Favorinus

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Dieser Artikel behandelt den antiken Sophisten Favorinus (Phavorinos). Den italienischen Humanisten Varinus Favorinus (ca. 1450–1527/37) siehe dort.

Favorinus (Favō'rīnus) war ein Philosoph und Sophist des 1./2. Jahrhunderts n. Chr. aus Arelate (Arles), seiner Richtung nach ein Skeptiker, Schüler und Hörer des Dion Chrysostomos. Er hatte Auftritte in Rom, Athen, Ionien sowie Korinth und war ein Freund Plutarchs, der ihm seine Schrift De primo frigido (Über das primär Kalte) widmete. Sein Gegner war Polemon von Laodikeia; deshalb wurde er unter Hadrian vielleicht nach Chios verbannt. Unter Antoninus Pius hielt sich Favorinus wieder in Rom auf, wo er sich beim Publikum großer Beliebtheit erfreute, und lebte schließlich dauernd in Rom.[1]

Favorinus verfasste zahlreiche Schriften philosophischen, besonders populär-philosophischen Inhalts, epideiktische Deklamationen und Reden, vor allem die ἀπομνημονεύματα (Denkwürdigkeiten), ein mindestens fünfbändiges Werk zur Philosophiegeschichte, und die παντοδαπὴ ἱστορία (Mannigfache Untersuchung), eine 24 Bücher umfassende Realenzyklopädie zum Teil philosophiegeschichtlichen Inhalts, die möglicherweise Diogenes Laërtius benutzte. Von seinen Werken sind außer drei Reden nur noch Titel und Fragmente erhalten. Er schrieb einen künstlichen, überladenen Stil mit vielen Klassikerzitaten.

Werke[Bearbeiten]

  • Drei Reden, zwei davon unter Dion Chrysostomos überliefert, werden ihm zugesprochen:
    • Dion Chrys. or. 37: Κορυνθιακός (Der Korinthische), eine Schilderung Korinths.
    • Dion Chrys. or. 64: περὶ τύχης (Über die Tyche ), Erörterung des Schicksals.
    • Papyrusfund: περὶ φυγῆς (Über die Verbannung), geschrieben in Chios, seinem Exil.

Quellen[Bearbeiten]

  • Philostratos gibt eine Lebensbeschreibung, er nennt ihn ανδρόθηλυς (androgyn) und εὐνοῦχος (Eunuch), vit. soph. 1,8.
  • Polemon bestätigt Philostratos: sine testiculis natus (Richard Foerster, ed., Scriptores Physiognomonici 1, 160, 10, Teubner, Leipzig 1893).
  • Gellius nennt und zitiert ihn an vielen Stellen, z. B. 1, 3, 27; 2, 12, 5.
  • Suda unter dem Stichwort Φαβωρῖνος.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eckart Mensching (einl., ed., komm.): Der erste Teil der Fragmente: Memorabilien und Omnigena historia von Favorin von Arelate de Gruyter, Berlin 1963.
  • Eugenio Amato (einl., ed., komm.) - Y. Julien (uebers.): Favorinos d'Arles. Oeuvres I. Introduction générale - Témoignages - Discours aux Corinthiens - Sur la Fortune Les Belles Lettres, Paris 2005.
  • Eugenio Amato (einl., ed., komm., uebers.): Favorinos d'Arles. Oeuvres III. Fragments Les Belles Lettres, Paris 2010.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Dion Chrysostomos 37, 25.