Fehrbellin

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Fehrbellin
Fehrbellin
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Fehrbellin hervorgehoben
52.81316666666712.76516666666740Koordinaten: 52° 49′ N, 12° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Ostprignitz-Ruppin
Höhe: 40 m ü. NHN
Fläche: 268,16 km²
Einwohner: 8670 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 32 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 16818 (Albertinenhof, Altfriesack, Deutschhof, Kuhhorst, Langen, Ribbeckshorst, Wall, Wustrau, Zietenhorst)
16833 (Fehrbellin, Betzin, Brunne, Dechtow, Hakenberg, Karwesee, Königshorst, Lentzke, Linum, Protzen, Tarmow, Walchow)
16845 (Manker)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 033932
Kfz-Kennzeichen: OPR, KY, NP, WK
Gemeindeschlüssel: 12 0 68 117
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Johann-Sebastian-
Bach-Str. 6
16833 Fehrbellin
Webpräsenz: www.fehrbellin.de
Bürgermeisterin: Ute Behnicke
Lage der Gemeinde Fehrbellin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin
Wittstock/Dosse Heiligengrabe Rheinsberg Neuruppin Lindow (Mark) Vielitzsee Herzberg (Mark) Rüthnick Fehrbellin Kyritz Breddin Stüdenitz-Schönermark Zernitz-Lohm Neustadt (Dosse) Sieversdorf-Hohenofen Dreetz Walsleben Dabergotz Storbeck-Frankendorf Temnitzquell Temnitztal Märkisch Linden Wusterhausen/Dosse Sachsen-Anhalt Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-VorpommernKarte
Über dieses Bild

Fehrbellin ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg in Deutschland, 60 km nordwestlich von Berlin und 12 km südlich von Neuruppin. Die Gemeinde entstand 2003 durch den Zusammenschluss von 16 ehemals selbständigen Gemeinden und der Stadt Fehrbellin. Sie waren bereits 1992 im Amt Fehrbellin zusammengefasst worden; dieses Amt wurde 2003 im Zuge der Gemeindereform wieder aufgelöst.

Geographie[Bearbeiten]

Der namensgebende Kernort der Gemeinde Fehrbellin liegt am Nordrand des Ländchens Bellin, einem kleinen Höhenzug. Größere Teile des Gemeindegebietes liegen im Havelländischen Luch südlich des Kernortes. Nördlich der Kernstadt erstreckt sich das vom Rhin durchflossene Rhinluch, das hier nur drei Kilometer breit ist. An dieser Stelle wurde im späten Mittelalter die „Bellinsche Fähre“ betrieben, woraus sich der Name der Stadt entwickelte. Mit zunehmender Verlandung des Luchs wurde anstelle der Fähre ein Damm aufgeschüttet, der Fehrbellin mit Neuruppin verbindet. Nördlich des Rhinluches liegt die Ruppiner Platte. Fehrbellin gehört mit einer Fläche von 268 km² zu den flächengrößten Gemeinden in Deutschland.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Fehrbellin setzt sich aus folgenden Ortsteilen, bewohnten Gemeindeteilen sowie Wohnplätzen und sonstigen Siedlungsgebieten[2] zusammen

Ortsteile[Bearbeiten]

Die Gemeinde Fehrbellin gliedert sich in 17 Ortsteile:[3]

Betzin, Brunne, Dechtow, Deutschhof, Hakenberg, Karwesee, Königshorst, Langen, Lentzke, Linum, Manker, Protzen, Stadt Fehrbellin, Tarmow, Walchow, Wall, Wustrau-Altfriesack

Bewohnte Gemeindeteile[Bearbeiten]

Bewohnte Gemeindeteile der Gemeinde Fehrbellin:[3]

  • Ortsteil Deutschhof: Deutschhof, Dreibrück, Kuhhorst und Ribbeckshorst.
  • Ortsteil Langen: Langen und Dammkrug
  • Ortsteil Königshorst: Königshorst, Lobeofsund, Mangelshorst, Nordhof, Sandhorst, Fredenhorst und Seelenhorst
  • Ortsteil: Wustrau-Altfriesack: Wustrau, Altfriesack und Zietenhorst

Wohnplätze und sonstige Siedlungsgebiete[Bearbeiten]

Auf dem Gemeindegebiet existieren außerdem noch die folgenden Wohnplätze und sonstigen Siedlungsgebiete:[2]

Albertinenhof, Berlowshof, Hakenberger Schleuse, Lentzker Mühle, Lentzker Siedlung, Rollinsruhe, Schäferei und Theresiendorf

Anmerkungen[Bearbeiten]

In Dechtow gibt es eine bemerkenswerte Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert.

