Fehrbellin
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Brandenburg | |
| Landkreis: | Ostprignitz-Ruppin | |
| Höhe: | 40 m ü. NN | |
| Fläche: | 268,16 km² | |
| Einwohner: |
8700 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 32 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 16818 (Albertinenhof, Altfriesack, Deutschhof, Kuhhorst, Langen, Ribbeckshorst, Wall, Wustrau, Zietenhorst) 16833 (Fehrbellin, Betzin, Brunne, Dechtow, Hakenberg, Karwesee, Königshorst, Lentzke, Linum, Protzen, Tarmow, Walchow) 16845 (Manker) |
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| Vorwahl: | 033932 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OPR, KY, NP, WK | |
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 68 117 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Johann-Sebastian- Bach-Str. 6 16833 Fehrbellin |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeisterin: | Ute Behnicke | |
| Lage der Gemeinde Fehrbellin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin | ||
Fehrbellin ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg in Deutschland, 60 km nordwestlich von Berlin und 12 km südlich von Neuruppin. Die Gemeinde entstand 2003 durch den Zusammenschluss von 16 ehemals selbständigen Gemeinden und der Stadt Fehrbellin. Sie waren bereits 1992 im Amt Fehrbellin zusammengefasst worden; dieses Amt wurde 2003 im Zuge der Gemeindereform wieder aufgelöst.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Der namensgebende Kernort der Gemeinde Fehrbellin liegt am Nordrand des Ländchens Bellin, einem kleinen Höhenzug. Größere Teile des Gemeindegebietes liegen im Havelländischen Luch südlich des Kernortes. Nördlich der Kernstadt erstreckt sich das vom Rhin durchflossene Rhinluch, das hier nur drei Kilometer breit ist. An dieser Stelle wurde im späten Mittelalter die „Bellinsche Fähre“ betrieben, woraus sich der Name der Stadt entwickelte. Mit zunehmender Verlandung des Luchs wurde anstelle der Fähre ein Damm aufgeschüttet, der Fehrbellin mit Neuruppin verbindet. Nördlich des Rhinluches liegt die Ruppiner Platte. Fehrbellin gehört mit einer Fläche von 268 km² zu den flächengrößten Gemeinden in Deutschland.
[Bearbeiten] Gemeindegliederung
Die Gemeinde Fehrbellin setzt sich aus folgenden Ortsteilen, bewohnten Gemeindeteilen sowie Wohnplätzen und sonstigen Siedlungsgebieten[2] zusammen
[Bearbeiten] Ortsteile
Die Gemeinde Fehrbellin gliedert sich in 17 Ortsteile[3]:
Betzin, Brunne, Dechtow, Deutschhof, Hakenberg, Karwesee, Königshorst, Langen, Lentzke, Linum, Manker, Protzen, Stadt Fehrbellin, Tarmow, Walchow, Wall, Wustrau-Altfriesack
[Bearbeiten] Bewohnte Gemeindeteile
Bewohnte Gemeindeteile der Gemeinde Fehrbellin[3]:
- Ortsteil Deutschhof: Deutschhof, Dreibrück, Kuhhorst und Ribbeckshorst.
- Ortsteil Langen: Langen und Dammkrug
- Ortsteil Königshorst: Königshorst, Lobeofsund, Mangelshorst, Nordhof, Sandhorst, Fredenhorst und Seelenhorst
- Ortsteil: Wustrau-Altfriesack: Wustrau, Altfriesack und Zietenhorst
[Bearbeiten] Wohnplätze und sonstige Siedlungsgebiete
Auf dem Gemeingebiet existieren außerdem noch die folgenden Wohnplätze und sonstigen Siedlungsgebiete[2]:
Albertinenhof, Berlowshof, Hakenberger Schleuse, Lentzker Mühle, Lentzker Siedlung, Rollinsruhe, Schäferei und Theresiendorf
[Bearbeiten] Anmerkungen
In Dechtow gibt es eine bemerkenswerte Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert.
Das Straßendorf Walchow südwestlich von Neuruppin hat 190 Einwohner. Urkundlich wurde der Ort erstmals 1445 als walchouw erwähnt. Im 17. Jahrhundert wurde der Ort vollständig zerstört. Im selben Jahrhundert siedelten sich Holländer und Pfälzer an. Die neogotische Backsteinkirche wurde um 1850 errichtet.[4]
[Bearbeiten] Geschichte
In der Schlacht bei Fehrbellin im Schwedisch-Brandenburgischen Krieg besiegte der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg am 18. Junijul./ 28. Juni 1675greg. die Schweden und eroberte nach diesem Sieg bis 1678 das von den Schweden beherrschte Schwedisch-Pommern.
Das Standbild des Großen Kurfürsten war eine private Schenkung Kaiser Wilhelms II. an die Stadt Fehrbellin. Es wurde von dem Berliner Bildhauer Fritz Schaper geschaffen und am 18. Oktober 1902 enthüllt.
