihre Wagen für den Festumzug zu bauen. Das Pattensener Faslamsfest ist jedes Jahr das erste volle Wochenende im Februar. Es beginnt mit einem Preisskat am Freitagabend. Am Sonnabend wird nachmittags eine Kindermaskerade veranstaltet und am Abend ist der so genannte Festball (Tanzveranstaltung wie Disko).

Am Sonntagmittag beginnt dann der große Festumzug durch das ganze Dorf. Die Wagenbau- und Fußgruppen präsentieren ihre Themen und es wird reichlich Bonbons geschmissen und Getränke ausgeschenkt. Die Zuschauerzahlen belaufen sich meist so auf die 10.000. Am Montag treffen sich einige Wagenbauer zum Schnorren. Es wird in vier Gruppen durch das Dorf gelaufen und an den Haushalten um essbare Spende gebeten.

Diese Spenden werden am Dienstagabend bei der Festtafel gemeinsam verspeist. Dort werden dann auch ein paar Orden verliehen und Reden gehalten. Zum Schluss werden noch die Platzierungen der Wagen und Fußgruppen bekanntgegeben. Am Mittwoch findet für harte Faslamsbrüder und -schwestern ein Frühschoppen statt. Am Freitag ist dann das Faslamsfest vorbei. Abends trifft man sich zum gemütlichen Beisammensein.

Peter Dederke hat in seinem Buch Pattensen – Die Geschichte eines Dorfes am Rande der Geest (ISBN 3-935096-16-X) auch eine Chronik des Pattenser Faslams geschrieben. Diese auch auf den Internetseitendes Pattensener Faslamsklubs zu finden.

Schwiederstorf[Bearbeiten]

Das Schwiederstorfer Faslam findet in der Regel am dritten Wochenende im Februar statt und erstreckt sich über drei Tage.

Beginn des Faslamsfestes ist der Freitagabend, an dem die Faslamsbrüder und -schwestern – alle Männer und Frauen, die bereits konfirmiert, aber noch nicht verheiratet oder älter als 30 sind – nach dem Schmücken des Saales im Vereinsgasthaus „Meinschien“ in Elstorf (früher „Johm′s Hof“ in Schwiederstorf) das Faslamsfest eröffnen.

Von hier aus wird der Faslamskerl, eine lebensgroße mit Stroh gefüllte Puppe, huckepack durch den Ort zu den Faslamseltern getragen. Die Faslamseltern sind in der Regel verheiratete Ehepaare. Anders als in anderen Ortschaften ist die „Faslamsmudder“ tatsächlich die Frau und nicht der Mann und umgekehrt.

Hier bei den Faslamseltern angekommen, werden die Faslamsbrüder und -schwestern, sowie Nachbarn und Freunde der Eltern verköstigt. Zuvor wird den Eltern jedoch noch das Schwiederstorfer Lied gesungen. Die Feier am Freitagabend wird meist gegen ein Uhr nachts beendet, damit Kräfte für die nächsten Tage vorhanden bleiben.

Am Sonnabend findet am Nachmittag im Vereinsgasthaus die Kindermaskerade statt. Während dieser Zeit machen sich die Faslamsbrüder und -schwestern erneut auf den Weg zu den Faslamseltern, um dort den in der Nacht versteckten Faslamskerl zu suchen. Der Finder des Kerls darf zurück im Gasthaus auf der Kindermaskerade einen Ehrentanz mit dem Kerl abhalten.

Am Sonnabendabend findet ebenfalls im Gasthaus „Meinschien“ der Höhepunkt des Faslamsfestes statt – der Faslamsball. Hauptbestandteil dieses Festes ist die traditionelle Preismaskerade. Hierbei präsentieren sich kostümierte und maskierte Gruppen mit ihren oft selbstgebauten Utensilien den Gästen des Saales. Um etwa 22 Uhr findet dann die mit Spannung erwartete Demaskierung statt, bei der die Helden des Faslams gefeiert werden, in dem sie mit Medaillen und Schnaps beglückwünscht werden. Anschließend wird der Faslamsball mit Tanz und Musik weitergeführt.

Am Mittag des darauf folgenden Sonntags beginnt das traditionelle Eierschnorren, an dem neben den Faslamsbrüdern und -schwestern auch viele ältere und jüngere Dorfbewohner und auch vereinzelte Auswärtige teilnehmen. Mit einer selbstgebauten „Musik-Box“ auf Rädern, die die frühere Blaskapelle abgelöst hat, wird von Haus zu Haus gegangen, um Geld, Eier oder Süßes zu schnorren. Auch das Mitkommen und die Teilnahme am Eierschnorren wird besonders von Neubürgern gerne „erschnorrt“. Die jetzige Größe Schwiederstorfs lässt es gerade noch zu, das Eierschnorren an einem Tag durchzuführen.

Nach vielen Stunden des Wanderns und Einkehrens samt Bier und Köm wird dann gemeinsam zur Gaststätte zurückgekehrt, um die auf dem Weg erschnorrten Eier zusammen mit Kartoffelsalat zu verzehren. Hier klingt das Faslamsfest langsam aus, da spätestens bei dieser letzten Feier auch dem hartgesottensten Faslamsbruder das Durchhaltevermögen schwindet.