Das Straßendorf Walchow südwestlich von Neuruppin hat 190 Einwohner. Urkundlich wurde der Ort erstmals 1445 als walchouw erwähnt. Im 17. Jahrhundert wurde der Ort vollständig zerstört. Im selben Jahrhundert siedelten sich Holländer und Pfälzer an. Die neogotische Backsteinkirche wurde um 1850 errichtet.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Vom 17. Jahrhundert bis heute (Auswahl)[Bearbeiten]

In der Schlacht bei Fehrbellin im Schwedisch-Brandenburgischen Krieg besiegte der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg am 18. Junijul./ 28. Juni 1675greg. die Schweden und eroberte nach diesem Sieg bis 1678 das von den Schweden beherrschte Schwedisch-Pommern. Aus diesem Anlass schenkte Kaiser Wilhelm II. der Stadt Fehrbellin ein großes Reiterstandbild des Großen Kurfürsten. Es wurde von dem Berliner Bildhauer Fritz Schaper geschaffen und am 18. Oktober 1902 enthüllt.

Bekannt ist der Fehrbelliner Reitermarsch (komponiert 1893 von Richard Henrion), er ist Regimentsmarsch verschiedener Verbände der Bundeswehr.

Von 1294 bis 2003 besaß Fehrbellin das Stadtrecht und ist seitdem eine Titularstadt. Formal ist das am Ortsteilnamen „Stadt Fehrbellin“ erkennbar.

Seit 1880 führte die Strecke der Paulinenaue-Neuruppiner Eisenbahn durch Fehrbellin. Der Personenverkehr wurde 1970, der Güterverkehr 1995 eingestellt. 2011 wurde ein Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse errichtet.

Von 1940 bis 1945 bestand das Arbeitserziehungslager Fehrbellin (AEL), in dem von Zwangsarbeiterinnen Hanf verarbeitet wurde. Nach dem Krieg produzierte die Fabrik als VEB Märkische Bastfaser weiter bis 1990.[5]

Am 1. Juni 1992 schloss sich die Stadt Fehrbellin mit 16 Gemeinden aus dem damaligen Kreis Neuruppin: Wustrau-Altfriesack, Langen, Wall, Linum, Dechtow, Karwesee, Königshorst, Hakenberg, Brunne, Lentzke, Betzin, Protzen, Manker, Tarmow, Walchow und Deutschhof zum Amt Fehrbellin zusammen.[6]

Am 7. Mai 2002 genehmigte das Ministerium des Innern den Zusammenschluss der Gemeinden Betzin, Deutschhof, Hakenberg, Karwesee, Königshorst, Manker, Tarmow, Wall und der Stadt Fehrbellin zur neuen Gemeinde Fehrbellin, der allerdings erst zum 26. Oktober 2003 rechtswirksam wurde.[7] Zum 26. Oktober 2003 wurden die restlichen Gemeinden des Amtes Fehrbellin, also Brunne, Dechtow, Langen, Lentzke, Linum, Protzen, Walchow und Wustrau-Altfriesack per Gesetz in die Gemeinde Fehrbellin eingegliedert. Das Amt Fehrbellin wurde gleichzeitig aufgelöst.[8]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung im aktuellen Gebietsstand und Prognosen[9]
Bevölkerungsentwicklung Fehrbellin.pdf
Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen seit 1875
Bevölkerungsprognosen Fehrbellin.pdf
Prognosen der Bevölkerungsentwicklung
Altersstrukturentwicklung Fehrbellin.pdf
Prognose der Altersstruktur

Die Einwohnerzahl des heutigen Fehrbellins entwickelte sich bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts unterproportional zur Bevölkerung Brandenburgs. Nur die Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten gaben der Stadt Mitte des 20. Jahrhunderts einen Bevölkerungsschub. Die Bevölkerungsprognosen gehen davon aus, dass Fehrbellin von 2000 bis 2030 ca. 25 % seiner Einwohner verliert. Dabei wird die Zahl der Senioren steigen, während die Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter stark abnimmt.

Fehrbellin:
Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen (2013)[9]
Jahr Einwohner
1875 12 109
1890 11 107
1910 9 758
1925 10 121
1933 10 248
1939 10 271
1946 16 383
1950 15 639
1964 11 807
1971 11 582
Jahr Einwohner
1981 10 369
1985 10 163
1989 10 061
1990 9 863
1991 9 590
1992 9 744
1993 9 930
1994 9 685
1995 9 618
1996 9 649
Jahr Einwohner
1997 9 725
1998 9 791
1999 9 863
2000 9 718
2001 9 600
2002 9 509
2003 9 463
2004 9 330
2005 9 278
2006 9 152
Jahr Einwohner
2007 9 028
2008 8 973
2009 8 917
2010 8 771
2011 8 595
2012 8 606

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[10]
Wahlbeteiligung: 34,5 %
 %
30
20
10
0
21,9 %
21,6 %
19,8 %
12,2 %
12,0 %
4,1 %
3,5 %
4,9 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c Wählergemeinschaft "Starke Dörfer"
d WIR - für Gemeinde Fehrbellin
g Brandenburgisches Dorf Walchow

Bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 waren 18 Sitze zu verteilen. Diese verteilen sich wie folgt:[11]

Gruppierung Sitze
CDU 4
SPD 4
Starke Dörfer 4
WIR - für Gemeinde Fehrbellin 2
Die Linke 2
B90/Grüne 1
Brandenb. Dorf Walchow 1

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen, vom Heraldiker Frank Diemar, wurde am 18. Februar 1993 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber eine zweitürmige, rote Kirche mit gequadertem Mauerwerk als Unterbau und einem mit einer schwarzen Rosette belegten offenen Doppelbogenportal. Die Türme sind mit je vier schwarzen Fenstern sowie mit bezackten, beknauften und bekreuzten Spitzdächern versehen. Zwischen den Türmen ein wachsender, schwarzbekleideter und behüteter Mönchsrumpf.“[12]

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge der Gemeinde ist dreistreifig Rot-Weiß-Rot (Rot-Silber-Rot) im Verhältnis 1:3:1 mit dem Wappen im Mittelstreifen.

