Tadano Faun

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Tadano Faun GmbH
Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1845
Sitz Lauf an der Pegnitz, Deutschland
Leitung Geschäftsführung:
  • Karl Alexander Knecht (Vorsitzender)
  • Satoru Oyashiki
  • Kiyoshi Fujii
  • Rolf Sonntag
Mitarbeiter 800
Produkte MobilkraneVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.tadanofaun.de

Die Tadano Faun GmbH (Eigenschreibung TADANO FAUN) ist ein deutscher Hersteller von Mobilkranen mit Sitz im fränkischen Lauf an der Pegnitz. Als 100-%iges Tochterunternehmen der japanischen Tadano Ltd. stellt die Tadano Faun GmbH das Kompetenzzentrum der Tadano Gruppe hinsichtlich der Entwicklung und Fertigung der Tadano-All-Terrain-Krane dar. Alle Tadano-All-Terrain-Krane werden im Werk in Lauf an der Pegnitz entwickelt, produziert und anschließend weltweit über das globale Vertriebs- und Servicenetz der Tadano Faun GmbH vertrieben. Neben All-Terrain-Kranen werden in Lauf zudem LKW-Aufbaukrane entwickelt und gebaut, die auf handelsübliche LKW-Fahrgestelle montiert werden. Für die Geländekrane, die ausschließlich von der Muttergesellschaft in Japan produziert werden, übernimmt die Tadano Faun GmbH innerhalb der Tadano-Gruppe die Vertriebs- und Serviceorganisation für Europa und weitere ausgewählte Märkte.

Geschichte[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Emblem an einem Faun-Personenwagen
Historisches Logo

Im Jahre 1845 gründete Justus Christian Braun eine Gusswerkstatt in Nürnberg, die im Jahre 1918 mit der Fahrzeugfabrik Ansbach fusionierte. Daraus entstanden die Fahrzeugfabriken Ansbach und Nürnberg, kurz Faun. 1986 verkaufte die damalige Besitzerfamilie Schmidt das Unternehmen an den Baumaschinenhersteller Orenstein & Koppel. Die Sparte der Kommunalfahrzeuge wurde abgetrennt und als Unternehmen der Kirchhoff Gruppe mit dem Werk in Osterholz-Scharmbeck unter dem Namen Faun Umwelttechnik weitergeführt. Der restliche Teil des Unternehmens wurde 1990 durch den japanischen Mobilkranhersteller Tadano Ltd. übernommen. Die Faun GmbH stellte ab diesem Zeitpunkt das produzierende Unternehmen dar, die Tadano Faun GmbH die Vertriebsgesellschaft. Seit dem Jahr 2012 sind beide Gesellschaften zur alleinigen Tadano Faun GmbH verschmolzen.

Produkte[Bearbeiten]

Faun 6/30 PS Typ K 3 von 1927
Faun „Kraftkarre KRAKA“ (Prototyp)
Faun L 912/45; Zugmaschine der Bundeswehr
Moderner Faun-Autokran

In den 1920er-Jahren entwickelte Faun v. a. Kommunalfahrzeuge zur Abfallentsorgung und Straßenreinigung. Zwischen 1924 und 1928 wurden auch Automobile produziert. Das erste Modell 6/24 PS Typ K 2 war mit einem Vierzylindermotor mit 1405 cm³ Hubraum und 24 PS Leistung ausgestattet. 1926 folgte der 6/30 PS Typ K 3, dessen Vierzylindermotor aus 1550 cm³ Hubraum 30 PS leistete. In den 1930er-Jahren bereicherten Schwer-Lkw mit Nutzlasten bis zu 15 t und Zugmaschinen das Produktspektrum von Faun.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Faun-Werke weitgehend zerstört. 1946 nahm man die Produktion wieder auf, zunächst mit Konstruktionen aus der Kriegs- und Vorkriegszeit. 1948 kam die erste Neukonstruktion nach dem Krieg auf den Markt: ein kleiner 4,5-t-Lastwagen mit Dieselmotoren zwischen 90 und 100 PS. 1949 wurde der Typ L7 vorgestellt, der 6,5 t Nutzlast und einen 150-PS-Motor von Klöckner-Humboldt-Deutz hatte. Des Weiteren wurden Traktoren gebaut.[1] Den L7 gab es als klassischen Langhauber und als Frontlenker. Die Typen L8 (mit 180 PS und 8 t Nutzlast) und Sepp (mit 130 PS und 6,5–7 t Nutzlast) ersetzten ab 1951 und 1950 die bisherigen Modelle von Faun. Ab 1953 gab es den Dreiachser L900, bei dem es sich um ein Fahrzeug für den schweren Baustelleneinsatz handelte. Der L900 konnte bis zu 16 t Nutzlast transportieren. Der L8 und der L900 wurden bis 1962 hergestellt, der Sepp bis 1955. 1955 kamen modernisierte Modelle mit einer neuen Bezeichnungsweise auf den Markt (F55, F56, F64, F66, F68), die zwischen 4,5 und 5,6 t Nutzlast aufwiesen. Von den Ostner-Werken übernahm Faun 1955 einen leichten Frontlenker-Lkw in das eigene Lieferprogramm, der 1957 einer technischen Überarbeitung unterzogen und bis 1968 gebaut wurde. Ab 1956 ergänzten Schwerlastwagen und Zugmaschinen das Programm, die auch mit Allradantrieb erhältlich waren.