Bärenziehen in Sülfeld[Bearbeiten]

Bärenziehen in Sülfeld

In Sülfeld wird der Faslam „Bärenziehen“ genannt und wird traditionell von der Jungburschenschaft, der unverheiratete Männer des Ortes angehören, veranstaltet. Dazu wird ein vorher ausgewählter Jungbursche in ein aufwendiges Bärenkostüm aus Stroh eingebunden. Mitunter dauert diese Einbindeprozedur mehr als fünf Stunden. Verkleidet und mit dem Bären an der Kette ziehen die Jungburschen von morgens bis in den späten Nachmittag hinein von Haus zu Haus und sammeln Spenden in Form von Eiern, Wurst oder Geld. Die Damen des jeweiligen Hauses sind hierbei aufgefordert mit dem Bär zu zünftiger Akkordeonmusik und dem Gesang der Jungburschen den Schneewalzer zu tanzen. Der Bär stellt bei diesem Fest den Winter dar, der von der Bande junger Männer mit einer Peitsche symbolisch ausgetrieben werden soll. Auch in einem Nachbarort von Sülfeld, in Ehmen, findet sich dieser Brauch unter dem abgewandelten Namen „Bärenzappeln“.

Wulfsen[Bearbeiten]

Für die Organisation sind zwei Menschen zuständig, die „Faslamseltern“. Die Faslamseltern sind traditionsgemäß in Wulfsen immer Männer. Der Jüngere ist die Faslamsmudder und der Ältere der Faslamsvadder. In Orten mit gemischtgeschlechtlichen Faslamseltern ist die weibliche Person der Faslamsvadder und die männliche Person die Faslamsmudder. Sie müssen sich um alles kümmern. Vom Bestellen der Musik, über Geschenke für die Kindermaskerade und Koordinieren des Gesamtablaufs bis Kleingeld für die Kassen.

Die eigentliche Faslamszeit beginnt für viele Faslamsbrüder und -schwestern (heißt so, weil alle, die gerne feiern und lustig sind, im Geiste verwandt sind) schon vor Weihnachten mit dem Bauen der Wagen für den Umzug. Das ist zwar in der Kälte oft sehr problematisch, macht aber sehr viel Spaß. Am zweiten Weihnachtstag wird dann offiziell der Faslam angebunden.

Der Wulfsener Faslam findet immer am letzten vollen Wochenende im Januar statt und beginnt mit dem Schmücken des Saales am Donnerstag. Am Freitag findet ein Preisskat und Preisknobeln statt. Der Sonnabendnachmittag gehört allein den Kindern mit ihrer Maskerade und am Sonnabendabend ist Lumpenball. Sonntagnachmittag ist dann der Faslamsumzug mit anschließendem „Danz up de Deel“ bei freiem Eintritt für alle. Montagsmorgens treffen sich die (traditionsgemäß männlichen) Schnorrbrüder, um dem alten Brauch folgend Naturalien für den Abend zu schnorren (natürlich wird in der heutigen Zeit eine Geldspende lieber gesehen). Seit ein paar Jahren treffen sich einige Faslamsschwestern morgens zum Frühstück, um anschließend als Putzfrauen das Dorf vom Schmutz des Umzugs zu befreien. Am Montagabend wird das Geschnorrte dann bei Büttenreden und Vorführungen verzehrt.

Als Ausklang des Festes werden am Dienstagabend die neuen Faslamseltern gewählt.

Stöckte[Bearbeiten]

Irgendwann im 19. Jahrhundert ist in vielen Dörfern der Elbmarsch und der Nordheide der Faslam entstanden. Die Herkunft des Begriffs „Faslam“ konnte bisher nicht endgültig ergründet werden, es wird die Zeit vor der Fastenzeit (die sechs Wochen zwischen Faslam und Ostern) bezeichnet. Der Begriff scheint verwandt mit den Begriffen Fastelovend (Köln) und Fasnacht. Er könnte sich aber auch von Faselobend (plattdeutsch) herleiten. Es ist auch ein Fest zur Austreibung der bösen Wintergeister, wie in anderen Gegenden der Karneval oder die Fasnacht auch.

Ursprünglich wurde das Fest ausschließlich von den Knechten der Höfe und den Handwerksgesellen ausgerichtet. Diese nutzten den Faslam, um einmal ausgiebig feiern zu können. Aus dieser Zeit stammt auch das in Stöckte bis heute durchgeführte Schnorren. Man ließ seine Arbeitgeber zur Ader und sammelte Eß- und Trinkbares und auch Bargeld, um mit dieser Beute gemeinsam zu schmausen.

