Federico Borromeo
Federico Borromeo (* 16. August 1564; † 22. September 1631 in Mailand) war ein Kardinal der römisch-katholischen Kirche. Er gehörte dem italienischen Adelsgeschlecht der Borromeo an. Dem Cousin des 1610 heiliggesprochenen Kardinals Carlo Borromeo wurde durch Alessandro Manzoni in seinem historischen Roman I promessi sposi ein literarisches Denkmal gesetzt.
Zum Kurienkardinal wurde Federico Borromeo durch Papst Sixtus V. ernannt. Er bekam die Titelkirche Santa Maria in Domnica zugewiesen. 1591–93 wechselte er zur Titeldiakonie San Nicola in Carcere. Clemens VIII. ernannte ihn 1595 zum Erzbischof von Mailand. Federico Borromeo erwog ernsthaft, die Ernennung abzulehnen, weil er das Gefühl hatte, dem Vorbild seines berühmten Cousins nicht gerecht zu werden. Bereits seine Mutter hatte dem heranwachsenden Jungen Kardinal Carlo Borromeo stets als Vorbild genannt. Während Carlo Borromeo von zupackender Art war, war Federico Borromeo jedoch eher zurückhaltender Natur. Nachdem sein Cousin ihm ein Studium bei dem Reformbischof Gabriele Paleotti in Bologna ermöglichte, wollte Federico sogar Mönch werden und sich völlig dem weltlichen Leben entziehen. Dies war allerdings nicht im Sinne seiner Familie, die sich durchaus den geistlichen Stand für ihn vorstellen konnte. Allerdings sollte er eine Position einnehmen, die es ihm ermöglichte, die Grafenfamilie der Borremeo weiterhin zu fördern. Carlo Borromeo sorgte daher dafür, dass Federico eine Ausbildung erhielt, die eher einer Laufbahn im weltlichen Klerus entsprach.
Nach dem Tode seines Cousins ernannte Sixtus V. Federico zum Kurienkardinal. Im Kardinalskollegium gehörte er zu den reformfreudigen Kardinälen. Er nahm intensiv am kulturellen, künstlerischen und wissenschaftlichen Leben in Rom teil. Als Erzbischof von Mailand begründete er die Biblioteca Ambrosiana, der eine Künstlerakademie und eine heute noch zu besichtigende Gemäldesammlung angeschlossen waren. Als kunstfördernder Bischof war er ein Novum. Außer den Päpsten, die bereits 1506 mit der Sammlung der heutigen Vatikanischen Museen begannen, wurde eine solche Kunstförderung hauptsächlich durch weltliche Fürsten praktiziert. Seinem Kardinalsstand gemäß legte Federico Borremeo großen Wert darauf, dass die Religion im Zentrum aller Kunst stand.
Siehe auch[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- Paolo Prodi: Borromeo, Federico. In: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 13 (Borremans–Brancazolo), Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1971, S. 33–42 (italienisch).
- Pablo Crivelli/RG: Borromeo, Federico im Historischen Lexikon der Schweiz 2004
- Julia Zunckel: Das schwere Erbeo San Carlos oder: von der Übererfüllung der Norm. Der Mailänder Kardinalerzbischof Federico Borromeo 1564–1631. In: Arne Karsten (Hrsg.): Die Jagd nach dem roten Hut. Kardinalskarrieren im barocken Rom. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, ISBN 3-525-36277-3, S. 69–87 (online verfügbar)
Weblinks[Bearbeiten]
- Federico Borromeo, In: Salvador Miranda: The Cardinals of the Holy Roman Church, online auf fiu.edu, Website der Florida International University (englisch)
- Eintrag zu Federico Borromeo auf catholic-hierarchy.org (englisch)
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
| Gaspare Visconti | Erzbischof von Mailand 1595–1631 |
Cesare Monti |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Borromeo, Federico |
| ALTERNATIVNAMEN | Borromeo, Francesco Federico; Borromeo, Federigo |
| KURZBESCHREIBUNG | Kardinal der römisch-katholischen Kirche |
| GEBURTSDATUM | 16. August 1564 |
| STERBEDATUM | 22. September 1631 |
| STERBEORT | Mailand |