Fausto Sozzini

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fausto Sozzini
Mausoleum von Faustus Socinus in Luslawice

Fausto Sozzini, auch Sozini, Socini, Sozin und Faustus (* 5. Dezember 1539 in Siena; † 3. März 1604 in Lusławice, Polen), war ein unitarischer Theologe und wurde zusammen mit seinem Onkel Lelio Sozzini zu einer Leitfigur der Art des Unitarismus, die später Sozinianismus genannt wurde.

Leben[Bearbeiten]

Sozzini musste 1559 seine Heimatstadt verlassen und lebte ab 1562 in Zürich. Durch das Studium des literarischen Nachlasses seines Onkels eignete er sich vollständig dessen theologische Überzeugungen an. Er kehrte nach Italien zurück, musste aber nach einem zwölfjährigen Aufenthalt am florentinischen Hof abermals vor der Inquisition fliehen, begab sich 1574 nach Basel und 1578 nach Siebenbürgen, um in dem zwischen Franz Davidis und Giorgio Biandrata ausgebrochenen Streit über die Anbetung Christi als Schiedsrichter zu fungieren. Ebenso erfolglos bekämpfte er im folgenden Jahr in Krakau täuferische Positionen der dortigen Polnischen Brüder. Erst 1603 wurde täuferische Tendenzen aus der Gemeinde der Unitarier ausgeschlossen. Sozzini lebte seit 1587 wieder in Krakau. Nachdem ihn die Krakauer Studenten als Häretiker misshandelt hatten und alle seine Papiere verbrannt worden waren, zog er 1598 in das nahe Lusławice, wo er die letzten Lebensjahre unter dem Schutz eines polnischen Adeligen verbrachte. Sozzini war maßgeblich am Zustandekommen des ein Jahr nach seinem Tod erstmals publizierten Rakówer Katechismus der Polnischen Brüder beteiligt gewesen.

Werke[Bearbeiten]

  • Brevis explicatio in primum Iohannis caput. (Lyons 1562, Amsterdam 1569) – Prolog des Johannesevangeliums.[1] (Es gibt auch ein Brevis explicatio in primum Iohannis caput (1559) von Lelio Sozzini).

Quellen[Bearbeiten]

  1. Wilhelm Schmidt-Biggemann, Anja Hallacker: Apokalypse und Philologie. Wissensgeschichten und Weltentwürfe der Frühen Neuzeit. (Berliner Mittelalter- und Frühneuzeitforschung, Band 2). 1. Auflage. 2007, S. 86 „Es ist klar, dass Sozzini unter diesen Bedingungen eine eigenständige Logos-Theologie nicht akzeptieren kann. Er versucht vielmehr, den Prolog des Johannesevangeliums vollständig zu entplatonisieren.“

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fausto Sozzini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien