Fatumean

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Subdistrikt Fatumean
Fatumean (Osttimor)
Red pog.svg
Hauptstadt Fatumea
Fläche 132,60 km²[1]
Einwohnerzahl 3.332 (2010)[1]
Sucos Einwohner (2010)[2]
Belulic Leten 2.063
Fatumea 638
Nanu 631
Übersichtskarte
Verwaltungsgliederung von Cova Lima
Lage des Distrikts Cova Lima

Fatumean ist ein osttimoresischer Subdistrikt im Distrikt Cova Lima. Hauptstadt ist Fatumea (Fatumean)

Geographie[Bearbeiten]

Orte und Flüsse in Fatumean

Fatumean liegt im äußersten Nordwesten Cova Limas. Im Osten grenzt es an den Subdistrikt Fohorem und im Südosten an Tilomar. Ansonsten ist Fatumean vom indonesischen Westtimor umrahmt.

Der Subdistrikt teilt sich in drei Sucos: Belulic Leten (Beluluik Leten, Betulik Leten, wörtlich: „Ober-Belulik“), Fatumea (Fatumean) und Nanu.[3] Die heutige Aufteilung besteht erst seit 2003.[4] Davor unterteilte man Fatumean in die vier Sucos Alasleten (entspricht dem heutigen Fatumea), Belulik Kraik („Unter-Belulik“, der Norden vom heutigen Belulik Leten), Belulik Leten (der südliche, schmale Teil des heutigen Belulik Leten und der südliche Teil von Nanu) und Nano Dakolo (der nördliche Teil des heutigen Nanus).[5][6]

Einwohner[Bearbeiten]

Im Subdistrikt Fatumean leben 3.332 Menschen (2010,[1] 2004: 3.346[8]). Die größte Sprachgruppe bilden die Sprecher des Tetum Terik, eines Dialekts der Amtssprache Tetum. Eine große Minderheit spricht die Nationalsprache Bunak. Der Altersdurchschnitt beträgt 16,7 Jahre (2010,[1] 2004: 16,0 Jahre[9]).

Geschichte[Bearbeiten]

Von der vorkolonialen Geschichte Timors gibt es nur mündliche Überlieferungen, da die Völker der Insel keine Schrift verwendeten. Ursprünglich beherrschten demnach fünf Königreiche die Kernregion des Distrikts: Camenaça (Kamenasa), Suai, Maucatar, Taroman und Fohorem. Fohorem dominierte die anderen Reiche durch Diplomatie, Heiratspolitik und Eroberungszüge gegen andere Reiche der Region. Nachdem der Liurai von Fohorem sich die Oberhoheit über die Region gesichert hatte, übergab er jeder seiner fünf Töchter ein eigenes Königreich als Lehen. Diese leisteten im Gegenzug Tribut in Form von land- und forstwirtschaftlichen Produkten.[10] Eine andere Quelle gibt an, dass sich zunächst die drei Reiche Fatumean, Lookeu und Dakolo zur Koalition Uma Tolu („Drei Häuser“) zusammenschlossen. Erst nach einem Krieg gegen die Portugiesen kamen die Reiche Sisi und Maudemi dazu und es entstand Koba Lima. Durch Verballhornung wurde aus „Koba“ später „Cova“. Durch die koloniale Grenzziehung, mit dem Vertrag von Lissabon, zwischen den Niederlanden und Portugal, kamen Sisi, Maudemi und die Hälfte Lookeus zum heute indonesischen Westtimor, während der Rest von Lookeu, Fatumean und Dakolo heute Teil des zu Osttimor gehörenden Distrikts Cova Lima sind. Noch heute bestehen Bindungen über die Grenze hinweg.[11]

Im März 1895 startete der portugiesische Gouverneur José Celestino da Silva eine Offensive gegen Fatumean und andere Reiche. Während des Kriegs von Manufahi (1894-1896) besetzten Krieger aus Fatumean zeitweise das Fort von Batugade, als dessen Besatzung an einen anderem Ort kämpfte. Im September 1895 schloss der Herrscher von Fatumean mit Portugal einen schriftlichen Vertrag über seinen Vasallenstatus.

Um den Angriffen der indonesischen Armee 1976 zu entgehen, flohen die meisten Einwohner der Subdistrikte Fohorem, Fatululic, Fatumean und Tilomar zum Berg Taroman. Andere flohen in die Dörfer Dato Tolu, Fatuloro, Taroman und Lactos.[12]

Wirtschaft[Bearbeiten]

73 % der Haushalte im Subdistrikt bauen Mais an, 66 % Maniok, 60 % Gemüse, 49 % Reis, 58 % Kokosnüsse und 42 % Kaffee.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fatumean – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Direcção Nacional de Estatística: 2010 Census Wall Chart (English) (PDF; 2,7 MB)
  2. a b Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch) (PDF; 9,8 MB)
  3. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (PDF-Datei; 315 kB)
  4. Englische Version des Diploma Ministerial n.° 6/2003 (PDF-Datei; 219 kB)
  5. Aufteilung Osttimors unter der indonesischen Verwaltung
  6. Karte im Cova Lima District Development Plan 2002/2003 (englisch; PDF-Datei; 2,24 MB)
  7. a b Seeds of Life
  8. Direcção Nacional de Estatística Census 2004
  9. Direcção Nacional de Estatística: Census of Population and Housing Atlas 2004 (PDF; 14,0 MB)
  10. Cova Lima District Development Plan 2002/2003, S. 5 (englisch; PDF-Datei; 2,24 MB)
  11. Suai Media Space: Koba Lima − Suai
  12. „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)

-9.2291666666667125.03583333333Koordinaten: 9° 14′ S, 125° 2′ O