Mitte der 1950er-Jahre begann der erneute Aufstieg des Unternehmens durch den Bau von geländegängigen Schwerlast- und Spezialfahrzeugen für die Bundeswehr sowie von Autokranen in der Gewichtsklasse zwischen 10 und 12 t. 1960 ersetzte der Typ F687 den F68. Der F687 hatte einen 8-Zylinder-Motor von Klöckner-Humboldt-Deutz mit 195 PS und blieb bis 1969 im Angebot, zuletzt leistete der Motor 250 PS. Ab 1965 waren auch Frontlenker mit einer kippbaren Fahrerkabine erhältlich, die einen besseren Zugang zum Motor für Wartungs- und Reparaturarbeiten ermöglichte. Ende der 1960er-Jahre ging der Erfolg von Faun bei den schweren Fernverkehrslastkraftwagen zurück. Kleinere Produzenten wie Faun oder Kaelble konnten mit den großen Unternehmen wie MAN, Magirus-Deutz und Mercedes-Benz nicht mehr konkurrieren und gaben den Bau konventioneller Lastkraftwagen auf. Faun stellte auch die Herstellung von Omnibussen ein und verlegte sich ab 1969 ganz auf die Konstruktion und den Bau von Spezialfahrzeugen, die nur in geringen Stückzahlen gefertigt wurden. Dazu zählten Zugmaschinen, Schwertransporter, Feuerwehr- und Flughafenfeuerwehrfahrzeuge, Muldenkipper, Bagger, Radlader, Fahrzeugkrane und Kranträger sowie Kommunalfahrzeuge wie z.B. Pressmüllwagen.

Mitte der 1970er-Jahre war Faun Lieferant von Zugmaschinen an die Sowjetunion im Rahmen des sogenannten Delta-Projekts: Zur Erschließung von Ölfeldern in Sibirien, zum Bau der Baikal-Amur-Magistrale und in Industrieprojekten benötigte die Sowjetunion schwere geländegängige und extrem robuste Zugmaschinen mit Tiefladeaufliegern. Faun lieferte 86 Sattelzüge HZ 34.30/41 mit V12-Deutz-Motor und 326 PS Leistung. Später bestellte die Sowjetunion weitere Faun-Zugmaschinen aller Baugrößen, angefangen von HZ 32.25/40 mit 305-PS-V10-Motor bis hin zur überschweren Geländezugmaschine HZ 40.45/45 mit 456-PS-V12-Deutz-Motor. Insgesamt lieferte Faun 254 Zugmaschinen in die UdSSR, die letzten im Jahre 1989.

Nachdem im Jahre 1990 das stark exportabhängige Geschäft mit schweren Zugmaschinen eingestellt werden musste, werden bis heute ausschließlich Auto- und Mobilkrane gefertigt sowie Service- und Reparaturarbeiten an militärischen Spezialfahrzeuge durchgeführt.

Aktuelle Produktpalette[Bearbeiten]

Model Typ Max. Traglast Auslegerlänge Auslegerverlängerung Max. Rollenhöhe Max. Radius
ATF 400G-6 All-Terrain Kran 400 t 15–60 m 5,5–78,5 m 152 m 86 m
ATF 220G-5 All-Terrain Kran 220 t 13,2–68m 5,4–37,2 m 109 m 86 m
ATF 180G-5 All-Terrain Kran 180 t 13,2–60 m 5,4–37,2 m 101 m 76 m
ATF 130G-5 All-Terrain Kran 130 t 12,8–60 m 3,8–32 m 95 m 76 m
ATF 110G-5 All-Terrain Kran 110 t 13–52 m 3,5 m / 9,5–30,1 m 86 m 64 m
ATF 100G-4 All-Terrain Kran 100 t 11,1–51,2 m 1,6 m / 7 m 73 m 56 m
ATF 70G-4 All-Terrain Kran 70 t 11–44 m 1,6 m / 9–16 m 63 m 50 m
ATF 50G-3 All-Terrain Kran 50 t 10–40 m 1,6 m / 9–16 m 59,5 m 46 m
ATF 40G-2 All-Terrain Kran 40 t 10,45–35,2 m 9 m 47 m 38 m
HK 65 LKW-Aufbaukran 65 t 10,35–41 m 8,8 m / 15,8 m 60 m 46 m
HK 40 LKW-Aufbaukran 40 t 10,45–35,2 m 9 m 47,5 m 40 m
GR-800EX Geländekran 80 t 12–47 m 10,1 m / 17,7 m 67,5 m 53,9 m
GR-600EX Geländekran 60 t 11–43 m 10,1 m / 17,7 m 63 m 50,3 m
GR-500EX Geländekran 50 t 10,7–4,7 m 8,8 m / 15,2 m 53 m 42,2 m
GR-300EX Geländekran 30 t 9,7–31 m 7,2 m / 12,8 m 47,5 m 37,2 m

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang H. Gebhardt: Faun. Lastwagen 1916–1988. Typenkompass, Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-613-02685-6.
  • Wolfgang H. Gebhardt: Faun. Giganten der Landstraße. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 3-613-02040-8.
  • Faun Archiv 1–5. 2005–2010. Verlag truckbook.de, www.truckbook.de
  • Werner Oswald: Deutsche Autos 1920–1945. Alle deutschen Personenwagen der damaligen Zeit. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1978, ISBN 3-87943-519-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Faun-Fahrzeuge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Faun – Schlepper im Stil des Hauses auf traktorclassic.de