Fegefeuer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Fegefeuer (Begriffsklärung) aufgeführt.

Das Fegefeuer (lat. purgatorium „Reinigungsort“) ist die Läuterung, die nach einer besonders in der Westkirche entwickelten theologischen Lehre eine Seele nach dem Tod erfährt, sofern sie nicht als heilig unmittelbar in den Himmel aufgenommen wird. Dieser Zwischenzustand wird gleichnisweise als Ort oder als zeitlicher Prozess vorgestellt. Nachdem die Kirchen der Reformation die Lehre vom Fegefeuer verworfen haben, wird sie heute fast nur noch in der römisch-katholischen Kirche vertreten; für die Ostkirchen hingegen hat sie nie größere Bedeutung gehabt.

Fegefeuer-Darstellung von 1519 in der Predella des Hochaltars der Bad Wimpfener Stadtkirche
Fegefeuerdarstellung aus der elsässischen Legenda Aurea von 1419, Universitätsbibliothek Heidelberg

Funktion[Bearbeiten]

Die vier letzten Dinge werden von der christlichen Eschatologie behandelt und sind Tod, Jüngstes Gericht bzw. Apokalypse, Himmel und Hölle. Da die katholische Kirche glaubt, dass „nichts Unreines in den Himmel kommen kann“, ist die Vorstellung eines Ortes oder eines Prozesses der Läuterung entstanden, der „Fegefeuer“ genannt wird. Im Fegefeuer besteht die Qual darin, dass der Verstorbene zwar schon die vollkommene Gegenwart und Liebe Gottes spürt, sich aber aufgrund seiner Sünden dieser Liebe nicht würdig fühlt. Genau das macht den großen Schmerz aus. Der Mensch wird so von seinen letzten Sündenfolgen aus der zeitlichen Existenz durch seine Reue geläutert.

Das Fegefeuer erfährt, wer in der Gnade Gottes stirbt, aber noch nicht vollkommen geläutert ist, um die Heiligkeit zu erlangen, die notwendig ist, in die Freude des Himmels eingehen zu können. Das Purgatorium ist somit völlig verschieden von der Bestrafung der Verdammten in der Hölle.[1] Die sogenannten armen Seelen sind im Fegefeuer also nicht endgültig festgehalten, sondern sie haben immer die Gewissheit, daraus entlassen zu werden, und zwar stets in Richtung Himmel. Gebete der Lebenden, besonders im Rahmen des Memorialwesens, sollen helfen, diese Zeit zu verkürzen.

Das Fegefeuer ist der Ort, an dem diejenigen, die im Stand der heiligmachenden Gnade sterben, noch zeitliche Sündenstrafen abbüßen sollen. Diejenigen, die nicht im Stand der Gnade sterben, gehen gemäß der 1336 in der Bulle Benedictus Deus entfalteten Lehre für immer dem Himmel verloren; sie kommen in die Hölle.

In der neueren Theologie wird der Gedanke des Fegefeuers als eines Ortes mit „zeitlichen Strafen“ im Sinne eines Zeitablaufs oft abgelehnt. Stattdessen sprechen die Theologen von einem Reinigungsgeschehen. Das Reinigungsgeschehen ist ein „Aspekt der Gottesbegegnung“[2] und ist somit ein Bild der Hoffnung des Gläubigen auf eine Läuterung und Reinigung durch Gott.

Romano Guardini formuliert Mitte des 20. Jahrhunderts:

„Wie ist es aber mit dem Menschen, der zwar guten Willens war, dessen Wille aber nicht − oder noch nicht genug − das Sein ergriffen hat? Dessen gute Gesinnung nur um einiges unter die Oberfläche hinabgedrungen ist, während darunter die Auflehnung saß, und die Tiefen von Bösem und Unreinem voll waren? Dessen Leben überall die Lücken des Unvollbrachten um die Zerstörung des falsch Getanen in sich trug? […] Wenn ein solcher Mensch ins Licht Gottes tritt, sieht er sich mit dessen Augen. Er liebt Gottes Heiligkeit und haßt sich selbst, weil er ihr widerspricht. […] Er durchlebt sich als den, der er vor Gott ist, und das muß ein unausdenkbarer Schmerz sein. […] Er steht auf Seiten der Wahrheit gegen sich selber. Er ist bereit, seinem eigenen Leben, all dem Versäumten, Halben, Wirren darin standzuhalten. In einem geheimnisvollen Leiden stellt das Herz sich der Reue zur Verfügung und überliefert sich so der heiligen Macht des Schöpfergeistes. Daraus wird das Versäumte neu geschenkt. Das Falsche wird in Ordnung gerückt. Das Böse umgelebt und ins Gute herübergebracht. Nicht äußerlich verbessernd, sondern so, daß alles durch das in der Reue wirkende Geheimnis der umschaffenden Gnade hindurchgeht und neu ersteht.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Vorstellung vom Feuer als Reinigungssymbol war bereits im Altertum verbreitet. Die frühe Kirche dachte jedoch zunächst an ein refrigerium interim, so bei Tertullian (um 150–220), an einen Ort, an dem sich die Gerechten nach ihrem Tod erfrischen können, solange sie auf die Seligkeit nach dem Jüngsten Gericht warten. Für Tertullian ist das refrigerium gleichbedeutend mit Abrahams Schoß. Die Seelen, die im refrigerium schlafen, erleiden keine Qualen und bleiben dort bis zu ihrer Auferstehung.

Erst im 6. Jahrhundert prägte Papst Gregor der Große die Vorstellung von einem Fegefeuer. Dies baute er in das System seiner „Heilsmaschine“ ein, wodurch es wenigstens bis zur Reformation kultur- und sozialgeschichtlich prägend wirkte:

„Man muss glauben, dass es vor dem Gericht für gewisse leichte Sünden noch ein Reinigungsfeuer gibt, weil die ewige Wahrheit sagt, dass, wenn jemand wider den Heiligen Geist lästert, ihm weder in dieser noch in der zukünftigen Welt‘ vergeben wird (Mt 12,32 EU). Aus diesem Ausspruch geht hervor, dass einige Sünden in dieser, andere in jener Welt nachgelassen werden können.“[4]
Petrus: „Kann es nun etwas geben, was den Seelen der Verstorbenen zu helfen vermag?“
Gregorius: „Wenn die Sünden nach dem Tode nicht untilgbar sind, so pflegt die Darbringung des heiligen Opfers den Seelen auch noch nach dem Tode viel zu nützen, so zwar, dass die Seelen der Verstorbenen es selbst manchmal erbitten.“[5]

Im 12. Jahrhundert wurde der Begriff Purgatorium üblich und dem System der Limbus untergeordnet.[6] Wahrscheinlich hat der Schwarze Tod und die aus ihm resultierenden Massenbestattungen ohne Kirchliche Begräbnisfeier den Eifer verstärkt, durch Gebete dem Fegefeuer schneller zu entweichen.[7] Historische Belege deuten darauf hin, dass die Idee des Fegefeuers in Nordeuropa viel stärkere Verbreitung fand als im Mittelmeerraum. So finden sich vor allem in Norddeutschland zwischen 1450 und dem Beginn der lutherischen Reformation großzügige Erblasse für Messstipendien, mit denen die Zeit der Verstorbenen im Fegefeuer verkürzt werden sollte. Regionale Studien lassen darauf schließen, dass diese Form der Frömmigkeit erst mit katholischen Geistlichen im Zuge der Gegenreformation nach Spanien und Italien gelangte.[8]

Im Jahr 1476 wurde das kirchliche Ablasswesen auf Initiative von Raimund Peraudi hin durch eine Päpstliche Bulle auf die Seelen im Fegefeuer erweitert[9] und erfuhr dadurch eine gesteigerte Popularität. Durch Gebete und gute Werke glaubte man, damit verknüpfte Ablässe auch Verstorbenen im Fegefeuer zuwenden zu können. Als besonders nützlich wurde zum Beispiel die Stiftung eines Bades für Arme angesehen (Seelbad). Dass diese guten Werke zunehmend durch Geldspenden an die Kirche abgeleistet wurden, führte vor dem Hintergrund aggressiver Werbung für dieses Modell zur bekannten reformatorischen Ablasskritik.

Römisch-katholische Lehre[Bearbeiten]

Die Lehre von einer Läuterung noch-nicht-heiliger Seelen nach ihrem Tode und die Möglichkeit des Gebetes für die Verstorbenen sieht die katholische Kirche in der Heiligen Schrift angedeutet und vor allem durch die durchgängige Gebetspraxis der alten Kirche gerechtfertigt.[10]

Römisch-katholische Exegeten interpretieren bereits 2. Makkabäer 12,43–45 EU im Alten Testament als Hinweis auf eine Sühne nach dem Tod:

„Er veranstaltete eine Sammlung, an der sich alle beteiligten, und schickte etwa zweitausend Silberdrachmen nach Jerusalem, damit man dort ein Sündopfer darbringe. Damit handelte er sehr schön und edel; denn er dachte an die Auferstehung. Hätte er [Judas] nicht erwartet, dass die Gefallenen auferstehen werden, wäre es nämlich überflüssig und sinnlos gewesen, für die Toten zu beten. Auch hielt er sich den herrlichen Lohn vor Augen, der für die hinterlegt ist, die in Frömmigkeit sterben. Ein heiliger und frommer Gedanke! Darum ließ er die Toten entsühnen, damit sie von der Sünde befreit werden.“

Darstellung in St. Lorenzen (Südtirol)
Darstellung des „Fegefeuer“ auf einem Grabstein aus dem Jahr 1747 an der Münchner Frauenkirche.

Die Lehre vom Fegefeuer knüpft biblisch an 1 Kor 3,13–15 EU an, wo die Werke des Einzelnen im Jüngsten Gericht im Feuer geprüft werden. Dies deutete der Kirchenvater Augustinus dahin, dass vielleicht nach dem Tode noch die Seelen einiger Gläubiger durch Feuer geläutert, also das Irdische aus ihnen ausgebrannt werde. Im 12. Jahrhundert war die Vorstellung eines Fegefeuers endgültig im Volksglauben verankert, und erst dann war auch die Bezeichnung Fegefeuer gebräuchlich. Der Ausdruck Purgatorium ist erstmals beim Erzbischof von Tours, Hildebert von Lavardin († 1133) nachweisbar.[11] Seit dem 13. Jahrhundert ist das Gedankenmodell unter Theologen und in den Gemeinden allgemein bekannt, theologisch völlig ausgebildet findet sich die Lehre bei Thomas von Aquin.

Eine Klärung der Lehre vom Purgatorium brachte die Konstitution Benedictus Deus (1336) (DH 1000 ff.)[12]. Darin heißt es:

„Die Seelen der Verstorbenen, die in der Rechtfertigungsgnade verschieden sind, werden unmittelbar und sofort der himmlischen Seligkeit teilhaftig, während die Seelen derer, an denen noch kleinere Mängel haften, nach einem Läuterungs- und Reinigungsgeschehen ebenfalls der vollen Schau Gottes teilhaftig werden.“[12]

Heute ist man in der römisch-katholischen Kirche von der Notwendigkeit der Läuterung überzeugt, allerdings vermeiden viele Theologen Mutmaßungen über zeitliche und räumliche Dimensionen dieses Geschehens. Bereits das Konzil von Trient hatte vor allzu drastischen Darstellungen gewarnt, die nur davon ablenken, dass die Lehre vom Purgatorium die Sorge vor der Verdammnis zu mildern bezweckt. Auch heute wird jedoch daran festgehalten, dass die Lebenden den Verstorbenen durch Gebet, Mitfeier der Heiligen Messe und Taten der Nächstenliebe zu Hilfe kommen können. Wurde noch vor wenigen Jahrzehnten ausdrücklich gelehrt, dass „Gott solche Seelen in das Fegefeuer weist“, wo sie „große Pein leiden“, so glaubt die katholische Theologie heute im Allgemeinen, dass die Seele nach ihrer Selbsterkenntnis das Fegefeuer bereitwillig auf sich nimmt, um – von den schlechten Eigenschaften geläutert – in das Paradies eingehen zu können.

Nicht zu verwechseln mit dem Fegefeuer ist der Limbus. Dieser war allerdings nie Teil der dogmatisierten kirchlichen Lehre.

Für den deutschen Sprachraum hält man die etablierte Rede vom Fegefeuer für „eine recht unglückliche Übersetzung des amtlichen Wortes ‚purgatorium‘, ‚Läuterungsort‘ bzw. ‚Läuterungszustand‘“[10] und betont die bloß bildliche Ausdrucksweise: „Das Feuer läßt sich verstehen als die läuternde, reinigende und heiligende Kraft der Heiligkeit und Barmherzigkeit Gottes.“[10]

Der von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1992 approbierte Katechismus der Katholischen Kirche behandelt das Fegefeuer im Artikel 12 „Ich glaube das ewige Leben“ unter III „Die abschließende Läuterung – das Purgatorium“.[13]

Der Weltkatechismus bringt das oben genannte Zitat von Gregor dem Großen zur Verdeutlichung: „Man muss glauben, dass es vor dem Gericht für gewisse leichte Sünden noch ein Reinigungsfeuer gibt, weil die ewige Wahrheit sagt, dass, wenn jemand wider den Heiligen Geist lästert, ihm weder in dieser noch in der zukünftigen Welt‘ vergeben wird (Mt 12,32 EU). Aus diesem Ausspruch geht hervor, das einige Sünden in dieser, andere in jener Welt nachgelassen werden können.“

Das Kompendium des Katechismus der Katholischen Kirche (KKKK Nr. 210)[14] beschreibt das Purgatorium (Fegefeuer) so:

„Das Purgatorium ist der Zustand jener, die in der Freundschaft Gottes sterben, ihres ewigen Heils sicher sind, aber noch der Läuterung bedürfen, um in die himmlische Seligkeit eintreten zu können.“

Joseph Kardinal Ratzinger schrieb unter anderem:

„Es [das Fegefeuer] ist nicht eine Art von jenseitigem Konzentrationslager (wie bei Tertullian), in dem der Mensch Strafen verbüßen muss, die ihm in einer mehr oder weniger positivistischen Weise zudiktiert sind. Es ist vielmehr der von innen her notwendige Prozess der Umwandlung des Menschen, in dem er christus-fähig, gott-fähig und so fähig zur Einheit mit der ganzen Communio sanctorum wird.“[15]

Im Kompendium des Katechismus der Katholischen Kirche (KKKK Nr. 211)[14] heißt es dazu:

„Wie können wir den Seelen im Purgatorium helfen?
Kraft der Gemeinschaft der Heiligen können die Gläubigen, die noch auf Erden pilgern, den Seelen im Purgatorium helfen, indem sie Fürbitten und besonders das eucharistische Opfer, aber auch Almosen, Ablässe und Bußwerke für sie darbringen.“

Oder nach Joseph Ratzinger:

„Stellvertretende Liebe ist eine zentrale christliche Gegebenheit, und die Fegfeuerlehre sagt aus, dass es für diese Liebe die Todesgrenze nicht gibt. Die Möglichkeiten des Helfens und Schenkens erlöschen für den Christen mit dem Tod nicht, sondern umgreifen die ganze Communio sanctorum diesseits und jenseits der Todesschwelle.“[16]

Orthodoxe Lehre[Bearbeiten]

In den Ostkirchen sind diese Gedanken der westlichen Theologie weitgehend unbekannt geblieben. Die orthodoxe Ablehnung der westlichen Fegefeuerlehre war einer der Gründe für das letztliche Scheitern der versuchten Wiedervereinigungen der Kirchen auf dem Zweiten Konzil von Lyon 1274 und dem Konzil von Florenz (Ferrara-Florenz) 1438/39. Die Orthodoxie kennt das Gebet für die Seelen der Verstorbenen, aber keine offizielle Erklärung für seine Wirksamkeit. Im Volksglauben einiger orthodoxer Länder ist die Lehre von den „Zollhäusern“, die die Seele auf dem Weg in den Himmel zu passieren hat, und dem „Zoll“, den sie dort zahlt, im Ansatz mit dem Fegefeuer vergleichbar; allerdings ist diese Lehre nie dogmatisiert worden.

Evangelische Lehre[Bearbeiten]

In den evangelischen Kirchen wird die Vorstellung eines Läuterungsortes nach dem Tode abgelehnt. Die beiden evangelischen Hauptargumente für die Ablehnung des Fegefeuers sind die mangelnde biblische Bezeugung des Fegefeuers und die reformatorische Ansicht, dass der Mensch allein durch den Glauben vor Gott gerecht werde; wenn die Sünder also durch ihren Glauben an den Kreuzestod Christi gerechtfertigt seien, könne Gott sie nicht doch noch für ihre Sünden in ein Fegefeuer schicken.

Martin Luther, der bis etwa 1530 die Existenz des Fegefeuers anerkannte,[9] schrieb in den Schmalkaldischen Artikeln (1537): „Darum ist das Fegefeuer mit all seinem Gepränge, Gottesdienst und Gewerbe für lauter Teufelsgespinst zu achten.“ Hier liegt aus katholischer Sicht eine Verwechslung von aus lässlichen Sünden herrührenden zeitlichen Sündenfolgen mit der das Urteil ewiger Verdammnis auslösenden schweren Sünde, der Todsünde, vor. Aus evangelischer Sicht schmälert die Lehre vom Fegefeuer das Opfer Jesu Christi am Kreuz in seiner allumfassenden sündenvergebenden Wirkung und stellt es als „nicht ausreichend“ zur Vergebung der Sünden dar, da ja der Mensch noch seinen Teil zur Errettung durch das Ertragen des Fegefeuers beitragen müsste.

Anglikanische Lehre[Bearbeiten]

Der Anglikanismus lehnt die Vorstellung eines Fegefeuers als aus ihrer Sicht dem Wort Gottes widersprechend ab. Festgelegt wurde dies bereits in Artikel 22 der Neununddreißig Artikel.

Fegefeuer in der Kunst[Bearbeiten]

Darstellung in St. Lorenzen (Südtirol)

Im Mittelalter wurde das Fegefeuer oft bildlich als eine unangenehme, von Feuer und Glut erfüllte Höhle dargestellt, darin der Hölle ähnlich. Dennoch lassen sich die Darstellungen klar unterscheiden: Die im Fegefeuer büßenden Seelen erheben ihre Hände und Gesichter flehend Richtung Himmel. Die Seelen in der Hölle haben keine Hoffnung auf Erlösung und wenden sich daher nicht mehr nach oben. In größeren Bildkompositionen ist das Fegefeuer meist auf der linken Bildseite, also zur Rechten Gottes, zu finden.

Die berühmteste literarische Darstellung des Fegefeuers ist der zweite Teil der Göttlichen Komödie von Dante. Das Läuterungsmotiv wird auch etwa in der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens literarisch umgesetzt.

In Filmen wird das Motiv sowohl in Komödien (Und täglich grüßt das Murmeltier, Wer früher stirbt ist länger tot) als auch in Thrillern (Jacob’s Ladder – In der Gewalt des Jenseits) aufgegriffen.

In der Musik trägt der dritte Satz der unvollendeten 10. Sinfonie von Gustav Mahler die Überschrift Purgatorio.

Literatur[Bearbeiten]

  • G. Pasquali: Um den Himmel nicht zu verlieren. Gröbenzell b. München 1972. ISBN 3-87283-069-4.
  • Ernst Koch: Fegfeuer. In: Theologische Realenzyklopädie 11 (1983), S. 69–78.
  • Jacques Le Goff: Die Geburt des Fegefeuers. Stuttgart: Klett-Cotta, 1984, ISBN 3-608-93008-6.
  • B. Deneke: Fegfeuer. In: Lexikon des Mittelalters IV (1989), Sp. 328–331.
  • Schweizerisches Landesmuseum Zürich: Himmel – Hölle – Fegefeuer. Ausstellungskatalog, Zürich 1994. ISBN 3-85823-492-3.
  • Artikel Fegfeuer. In: LThK³ III (1995), Sp. 1204–1210.
  • Sabine Pemsel-Maier: Himmel – Hölle – Fegefeuer. Stuttgart: Verlag Katholisches Bibelwerk, 2001.
  • Susanne Wegmann: Auf dem Weg zum Himmel. Das Fegefeuer in der deutschen Kunst des Mittelalters, Köln-Weimar-Wien: Böhlau, 2003. ISBN 3-412-11102-3.
  • Ludwig Ott: Grundriß der katholischen Dogmatik, 11. Auflage mit Literaturnachträgen. Bonn: Verlag nova & vetera, 2005. ISBN 3-936741-25-5; dort in Fünftes Hauptstück: Die Lehre von Gott dem Vollender (Die Lehre von den Letzten Dingen oder von der Vollendung (Eschatologie)).
  • Helmut Vordermayer: Die Lehre vom Purgatorium und die Vollendung des Menschen. Ein moraltheologischer Beitrag zu einem umstrittenen Lehrstück aus der Eschatologie, STS-Band 27, Innsbruck: Tyrolia, 2006. ISBN 978-3-7022-2755-5.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Purgatory – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Fegefeuer – Zitate
 Wiktionary: Fegefeuer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Katechismus der Katholischen Kirche 1030, 1031
  2. siehe Pemsel-Maier, Gisbert Greshake
  3. Romano Guardini, Die letzten Dinge, Würzburg 1952, S. 36−38.
  4. Gregor der Große: Dialogi de vita et miraculis patrum Italicorum, IV, 39 online.
  5. Gregor der Große: Dialogi de vita et miraculis patrum Italicorum, IV, 55 online.
  6.  Diarmaid MacCulloch: Die Reformation. 1490–1700. 1. Auflage. dtv, München 2010 (Originaltitel: Reformation. Europe´s House Divided. 1490–1700, übersetzt von Helke Voß-Becher, Klaus Binder und Bernd Leineweber), ISBN 9783423346535, S. 35.
  7.  Diarmaid MacCulloch: Die Reformation. 1490–1700. 1. Auflage. dtv, München 2010 (Originaltitel: Reformation. Europe´s House Divided. 1490–1700, übersetzt von Helke Voß-Becher, Klaus Binder und Bernd Leineweber), ISBN 9783423346535, S. 38.
  8.  Diarmaid MacCulloch: Die Reformation. 1490–1700. 1. Auflage. dtv, München 2010 (Originaltitel: Reformation. Europe´s House Divided. 1490–1700, übersetzt von Helke Voß-Becher, Klaus Binder und Bernd Leineweber), ISBN 9783423346535, S. 38, 39.
  9. a b  Diarmaid MacCulloch: Die Reformation. 1490–1700. 1. Auflage. dtv, München 2010 (Originaltitel: Reformation. Europe´s House Divided. 1490–1700, übersetzt von Helke Voß-Becher, Klaus Binder und Bernd Leineweber), ISBN 9783423346535, S. 176.
  10. a b c Deutsche Bischofskonferenz (Hrsg.): Katholischer Erwachsenenkatechismus. Band 1: Das Glaubensbekenntnis der Kirche. (1985) Online , S. 424
  11. Zur Wortgeschichte vgl. Meinolf Schumacher: Sündenschmutz und Herzensreinheit. Studien zur Metaphorik der Sünde in lateinischer und deutscher Literatur des Mittelalters; München: Fink, 1996; ISBN 3-7705-3127-2; S. 468-470.
  12. a b  Gerhard Ludwig Müller: Katholische Dogmatik: für Studium und Praxis der Theologie. 6. Auflage. Herder, Freiburg, Basel, Wien 2005, S. 548f. (endgültige Überwindung der „traditionellen Vorstellungen vom Aufenthaltsort der Seele in einem Zwischenzustand“.).
  13. KKK 1030 ff: III Die abschließende Läuterung – das Purgatorium
  14. a b Katechismus der Katholischen Kirche - Kompendium
  15. Joseph Ratzinger: Fegefeuer., aus: Ders.: Eschatologie – Tod und ewiges Leben (= Kleine Katholische Dogmatik 9), Regensburg 1977, S. 188, 189 f., in: Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (Hrsg.): Der Glaube der Kirche. Ein theologisches Lesebuch aus Texten Joseph Ratzingers. Bonn, 2011 (Arbeitshilfen; Nr. 248), S. 54 f. [1]
  16. Joseph Ratzinger: Fegefeuer., aus: Ders.: Eschatologie – Tod und ewiges Leben (= Kleine Katholische Dogmatik 9), Regensburg 1977, S. 189 f., in: Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (Hrsg.): Der Glaube der Kirche. Ein theologisches Lesebuch aus Texten Joseph Ratzingers. Bonn, 2011 (Arbeitshilfen; Nr. 248), S. 55 [2]