Federico Baldissera Bartolomeo Cornaro

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Bernardo Strozzi: Porträt des Kardinals Federico Cornaro (um 1640)

Federico Baldissera Bartolomeo Cornaro, venez. Federigo Corner (* 16. November 1579 in Venedig; † 5. Juni 1653 in Rom), war ein italienischer Kardinal und Patriarch von Venedig.

Leben[Bearbeiten]

Federico Cornaro war ein Spross der mächtigen venezianischen Familie Cornaro (venez. Cornèr). Sein Vater war der Doge Giovanni I. Cornaro, sein Onkel der Bischof von Treviso Francesco Cornaro,[1] der 1596 Kurienkardinal in Rom wurde. Dorthin ging Federico 17-jährig zum Studium, kehrte jedoch nach dem Tod des Onkels 1598 nach Venetien zurück[2] und setzte seine Studien an der Universität Padua fort. Dort gründete er 1599 mit Galileo Galilei und 24 weiteren Gefährten in seinem Haus die Accademia dei Ricovrati.[3]

Nach der juristischen Promotion ging Cornaro wieder nach Rom und wurde chierico di camera Clemens’ VIII. Ab 1623 hatte er nacheinander die Bischofsstühle von Bergamo, Vicenza und Padua inne, bevor er 1631 Patriarch seiner Heimatstadt Venedig wurde.

Bereits 1626 war er zum Kardinal ernannt worden – gegen den Widerstand des Senats von Venedig, nach dessen Grundsätzen ein Dogensohn keine päpstlichen Ämter annehmen durfte.[2] Die Wogen glätteten sich jedoch, und 1632 konnte er als Patriarch in San Pietro di Castello einziehen.

Beim Konklave 1644 setzte sich Cornaro für die Wahl Innozenz’ X. ein. Im selben Jahr verzichtete er wegen der angespannten Beziehungen zwischen Venedig und Rom auf sein Patriarchenamt und verfolgte stattdessen unter dem Pontifikat Urbans VIII. seine Karriere an der Kurie. Sein Ziel, selbst den Stuhl Petri zu besteigen, blieb seinen Zeitgenossen nicht verborgen.[4]

Cornaro residierte im Palazzo Venezia und zeichnete sich als finanzstarker Mäzen repräsentativer Bauobjekte aus. Als Familiengrablege gab er 1647 bei Gian Lorenzo Bernini die Cappella Cornaro in der Kirche Santa Maria della Vittoria in Auftrag. Sie war ein Jahr vor seinem Tod vollendet und er wurde in ihr bestattet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. catholic-hierarchy.org
  2. a b boglewood.com
  3. Moroni, s. Lit.
  4. Gauvin Alexandre Bailey: Der Jesuitenorden als Patron der Künste und Wissenschaften im Barock: von Rom aus in die Welt. In: Barock im Vatikan. 2005, S. 409

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Giovanni Emo Bischof von Bergamo
1623–1626
Agostino Priuli
Dionysius Delfino Bischof von Vicenza
1626–1629
Luca Stella
Pietro Valier Bischof von Padua
1629–1631
Marco Antonio Cornaro
Giovanni Tiepolo Patriarch von Venedig
1631–1644
Gianfrancesco Morosini
Bernardino Spada Kardinalbischof von Albano
1652–1653
Marzio Ginetti