Im Laufe der Jahre wurde das Fest dann allen Dorfbewohnern zugänglich. An der Spitze der bunten Schar stehen immer Faslamsmudder und Faslamsvadder, beides Männer. Die bunte Gesellschaft nannte und nennt sich Faslamsbrüder, und so konnten damals auch weibliche Dorfbewohner nicht dazugehören. Aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg ist aber bekannt, dass weibliche Personen den doppelten Eintrittspreis zahlen mussten, wollten sie an den Tanzveranstaltungen teilnehmen. Die ersten Satzungen der Faslamsbrüder Stöckte e. V. lassen die Mitgliedschaft von weiblichen Personen auch noch nicht zu. Erst im Jahre 2000 wird die Mitgliedschaft von Frauen möglich. Wie lange in Stöckte schon Faslam gefeiert wird, lässt sich nicht mehr feststellen. Ältere Stöckter Bewohner sprechen aber davon, dass Faslam in Stöckte schon weit vor dem Ersten Weltkrieg gefeiert wurde.

Nachdem in Stöckte Faslamsmudder und Faslamsvadder bisher jährlich gewählt wurden und den Faslam organisierten, begann auch jährlich die Mitgliedschaft neu durch eine Eintragung in die Teilnehmerliste. Erst im Jahre 1972 wurde dieser lose Zusammenschluss aufgegeben und der Faslam vereinsmäßig organisiert. Man wählte einen 1. Vorsitzenden und einen Vorstand, der nunmehr den Verein führte und den Faslam organisierte. 1977 erfolgte dann die Eintragung in das Vereinsregister. Der Stöckter Faslam ist durch seine bunten und humorvollen Umzüge bekannt geworden. Der Umzug wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg (1949) erstmals durchgeführt, wobei man sich eindeutig vom rheinischen Karneval inspirieren ließ. Er führte damals nur durch das kleine Dorf Stöckte. Ab 1969 fuhr man erst durch Stöckte, dann durch die Innenstadt der Kreisstadt Winsen (Luhe), und von dort wieder zurück. Bis zu ca. 30.000 Zuschauer säumen heutzutage die Straßen von Stöckte und Winsen (Luhe). Jedes Jahr am Sonntag vor dem Rosenmontag findet das Spektakel statt.

Teil des Faslams waren recht früh auch die Feiern in Verkleidung, in Stöckte schon sehr lange Lumpenball genannt. Nach dem Krieg hieß dieser einige Jahrzehnte „Preismaskerade“. Zunächst wurde abends nach dem sonntäglichen Umzug gefeiert (da man ja sowieso schon verkleidet war), das wurde dann umgestellt auf den Samstagabend. Wohl zum einen, weil die Leute etwa zehn Stunden ununterbrochen auf den Beinen waren, zum anderen weil der nachfolgende Tag der Montag ist. Für die Kinder entwickelte sich in Stöckte Ende der 60er / Anfang der 70er Jahre die Kindermaskerade zur Attraktion, bereichert seit einigen Jahren durch die Wahl eines Faslamskinderpaares. Zu Beginn des Jahrtausends etablierte sich dann am Faslamsdienstag das Kinderschnorren durch Stöckte.

Am Dienstagabend findet seit einigen Jahrzehnten die Preisverleihung für die Umzugsthemen (es sind in Stöckte ca. 80 Preisrichter im Einsatz) im Rahmen des Festballs statt.

Ausklang ist beim Stöckter Faslam wie anderswo an Rhein und Main der Aschermittwoch mit dem sehr traditionellen Frühschoppen. Unterschiede zwischen Faslam und Karneval sind in Stöckte kaum noch vorhanden, lediglich das Schnorren am Rosenmontag ist noch ein Brauch, der nur dem Faslam zugeordnet werden muss. Die Umzugswagen werden von einzelnen Baugruppen geplant, gebaut und finanziert. So gibt es in Stöckte in der Faslamszeit viele Landwirte, die ihre Lasten plötzlich mit der Schubkarre befördern müssen, weil Traktoren und Anhänger zum Bau der Umzugswagen benötigt werden.

Faslamslied[Bearbeiten]

Zu gern gesungenen Liedern zu Faslam gehören etwa Auf der Lüneburger Heide oder Die Affen rasen durch den Wald. Es gibt aber auch ein eigenes Faslamslied:

Und alle Faslamsbrüder,
leben so wie ich und du,
alle Faslamsbrüder leben so wie ich.
Sie legen sich besoffen nieder,
stehen auf und saufen wieder,
alle Faslamsbrüder leben so wie ich.
Hoch das Bein, die Schweinepreise steigen.
Hoch das Bein, das Vaterland soll leben.
Solang wie de Mors in de Büx noch passt,
wird keine Arbeit angefasst.
Solang wie de Mors in de Büx noch passt,
wird keine Arbeit angefasst.
FASLAM!

Jeder Faslamsverein hat eine eigene Version des Liedes. Diese weichen teilweise nur in einem Wort, teilweise in ganzen Strophen ab. Mancherort gibt es speziell kinderfreundliche Liedtexte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Birger Antholz: Faslam. Deskription des norddeutschen Karnevals im Landkreis Harburg, Harburg 2005
  • Peter Dederke: Pattensen – Die Geschichte eines Dorfes am Rande der Geest, 2005, ISBN 3-935096-16-X
  • Müns, Heike: Von Brautkrone bis Erntekranz: jaes und Lebensbräuche in Mecklenburg-Vorpommern. Ein Handbuch.
  • Richter, Gert: Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen. Bertelsmann 1988

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fastelavn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien