Fedor von Zobeltitz

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Erstes Exlibris Fedor von Zobeltitz
Zweites Exlibris Fedor von Zobeltitz

Fedor Karl Maria Hermann August von Zobeltitz (* 5. Oktober 1857 auf Gut Spiegelberg, heute Poźrzadło, bei Topper in der Neumark, Land Sternberg; † 10. Februar 1934 in Berlin) war ein deutscher Schriftsteller und Journalist.

Leben[Bearbeiten]

Zobeltitz war der Sohn eines Gutsbesitzers und entstammte dem sächsischen Adelsgeschlecht Zobeltitz. Nach erstem Unterricht mit elf Jahren auf der Kadettenschulen in Plön und Berlin schlug er eine militärische Laufbahn ein. 1873 meldete er sich mit 16 Jahren freiwillig zur Kavallerie, wo er Fähnrich wurde und als Ulan nach Züllichau kommandiert wurde. Sein älterer Bruder Hanns von Zobeltitz, ebenfalls Schriftsteller, war ihm dabei ein Vorbild.

1880 quittierte er seinen Dienst und kehrte nach Hause zurück. Für einige Jahre war er als Verwalter auf dem väterlichem Gut Spiegelberg tätig. Während dieser Zeit schrieb Zobeltitz regelmäßig u.a. für Neue militärische Blätter und Die Unteroffizierszeitung. In Berlin wurde er Redakteur des Deutschen Familienblattes und Chefredakteur der Illustrierten Frauenzeitung.

1882 wieder in Berlin, begann Zobeltitz Romane und Dramen zu schreiben, um sich seinen Unterhalt zu verdienen. Seine Romane hielten sich auf einem humoristischen Unterhaltungsniveau: Triviale Themen über das Offiziersleben, Adelsfamilien, Jungmädchengeschichten und auch Ritterabenteuer. Von den Honoraren seiner literarischen Arbeit und den Einnahmen aus dem verpachteten Gut konnte von Zobeltitz standesgemäß gut leben. Von Zobeltitz war inzwischen fester Bestandteil der literarischen Szene Berlins und mit zahlreichen zeitgenössischen Autoren bekannt oder befreundet. 1888 gehörte er zu den Mitbegründern der Berliner Literarischen Gesellschaft. Ab 1893 an lebte Zobeltitz den Sommer über wieder auf dem Gut Spiegelberg und war meistens nur im Winterhalbjahr in Berlin anzutreffen. Unterbrochen wurden diese Aufenthalte nur von ausgedehnten Reisen durch halb Europa.

Schon in seiner Fähnrichszeit hatte Zobeltitz eine ausgesprochene Leidenschaft für Bücher, vor allen für alte Bücher entwickelt. Nun begann er "Ende der achtziger Jahre [...] fleißiger Versteigerungen zu besuchen."[1] Auf einer dieser Auktionen lernte er Eduard Grisebach kennen und kam durch ihn zur Bibliophilie.[2] In den folgenden Jahrzehnten baute Zobeltitz seine Bibliothek systematisch aus und erwarb interessante und wertvolle Werke auf Versteigerungen, in Antiquariaten und bei fliegenden Händlern, die mit ihren Bücherkarren durch Berlins Straßen zogen. 1899 war Zobeltitz in Weimar einer der Mitbegründer der Gesellschaft der Bibliophilen und leitete als Redakteur die Zeitschrift für Bücherfreunde, das Sprachrohr der Gesellschaft. 1904 gründete er den Leipziger Bibliophilen Abend, 1905 den Berliner Bibliophilen Abend. Zobeltitz ließ 1910 seine erste große Bibliothek bei seinem Freund Martin Breslauer in Berlin versteigern, der sie in einem Katalog (2990 Positionen) unter der Überschrift offerierte: "Katalog einer wertvollen Schloss-Bibliothek aus bekanntem Besitz und einiger anderer Beiträge, enthaltend hauptsächlich Werke der deutschen Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts in ersten, späteren und Gesamt-Ausgaben; darunter eine ungewöhnlich umfangreiche Goethe- und Schiller-Sammlung. Ferner Ritter- und Räuberromane, Münchhausiaden, Galante Abenteuer, Robinsonaden und eine reiche Vereinigung bibliographischer, bibliophiler und kunstgeschichtlicher Werke in schönen Exemplaren."[3] Die zweite Bibliothek von Zobeltitz wurde vom Deutschen Reich gekauft und 1921 als Reparationsleistung für die von deutschen Truppen 1914 niedergebrannte Stadt Löwen abgegeben. Die Bibliothek von Zobeltitz wurde als eigene Sammlung in der dortigen Universitätsbibliothek aufgestellt.[4]

Neben seiner Bücherleidenschaft reiste Zobeltitz ausgesprochen gern. Seine Reisen führten ihn bis nach Afrika und Asien.

Im Krieg war er 1914 als Johanniter am Einmarsch deutscher Truppen in das neutrale Belgien beteiligt, das durch den Schlieffen-Plan in den Angriff auf Frankreich mit einbezogen wurde.

Verheiratet war Fedor von Zobeltitz mit Martha Tützen. Sein Neffe Hans-Caspar von Zobeltitz war ebenfalls ein bekannter Schriftsteller und verfasste 1927 einen Privatdruck über den Onkel Fedor.

Friedhof Wilmersdorf in Berlin; Urnengrab von Fedor von Zobeltitz (Ehrengrab des Landes Berlin)
Fedor von Zobeltitz in seiner Bibliothek (Spiegelberg)

Kurz vor seinem Tod schrieb Fedor von Zobeltitz seine Autobiographie Ich habe so gern gelebt, die im Todesjahr 1934 [posthum] erschien. Sein Urnengrab befindet sich auf dem Städtischen Friedhof Wilmersdorf im Kreuzgang, Wand B, Nische 123.

Fedor von Zobeltitz veröffentlichte auch unter dem Pseudonym F. Gruenewald.[5]

Im Dezember 1936 wurde eine Straße in Berlin-Reinickendorf nach ihm Zobeltitzstraße benannt.[6]

1953 wurde sein Werk Die von Schebitz. Geschichte einer Adelsfamilie im Revolutionsjahr (Ullstein 1920) in der DDR auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.[7]

Werke[Bearbeiten]

  • Fürst Bismarck. Ein Lebensbild für Volk und Heer (1881)
  • Fähnrichsgeschichten (1881)
  • Flittergold (1888)
  • Bis in die Wüste. Roman aus zwei Welten (1892)
  • Der Majoratserbe (1893)
  • Unter dem roten Adler. Historische Erzählungen (1896)
  • Fremdes Gut. In: "Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens" Bände 8-13 (1897)
  • Der gemordete Wald (1898)
  • Der Herr Intendant (1900)
  • Besser Herr als Knecht (1900)
  • Das Gasthaus zur Ehe (1907)
  • Briefe deutscher Frauen (1910)
  • Der Kampf um Troja (1911)
  • Die Spur des Ersten (1911)
  • Drei Mädchen am Spinnrad (1912)
  • Die Hetzjagd. Fleischel, Berlin 1913
  • Das zweite Geschlecht. Krabbe, Stuttgart 1913
  • Das Buch der Dreimalhunderttausend. Imberg & Lefson, Berlin 1913
  • Die deutsche Marke. Lustspiel (1914)
  • Aus tiefem Schacht (1915)
  • Das vorschnell vermählte Ehepaar (1915)
  • Kriegsfahrten eines Johanniters mit friedlichen Zwischenspielen (1915)
  • Heinz Stirlings Abenteuer (1915-1916)
  • Der Klapperstorchverband (1916)
  • Die Junker (1918)
  • Der Seelenvogel. Die Geschichte eines Widmungsexemplars (1920)
  • Die Entthronten in "Ausgewählte Romane" (nach 1920)
  • Kuriose Geschichte. Die Schicksale einer Hochstaplerbande (1921)
  • Chronik der Gesellschaft unter dem letzten Kaiserreich (1922)
  • Wein, Weib, Gesang: Ein feuchtfröhliches Plauderbuch (1924)
  • Die Erben von Gr.-Quirlitz (1928)
  • Vier Blatt aus dem „Urfaust“ : ein bibliophiles Geschichtchen (1930)
  • Die unruhigen Mädchen (1931)
  • Die Brüder Larsen (1933)
  • Ich hab so gern gelebt. Lebenserinnerungen (1934)

Verfilmungen[Bearbeiten]

  • 1919: Der Klapperstorchverband
  • 1926: Das Gasthaus zur Ehe
  • 1929: Der Sträfling aus Stambul (nach Das Fräulein und der Levantiner)
  • 1937: Eine Nacht mit Hindernissen
  • 1950: Drei Mädchen spinnen (nach Drei Mädchen am Spinnrad)

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred Hanke: Fedor von Zobeltitz. 1857-1934. Ein Versuch über bibliophile Vorbildlichkeit. In: Philobiblon 36,3 (1992)
  • Bücher, Sammler, Antiquare. Aus deutschen Auktionskatalogen, hrsg. v. Rudolf Adolph. Gesellschaft der Bibliophilen, Darmstadt 1971.
  • M. N. [d.i.: Max Niderlechner, Antiquar]: Erinnerung an Fedor v. Zobeltitz. - In: Fedor von Zobeltitz. (Berlin, 1934).
  • Von Büchern und Menschen. Festschrift. Fedor von Zobeltitz zum 5. Oktober 1927, hrsg. v. Conrad Höfer. Gesellschaft der Bibliophilen, Weimar 1927.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Fedor von Zobeltitz – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fedor von Zobeltitz: Ich hab so gern gelebt. Die Lebenserinnerungen. Berlin: Ullstein, 1934, S. 138.
  2. Vgl. Fedor von Zobeltitz: Ich hab so gern gelebt, a.a.O., S. 138-139.
  3. Roland Folter: Deutsche Dichter- und Germanistenbibliotheken. Eine krit. Bibliographie ihrer Kataloge. Eggert, Stuttgart 1975, S. 215.
  4. Roland Folter: Deutsche Dichter- und Germanistenbibliotheken, a.a.O., S. 215.
  5. Emil Weller: Lexicon Pseudonymorum, Reprint Georg Olms Verlag 1977, ISBN 3-487-00414-3, S.239
  6. Mende, Hans-Jürgen [Hrsg.], Christian Böttger: Lexikon Alle Berliner Straßen und Plätze, Verlag Neues Leben GmbH / Edition Luisenstadt 1998, ISBN 3-355-01491-5
  7. http://www.polunbi.de/bibliothek/1953-nslit-y.html