Bekannt ist auch der Fehrbelliner Reitermarsch (komponiert 1893 von Richard Henrion), er ist Regimentsmarsch verschiedener Verbände der Bundeswehr.
Von 1294 bis 2003 besaß Fehrbellin das Stadtrecht und ist seitdem eine Titularstadt. Formal ist das am Ortsteilnamen „Stadt Fehrbellin“ erkennbar.
Von 1940 bis 1945 bestand das Arbeitserziehungslager Fehrbellin (AEL), in dem von Zwangsarbeiterinnen Hanf verarbeitet wurde. Nach dem Krieg produzierte die Fabrik als VEB Märkische Bastfaser weiter bis 1990.[5]
Am 1. Juni 1992 schloss sich die Stadt Fehrbellin mit 16 Gemeinden aus dem damaligen Kreis Neuruppin: Wustrau-Altfriesack, Langen, Wall, Linum, Dechtow, Karwesee, Königshorst, Hakenberg, Brunne, Lentzke, Betzin, Protzen, Manker, Tarmow, Walchow und Deutschhof zum Amt Fehrbellin zusammen[6].
Am 7. Mai 2002 genehmigte das Ministerium des Innern den Zusammenschluss der Gemeinden Betzin, Deutschhof, Hakenberg, Karwesee, Königshorst, Manker, Tarmow, Wall und der Stadt Fehrbellin zur neuen Gemeinde Fehrbellin, der allerdings erst zum 26. Oktober 2003 rechtswirksam wurde.[7] Zum 26. Oktober 2003 wurden die restlichen Gemeinden des Amtes Fehrbellin, Brunne, Dechtow, Langen, Lentzke, Linum, Protzen, Walchow und Wustrau-Altfriesack per Gesetz in die Gemeinde Fehrbellin eingegliedert. Das Amt Fehrbellin wurde gleichzeitig aufgelöst.[8]
[Bearbeiten] Bevölkerungsentwicklung
Die Einwohnerzahl des heutigen Fehrbellins entwickelte sich bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts unterproportional zur Bevölkerung Brandenburgs. Nur die Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten gaben der Stadt Mitte des 20. Jahrhunderts einen Bevölkerungsschub. Die Bevölkerungsprognosen gehen davon aus, dass Fehrbellin von 2000 bis 2030 ca. 25 % seiner Einwohner verliert. Dabei wird die Zahl der Senioren steigen, während die Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter stark abnimmt.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Gemeindevertretung
Bei den Kommunalwahlen vom 28. September 2008 waren 26 Sitze zu verteilen. Diese verteilen sich wie folgt[9]:
| Gruppierung | Sitze |
|---|---|
| CDU | 4 |
| SPD | 3 |
| Die Linke | 4 |
| Freie WG Langen | 2 |
| Linum-für den ländlichen Raum | 2 |
| Freiwillige Feuerwehr | 1 |
| Seniorenverein Wustrau | 1 |
| Brandenb. Dorf Walchow | 1 |
| Pro Lentzke | 1 |
| Förderer des Ortes Manker | 1 |
| Die Königshorster | 1 |
| B90/Grüne | 1 |
| Freie WG Brunne | 1 |
| Heimat- u. KV Wustrau | 1 |
| BI Hakenberg | 1 |
| Kreisbauernverband | 1 |
[Bearbeiten] Wappen
Das Wappen wurde am 18. Februar 1993 genehmigt.
Blasonierung: „In Silber eine zweitürmige, rote Kirche mit gequadertem Mauerwerk als Unterbau und einem mit einer schwarzen Rosette belegten offenen Doppelbogenportal. Die Türme sind mit je vier schwarzen Fenstern sowie mit bezackten, beknauften und bekreuzten Spitzdächern versehen. Zwischen den Türmen ein wachsender, schwarzbekleideter und behüteter Mönchsrumpf.“[10]
Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet.
[Bearbeiten] Flagge
Die Flagge der Gemeinde ist dreistreifig Rot-Weiß-Rot (Rot-Silber-Rot) im Verhältnis 1:3:1 mit dem Wappen im Mittelstreifen.
[Bearbeiten] Logo der Gemeinde Fehrbellin
Die Gemeinde Fehrbellin führt seit dem 27. Oktober 2005 ein gemeinsames Logo für Tourismus und Kultur. Dieses Logo wurde bei einem durch die Gemeindeverwaltung Fehrbellin ausgeschriebenen Wettbewerb durch Beschluss der Gemeindevertreter am 27. Oktober 2005 als offizielles Logo der Gemeinde Fehrbellin bestätigt. Entworfen wurde dieses Logo von Tom Berger aus Neuruppin, der seit vielen Jahren im Vorstand des gemeinnützigen Vereins FKK-Fehrbelliner Karneval Klub e. V. mitarbeitet.
