Faule Grete

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Modernes, nicht authentisches Bild der „Faulen Grete“ bei der Beschießung der Burg Friesack 1414. Anders als dargestellt war das Geschütz nicht aus geschmiedeten Stabringen zusammengefügt, sondern wurde im Bronzeguss hergestellt.
Bronzene Steinbüchse des Johanniterordens von 1480. Die Faule Grete war der Form nach ähnlich, allerdings größer.[1]

Die Faule Grete von Marienburg war ein mittelalterliches Riesengeschütz des Deutschen Ordens.

Geschichte[Bearbeiten]

Die bronzene Steinbüchse wurde im Jahre 1409 im Gießhaus der Marienburg vom Geschützgießer Heynrich Dumechen gegossen.[2] Nach Ausweis der Rechnungsbücher des Ordens kostete die Herstellung 278,5 Mark, was einem Gegenwert von ca. 1160 Ochsen entsprach.[3]

Die Kanone wurde 1413 dem Markgrafen Friedrich I. von Brandenburg ausgeliehen, der mit ihrer Hilfe innerhalb von drei Wochen den Widerstand der märkischen Ritterschaft brechen und so die Grundlage für den Aufstieg der Hohenzollern-Dynastie in Brandenburg legen konnte.[4]

Die Faule Grete von Marienburg gehörte zu einer Reihe von Riesenkanonen, die im 15. Jahrhundert im Belagerungskrieg eingesetzt wurden, wozu die ebenfalls im Bronzeguss hergestellten Faule Mette von Braunschweig und Grose Bochse (ein weiteres Ordensgeschütz) sowie die Stabringgeschütze Pumhart von Steyr, Dulle Griet von Gent und Mons Meg zu zählen sind.

Technische Beschreibung[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schmidtchen (1977), S. 220
  2. Schmidtchen (1977), S. 218
  3. Schmidtchen (1977), S. 219
  4. Schmidtchen (1977), S. 220f.
  5. Alle Maße aus Schmidtchen (1977), S. 218

Literatur[Bearbeiten]

  • Volker Schmidtchen: Riesengeschütze des 15. Jahrhunderts. Technische Höchstleistungen ihrer Zeit. Teil II. In: Technikgeschichte. Band 44, Nr. 3, 1977, S. 213–237 (217–221).

Weblinks[Bearbeiten]