Logo der Gemeinde Fehrbellin[Bearbeiten]

Logo gemeindeFehrbellin.jpg

Die Gemeinde Fehrbellin führt seit dem 27. Oktober 2005 ein gemeinsames Logo für Tourismus und Kultur. Dieses Logo wurde bei einem durch die Gemeindeverwaltung Fehrbellin ausgeschriebenen Wettbewerb durch Beschluss der Gemeindevertreter am 27. Oktober 2005 als offizielles Logo der Gemeinde Fehrbellin bestätigt. Entworfen wurde dieses Logo von Tom Berger aus Neuruppin, der seit vielen Jahren im Vorstand des gemeinnützigen Vereins FKK-Fehrbelliner Karneval Klub e. V. mitarbeitet.

Das Logo vereint die Landschaftselemente Luchwiesen und Wälder, sowie Flüsse und Teiche – die vorherrschende Landschaft in der Gemeinde Fehrbellin. Als überragendes Bildelement ist die im Volksmund genannte „Goldelse“ der Siegessäule bei Hakenberg (Brandenburg) als stilisiertes Element mit verarbeitet. Als Kontrast dazu steht in Rot das Auge des Betrachters dieser Landschaft – ob als Tourist oder als Einheimischer.

Städtefreundschaft[Bearbeiten]

Fehrbellin unterhält seit 1990 mit Dülmen in Nordrhein-Westfalen eine Städtefreundschaft.

Bau- und Kunstdenkmäler[Bearbeiten]

Kultur und Volksfeste[Bearbeiten]

  • Fehrbelliner Festtage zu Ehren der Großen Schlacht bei Fehrbellin
  • Der etwas andere Karneval in Fehrbellin von November bis zum ersten Märzwochenende (egal, wann Aschermittwoch ist) durch den FKK-Fehrbelliner Karneval Klub e. V.
  • Klassische und geistliche Konzerte in der Feldbergkirche/Stadtkirche
  • Jugendkonzerte, Musicals und Schulveranstaltungen in der Rhinhalle Fehrbellin
  • Literarische Veranstaltungen in der Gemeindebücherei Fehrbellin
  • Rockkonzerte von Nachwuchsbands und Jugendfreizeit im Jugendclub 0815

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Fehrbellin ist über die Autobahn A 24, Abfahrt Fehrbellin zu erreichen.

Auf dem Gemeindegebiet liegt der Flugplatz Ruppiner Land.

Die Bahnstrecke Paulinenaue–Neuruppin, an der der Bahnhof Fehrbellin lag, ist stillgelegt.

Schulen[Bearbeiten]

  • Johann-Heinrich-Bolte-Grundschule Fehrbellin
  • Oberschule „Schule am Rhin“ Fehrbellin
  • Kleine Grundschule Königshorst
  • Grundschule Wustrau

Bilder[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fehrbellin – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Gemeinde Fehrbellin aus dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  3. a b Hauptsatzung der Gemeinde Fehrbellin vom 19. März 2009 PDF
  4. Märkische Oderzeitung, 23. September 2005, S. 11.
  5. Cord Pagenstecher: Das Arbeitserziehungslager Fehrbellin in Nordwest-Brandenburg. In: Zeitgeschichte regional. Mitteilungen aus Mecklenburg-Vorpommern. 6 (1). 2002, S. 112 f. (Online-Version als PDF; 24 kB)
  6. Bildung des Amtes Fehrbellin. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 30. Mai 1992. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 47, vom 10. Juli 1992, S. 890.
  7. Bildung einer neuen Gemeinde Fehrbellin. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 7. Mai 2002. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 13. Jahrgang, Nummer 22, vom 19. Mai 2002, S. 561.
  8. Fünftes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Barnim, Märkisch-Oderland, Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz, Uckermark (5.GemGebRefGBbg) vom 24. März 2003 (Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 05, S. 82 und geändert durch Gesetz vom 1. Juli 2003 (Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I(Gesetze), 2003, Nr. 10, S. 187))
  9. a b Die Quellen der Daten, die Grundlage der Darstellungen sind, finden sich detailliert in den Wikimedia Commons.
  10. Wahlergebnis auf dem Internetauftritt der Gemeinde Fehrbellin. Abgerufen am 15. August 2014.
  11. Detailliertes Wahlergebnis auf dem Internetauftritt der Gemeinde Fehrbellin. Abgerufen am 15. August 2014.
  12. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg und laut Hauptsatzung vom 19. März 2009.