Das Logo vereint die Landschaftselemente Luchwiesen und Wälder, sowie Flüsse und Teiche – die vorherrschende Landschaft in der Gemeinde Fehrbellin. Als überragendes Bildelement ist die im Volksmund genannte „Goldelse“ der Siegessäule bei Hakenberg (Brandenburg) als stilisiertes Element mit verarbeitet. Als Kontrast dazu steht in Rot das Auge des Betrachters dieser Landschaft – ob als Tourist oder als Einheimischer.
[Bearbeiten] Städtefreundschaft
Fehrbellin unterhält seit 1990 mit Dülmen in Nordrhein-Westfalen eine Städtefreundschaft.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
In der Liste der Baudenkmale in Fehrbellin stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Denkmäler.
[Bearbeiten] Bau- und Kunstdenkmäler
- Stadtkirche (1867 nach Plänen von Stüler)
- Denkmal für den Großen Kurfürsten (von Fritz Schaper)
- Denkmal der Schlacht von Fehrbellin
- Denkmal für die Gefallenen 1813–1815 (von Max Wiese)
- Dorfkirche Dechtow (13. Jahrhundert)
- Dorfkirche Tarmow (1835 Schinkel-Schule)
- Dorfkirche Langen (1855 Stüler-Umkreis)
- Mahnmal von 1947 für die Opfer des Faschismus auf dem OdF-Platz an der Kreuzung Geschwister-Scholl-Straße/Kapellenberg
[Bearbeiten] Kultur und Volksfeste
- Fehrbelliner Festtage zu Ehren der Großen Schlacht bei Fehrbellin
- der etwas andere Karneval in Fehrbellin von November bis zum ersten Märzwochenende (egal, wann Aschermittwoch ist) durch den FKK-Fehrbelliner Karneval Klub e. V.
- Klassische und geistliche Konzerte in der Feldbergkirche/Stadtkirche
- Jugendkonzerte, Musicals und Schulveranstaltungen in der Rhinhalle Fehrbellin
- Literarische Veranstaltungen in der Gemeindebücherei Fehrbellin
- Rockkonzerte von Nachwuchsbands und Jugendfreizeit im Jugendclub 0815
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Verkehr
Fehrbellin ist über die Autobahn A 24, Abfahrt Fehrbellin zu erreichen.
Auf dem Gemeindegebiet liegt der Flugplatz Ruppiner Land.
[Bearbeiten] Schulen
- Johann-Heinrich-Bolte-Grundschule Fehrbellin
- Oberschule „Schule am Rhin“ Fehrbellin
- Kleine Grundschule Königshorst
- Grundschule Wustrau
[Bearbeiten] Bilder
-
Denkmal für die Schlacht bei Fehrbellin
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Denkmal für den Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm im Kurfürstenpark
-
Kirche in Langen
-
„Des Fischers Traum“ und Klappbrücke in Wustrau-Altfriesack
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Bernhard Bohm (1841–1896), Reichstagsabgeordneter aus Brunne
- Johann Heinrich Bolte (1750–1817), Aufgeklärter Geistlicher und Schulreformer
- Frank Jeske (1960–1994), Fußballspieler
- Hans Schönfeld (1900–1954), evangelischer Theologe und Volkswirt
- Friedrich Wilhelm Wolff (1814–1887), Bildhauer
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Bevölkerung im Land Brandenburg am 31. Dezember 2011 nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden (PDF; 31,71 KB), Stand 31. Dezember 2011. (Hilfe dazu)
- ↑ a b Gemeinde Fehrbellin aus dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
- ↑ a b Hauptsatzung der Gemeinde Fehrbellin vom 19. März 2009 PDF
- ↑ Märkische Oderzeitung, 23. September 2005, S. 11
- ↑ Cord Pagenstecher: Das Arbeitserziehungslager Fehrbellin in Nordwest-Brandenburg, in: Zeitgeschichte regional. Mitteilungen aus Mecklenburg-Vorpommern, 6 (1). 2002, S.112f. (Online-Version als PDF; 24 kB)
- ↑ Bildung des Amtes Fehrbellin. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 30. Mai 1992. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 47, vom 10. Juli 1992, S.890.
- ↑ Bildung einer neuen Gemeinde Fehrbellin. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 7. Mai 2002. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 13. Jahrgang, Nummer 22, vom 19. Mai 2002, S.561.
- ↑ Fünftes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Barnim, Märkisch-Oderland, Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz, Uckermark (5.GemGebRefGBbg) vom 24. März 2003 (Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 05, S.82 und geändert durch Gesetz vom 1. Juli 2003 (Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I(Gesetze), 2003, Nr.10, S.187)
- ↑ Kommunalwahlen im Land Brandenburg am 28. September 2008 (PDF; 2,3 MB)
- ↑ Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg und laut Hauptsatzung vom 19. März 2009
[Bearbeiten] Weblinks
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